Die Arbeit beschäftigt sich mit der Umsetzung der von der EU veröffentlichten CSR-Richtlinie 2014/95/EU in das deutsche HGB und analysiert den Regierungsentwurf "CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetz" des Gesetzgebers. Für eine kritische Beurteilung einer Umsetzung wurden Stellungnahmen verschiedener Institutionen diesbezüglich herangezogen. Ferner soll anhand von aktuellen Beispielen aufgezeigt werden, wie eine mögliche Anwendung in der Berichterstattung aussehen könnte.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung und Motivation
2 CSR Berichterstattungspflicht
2.1 Entwicklung der regulierten CSR-Berichterstattung
2.2 CSR-Richtlinie 2014/95/EU und ihre Zielsetzung
2.3 Die wichtigsten Änderungen durch die CSR-Richtlinie
2.4 Freiwillige anerkannte Rahmenwerke
2.4.1 Global Reporting Initiative
2.4.2 Deutscher Nachhaltigkeitskodex
3 Umsetzung der CSR-Richtlinie in Deutschland
3.1 Gesetzgebungsverfahren
3.2 Bestehende Vorschriften in Deutschland zur Berichterstattung
3.3 Analyse des Gesetzesvorschlages der Bundesregierung
3.3.1 Kreis der betroffenen Unternehmen
3.3.2 Inhalt der nichtfinanziellen Erklärung
3.3.3 Ort der nichtfinanziellen Erklärung
3.3.4 Prüfung der nichtfinanziellen Erklärung
4 Exemplarische Anwendung des Regierungsentwurfes
4.1 Anwendungsempfehlung der neuen Vorschriften in der Praxis
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Umsetzung der CSR-Richtlinie 2014/95/EU in deutsches Recht. Ziel ist es, den Gesetzesvorschlag der Bundesregierung zu analysieren, potenzielle Anwendungsprobleme für Unternehmen aufzuzeigen und die Praxistauglichkeit am Beispiel der Fußballbranche zu evaluieren.
- Analyse der gesetzlichen Anforderungen an die nichtfinanzielle Erklärung
- Bewertung des Anwenderkreises und möglicher Befreiungstatbestände
- Untersuchung der inhaltlichen Ausgestaltung und des Berichtsrahmens
- Praktische Anwendung der CSR-Vorschriften am Beispiel des Fußballs
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Kreis der betroffenen Unternehmen
Der neu eingeplante § 289b Abs. 1 HGB-E definiert den Kreis der verpflichteten Unternehmen und integriert eine neue Größenklasse für Kapitalgesellschaften. Danach müssen große Kapitalgesellschaften (gem. § 267 Abs. 3 HGB), die zusätzlich kapitalmarktorientiert sind und im Jahresdurchschnitt mehr als 500 Arbeitnehmer beschäftigen, die neue nichtfinanzielle Erklärung erstellen. Für die Konzernrechnungslegung gelten vergleichbare Vorschriften, wonach eine Kapitalgesellschaft ein kapitalmarktorientiertes Mutterunternehmen sein muss. Dessen, in den Konzernabschluss einzubeziehende, Unternehmen dürfen die größenabhängigen Befreiungen nach § 293 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 oder 2 HGB nicht erfüllen. Die durchschnittliche Anzahl von mehr als 500 Arbeitnehmern gilt dabei für den konsolidierten Konzern.
Als kapitalmarktorientiert gelten Kapitalgesellschaften, die ihre Wertpapiere an einem organisierten europäischen Markt ausgegeben oder deren Zulassung zum Handel beantragt haben. Die mit der Kapitalmarktorientierung verbundene Eigenschaft, stets als große Kapitalgesellschaft nach § 267 Abs. 3 S. 2 HGB zu gelten bzw. nach § 293 Abs. 5 HGB konzernrechnungslegungspflichtig zu sein, wird jedoch mit dem zusätzlichen Abstellen auf die Größenklasse ausgehebelt.
Die Anforderung einer Kapitalmarktorientierung ist auf eines der drei Kriterien für den, durch die EU festgelegten, Anwenderkreis zurückzuführen, dem zufolge ein Unternehmen zu den sogenannten „public interest entities“, zu Deutsch „Unternehmen von öffentlichem Interesse“, gehören muss. Der Definition nach sind PIEs entweder kapitalmarktorientierte Unternehmen, bestimmte Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen oder diejenigen, die von den Mitgliedsstaaten als solche bestimmt werden. Folglich unterliegen auch Versicherungsunternehmen und Kreditinstitute, welche „groß“ i. S. d. § 267 Abs. 3 S. 1 HGB sind, sowie mehr als 500 Arbeitnehmern im Jahresdurchschnitt beschäftigen, der Verpflichtung zur Anfertigung einer nichtfinanziellen Erklärung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung und Motivation: Einleitung in das Thema CSR im Kontext der Globalisierung und Vorstellung der EU-Strategie zur nichtfinanziellen Berichterstattung.
2 CSR Berichterstattungspflicht: Historische Entwicklung von CSR-Initiativen und Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen durch die CSR-Richtlinie 2014/95/EU.
3 Umsetzung der CSR-Richtlinie in Deutschland: Analyse des nationalen Gesetzesentwurfs, inklusive betroffener Unternehmen, Berichtsinhalte und Prüfungsanforderungen.
4 Exemplarische Anwendung des Regierungsentwurfes: Evaluierung der Auswirkungen und praktischen Anwendung der neuen CSR-Vorgaben am Beispiel von Fußballvereinen.
5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung zur Effektivität der Umsetzung und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich der CSR-Berichterstattung.
Schlüsselwörter
CSR, Berichterstattung, nichtfinanzielle Informationen, CSR-Richtlinie, Handelsgesetzbuch, HGB-E, Nachhaltigkeit, Lagebericht, Kapitalgesellschaften, Stakeholder, Wesentlichkeitsprinzip, Due-Diligence, Transparenz, Fußball, Regierungsentwurf
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der verpflichtenden Berichterstattung über nichtfinanzielle Informationen von Unternehmen im Zuge der Umsetzung der EU-CSR-Richtlinie in deutsches Recht.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Anforderungen an den Lagebericht, die Definition des betroffenen Unternehmenskreises, die Rolle von Rahmenwerken wie GRI oder dem DNK sowie die Wirksamkeit der neuen Offenlegungspflichten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu analysieren, wie der deutsche Gesetzgeber die EU-Vorgaben umsetzt, welche Probleme dabei entstehen und wie eine praktische Anwendung dieser neuen Regularien in Unternehmen aussehen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer literaturanalytischen Untersuchung der regulatorischen Anforderungen und deren kritischer Würdigung vor dem Hintergrund aktueller Gesetzesentwürfe.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert den Gesetzesentwurf der Bundesregierung, die Kriterien für betroffene Unternehmen, die geforderten Inhalte der nichtfinanziellen Erklärung sowie deren Prüfung und Publizität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Corporate Social Responsibility (CSR), CSR-Richtlinie, HGB-E, Lagebericht, Nachhaltigkeitsberichterstattung und Transparenz charakterisieren.
Welche Rolle spielt die Fußballbranche in der Analyse?
Die Fußballbranche dient als Fallbeispiel, um zu demonstrieren, wie sich die neuen Berichtspflichten in der Praxis anwenden lassen und welche spezifischen Herausforderungen dabei bestehen.
Was ist das „comply-or-explain“-Prinzip im Kontext dieser Arbeit?
Es bezeichnet die Verpflichtung für Unternehmen, entweder über bestimmte nichtfinanzielle Aspekte zu berichten oder begründet darzulegen, warum kein entsprechendes Konzept verfolgt wird.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2016, Berichterstattung nichtfinanzieller Informationen. Eine Analyse der Umsetzung der CSR-Richtlinie in das HGB, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/381432