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Konzeption und Wirklichkeit der sozialen Marktwirtschaft

Title: Konzeption und Wirklichkeit der sozialen Marktwirtschaft

Term Paper , 1998 , 12 Pages , Grade: 1-2

Autor:in: Tomas Jerkovic (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Einleitung

Die soziale Marktwirtschaft wird oft als „dritter Weg“ zwischen den Extrempositionen liberale Marktwirtschaft ( kaum bzw. kein staatlicher Einfluß auf die Wirtschaft) und sozialistischer Zentralverwaltungswirtschaft ( hoher bzw. totaler staatlicher Einfluß auf die Wirtschaft) beschrieben. In diesem Zusammenhang ist es interessant zu erwähnen, daß das Grundgesetz keine Wirtschaftsform vorschreibt. Es gibt sowohl liberale Grundgesetzartikel (z.B. Art.2 GG: allgemeine Handlungsfreiheit) als auch eher soziale Grundgesetzartikel (z.B.Art.15 GG: Sozialisierung).

Das Bundesverfassungsgericht hat dazu 1954 entschieden: „Das Grundgesetz garantiert weder die wirtschaftspolitische Neutralität der Regierungs- und Gesetzgebungsgewalt noch eine nur mit marktkonformen Mitteln zu steuernde soziale Marktwirtschaft. Die wirtschaftspolitische Neutralität des Grundgesetzes besteht lediglich darin, daß sich der Verfassungsgeber nicht ausdrücklich für ein bestimmtes Wirtschaftssystem entschieden hat. Dies ermöglicht dem Gesetzgeber, die ihm jeweils sachgemäß erscheinende Wirtschaftspolitik zu verfolgen, sofern er dabei das Grundgesetz beachtet. Die gegenwärtige Wirtschafts- und Sozialordnung ist zwar eine nach dem Grundgesetz mögliche Ordnung, keineswegs aber die allein mögliche.“( Adam, Wirtschaftspolitik :57)

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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Entwicklungsgeschichte

1. Einflüsse des zweiten Weltkriegs

2. Sozialgesetzgebung

3. Kartellgesetzgebung

4. Beitrag der „Freiburger Schule“

a) Typologie der Wirtschaftssysteme

b) Ordnungsbezug

c) Gestaltbarkeit der Wirtschaftsordnung

d) Grundannahmen

5. Beitrag Alfred Müller-Armacks

a) Prinzip der Personalität

b) Prinzip der Solidarität

c) Prinzip der Subsidiarität

d) Grundannahmen

6. Gesetzliche Regelungen

III. Aufbau der sozialen Marktwirtschaft

1. Wettbewerbsordnung

a) konstituierende Prinzipien

b) regulierende Prinzipien

2. Geldordnung

a) Gefahren

b) geldpolitische Instrumente

3. Sozialordnung

a)Leitideen

b)Grundsätze der sozialen Sicherheit

IV. Schlußbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Konzeption und der praktischen Umsetzung der sozialen Marktwirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Ziel ist es, die theoretischen Ursprünge und historischen Entwicklungslinien dieses Wirtschaftssystems aufzuzeigen, um zu bewerten, inwiefern die ursprüngliche Balance zwischen marktwirtschaftlicher Freiheit und sozialer Absicherung in der heutigen Realität noch Bestand hat.

  • Historische Einflüsse und die Rolle der „Freiburger Schule“ sowie von Alfred Müller-Armack.
  • Die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Etablierung des Systems nach 1948.
  • Die drei tragenden Säulen: Wettbewerbsordnung, Geldordnung und Sozialordnung.
  • Die Analyse der aktuellen wirtschaftspolitischen Herausforderungen und des Rückzugs staatlicher Sozialmaßnahmen.

Auszug aus dem Buch

1. Einflüsse des zweiten Weltkriegs

Die Entwicklung des Konzepts der sozialen Marktwirtschaft läßt sich zeitlich mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland gleichsetzen, denn durch die unmittelbaren Kriegseinflüsse gab es einen Drang nach Wirtschaftsfreiheit als Gegenrichtung zur jüngst erlebten faschistischen Zwangswirtschaft. Außerdem erhoffte man sich durch eine freie Wirtschaftsordnung eine Mobilisierung aller Kräfte für den Wiederaufbau und so für Wirtschaftswachstum (vgl. dazu Andersen S.11). Eine sozialistische Zentralverwaltungswirtschaft kam aufgrund der beobachteten wirtschaftlichen Fehlentwicklung in Osteuropa nicht in Frage, auch wenn noch 1947 sogar die CDU in ihrem Ahlener Programm Sozialisierungsmaßnahmen vorschlug.

Das Attribut „sozial“ wurde der neuen Wirtschaftsordnung vorangestellt, um einen wesentlichen Unterschied zur reinen Marktwirtschaft aufzuzeigen, die in den dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts in die Weltwirtschaftskrise geführt hat und daher von großen Teilen der Bevölkerung abgelehnt wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung stellt die soziale Marktwirtschaft als „dritten Weg“ zwischen liberalem Marktmodell und sozialistischer Zentralverwaltung dar und erläutert die wirtschaftspolitische Offenheit des Grundgesetzes.

II. Entwicklungsgeschichte: Das Kapitel zeichnet die historischen Wurzeln nach, von Bismarcks Sozialgesetzgebung über die ordoliberalen Ansätze der „Freiburger Schule“ bis hin zur Prägung des Begriffs durch Alfred Müller-Armack.

III. Aufbau der sozialen Marktwirtschaft: Hier werden die strukturellen Grundpfeiler des Systems detailliert analysiert, insbesondere die Wettbewerbsordnung, die Stabilität der Währung durch die Bundesbank und die Mechanismen der Sozialordnung.

IV. Schlußbetrachtung: Der Autor kritisiert einen zunehmenden Rückzug des Staates aus der aktiven Sozialpolitik zugunsten einer stärker liberal geprägten Wirtschaftspolitik, was angesichts der hohen Arbeitslosigkeit als zweifelhaft bewertet wird.

Schlüsselwörter

Soziale Marktwirtschaft, Freiburger Schule, Ordoliberalismus, Wettbewerbsordnung, Geldordnung, Sozialordnung, Alfred Müller-Armack, Wirtschaftsfreiheit, soziale Gerechtigkeit, Stabilitätspolitik, Sozialstaat, Konjunkturpolitik, Marktkonformität, Wirtschaftswachstum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen und die historische Etablierung der sozialen Marktwirtschaft als spezifisches deutsches Wirtschaftsmodell.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind die ordoliberalen Ideen, die Geldpolitik zur Inflationsbekämpfung und die soziale Absicherung der Bevölkerung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das Konzept der sozialen Marktwirtschaft zu definieren und den aktuellen Zustand des Systems kritisch zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit nutzt eine deskriptiv-analytische Methode, basierend auf Literaturstudien und historischen wirtschaftspolitischen Quellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Entwicklungsgeschichte des Systems und die detaillierte Beschreibung der Wettbewerbs-, Geld- und Sozialordnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind soziale Marktwirtschaft, Ordoliberalismus, Wettbewerbsordnung und Sozialstaat.

Warum spielt die „Freiburger Schule“ eine so wichtige Rolle?

Sie lieferte die zentralen ordoliberalen Konzepte für die Wirtschaftsordnung, wie beispielsweise die Notwendigkeit von Wettbewerb und die institutionelle Absicherung.

Wie bewertet der Autor den aktuellen Status der sozialen Marktwirtschaft in der Schlußbetrachtung?

Der Autor sieht eine Abkehr von der „sozialen“ Komponente zugunsten einer stärkeren Liberalisierung und kritisiert den Abbau sozialstaatlicher Leistungen.

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Details

Title
Konzeption und Wirklichkeit der sozialen Marktwirtschaft
College
Justus-Liebig-University Giessen  ( Institut für Politikwissenschaft)
Course
Einführung in die politische Ökonomie
Grade
1-2
Author
Tomas Jerkovic (Author)
Publication Year
1998
Pages
12
Catalog Number
V38163
ISBN (eBook)
9783638373180
Language
German
Tags
Konzeption Wirklichkeit Marktwirtschaft Einführung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tomas Jerkovic (Author), 1998, Konzeption und Wirklichkeit der sozialen Marktwirtschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38163
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