Gesellschaftliche Teilhabe behinderter Menschen bedeutet Integration, in der u. a. die berufliche Rehabilitation ein wichtiger Bestandteil darstellt und nicht mehr wegzudenken ist. Aber was bedeutet berufliche Rehabilitation?
Sie „umfasst alle Maßnahmen und Hilfen, die erforderlich sind, die dauerhafte Eingliederung oder Wiedereingliederung behinderter Menschen in Arbeit, Beruf und Gesellschaft“ (Bundesanstalt für Arbeit, 2002). Für diese Regelungen sind hier das Sozialgesetzbuch (SGB) III und IX maßgebend. Das SGB III beschäftigt sich mit den Regelungen zur Arbeitsförderung und das SGB IX, welches erst am 1. Juli 2001 in Kraft trat, beinhaltet Rechtsvorschriften zur Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen, einschließlich behandelt es in einem gesonderten 2. Teil das Schwerbehindertenrecht. Durch die Einführung des SGB IX haben sich für das SGB III inhaltliche Änderungen ergeben. Einige Paragraphen des SGB III wurden durch das jetzt maßgebende SGB IX aufgehoben. Mit dem SGB IX wird das Recht für behinderte Menschen auf eine neue Stufe gestellt. Es geht darum die Selbstbestimmung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und Arbeitsleben behinderter und von Behinderung bedrohter Menschen in den Mittelpunkt zu rücken. Dieser Paradigmenwechsel stellt die bisherige Fürsorge behinderter Menschen in den Schatten.
Mit der beruflichen Rehabilitation soll eine möglichst umfassende Qualifizierung und dauerhafte Eingliederung auf dem Arbeitsmarkt erreicht werden.
Trotz häufiger Diskussionen und Auseinandersetzungen über gesellschaftliche, soziale und berufliche Aussichten Behinderter, scheint dieser Bereich in der Öffentlichkeit noch weitgehend unberücksichtigt und immer noch als Tabuthema. Die Arbeitslosenzahlen sind in den letzten Jahren stetig angestiegen und damit auch das Risiko Behinderter, noch geringere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben.
Die Literaturlage zur beruflichen Rehabilitation behinderter Menschen ist sehr umfänglich, als versuche man das Thema, wenn schon nicht praktisch, wenigstens theoretisch aufklärend und kritisierend zu bearbeiten.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die berufliche Ersteingliederung von Behinderten
- Rehabilitationsträger für die berufliche Ersteingliederung
- Aufgaben der Reha-Teams in den Arbeitsämtern
- Maßnahmen der beruflichen Ersteingliederung
- Rehabilitations- und Bildungseinrichtungen
- Die berufliche Eingliederung am Beispiel lernbehinderter Jugendlicher
- Begriffseingrenzung der Lernbehinderung
- Ursachenforschung der Lernbehinderung
- Das Lern- und Leistungsverhalten
- Der berufliche Einstieg
- Probleme der beruflichen Eingliederung
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der beruflichen Ersteingliederung von Menschen mit Behinderungen, insbesondere im Fokus stehen Lernbehinderte Jugendliche. Das Ziel ist es, den Prozess der Eingliederung in den Arbeitsmarkt zu beleuchten und die relevanten Akteure, Maßnahmen und Herausforderungen zu analysieren.
- Rehabilitationsträger und deren Aufgaben
- Rechtliche Grundlagen und Reformen
- Das Konzept der Lernbehinderung
- Herausforderungen und Probleme der beruflichen Eingliederung
- Möglichkeiten und Wege zur erfolgreichen Integration
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung liefert einen Überblick über das Thema der beruflichen Rehabilitation und die Bedeutung der Eingliederung von Menschen mit Behinderungen in das Arbeitsleben. Sie stellt die rechtlichen Rahmenbedingungen und den Wandel im Verständnis von Behinderung dar.
Kapitel 2 widmet sich der beruflichen Ersteingliederung von Behinderten und betrachtet die verschiedenen Rehabilitationsträger, die Aufgaben der Reha-Teams in den Arbeitsämtern, Maßnahmen der beruflichen Eingliederung und Reha- und Bildungseinrichtungen.
Kapitel 3 behandelt die berufliche Eingliederung von lernbehinderten Jugendlichen. Es definiert den Begriff der Lernbehinderung, erörtert Ursachen und Auswirkungen, analysiert das Lern- und Leistungsverhalten und befasst sich mit den Herausforderungen des beruflichen Einstiegs.
Schlüsselwörter
Berufliche Rehabilitation, Ersteingliederung, Lernbehinderung, Behinderung, Arbeitsmarkt, Arbeitsämter, Reha-Teams, Maßnahmen, Rehabilitationsträger, Bildungseinrichtungen, Integration, Teilhabe, Selbstbestimmung, Rechtliche Grundlagen, SGB III, SGB IX, Schwerbehindertenrecht.
- Quote paper
- M. A. Sabine Wolf (Author), 2003, Berufliche (Erst-) Eingliederung von lernbehinderten Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/381201