Ursachen und Folgen von Stress im Alltag. Wie kann Stress im Studium reduziert werden?


Hausarbeit, 2013

28 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Was ist Stress?
1. Begriffsbestimmung

III. Stressmodelle
1. Allgemeine Anpassungssyndrom
2. Transaktionales Stressyndrom

IV. Wann wird Stress gefährlich?
1. Kognitiv- emotionale Ebene
2. Behaviorale Ebene
3. Vegetativ- hormonelle Ebene
4. Muskuläre Ebene

V. Burn Out
1. Begriffserklärung
2. Symptomatik und Ursachen

VI. Stressmanagement
1. Ursachen erkennen
2. Zeitmanagement
3. Pausen einlegen
4. Befreiung von Störfaktoren
5. Ablenkungen schaffen
6. Realistische Erwartungen
7. Gesunde Ernährung
8. Sport

VII. Fazit

Anhang I

Literaturverzeichnis

I. Einleitung

,,Die Studienzeit ist die schönste Zeit!“ oder ,,Nie wieder wird man so viel Freizeit haben wie im Studium“. Diese Sätze hat wohl jeder Studienanfänger schon einmal gehört und man freut sich natürlich über diese ,,Partyzeit“. Doch ist man dann im Studium kommt das böse Erwachen. Es zählt nur die Leistung, man muss Dinge kennen, von denen man noch nie ein Wort gehört hat, am besten schon gleich wissen wie man wissenschaftliche Arbeiten verfasst und die Klausuren am Ende des Semesters stehen auch bevor. Gute Noten sind passé und man muss um jede Anerkennung kämpfen. Lob? Fehlanzeige! Da sind dann die enttäuschten und uneinsichtigen Verwandten, die es nicht verstehen, dass man ,,bei soviel Zeit“ so schlechte Noten einheimst. Noten- und Leistungsdruck nehmen zu und man selbst sieht außer der Uni und dem Schreibtisch nicht mehr viel. Freunde? Party? Auszeit? Was ist das?

Die Folgen davon sind Depressionen und Burnout, welches oftmals Suizidgedanken mit sich führt. Das oben beschriebene ist mittlerweile schon trauriger Alltag an deutschen Universitäten geworden. Man muss funktionieren oder geht unter. Die Masse, nicht der Einzelne zählt.

Um dieses Thema dreht sich die vorliegende Hausarbeit. Stress- was ist das eigentlich? Welche Ursachen hat er und welche Folgen? Gibt es Methoden wie man den Stress im Studium reduzieren kann? Und was ist eigentlich Burnout, wenn denn keine Krankheit?

In den folgenden Kapiteln werde ich versuchen, Antworten auf diese Fragen zu geben um dann am Schluss auch die qualitative Sozialforschung mit ein zu beziehen mit Hilfe von zwei unabhängig durchgeführten Interviews. Welche von mir mit zwei Studenten verschiedener Universitäten durchgeführt und transkribiert worden sind.

II. Was ist Stress?

Viele Menschen klagen darüber, dass sie Stress hätten. Auch im Studium bekommt man dies immer öfter zu hören. Dabei fühlen sich diese Menschen in den verschiedensten Situationen gestresst, zum Beispiel wegen Überarbeitung oder Zeitdruck. Im folgenden Kapitel wird nun versucht den Begriff ,,Stress“ näher zu bestimmen und eine Begriffsbestimmung darzureichen, bevor im Weiteren die psychischen wie physischen Auswirkungen näher betrachtet werden.

1. Begriffsbestimmung

Mittlerweile beschäftigt das Phänomen ,,Stress“ nicht nur die Psychologen und Mediziner, auch die Biologen und Sozilogen beschäftigen sich immer eingehender mit diesem immer häufiger auftretenden Phänomen. Wenn man sich die einzelnen Teilbereiche ansieht, so kommt man schnell auf den Konsens, dass es keine allgemein gültige Definition für den Begriff ,,Stress“ gibt. In der Alltagssprache versteht man unter Stress eine emotionale Spannung, Nichtvorhersehbarkeit von Abläufen, Arbeitsumfang, etc[1]. Meist zieht dieses auch psychische und physische Folgen nach sich wie Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, innere Unruhe, Panikattacken, etc. mit sich.

An dieser Stelle sei gesagt, dass es zwei unterschiedliche Stressarten gibt, den

- negativen Stress, auch Distress, welcher zur gesundheitlichen Belastung führen kann, und auch in Verbindung mit Burn-out steht,
- und den positiven Stress, auch Eustress genannt, welche das gesundheitliche Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit fördert[2].

Hans Seyle, Physiologe und Arzt, definierte schon in der 50er Jahre den Begriff ,,Stress“ am präzisesten, indem er sagte:,, Stress kann als die unspezifische Reaktion des Organismus auf jede Art von Anforderung verstanden werden[3]

Man kann de facto sagen, dass Stress ,,ein Muster spezifischer und unspezifischer psychischer und körperlicher Reaktionen oder die Anpassung eines Menschen auf interne oder externe Reize, die das Gleichgewicht stören, die Fähigkeiten zur Bewältigung strapazieren oder überschreiten und Anpassungsleistungen verlangen“[4]. Diese Reize werden auch ,,Stressoren“ genannt. Unter diesen versteht man jegliche Anforderungen, in deren Folge es zur Auslösung einer Stressreaktion kommt[5].

Im Allgemeinen werden drei Stressoren-Typen unterschieden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle[6]

Bsp.: Lärm, Hitze, Kälte, etc. Konkurrenz, Isolation, Zeitdruck, Überforderung[7]

Abschließend sei dahingehend noch gesagt, dass jeder Mensch individuell auf Stress reagiert. Einige Menschen reagieren aggressiv und gewalttätig, andere wiederum bekommen Depressionen bis hin zum Burn-out, wieder andere versuchen diesen Stress durch Drogenmissbrauch zu kompensieren, wieder andere bekommen die ,,typischen“ Begleiterscheinungen wie Schlaflosigkeit, innere Unruhe, etc[8].

III. Stressmodelle

Im folgenden Kapitel werde ich zwei der bekanntesten Stressmodelle vorstellen: Das Allgemeine Anpassungssyndrom nach Selye und das Transaktionale Stressmodell nach Lazarus.

1. Allgemeine Anpassungssyndrom

Selye war der Auffassung, dass der Organismus zwar auf unterschiedliche Anforderungen reagieren kann, aber dass eben diese Veränderungen auch immer von unspezifischen Veränderungen begleitet sind. Dies nannte er das ,,allgemeine Anpassungssyndrom“, kurz auch AAS genannt.

Selye unterschied dabei drei Reaktionsstadien auf einen Stressor.

Während der kurzen aber prägnanten ,,Alarmphase“ werden nach anfänglichem Schock Kräfte frei, mit denen der Organismus in der Lage ist Widerstand zu leisten und dievermehrte Belastung zu bewältigen. Dies nennt man die sogenannte ,,Widerstandsphase“.

Dauert die Belastung allerdings an, sind die Reserven alsbald aufgebraucht und das ,,Erschöpfungsstadium“ tritt auf. Hier ist die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Krankheiten sehr hoch[9]. Selye gibt hier die wichtigsten kurzfristigen Auswirkung von Stressreaktionen an, wie:

- Schnellere Atmung
- Bluthochdruck
- Verminderte Schmerzempfindlichkeit
- Libidoverlust
- Etc.[10]

2. Transaktionales Stressyndrom

Das transaktionale Stressmodell des amerikanischen Psychologen Richard Lazarus (1974) betrachtet Stresssituationen als komplexe Wechselwirkungsprozesse zwischen den Anforderungen der Situation und der handelnden Person. Ergo geht er davon aus, dass man Stressoren nicht einfach passiv ausgesetzt ist, sondern dass diese sich, je nach Umstand, selbst ins Verhältnis setzen. Das bedeutet, dass die Ressourcen einer Person stark beansprucht, bzw. verbraucht sind und ihr Wohlbefinden gefährdet ist. Somit wird der Stress ,,transaktional“ aufgefasst. Für wie schwer eine solche Belastung angesehen wird, hängt also vom persönlichen Empfinden der jeweiligen Person ab.

Tritt also ein Stressor auf, eine belastende Situation, so wird diese eingeschätzt und überdacht. Es wird vorab überlegt, wie man sich dieser stellen und wie man mit dieser umgehen kann[11]. Bei dieser individuellen Bewertung gibt es ebenfalls drei Stufen:

In der ,,Primärbewertungs- Phase“ wird der Reiz wahrgenommen und beurteilt. Bei der ,,Sekundärbewertung“ wird eine somatische Schädigung angenommen, welche als Folgen psychologische Verluste und psychosoziale Kosten nach sich ziehen würde. Doch neben einer solchen Annahme, werden gleichzeitig auch möglich verfügbare Alternativen zur Situationsbewältigung mit einbezogen. Diese Prozesse werden ,,Coping“ genannt und sind quasi eine Art Selbstregulierungsmechanismus. Das bedeutet, dass ein Individuum über Erfolgs- und Misserfolgsrückmeldungen lernt, Bewertungsstrategien selektiv einzusetzen.

Bei der ,,Neubewertung“ wird die ursprüngliche Situation, aufgrund äußerer und innerer Veränderungen noch einmal überdacht und bewertet[12].

IV. Wann wird Stress gefährlich?

Menschen gehen unterschiedlich mit Stress um. Den einen gelingt dies besser als anderen. Wie in den oberen Kapiteln ist es von enormer Wichtigkeit, eine positive Einstellung und den Willen zur Bewältigung an den Tag zu legen. Stress ist nicht nur schädlich, sondern gesund und sogar lebensnotwendig. Aber eben auch nur bis zu einem gewissen Maße, dann schlägt dies ins Gegenteil um. Anzeichen für eine Überforderung und Distress sind Niedergeschlagenheit, Unlust, Gereiztheit, Müdigkeit und Schlafprobleme. Dies alles sind Zeichen für eine Überlastung und dass man den täglichen Anforderungen nicht mehr gewachsen ist. Um hier eine Veränderung zu bewirken, muss eine Veränderung der Lebensweise herbeigeführt werden.

Allgemein kann man vier Ebenen der Stressreaktion unterscheiden, die sich gegenseitig beeinflussen und die Stressreaktion dadurch verstärken oder verlängern können.

1. Kognitiv- emotionale Ebene

Bei dieser Ebene werden ,,verdeckte“ intrapsychische Vorgänge erfasst, was bedeutet, dass bestimmte Gedanken und Gefühle in belastenden Situationen ausgelöst werden können.

Kognitiv bezeichnet hierbei die Wahrnehmung der Person. Ein Beispiel für eine typische Wahrnehmung treten hier die sogenannten Stress- Gedanken wie ,,Auch das noch!“ oder ,,Warum immer ich?“, ein.

Folgen Häufig auftretende kognitiv- emotionale Stressreaktionen sind beispielsweise innere Unruhe, Hilflosigkeit, Nervosität, Versagensängste, Denkblockaden und Selbstvorwürfe[13].

2. Behaviorale Ebene

Behaviorale Stressreaktionen meinen das ,,offene“ Verhalten, welches von anderen beobachtet werden kann[14].

Beispiele dafür wären hastiges Essen, abgehaktes Sprechen, Ungeduld, Nervosität, Unkoordiniertheit, Gereiztheit, aggressives Verhalten, etc.

Kaluza ist ferner der Auffassung, dass bei anhaltenden stressalen Überreaktionen auch behaviorale Stressreaktionen wie Betäubungsverhalten denkbar sind. Hiermit sind dann unkontrolliertes Rauchen, Missbrauch von Alkohol oder sogar Aufputschmitteln gemeint[15].

3. Vegetativ- hormonelle Ebene

Die vegetativ- hormonelle Ebene bezieht sich auf die vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen, sogenannten Katecholaminen, wie Adrenalin und Noradrenalin. Diese Hormone aktivieren den sympathischen Teil des Gehirns, den Sympathikus.

In Folge dessen wird das Herz- Kreislaufsystem gesteigert, was zu einem erhöhten Blutdruck und einer Steigerung der Herz- und Atemfrequenz führt[16]. Eine erhöhte Schweißreaktion, sowie die Reduktion der Magen- Darmtätigkeit sind ebenso eine Folge davon.

Im Allgemeinen kann gesagt werden, dass hier eine Energiemobilisierung stattfindet, denn der Organismus wird durch die Stressreaktion innerhalb kürzester Zeit optimal darauf vorbereitet umso einer eventuellen Gefahr durch Flucht zu begegnen

Bei chronischem Stress allerdings, kann dieses ,,Schutzverhalten“ des Körpers jedoch ins Gegenteilige umschwingen. Dann führt dauerhafter Stress zu einer Erhöhung der Cortisolwerte, woraufhin das Immunsystem immens geschwächt wird und Erkrankungen wie Bluthochdruck bis hin zum Herzinfarkt sind dann möglich[17].

4. Muskuläre Ebene

Auf der muskulären Ebene sind diejenigen Bereiche betroffen, welche einer willkürlichen Kontrolle unterliegen. Gerät also der Mensch in eine Stresssituation, so wird die gesamte Muskulatur angespannt und man ist quasi bereit die Flucht bei Gefahr zu ergreifen. Dieses ,,sprungbereitsein“ haben wir von unseren Vorfahren vererbt bekommen, da dieses bei ihnen lebensnotwendig war. Sicher ist eine Fluchtreaktion in unserem normalen Alltag nicht von Nöten, dennoch ist der Impuls vorhanden.

Der Körper reagiert darauf mit Zittern, Rücken- und/oder Nackenschmerzen, starre Mimik, Fußwippen, Zucken, etc.[18]

Wir sehen also, dass Stressoren mit unterschiedlicher Wirkung auf jede der vier Ebenen Reaktionen hervorrufen und sich auch gegenseitig beeinflussen können. Und je nach individueller Schwachstelle sind die Reaktionen auf der jeweiligen Ebene besonders intensiv wahrnehmbar.

V. Burn Out

In diesem Kapitel erläutere ich die wohl am meisten verbreitete ,,Krankheit“, die im Studium auftritt: Das Burn-out Syndrom. Doch bevor ich explizit auf Burn-out im Studium eingehe, möchte ich vorweg eine Begriffserklärung anbringen, bevor ich auf die Symptome, den Krankheitsverlauf und eventuelle Ursachen eingehe.

1. Begriffserklärung

Der Begriff ,,Burn-out“ ist in der Fachwelt noch nicht sehr lange vertreten. Eine terminologische Einführung erfolgte im Jahre 1974 durch den amerikanischen Psychoanalytiker Herbert Freudenberger, welcher auffällig häufige Zusammenbrüche bei Mitarbeitern in Drogenkliniken beobachtet hatte. Der eigentliche Ursprung des Begriffes kommt aus dem Englischen von ,,to burn out“ und bedeutet übersetzt ,,ausbrennen“. Genau hier entsteht schon ein Problem, denn da dieser Begriff aus dem umgangssprachlichen Gebrauch abgeleitet wurde, stellt er keine medizinische Diagnose dar.

Es gibt zwar einige Definitionsansätze, die eben auch über die typischen Kernelemente wie körperliche und mentale Erschöpfung, sowie Entfremdung, etc. beinhalten, dennoch gibt es keine einheitliche wissenschaftliche Definition des Begriffes[19].

Dennoch gibt es eine Begriffsbestimmung, welche als die sicherste gilt. Diese ,,Arbeitsdefinition von Schaufeli und Enzmann“ lautet wie folgt:

,,Burnout ist ein dauerhafte, negativer, arbeitsbezogener Seelenzustand ,,normaler“ Individuen. Er ist in erster Linie von Erschöpfung gekennzeichnet, begleitet von Unruhe und Anpassung (distress), vom Gefühl verringerter Effektivität, gesunkener Motivation und der Entwicklung disfunktionaler Einstellung und Verhaltensweisen bei der Arbeit. Diese psychische Verfassung entwickelt sich nach und nach, kann dem betroffenen Menschen aber lange unbemerkt bleiben. Sie resultiert aus einer Fehlpassung von Intentionen und Berufsrealität. Burnout hält sich wegen ungünstiger Bewältigungsstrategien, die mit dem Syndrom zusammenhängen, oft selbst aufrecht“ (Burisch, M., 2010, S.19)[20].

Selbstverständlich gibt es noch eine Füll an Definitions-, und Theorie-Ansätzen, doch dies soll nur ein kurzer Überblick sein und eine so weitgreifende Aufzählung würde den Rahmen einer wissenschaftlichen Hausarbeit sprengen.

2. Symptomatik und Ursachen

So uneinheitlich die Definitionsansätze sind, so vielfältig sind auch die Symptome für dieses ,,ausgebrannt“ sein. Burisch erstellte eine hilfreiche Übersicht über alle Symptome des Burnout. Heraus kam eine Liste die über 130 Symptomatiken enthielt. Diese wurde daraufhin in sieben Kategorien aufgeteilt, die somit eine gute Übersicht über das Krankheitsbild ,,Burnout“ verschaffen. Im folgenden werden diese Kategorien nun einzeln aufgezählt und Auszüge darauf genannt.

- Kategorie 1: Neben dem Auftreten von Warnsymptomen, geht zudem ein erhöhter Energieeinsatz einher wie Hyperaktivität, Gefühl der Unentbehrlichkeit, etc., sowie Erschöpfungszustände, bei denen der Betroffene nicht mehr abschalten kann und dementsprechend Energielos und unausgeglichen ist.

- Kategorie 2: Hier kommt es zu einem verminderten Engagement der Person gegenüber seiner Umwelt. Der Patient zieht sich bis zur völligen Isolierung zurück und wahren diese Distanz. Gegenüber ihren Mitmenschen geben sie sich distanziert, kalt, emotionslos und zynisch und verlieren so recht schnell die letzten sozialen Kontakte. Auch die Motivation zur arbeiten nimmt ab und man entwickelt negative Gefühle für diese. Die zu verrichtende Arbeit wird als überdrüssig und nichtig empfunden. In dieser Phase kann zudem hinzukommen, dass der Patient vermehrte Fehlzeiten hat, was bis zur Kündigung bzw. bis zur Exmatrikulation aus dem Studium ausarten kann.

- Kategorie 3: In der dritten Kategorie kommt es zu Gefühls- und Emotionsausbrüchen. Schuldzuweisungen und Vorwürfe werden gemacht, ob dem Studium/ der Arbeit gegenüber, oder dem sozialen Umfeld. Hier lassen sich auch sprunghafte Launen beobachten. Gerade eben noch positiv mit Gefühlen behaftet, kann dies innerhalb weniger Minuten in ein aggressives und distanziertes Verhalten umschwenken. Launenhaftigkeit und Negativismus sind hier an der Tagesordnung.

- Kategorie 4: Diese Kategorie gilt dem Abbau. Nicht nur die Leistungs-, und Konzentrationsfähigkeit lässt rapide nach; auch die Gedächtnisleistung sinkt auf ein Minimum. So kann kommt es bei Klausuren im Studium, trotz hohen Lernaufwandes dazu, dass man sogenannte ,,Black Outs“ bekommt.

- Kategorie 5: Hier kommt es zu einer sogenannten ,,Verflachung“, also einer gewissen Gleichgültigkeit hinsichtlich des emotionalen Lebens. Das soziale Leben wird eingeschränkt und die Patienten ziehen sich in die komplette Isolierung zurück. Außenstehende empfinden denjenigen zumal oft als ,,gelangweilt“ oder auch ,,desinteressiert“.

- Kategorie 6: In dieser Phase sind vor allem Psychosomatische Reaktionen primär. Das Immunsystem ist geschwächt und die Betroffenen werden häufig krank. Ferner leiden sie meist unter Schlafstörungen, Rücken-, und Nacken-, und Kopfschmerzen, Herzrasen, Atembeschwerden und Verdauungsstörungen. Viele begegnen diesen Tatsachen dann mit erhöhtem Drogen-, und Alkoholkonsum. Aber auch der Kaffee-, und Zigarettenkonsum kann sich erhöhen.

- Kategorie 7: Der Betroffene ist nun in der Endstufe des Burnouts und zugleich in der schlimmsten. Der Verzweiflung. In dieser Phase ist man dem Leben gegenüber komplett negativ eingestellt. Gepaart mit schier unfassbarer Traurig-, und Hoffnungslosigkeit wird dies bei manchen Betroffenen zu einem gefährlichen Mix. Suizidgefährdung und Selbstverletzung spielt hier eine sehr große Rolle.

Trotz all dieser Symptome, darf man nicht vergessen, dass diese niemals auf alle Betroffenen anzuwenden sind und es keine zwingenden Beschwerden gibt, die das Burnout bedingen. Vielmehr basieren diese Symptomatiken auf individuelle Persönlichkeitsfaktoren, Rahmenbedingungen des sozialen und arbeitstechnischen Umfeldes und der Organisation[21].

Viele Wissenschaftler sehen daher die Ursache von Burnout in der Organisation. Meslach, Schaufeli und Leiter sehen dabei insbesondere das ,,Missverhältnis zwischen Mensch und Arbeit[22] “ und beschreiben dazu sechs Faktoren:

Arbeitsüberlastung

Mangel an Kontrolle

Unzureichende Belohnung

Zusammenbruch der Gemeinschaft

Fehlen an Fairness

Widersprüchliche Werte

Man könnte dies dann wie folgt interpretieren. Die Leistungsanforderungen im Studium an die Studenten sind auch aufgrund des internationalen Wettbewerbs zwischen den einzelnen Universitäten immens gestiegen. Studierende merken das daran, dass die Studiengänge komplexer, das Studium intensiver und Zeitaufwändiger wird. Ebenso wird der Leistungsdruck immer stärker, dieser wird verstärkt durch den finanziellen Druck, da man gerade mit BAföG gezwungen ist, in der Regelstudienzeit zu studieren. Zudem ist es inzwischen fast unmöglich einen Nebenjob während des Studiums anzunehmen OHNE die Regelstudienzeit einzuhalten. Dieser ganze Druck kann früher oder später zu einer Überlastung führen.

Der Mangel an Kontrolle kann hierbei allerdings nicht auf alle Studienforman angewendet werden. Aber gerade bei den Studiengängen mit Staatsexamen (Medizin, Jura, etc.) ist dies ein Thema. Durch persönliche Erfahrung kann ich sagen, dass man in dieser Studienart untergeht. Eine Leistungskontrolle findet, außerhalb der Klausuren, nicht statt. Trotz allem muss man sehr viel Zeit in das aufarbeiten des Stoffes investieren, wofür man auch gerne eine Anerkennung haben würde, ob einen Motivationsschub zu bekommen. Doch man ist hier allein auf weiter Flur. Der Einzelne zählt in diesem Falle nichts, dass lassen einen auch die Dozenten spüren. Diese halten ihr Pensum strikt ein. Wer da nicht mitkommt hat im wahrsten Sinne des Wortes Pech. Infolgedessen sinkt die Motivation und das Gefühl der Unzufriedenheit kommt auf.

Hieran schließt sich dann der vierte Faktor, der Zusammenbruch der Gemeinschaft. Das soziale Umfeld in dem man sich als Student bewegt und die damit verbundenen persönlichen Beziehungen werden radikal eingeschränkt und immer weniger aufgebaut, trotz fehlendem Gemeinschaftsgefühl. Viele Kommilitonen und Freunde wenden sich infolgedessen ab, was aber ein Fehler ist. Denn genau auf diesen Halt sind die Betroffenen angewiesen um aus der Spirale des Burnouts wieder rauszukommen.

Der nächste Punkt ist das Fehlen von Fairness. Hierbei kommt es nicht auf den Studiengang an, sondern kann vielerlei Faktoren haben. Hier kann es sein, dass der Student seitens der Uni zermürbt wird, da er Bsp. An zwei Universitäten studiert bzw. das Nebenfach an einer anderen Universität belegen muss und diese ihm aufgrund des Hauptfaches an einer Schwesternuniversität die Belegung von Seminaren verweigert. Ein weiteres persönliches Beispiel wäre das offene Geheimnis der sog. Gauß´schen Kurve, an der nur allzu viele Studenten scheitern. In persönlicher Hinsicht war dies im Falle des Jurastudiums der Grund des Scheiterns.

Hier werden Studenten systematisch selektiert, da der Jura Studiengang an dieser Universität zulassungsfrei war, sie aber nicht genügend Platz für all die Studienanfänger aufbringen konnten.

Dies waren nun nur einige Beispiele für die Ursachen von Burnout. Selbstverständlich gibt es auch hier noch eine Füller Weiterer Gründe wie bsp. Emotionale Instabilität, geringe Leistungsfähigkeit, Perfektionismus, labile Selbstbild und der Familienstand.

[...]


[1] Litzcke, Sven; Schuh, Horst: Umgang mit Leistungs- und Zeitdruck Belastungen im Beruf meistern mit Fragebögen, Checklisten, Übungen; Stress, Mobbing, Burn-out am Arbeitsplatz. Berlin/Heidelberg, 2010. S. 7.

[2] Geiger, Ingrid Katharina; Romano, Roger; Gubelmann, Josef; Badertscher, Kurt; pifko, Clarisse: Projektmanagement- Zertifizierung nach IPMA (3.0)- Ebenen D und C; Grundlagen und Kompetenzelemente, Methoden und Techniken mit zahlreichen Beispielen. 2009, Merenschwand. S. 291.

[3] Kretschmann, Rudolf: Stressmanagement für Lehrerinnen und Lehrer zitiert hier Seyle 1983, S. 38.

[4] Wendt, Anja: Anwendung von Anti-Stress-Strategien in der Erwachsenenbildung. Hamburg, 2010. S. 11.

[5] Gert, Prof. Dr. Kaluza : Stressbewältigung; Trainingsmanual zur psychologischen Gesundheitsförderung. Heidelberg, 2005. S. 13.

[6] Geiger, Ingrid Katharina; Romano, Roger; Gubelmann, Josef; Badertscher, Kurt; pifko, Clarisse: Projektmanagement- Zertifizierung nach IPMA (3.0)- Ebenen D und C; Grundlagen und Kompetenzelemente, Methoden und Techniken mit zahlreichen Beispielen. 2009, Merenschwand. S. 290.

[7] Gert, Prof. Dr. Kaluza : Stressbewältigung; Trainingsmanual zur psychologischen Gesundheitsförderung. Heidelberg, 2005. S. 14.

[8] Ebd. S. 27.

[9] Fabry, Dr. Götz; URL: http://www.mps.uni-freiburg.de/lehre/medpsych/vorl/stress.pdf (Stand: 24.08.2013).

[10] Gert, Prof. Dr. Kaluza : Stressbewältigung; Trainingsmanual zur psychologischen Gesundheitsförderung. Heidelberg, 2005. S. 15 ff.

[11] Steinbach, Herlinde: Gesundheitsförderung, 2. Auflage. Wien, 2007. S. 96 ff.

[12] Stangl, Werner: URL: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/STRESS/Stresstheorien.shtml (Stand: 24.08.2013).

[13] Dannheiser, Stefan; Distelmann, David; Lippert, Sabrina; Einhellig, Bettina: Risikofaktor Stress, Norderstedt 2013. S. 16.

[14] Ebd. Vergleichen hier Kaluza. 1996, S.20.

[15] Ebd.

[16] Vgl. Kaluza, 1996, S.20.

[17] Prof. Dr. med. Peseschkian, Nossrat: Was haben Sie auf dem Herzen? Stuttgart, 2005 . S. 19.

[18] Dannheiser, Stefan; Distelmann, David; Lippert, Sabrina; Einhellig, Bettina: Risikofaktor Stress, Norderstedt 2013. S. 17 ff.

[19] Lövelt, Kirsten: Burnout; Die Entwicklung einer ausgebrannten Gesellschaft. Modediagnose oder ernstzunehmendes Problem?. Berlin, 2013. S. 5.

[20] Ebd. S.5 ff.

[21] Kaiser, Stephan; Ringstetter,Max: Work-Life Balance. Berlin/ Heidelberg, 2010. S. 105ff.

[22] Ebd. Zitiert hier Maslach/Leiter, 2001, S. 41.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Ursachen und Folgen von Stress im Alltag. Wie kann Stress im Studium reduziert werden?
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
28
Katalognummer
V381278
ISBN (eBook)
9783668582293
ISBN (Buch)
9783668582309
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stressbewältigung, Stress, Stress im Studium
Arbeit zitieren
Melanie Schneider (Autor), 2013, Ursachen und Folgen von Stress im Alltag. Wie kann Stress im Studium reduziert werden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/381278

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