Die Anfänge des europäischen Marktes (ab 1950)
Mit Hilfe der Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), welche auf Initiative von Robert Schuman (Schuman-Plan vom 9. Mai 1950) 1951 verabschiedet wurde, sollte ein gemeinsamer Markt geschaffen und damit eine gemeinsame Kontrolle, Planung und Verwertung dieser Grundstoffe ermöglicht werden1. Erstmals war damit eine supranationale Organisation eines zentralen Wirtschaftsbereiches gelungen an der sich zunächst Frankreich, Italien, die Bundesrepublik Deutschland und die Beneluxstaaten beteiligten. Der Funktionalismus2 geht von einem Druck zur weiteren Integration, ausgehend von der EGKS aus.
Inhaltsverzeichnis
1. Historische Betrachtung
1.1 Die Anfänge des europäischen Marktes (ab 1950)
1.2 Die Übergangszeit von 1955 bis 1970
1.3 Von Anfang der 70er Jahre bis 1980
1.3 Der Anfang der 80er Jahre
1.4 Von der Einheitlichen Europäischen Akte 1986 zum „großen Markt“ von 1993
1.5 Der Vertrag von Maastricht
2. Die Grundlagen des gemeinsamen Binnenmarktes
2.1 Das Prinzip der Nichtdiskriminierung
2.2 Die gegenseitige Anerkennung
2.3 Die vier „großen“ Freiheiten
2.3.1 Der freie Warenverkehr
2.3.2 Der freie Personenverkehr
2.3.3 Der freie Dienstleistungsverkehr
2.3.4 Der freie Kapitalverkehr
3. Erwartete Chancen des Binnenmarktes (Cecchini-Bericht)
3.1 Bisherige Schranken des gemeinsamen Marktes
3.2 Die Chancen des Binnenmarktes
3.3 Kritische Aspekte zu der Erwartungshaltung des Binnenmarktes
4. Die realen Effekte des gemeinsamen Binnenmarktes & weiteres Potenzial
4.1 Die Anfang 90er Jahre (Single Market Review Prozess)
4.1.1 Auswirkungen auf: Handel & Investitionen & Wettbewerb
4.1.2 Auswirkungen auf: Preise
4.1.3 Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
4.1.4 Erklärung der Kommission zum Nichteintreten der erwarteten „Kettenreaktion“
4.2 Die Auswirkungen des Binnenmarktes nach einem Jahrzehnt des Bestehens
4.2.1 Wirtschaftliche Auswirkungen
4.2.2 Dienstleistungen: Das Potenzial für die Zukunft
5. Der Binnenmarkt- Die Basis zur EWU
5.1 Wirtschaftliche Gründe
5.2 Politische Gründe
6. Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung, die ökonomischen Grundlagen sowie die tatsächlichen Auswirkungen des europäischen Binnenmarktes. Dabei wird insbesondere analysiert, inwieweit die im Cecchini-Bericht prognostizierten Wachstumseffekte eingetreten sind und welche Bedeutung der Binnenmarkt als Basis für die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWU) einnimmt.
- Historische Evolution der europäischen Marktintegration seit 1950.
- Die vier Grundfreiheiten des Binnenmarktes.
- Kritische Analyse des Cecchini-Berichts und der erwarteten Chancen.
- Evaluation der realen ökonomischen Effekte und Arbeitsmarktentwicklungen.
- Wechselwirkung zwischen Binnenmarkt und der Etablierung der EWU.
Auszug aus dem Buch
3. Erwartete Chancen des Binnenmarktes (Cecchini-Bericht)
Im Frühjahr 1996 begann das bisher größte politisch motivierte Forschungsprojekt im Auftrag der EG Kommission um auf der Basis umfassender Daten die Auswirkungen der EG Marktzersplitterung und somit die „Kosten der Nichtverwirklichung Europas“ wissenschaftlich zu beziffern.
Nach Ansicht von Cecchini existieren in Europa trotz des Wegfalls von Zollschranken noch zu viele Hindernisse im gemeinschaftlichen Handel. Darunter fallen die bürokratischen Hemmnisse beim Export von Gütern, das protektionistische Denken von Regierungen bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen sowie „Strafdividenen“ von bis zu 25% in vereinzelten Branchen beim Handel mit EG-Nachbarländern. Besonders bei mittelständischen und kleinen Unternehmen verspricht sich Cecchini durch die Verwirklichung des Binnenmarktes eine Zunahme des Außenhandels, da gewisse Formalitäten nicht mehr zu leisten sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Historische Betrachtung: Dokumentiert die Entwicklung der europäischen Integration von der EGKS 1950 bis zum Vertrag von Maastricht.
2. Die Grundlagen des gemeinsamen Binnenmarktes: Erläutert die zentralen Prinzipien wie Nichtdiskriminierung, gegenseitige Anerkennung und die vier Grundfreiheiten.
3. Erwartete Chancen des Binnenmarktes (Cecchini-Bericht): Analysiert den optimistischen Prognosebericht zur Überwindung der Kosten der Marktzersplitterung.
4. Die realen Effekte des gemeinsamen Binnenmarktes & weiteres Potenzial: Vergleicht die prognostizierten Auswirkungen mit den tatsächlichen Entwicklungen nach 1993.
5. Der Binnenmarkt- Die Basis zur EWU: Diskutiert die ökonomischen und politischen Funktionen des Binnenmarktes als Vorläufer und Fundament der gemeinsamen Währungsunion.
6. Ausblick: Bewertet den Status quo und benennt zukünftige Herausforderungen für die Dynamik des europäischen Wirtschaftsraums.
Schlüsselwörter
Binnenmarkt, Europäische Union, Grundfreiheiten, Cecchini-Bericht, Wirtschafts- und Währungsunion, EWU, Integration, Wettbewerbsfähigkeit, Handelsbarrieren, Maastricht, Warenverkehr, Dienstleistungsfreiheit, Kapitalverkehr, Personenverkehr, Wirtschaftswachstum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Genese, den theoretischen Grundlagen und der tatsächlichen ökonomischen Bilanz des europäischen Binnenmarktes im Kontext der europäischen Integration.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den vier Grundfreiheiten, den erwarteten Wohlfahrtsgewinnen durch den Cecchini-Bericht sowie der Rolle des Binnenmarktes als Basis für die Einführung der Gemeinschaftswährung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen den vor 1992 gesetzten Erwartungen an das Binnenmarktprojekt und den tatsächlichen, messbaren Auswirkungen zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Aufarbeitung, die auf Primärquellen wie EU-Verträgen, Kommissionsberichten und dem Cecchini-Report sowie aktueller Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen (Kapitel 2), die Analyse der Cecchini-Erwartungen (Kapitel 3) und die empirische Überprüfung der realen Effekte anhand von Wirtschaftsdaten der 90er Jahre (Kapitel 4).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Binnenmarkt, Grundfreiheiten, Integration, Cecchini-Bericht, EWU und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit.
Warum wird der Cecchini-Bericht kritisch hinterfragt?
Der Bericht wird kritisch beleuchtet, da viele seiner Wachstumsprognosen aufgrund rezessiver Tendenzen und konjunktureller Faktoren in den 90er Jahren nicht in dem erhofften Umfang eintraten.
Inwiefern hat der Binnenmarkt die EWU beeinflusst?
Der Binnenmarkt gilt als notwendige Voraussetzung, um durch den Abbau von Handelshemmnissen und die Koordination der Wirtschaftspolitik die stabile Einführung einer gemeinsamen Währung zu ermöglichen.
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- Oliver Winter (Author), 2005, 12 Jahre Binnenmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38117