Kompetenzen. Von der Entwicklung bis zur Überprüfung


Hausarbeit, 2012
15 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kompetenz- Ein (historischer) Abriss über die Entstehung des Begriffes . . .

3. Bedeutung und Missverständnis

4. Der Siegeszug ?

5. Ab wann ist „man“ kompetent?

6. Von der Theorie in die Praxis - Der Begriff „Kompetenz“ in der (beruflichen) Ausbildung

7. Schlusswort

8. Partikulare Gegenüberstellung zweier Ausbildungsrahmenpläne

9. Quellen- und Literaturverzeichnis

10. Abbildungsnachweise

1. Einleitung

Der Kompetenzbegriff unterliegt seit seiner Einführung in der Pädagogik ständigen Diskussionen. Die einen möchten “Kompetenzen“ so schnell wie möglich und grundsätzlich deutschlandweit einführen, die anderen wiederrum so schnell es geht völlig aus der Pädagogik verdammen. Dabei liegen die Ursachen für den Disput oftmals überhaupt nicht in dem eigentlichen Ziel, welches mit Hilfe des Kompetenzbegriffes erreicht werden soll, sondern in einer nicht einheitlichen Auffassung, was dieser Begriff eigentlich aussagen soll. Dabei geht es nicht nur um die allgemein anerkannte Differenzierung zwischen diversen sogenannten Schlüsselkompetenzen, wie zum Beispiel die soziale Kompetenz oder Methodenkompetenz, sondern viel mehr um den eigentlichen Bedeutungszusammenhang. In letzter Konsequenz hat sich der Kompetenzbegriff allerdings in den letzten Jahren, sowohl im schulischen und universitären Bereich, als auch in der Erwachsenenbildung durchgesetzt. Dabei kam es jedoch auch immer wieder zu der Frage, wie denn solche erlernten Kompetenzen zu überprüfen seien oder ab wann man denn eigentlich als kompetent gilt.

Diese Hausarbeit möchte in dem ihr zur Verfügung stehenden Rahmen diese Punkte näher beleuchten. Insbesondere möchte sie dabei den Kompetenzbegriff und seine “Entstehung“ auch, oder gerade in der Erwachsenbildung diskutieren, sowie der Frage nachgehen, wie es möglich ist Kompetenzen zu überprüfen und wo hierbei Grenzen liegen.

Was diese Arbeit aufgrund ihres beschränkten Umfanges nicht zu leisten vermag, ist eine exakte Historie der Genese dieses Begriffes sowie einen Gesamtüberblick über den bis heute gelungen Einzug des Begriffes im Lehren und Lernen. Weiter ist eine präzise Definition des Begriffes “Kompetenz“ schon im nsatz zum Scheitern verurteilt. Genau diese Definition ist ja schon seit Jahren äußerst umstritten. Vielmehr möchte diese Arbeit auf einen interessanten Wandel, der mit der Einführung des Begriffs in der Pädagogik stattgefunden hat, aufmerksam machen und zum weiteren Nachforschen anregen.

Die Forschungslage über dieses Thema ist nicht nur äußerst umfangreich, sondern daneben auch noch absolut aktuell. So sind Arbeiten von der Geschichte des Begriffes1 bis zu Erfahrungsberichten2 über den Einsatz des Kompetenzbegriffes in jedem möglichen Bereich der Pädagogik zu finden. Nicht zuletzt darin zeigt sich bereits wie weit dieser Ausdruck gefasst, interpretiert und letztlich auch verwendet wird.

2. Kompetenzen - Ein (historischer) Abriss über die Entstehung des Begriffs

Die Entwicklung des Kompetenzbegriffes sei nach Vonken an der Erwachsenenbildung der letzten 50 Jahre deutlich zu sehen.3 Bereits die Arbeitsgemeinschaft Qualifikations- und Entwicklungsmanagement (QUEM) habe in den 1980er Jahren festgestellt, dass die Kompetenz zwar nicht exakt definierbar sei, aber, es sei auch gar nicht nötig dieses zu tun. Kompetenz sei eine Abgrenzung zur Qualifikation bei der die Selbstorganisationsfähigkeit des Menschen im Vordergrund stehe. Dazu kamen nach dem ersten Einbruch der Beschäftigungszahlen in den 1970er und der Forderung nach mehr beruflicher Flexibilität mit einem immer schneller werdenden und kaum vorhersehbaren Wandel der Ruf nach Weiterbildung zu übergeordneten “Schlüsselqualifikationen“ wie Teamfähigkeit, Selbständigkeit, lebenslanges Lernen, usw. um damit einen höheren Abstraktionsgrad als mit unmittelbaren Qualifikationen zu erreichen.

Um nach dem Mauerfall 1989 die dortigen Bürger nicht mit dem Begriff “Weiterbildung“ insofern abzuwerten, dass sie mit ihrer Ost-Bildung nicht genug gebildet seien, um mit dem westdeutschen kapitalistischen System mithalten zu können, fand speziell in der Erwachsenenbildung mit der “Qualitätsoffensive Ost“4 der Begriff “Kompetenzentwicklung“ seinen Einzug. Hier musste nicht nur eine klassische Weiterbildung stattfinden, sondern auch eine Einstellungsänderung bei den Betroffenen zum Verhältnis zwischen Lernen und Arbeit erfolgen. Dabei sollte gleichzeitig das markwirtschaftliche System vermittelt werden.

Der Kompetenzbegriff steht also nicht nur für die Anpassung an sich veränderndes Wissen, sondern hält auch Einzug in die Persönlichkeit des Betroffenen- Der Begriff geht somit über das eigentliche Lernen hinaus und stellt auch Anforderungen an die Entwicklung des Lernenden.

3. Bedeutung und Missverständnis

Einer der Gründe, warum der Begriff Kompetenzen bis heute so umstritten ist, findet sich wohl darin, dass sich über dessen Eingrenzung bis heute keine Einigung erreichen ließ. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen. Zum einen von “competens“ was mit “angemessen“ übersetzt werden kann und hier mehr die Kompetenz als Zuständigkeit für etwas definiert, zum anderen von “competere“ was in der deutschen Sprache etwa mit “Zusammentreffen“ zu definieren ist. Daraus leitete Wollersheim den konstitutiven Charakter des Begriffs ab. So argumentiert er, „Wenn die Erfordernisse der Situation mit dem individuellen Konglomerat von Fähigkeiten und Fertigkeiten “zusammentreffen" so besitzt er (der Mensch) also Kompetenz zur Bewältigung dieser Situation.“ (Wollersheim 1993: 89)5

Im DUDEN findet man unter Kompetenz: „den Sachverstand oder die Fähigkeit“6 (ferner noch die Zuständigkeit) etwas zu beherrschen bzw. zu können. Leider greift diese Definition gerade in der Pädagogik viel zu kurz. Allein in den einzelnen relativ nahen Fachdisziplinen wie der Erziehungswissenschaft oder der Arbeitswissenschaft gibt es schon einen differenten Bedeutungsgehalt von Kompetenz. Wird in der Erziehungswissenschaft unter diesem Begriff seit den frühen 1980er Jahren “Befähigung und Können“ darunter verstanden, sieht die Arbeitswissenschaft darin eine Kombination aus “Dürfen und Können“.7

Der Begriff ist vermutlich erstmals von dem Erziehungswissenschaftler Noam Chomsky aus dem Bereich der Linguistik in den allgemeinen Sprachgebrauch diffundiert. Dabei erlebte dieser Ausdruck bereits in dieser Fachdisziplin in den nächsten Jahren eine verwirrende Anzahl von Definitions- und Entwicklungsschritten,8 die nach Chomsky in einer Sprachkompetenz aus Wissen besteht, die einem Menschen erlaubt, Sprechsituationen zu bewältigen. Wohingegen Habermas den nächsten Schritt begeht und auch das Erzeugen von Sprachsituationen als eine Kombination von Kompetenzen durch Wissen und Sprechen postuliert. Dagegen sieht Baake die kommunikative Kompetenz darin den eigentlichen Sprechakt mit dem dazugehörigen Verhalten, also auch dem Non- Verbalen zu kombinieren. Nicht zuletzt ergänzt Geißler den linguistischen Kompetenzbegriff noch mit “Kritischer Kompetenz“, also der Fähigkeit Wissen zu verwenden und gegebenenfalls noch Kritik zu üben.

Alleine in diesem kurzen Beispiel ist gut zu erkennen, wie diffus dieser Begriff, je nach Standpunkt gesehen, eingeengt oder erweitert werden kann. In letzter Konsequenz kommt man heute zu einer Definition in der Kompetenz „zum einen9 ist, zum anderen findet man Unterteilungen in Unterkompetenzen. Speziell Geißler besteht noch auf den Einbau der Kritik bei seiner Auslegung und nennt 3 Punkte die seiner Auffassung nach Kompetenz ausmachen: 1. Wahrnehmung einer Situation, 2. Möglichkeiten ihrer Veränderung erkennen (bzw. diese zu kritisieren) und 3. die gesellschaftliche Eingebundenheit des Individuums erkennen.

In der Pädagogik definiert sich Handlungskompetenz in der Verbindung zwischen “Wissen und Können“, wobei Dietrich hier noch die Komponente “Wollen“ einführt und postuliert, Kompetenz wäre die „Einheit von Wissen, Wollen und Handeln“. Im Ergebnis bleibt also, das Kompetenz dazu führen soll, dass der kompetente Mensch mit der „Befähigung zur Bewältigung von Situationen“ ausgestattet ist. Genau dieses ist auch das Konzept der beruflichen Handlungskompetenz.10

[...]


1 Siehe z.B. Vonken, Matthias: Handlung und Kompetenz. Theoretische Perspektiven für die Erwachsenen- und Berufspädagogik, Wiesbaden 2005, S. 15-32.

2 Medienrechtlich verantwortlich: Dr. Burkhardt Krems, Professor a. D. für Public Management an der FH Bund, Brühl (www.blk-bonn.de/papers/forum-bildung/ergebnisse-fb-band03.pdf ) 17.September 2012.

3 Vonken, Matthias: Handlung und Kompetenz. Theoretische Perspektiven für die Erwachsenen- und Berufspädagogik, Wiesbaden 2005, S. 33-34.

4 Beschluss des Bundestags im Februar 1991 die Arbeitsmarktchancen der Bürger in den “Neuen Bundesländern“ mit weitreichenden Qualifizierungsmaßnahmen zu verbessern

5 Vonken, Matthias: Handlung und Kompetenz, Wiesbaden 2005, S. 17.

6 Duden: Die deutsche Rechtschreibung, 24 Auflage, Mannheim; Leipzig; Wien; Zürich, 2006, S. 593.

7 Vonken, Matthias: Handlung und Kompetenz, Wiesbaden 2005, S. 18.

Seite 5/15

8 Vgl. Vonken, Matthias: Handlung und Kompetenz. Theoretische Perspektiven für die Erwachsenenund Berufspädagogik, Wiesbaden 2005, S. 15-32.

9 Vonken, Matthias: Handlung und Kompetenz, Wiesbaden 2005, S. 24-25.

10 Haase, Klaudia: Kompetenz -Begriffe, Ansätze, Instrumente in der internationalen Diskussion, in: Kompetenzorientierung in der beruflichen Bildung / Monika Bethscheider [Hrsg.] 2011, S.51-65.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Kompetenzen. Von der Entwicklung bis zur Überprüfung
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik)
Veranstaltung
Seminar: Die Kompetenzorientierung im Bildungssystem
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
15
Katalognummer
V381406
ISBN (eBook)
9783668579484
ISBN (Buch)
9783668579491
Dateigröße
944 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kompetenzen
Arbeit zitieren
Frank Krause (Autor), 2012, Kompetenzen. Von der Entwicklung bis zur Überprüfung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/381406

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