Diese Arbeit richtet sich auf folgende Forschungsfrage aus: Wie wirkt sich Arbeitslosigkeit auf das Risiko an einer Depression zu erkranken aus?
Das Konzept der Depression wurde als Y-Variable gewählt, da eine Behandlung sämtlicher psychischer Störungen den Rahmen des Fragebogens gesprengt hätte und Depression gemeinhin als am häufigsten auftretende und untersuchte Störung gilt. Der Aufbau dieser Arbeit untergliedert sich in einer kurzen Erläuterung des theoretischen Unterbaus und der daraus abgeleiteten Hypothesen, gefolgt von der Spezifizierung der verwendeten Konzepte und Operationalisierung der Begriffe und schließlich der Reflektion zur Ausarbeitung der eigenen Fragen und der Zusammenstellung des finalen Fragebogens. Abschließend werden die Vor- und Nachteile des gewählten Web-Survey-Designs dargelegt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorien und Hypothesen
3. Konzeptspezifikation und Operationalisierung
4. Frageformulierung
5. Fragebogenkonstruktion
6. Vor- und Nachteile des Websurveys
7. Zusammenfassung
8. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und dem Risiko, an einer Depression zu erkranken, wobei insbesondere die moderierende Rolle des Geschlechts analysiert wird. Ziel ist die methodisch fundierte Erstellung eines Fragebogens zur Erhebung dieser psychischen Belastung im Rahmen eines Seminars.
- Theorie der latenten Deprivation von Marie Jahoda
- Identitätstheorie als ergänzender Erklärungsansatz
- Konzeptualisierung und Operationalisierung von Arbeitslosigkeit und Depression
- Methodische Aspekte der Fragebogengestaltung und Web-Survey-Design
- Einfluss sozio-demografischer Kontrollvariablen (Partnerschaft, Kinder, Bildung)
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Wenigen Themen räumt der Mensch seit jeher so viel Bedeutsamkeit ein wie dem der Gesundheit. Sei es die Volksgruppe der Hausa in Afrika, der der alten Ägypter, Griechen, Mesopotamier, damals wie heute genießt Gesundheit als Vermittler zwischen Leben und Leiden einen hochrangigen Stellenwert, dem sich jede Zeit und Kultur mit einer Vielzahl von Perspektiven, Glauben und unterschiedlichstem Wissen nähert. Dabei transformierte sich der Fokus vom ehemals metaphysischen im Laufe der Zeit immer mehr zum somatischen und, spätestens seit Freud, auch zum psychischen. So steigerte sich die Anzahl der Diagnosen im DSM-5, dem Standard-Manual zur Diagnose psychischer Störungen, stetig auf mittlerweile 374, die Krankheitskosten psychischer Erkrankungen und Verhaltensstörungen beliefen sich bereits 2008 auf 27,8 Milliarden Euro (Statistisches Bundesamt, 2014) und 38,1% der Befragten einer Studie des Robert-Koch-Instituts berichten von einer unterdurchschnittlichen bis erheblich beinträchtigen psychischen Gesundheit (Hapke, von der Lippe, Busch, & Lange, 2012).
Insbesondere die unipolare Depression sticht hervor, so berichten 10% der Frauen und 6% der Männer in Deutschland davon, dass bei ihnen in den letzten 12 Monaten eine Depression oder depressive Verstimmung bestand, welche von einem Arzt diagnostiziert wurde (Robert-Koch-Institut, 2014). Ob dieser Zahlen wenig verwunderlich konzentriert sich einiges an Forschung auf die Ursachen dieser hohen Prävalenz. Ein Faktor, der dabei immer wieder ins Auge fällt, ist der der Arbeitslosigkeit (Murphy & Athanasou, 1999; McKee-Ryan, Song, Wanberg, & Kinicki 2005). Schon allein wegen der Omnipräsenz von Arbeitslosigkeit - bereits in Deutschland gelten 2,76 Mio. Menschen als arbeitslos (Bundesagentur für Arbeit, 2017) - ist es von großer gesellschaftlicher Relevanz die Beziehung von Arbeitslosigkeit und psychischer Gesundheit und deren Tragweite zu klären. Ebenso wäre im Hinblick auf die Debatte der sozialen Ungleichheit eine derartige Klärung ratsam, sind soziale Herkunft, Arbeitslosigkeit und Gesundheit stark miteinander verwoben und ist zu erwarten, dass negative Effekte auf der einen Ebene negative Effekte auf der anderen noch weiter verschärfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die hohe gesellschaftliche Relevanz des Themas Gesundheit ein, beleuchtet die Prävalenz von Depressionen und definiert die zentrale Forschungsfrage nach dem Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit.
2. Theorien und Hypothesen: Hier werden die Theorie der latenten Deprivation nach Jahoda sowie die Identitätstheorie als theoretischer Rahmen genutzt, um zwei Haupthypothesen über den Zusammenhang von Arbeitslosigkeit, Depression und Geschlechtsmoderation aufzustellen.
3. Konzeptspezifikation und Operationalisierung: In diesem Teil werden die zentralen Begriffe Arbeitslosigkeit, Erwerbstätigkeit und Depression präzise definiert und methodisch für die Messbarkeit im Fragebogen operationalisiert.
4. Frageformulierung: Das Kapitel analysiert die methodischen Überlegungen hinter den fünf spezifischen Fragen des Fragebogens, inklusive der Begründung für Filterführungen und Antwortskalen.
5. Fragebogenkonstruktion: Hier wird der Aufbau des Gesamtfragebogens in acht Modulen beschrieben, wobei insbesondere die Spannungskurve und die Platzierung sensibler Fragen thematisiert werden.
6. Vor- und Nachteile des Websurveys: Dieses Kapitel reflektiert die Entscheidung für einen Web-Survey im Seminarrahmen, diskutiert Vorteile wie Effizienz sowie Herausforderungen wie Stichprobenverzerrungen.
7. Zusammenfassung: Die abschließenden Seiten fassen den theoretischen und methodischen Prozess zusammen und betonen die Limitationen der Repräsentativität der erhobenen Daten.
8. Literaturverzeichnis: Ein Verzeichnis aller verwendeten Quellen und Studien.
Schlüsselwörter
Arbeitslosigkeit, Depression, psychische Gesundheit, latente Deprivation, Identitätstheorie, Fragebogenerstellung, Web-Survey, Operationalisierung, Erwerbstätigkeit, DSM-IV, empirische Sozialforschung, Datenerhebung, soziale Ungleichheit, psychische Störungen, Prävalenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Konzeption eines Fragebogens, der den Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und dem Risiko für depressive Erkrankungen untersucht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind Arbeitsmarktsoziologie, psychische Gesundheit, die Bedeutung von Erwerbsarbeit nach Marie Jahoda und methodische Fragen der empirischen Datenerhebung mittels Web-Surveys.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie sich Arbeitslosigkeit auf das Risiko auswirkt, an einer Depression zu erkranken, und ob das Geschlecht diesen Zusammenhang moderiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein quantitatives Forschungsdesign gewählt, das auf der Operationalisierung theoretischer Konzepte in einem strukturierten, geschlossenen Fragebogen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Hypothesen, die präzise Definition der Variablen, die methodische Konstruktion der Fragen und eine kritische Diskussion der Erhebungsmethode (Web-Survey).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Arbeitslosigkeit, Depression, latente Deprivation, Identitätstheorie, Fragebogenkonstruktion und Web-Survey.
Warum wurde gerade die "Major Depression" als Y-Variable gewählt?
Die Entscheidung fiel auf die Major Depression, da sie als eine der häufigsten und am besten erforschten psychischen Störungen gilt und die Erfassung sämtlicher psychischer Störungen den Rahmen der Arbeit gesprengt hätte.
Welchen Stellenwert nimmt die Theorie von Marie Jahoda ein?
Jahodas Theorie der latenten Deprivation bildet das fundamentale theoretische Gerüst, um zu erklären, warum der Verlust von Erwerbsarbeit durch das Fehlen latenter Funktionen (Zeitstruktur, soziale Kontakte etc.) psychische Probleme begünstigt.
Wie wurde mit dem Problem sensibler Fragen umgegangen?
Sensible Fragen, etwa zur psychischen Verfassung, wurden bewusst gegen Ende des Fragebogens platziert, um die Abbruchquote zu minimieren, nachdem die Teilnehmer bereits Zeit in die Bearbeitung investiert haben.
- Arbeit zitieren
- Marco Hauptmann (Autor:in), 2017, Fragebogenerstellung zum Thema Arbeitslosigkeit und Gesundheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/381213