In dieser Arbeit soll es um die epochalen Gedanken sowie Vertreter der Aufklärungszeit gehen, aber auch im speziellen um Wilhelm von Humboldt, der mit seinen bildungstheoretischen Schriften als auch mit den von ihm eingeleiteten Reformen ein Wegbereiter für die neue Bildung war und dessen Gedanken noch heute zum Teil aktuell sind.
Darum lautet die Frage meiner Arbeit: Welche gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten machten es Humboldt und Ähnlichdenkenden möglich, ein neues Bildungssystem zu etablieren und welche bildungstheoretischen Grundsätze verfolgte Humboldt bei der Umsetzung?
Zur Beantwortung dieser Frage beziehe ich mich hauptsächlich auf Monografien, aber auch auf einen wissenschaftlichen Artikel von Wulf. Die Literatur zu dem Thema der Bildungspolitik im 18. und 19. Jahrhundert ist allgemein sehr umfassend und reicht von älteren bis hin zu aktuellen Arbeiten. Aufgrund der immerwährend angestrebten Verbesserung des Bildungssystems ist eine Weiterforschung auf dem Gebiet vorangegangener Systeme sehr wahrscheinlich.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zeit der Aufklärung
3. Wilhelm von Humboldt und seine pädagogischen Leitgedanken
4. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die epochalen bildungstheoretischen Gedanken der Aufklärung und des 19. Jahrhunderts mit einem besonderen Fokus auf das Wirken und die Reformen von Wilhelm von Humboldt. Dabei wird analysiert, welche gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen die Etablierung eines neuen Bildungssystems ermöglichten und welche bildungstheoretischen Prinzipien Humboldt dabei verfolgte.
- Die Entwicklung des Bildungswesens in der Epoche der Aufklärung
- Die pädagogische Bewegung des Philanthropismus und ihre Ziele
- Wilhelm von Humboldts Reformen des preußischen Schulwesens
- Die Bedeutung von Menschenbildung und Individualität bei Humboldt
- Die Verknüpfung von Bildung und Anthropologie
Auszug aus dem Buch
3. Wilhelm von Humboldt und seine pädagogischen Leitgedanken
Wilhelm von Humboldt wurde am 22. Juni 1767 geboren. Er besuchte, wie die meisten Aristrokraten in dieser Zeit, nie eine öffentliche Schule. Trotzdem wurde er Anfang des 19. Jahrhunderts Reformer des öffentlichen Bildungs- und Erziehungswesens. Er studierte in Frankfurt und Göttingen Jura. 1791 heiratete er Caroline von Dacheröden, mit der er eine glückliche Ehe führte. Er tritt außerdem als Referendar in den Staatsdienst ein. 1809 wird er zum Direktor der Sektion für Kultus und Unterricht im preußischen Innenministerium ernannt. In dieser Zeit verfasste er Schulpläne, Berichte an den König, aber auch Anträge zur Gründung der Universität Berlin. Allerdings reichte Humboltd bereits 1810 ein Entlassungsgesuch ein, das vom preußischen König genehmigt wurde. Der König beabsichtige ihn als Gesandten nach Wien zu schicken.
Auf seiner Reise nach Paris, kurz nach Beendigung seines Studiums, konnte er Zeuge der Französischen Revolution werden. Von diesem Erlebnis wurde er stark nachhaltig beeinflusst. Nachdem er 1791 bereits wieder aus dem Staatsdienst ausschied, begann er sich mit der Bedeutung der Französischen Revolution für Preußen zu beschäftigen. Zwischen 1794 und 1795 arbeitete er am Grundriss seiner Bildungtheorie. Später folgten dann sprachphilosophische und –wissenschaftliche Arbeiten. Seine bildungstheoretischen Schriften wurden allerdings erst so spät veröffentlicht, dass sie auf die Entwicklung der Pädagogik nur kurzen Einfluss hatten. Obwohl man Humboldts Bildungstheorie als eine Art Lebenslehre bezeichnen könnte, enthielt sie keinerlei schulpädagogische Absichten. Denn er hatte sich nie auch nur ansatzweise pädagogisch gebildet noch hatte er je die Absicht gehabt ein bildungspolitisches Amt zu übernehmen. Nachdem er 1809 aus Rom zurückkehrte, berief man ihn zum Geheimen Staatsrat und Direktor der Sektion des Kultus und des Unterrichts im Preußischen Innenministerium. Aus diesem Grund lässt sich behaupten, dass Humboldt der erste Kultusminister in Preußen war.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die bildungspolitische Situation des 18. und 19. Jahrhunderts ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Rahmenbedingungen und Grundsätze von Humboldts Reformen.
2. Zeit der Aufklärung: Dieses Kapitel beleuchtet die bildungstheoretischen Entwicklungen der Aufklärung, den Philanthropismus sowie die staatlichen Bestrebungen, durch allgemeine Volksbildung den Fortschritt und die Wirtschaft zu fördern.
3. Wilhelm von Humboldt und seine pädagogischen Leitgedanken: Hier werden die Biografie, die Bildungstheorie und die konkreten Reformschritte Humboldts im preußischen Bildungswesen sowie die anthropologische Fundierung seiner pädagogischen Ideen analysiert.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie stark die Aufklärung und das Wirken von Humboldt die moderne allgemeine Menschenbildung geprägt haben und reflektiert über den damaligen gesellschaftlichen Wandel.
Schlüsselwörter
Aufklärung, Bildungssystem, Wilhelm von Humboldt, Philanthropismus, Menschenbildung, Schulpädagogik, Bildungsreform, Preußen, Anthropologie, Individualität, Volksbildung, Reformen, Erziehungstheorie, Bildungspolitik, Staatlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung des Schulsystems im 19. Jahrhundert vor dem Hintergrund der aufklärerischen Bildungsgedanken.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind der Wandel des Bildungswesens, der Philanthropismus, die Bedeutung der Aufklärung für die Schulpolitik und die Bildungsreformen von Wilhelm von Humboldt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu ergründen, welche politischen Umstände es ermöglichten, neue Bildungssysteme zu etablieren, und welche Prinzipien Humboldt dabei leitete.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, wobei vornehmlich Monografien und wissenschaftliche Fachartikel herangezogen wurden, um die bildungstheoretischen und historischen Zusammenhänge aufzuarbeiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Aufklärungsepoche und eine tiefgehende Analyse von Humboldts Leben, seinen Schriften, seinen Reformplänen und seiner anthropologischen Sicht auf Bildung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Aufklärung, Philanthropismus, Menschenbildung, Preußische Reformen, Wilhelm von Humboldt und pädagogische Anthropologie.
Warum spielt die Anthropologie in Humboldts Theorie eine so wichtige Rolle?
Humboldt sah Bildung als eine unendliche Aufgabe zur Perfektionierung des Individuums; durch anthropologische Beobachtung wollte er Bildung besser an die individuellen Bedürfnisse des Menschen anpassen.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der Bildung im 19. Jahrhundert?
Die Autorin stellt fest, dass die Intention einer allgemeinen Menschenbildung sehr fortschrittlich war, gleichzeitig aber auch ökonomische Interessen des Staates und soziale Schichtung innerhalb des Bildungssystems eine große Rolle spielten.
- Arbeit zitieren
- Doreen Miersch (Autor:in), 2011, Das Schulsystem im 19. Jahrhundert. Humboldt und das Bildungssystem in der Zeit der Aufklärung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/381363