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Das Imparitätsprinzip und seine Stellung im deutschen Handelsrecht

Titel: Das Imparitätsprinzip und seine Stellung im deutschen Handelsrecht

Masterarbeit , 2016 , 84 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Elvira Peters (Autor:in)

BWL - Handel und Distribution
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Schon seit Jahrhunderten dienen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) als Grundpfeiler des Handelsrechts. Sie vervollständigen die Einzelvorschriften, dienen dazu, etwaige Regelungslücken des Bilanzrechts zu schließen und bieten dem Bilanzierenden im Zweifel eine Entscheidungsgrundlage.

Ein GoB mit langer Tradition ist das Imparitätsprinzip. Dieses verlangt, dass Gewinne erst zum Zeitpunkt ihrer tatsächlichen Realisierung erfasst werden, während für die Bilanzierung der Risiken und Verluste der Zeitpunkt ihrer Vorhersehbarkeit und Verursachung entscheidend ist.

Elvira Peters unternimmt in dieser Publikation eine kritische Analyse jenes Grundsatzes in Hinblick auf seine gegenwärtige Stellung im deutschen Handelsrecht. Die Autorin geht dabei auch der Frage nach, welche Tendenzen und Auswirkungen sich aus den letzten Gesetzesänderungen auf die Stellung und weitere Entwicklung des Imparitätsprinzips ableiten lassen.

Aus dem Inhalt:

- Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung;
- Handelsrecht;
- Imparitätsprinzip;
- Niederstbewertung;
- Jahresabschluss.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitorische Grundlagen

2.1 Begriff der GoB

2.2 Zwecke des Jahresabschlusses

2.3 Grundsatz des Imparitätsprinzips

2.4 Auslegung des Imparitätsprinzips

2.4.1 Verlustantizipationsprinzip

2.4.2 Vorhersehbare Risiken und Verluste

3 Imparitätsprinzip im System der GoB

3.1 Imparitätsprinzip im GoB-System nach Leffson und Moxter

3.2 Imparitätsprinzip im GoB-System nach Beatge

4 Ausprägungen des Imparitätsprinzips

4.1 Niederstwertprinzip im Anlagevermögen

4.1.1 Beizulegender Wert

4.1.1.1 Wiederbeschaffungswert

4.1.1.2 Ertragswert

4.1.1.3 Einzelveräußerungswert

4.1.1.4 Teilwert

4.1.2 Wertminderungsdauer

4.1.2.1 Abnutzbare Vermögensgegenstände

4.1.2.2 Nicht abnutzbare Vermögensgenstände

4.1.2.3 Finanzanlagen

4.2 Niederstwertprinzip im Umlaufvermögen

4.2.1 Börsenpreis und Marktpreis

4.2.2 Beizulegender Wert

4.2.3 Problematik des relevanten Bewertungsmarktes

4.2.3.1 Meinungsstand in der Literatur

4.2.3.2 Beurteilung im Hinblick auf das Imparitätsprinzips

4.3 Höchstwertprinzip

4.3.1 Höchstwertprinzip für Verbindlichkeiten

4.3.2 Höchstwertprinzip für Rückstellungen

4.4 Drohverlustrückstellungen

4.4.1 Schwebendes Geschäft

4.4.1.1 Definition und Bilanzierungsgrundsatz

4.4.1.2 Schwebezustand

4.4.1.3 Arten der schwebenden Geschäfte

4.4.2 Drohender Verlust

4.4.2.1 Abgrenzung des Saldierungsbereichs

4.4.2.2 Bewertung – der Erfüllungsbetrag

5 Beurteilung der gesetzlichen Reformen auf die Stellung des Imparitätsprinzips

6 Zusammenfassung und abschließende Beurteilung

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit besteht in einer kritischen Analyse des Imparitätsprinzips hinsichtlich seiner gegenwärtigen Bedeutung und Anwendung im deutschen Handelsrecht, insbesondere unter Berücksichtigung der Einflüsse durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG). Die Forschungsfrage zielt darauf ab, Tendenzen und Auswirkungen der jüngsten gesetzlichen Änderungen auf die zukünftige Entwicklung dieses fundamentalen Rechnungslegungsgrundsatzes zu identifizieren.

  • Grundlagen des Imparitätsprinzips und Einordnung in das System der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB)
  • Analyse des Niederstwertprinzips im Anlage- und Umlaufvermögen
  • Untersuchung des Höchstwertprinzips bei Verbindlichkeiten und Rückstellungen
  • Kritische Würdigung der Drohverlustrückstellungen bei schwebenden Geschäften
  • Bewertung des Einflusses internationaler Rechnungslegungsstandards auf die nationale Bilanzierungspraxis

Auszug aus dem Buch

4.1 Niederstwertprinzip im Anlagevermögen

Das Niederstwertprinzip kommt als Wertkorrektur bei der Folgebewertung der Vermögensgegenstände zum Einsatz. Es schreibt vor, Vermögensgegenstände in der Bilanz mit einem niedrigeren Wert, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist, fortzuführen. Demnach sind die Buchwerte mit dem aktuellen Stichtagswert zu vergleichen. Liegt der aktuelle Stichtagswert unter den (ggf. fortgeführten) Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten (AHK), ist je nach Art des Vermögensgegenstandes und der Dauer der Wertminderung ggf. eine Wertkorrektur im Rahmen einer außerplanmäßigen Abschreibung erforderlich.

Nach der Vorschrift des § 252 Abs. 3 S. 5 HGB sind sowohl abnutzbare als auch nicht abnutzbare Vermögensgegenstände des Anlagevermögens bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung außerplanmäßig abzuschreiben, „um diese mit einem niedrigeren Wert anzusetzen, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist.“ Diese Regelung gilt als eine gemilderte Form des Niederstwertprinzips, da hiernach eine Wertkorrektur – im Gegensatz zum Umlaufvermögen – erst bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung geboten ist.

Im Zuge des Bilanzmodernisierungsgesetzes wurde das bisherige Abschreibungswahlrecht für Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände bei einer vorübergehenden Wertminderung gestrichen. Lediglich für Finanzanlagen räumt der Gesetzgeber ein Wahlrecht gem. § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB ein. Folglich wurde das ehemals aufgrund des § 279 HGB a.F. nur für Kapitalgesellschaften und haftungsbeschränkte Personenhandelsgesellschaften geltende Abschreibungsverbot bei einer vorübergehenden Wertminderung (Finanzanlagen ausgenommen) auf alle Kaufleute ausgedehnt. Als Begründung dafür führt der Gesetzgeber eine Verringerung des bisherigen bilanzpolitischen Gestaltungspotenzials sowie eine bessere Vergleichbarkeit der handelsrechtlichen Abschlüsse an. In der Literatur wird das Abschreibungsverbot bei einer vorübergehenden Wertminderung auch mit dem Zweck des Anlagevermögens gerechtfertigt, welches dazu bestimmt ist, der Unternehmung dauerhaft zu dienen und im Unternehmen zu verbleiben. Somit gleichen sich vorübergehende Wertminderungen bis zum Abgang des Vermögensgegenstandes wieder aus und bedürfen keiner außerplanmäßigen Abschreibung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Bedeutung des Imparitätsprinzips als tragende Säule des Handelsbilanzrechts und definiert das Ziel der kritischen Analyse im Kontext aktueller Gesetzesreformen.

2 Definitorische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung, die Zwecke des Jahresabschlusses und die theoretische Fundierung des Imparitätsprinzips als Verlustantizipationsprinzip.

3 Imparitätsprinzip im System der GoB: Es wird die Systematisierung des Prinzips innerhalb der GoB-Systeme nach Leffson, Moxter und Beatge dargestellt, wobei der Schwerpunkt auf dessen Rolle für die Kapitalerhaltung liegt.

4 Ausprägungen des Imparitätsprinzips: Das umfangreichste Kapitel analysiert detailliert die praktische Anwendung des Niederstwertprinzips, des Höchstwertprinzips sowie der Drohverlustrückstellungen.

5 Beurteilung der gesetzlichen Reformen auf die Stellung des Imparitätsprinzips: Hier erfolgt eine kritische Würdigung, ob und wie das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) und weitere Reformen das Imparitätsprinzip beeinflusst haben.

6 Zusammenfassung und abschließende Beurteilung: Abschließend werden die zentralen Ergebnisse der Analyse resümiert und die Bedeutung des Imparitätsprinzips als Pfeiler des Gläubigerschutzes hervorgehoben.

Schlüsselwörter

Imparitätsprinzip, Handelsrecht, GoB, BilMoG, Niederstwertprinzip, Höchstwertprinzip, Drohverlustrückstellung, Kapitalerhaltung, Gläubigerschutz, Verlustantizipation, Jahresabschluss, Bilanzierung, Bewertung, Wertminderung, Verbindlichkeiten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Stellung und Anwendung des Imparitätsprinzips im deutschen Handelsrecht, insbesondere vor dem Hintergrund seiner Funktion für den Gläubigerschutz und der Auswirkungen aktueller gesetzlicher Reformen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen der GoB, die Ausprägungen des Prinzips durch das Niederstwert- und Höchstwertprinzip sowie die bilanzielle Behandlung drohender Verluste aus schwebenden Geschäften.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist eine kritische Analyse, ob die zunehmende internationale Standardisierung und das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz die Bedeutung des Imparitätsprinzips als Grundpfeiler des deutschen Bilanzrechts schwächen oder verändern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene Systematisierungsansätze der GoB vergleicht und die gesetzlichen Vorschriften sowie deren Auslegung im Fachschrifttum kritisch beleuchtet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die systematische Einordnung des Prinzips, die detaillierte Analyse seiner konkreten Ausprägungen (Niederst-/Höchstwertprinzip, Rückstellungen) und die Beurteilung der gesetzlichen Neuregelungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Imparitätsprinzip, Kapitalerhaltung, Gläubigerschutz, Niederstwertprinzip, Drohverlustrückstellung und Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG).

Warum ist das Niederstwertprinzip im Umlaufvermögen "streng" und im Anlagevermögen "gemildert"?

Das strenge Niederstwertprinzip im Umlaufvermögen zwingt zur Abwertung auf den niedrigeren Stichtagswert unabhängig von der Dauer der Wertminderung, da diese Gegenstände für den Verbrauch oder Verkauf bestimmt sind. Im Anlagevermögen ist die Abwertung nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung geboten, da die Vermögensgegenstände langfristig dem Geschäftsbetrieb dienen.

Was ist die Problematik der "doppelten Maßgeblichkeit" bei Vorräten?

Die Diskussion dreht sich darum, ob für die Ermittlung des beizulegenden Werts der Beschaffungsmarkt (Wiederbeschaffungskosten) oder der Absatzmarkt (retrograde Bewertung) heranzuziehen ist, wobei der Großteil der Literatur für eine absatzmarktorientierte Bewertung plädiert, um eine korrekte Verlustantizipation zu gewährleisten.

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Details

Titel
Das Imparitätsprinzip und seine Stellung im deutschen Handelsrecht
Hochschule
Universität Kassel  (Wirtschaftswissenschaften)
Note
1,3
Autor
Elvira Peters (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
84
Katalognummer
V381396
ISBN (eBook)
9783668630567
ISBN (Buch)
9783960951827
Sprache
Deutsch
Schlagworte
GoB Imparitätsprinzip Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung Niederstwertprinzip Höchstwertprinzip Rückstellungen Drohverlustrückstellungen Zwecke des Jahresabschlusses Verlustantizipationsprinzip GoB-System Beizulegender Wert Schwebendes Geschäft BilMoG BilRUG Jahresabschluss
Produktsicherheit
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Arbeit zitieren
Elvira Peters (Autor:in), 2016, Das Imparitätsprinzip und seine Stellung im deutschen Handelsrecht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/381396
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