Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

Zwischen Herzog, Hanse und Halunken. Die Rolle der Hansestädte Rostock und Wismar im dänischen Erbfolgekrieg 1376-1395

Title: Zwischen Herzog, Hanse und Halunken. Die Rolle der Hansestädte Rostock und Wismar im dänischen Erbfolgekrieg 1376-1395

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 20 Pages , Grade: sehr gut (1)

Autor:in: Nicolai Clarus (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Einleitung

In den Jahren 1376 bis 1395 sahen sich die mecklenburgischen Ostseestädte Rostock und Wismar vor eine diplomatische Zerreißprobe gestellt. Ihre Landesherren, die Herzöge von Mecklenburg, standen im Krieg mit Dänemark, einer von ihnen gar in seiner zusätzlichen Eigenschaft als König des Reiches Schweden. Rostock und Wismar, die mittels eines Aufstandes im Jahre 1311 erfolglos versucht hatten, die Herrschaftsgewalt ihres Landesherrn abzuschütteln1, waren keine Reichsunmittelbaren Städte und somit ihrem Territorialherren zur Treue verpflichtet. Die Unterstützung, die beide Städte den mecklenburgischen Herzögen im Krieg gegen Dänemark in Form der Öffnung ihrer Seehäfen für Kaperfahrer angedeihen ließen, war für sie wirtschaftlich zwar zunächst von großem Nutzen, widersprach aber diametral den Interessen der deutschen Hanse, deren Mitglieder Rostock und Wismar ebenfalls waren, da die angeworbenen Kaperfahrer schon sehr bald keine Unterscheidung zwischen feindlichen und neutralen Schiffen mehr machten. Auch die Tatsache, dass die Helfershelfer keineswegs zu uneingeschränkter Loyalität tendierten und zwischenzeitlich die Fronten wechselten, verkomplizierte die Situation zusätzlich. Aufgrund der zahlreichen auftretenden Akteure, die mit den verschiedensten Zielen auf beiden Seiten im Verlauf des Konflikts intervenierten und der rechtlichen Problematik, der die Akteure mit teils intriganter Genialität begegneten, entwickelte sich in den Jahren 1376 bis 1395 ein Drama in drei Akten, welches selbst einem William Shakespeare zur Ehre gereicht hätte.

Im Verlauf dieser Arbeit soll erörtert werden, wie es den Städten Rostock und Wismar in der Zeit der dänischen Erbfolgekriege von 1376 bis 1395 gelang, durch geschicktes Taktieren einerseits die Treueverpflichtung zu ihrem Landesherren in größtmöglichem Maße einzuhalten und andererseits ihre Interessen gegenüber der den mecklenburgischen Kaperfahrern feindlich gesinnten Hanse zu wahren und sich einem Ausschluss aus der Gemeinschaft, der sogenannten „Verhansung“ zu erwehren. Zum Zwecke dieser Untersuchung sollen vornehmlich die Bände 19 – 23 der Mecklenburgischen Urkundenbücher2 als Quellen dienen, in denen für den zu behandelnden Zeitraum sowohl ausgestellte Urkunden, als auch die mecklenburgische Angelegenheiten betreffenden Auszüge der Hanserecesse editiert sind...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Prolog

1. Akt: Der König ist tot, es lebe der König!

2. Akt: Seitenwechsel

3. Akt: Sein, oder nicht Sein

Epilog

Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die diplomatischen und wirtschaftlichen Handlungsspielräume der Städte Rostock und Wismar während der dänischen Erbfolgekriege (1376–1395), mit dem Ziel zu erörtern, wie diese Städte ihre Treueverpflichtungen gegenüber den mecklenburgischen Herzögen mit ihren hanseatischen Interessen vereinbaren konnten, um einer "Verhansung" zu entgehen.

  • Die Rolle der Städte Rostock und Wismar als Akteure im Spannungsfeld zwischen Landesherren und Hanse.
  • Die strategische Nutzung des Kaperkrieges als Mittel der Politik und Wirtschaft.
  • Die Entwicklung der Vitalienbrüder und deren Instrumentalisierung im regionalen Machtkampf.
  • Die diplomatischen Bemühungen um Schadensbegrenzung und den Erhalt der Handelsprivilegien.

Auszug aus dem Buch

1. Akt: Der König ist tot, es lebe der König!

Als Waldemar IV, genannt „Atterdag“, König von Dänemark, am 24. Oktober 1375 zu Schloss Gurre auf Seeland verstarb, hinterließ er eine ins Ausland verheiratete Tochter und eine alles andere als geregelte Thronnachfolge. Da im Reiche Dänemark zu dieser Zeit ein Wahlkönigtum herrschte, wäre dem dänischen Reichsrat die Entscheidung für den Thronprätendenten leichter gefallen, wenn Waldemar männlichen Nachwuchs hinterlassen hätte. Da dies nicht der Fall war und trotz Wahlkönigtums alles andere als ein Nachfolger aus der Linie Waldemars für die Thronnachfolge völlig indiskutabel gewesen wäre, musste der geeignete Kandidat eben aus der nachfolgenden Generation stammen, also ein Enkel des großen Waldemars sein.

Hierfür kamen nur zwei Personen in Betracht, nämlich auf der einen Seite Olav IV, der aus der Verbindung König Hakons VI von Norwegen mit der jüngeren Tochter Waldemars, Margarete, hervorgegangen war, und Albrecht IV, der Sohn aus der Ehe zwischen Waldemars älterer Tochter Ingeborg - die bereits zwischen 1368 und 1370 gestorben war - und ihrem Gemahl, Herzog Heinrich III von Mecklenburg. Letzterer hatte als Sohn des Herzogs des zum deutschen Reich gehörigen Mecklenburg das Reichsrecht und somit die Unterstützung Kaiser Karls IV auf seiner Seite, da er aus deutscher Sicht als einziger legitimer Erbe des dänischen Reiches galt. Olav hingegen, ein zu diesem Zeitpunkt gerade einmal fünfjähriges Knäblein, war in den Augen der Mecklenburger keineswegs geeignet, die Geschicke des dänischen Reiches zu lenken.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die diplomatische Zerreißprobe der Städte Rostock und Wismar zwischen 1376 und 1395 sowie Darstellung der Quellenlage.

Prolog: Schilderung der Machtstellung des Herzogtums Mecklenburg im 14. Jahrhundert und der Ambitionen von Herzog Albrecht II.

1. Akt: Der König ist tot, es lebe der König!: Analyse der Thronfolgekrise in Dänemark nach 1375 und der daraus resultierenden ersten Kriegshandlungen.

2. Akt: Seitenwechsel: Untersuchung der strategischen Neuausrichtung nach dem Tod Albrechts II. und der veränderten Fronten im Ostseeraum.

3. Akt: Sein, oder nicht Sein: Betrachtung des finalen Machtkampfes um Schweden und der Versuche der Städte, ihre Rolle als Akteure neu zu definieren.

Epilog: Darstellung der Freilassung König Albrechts III. im Jahr 1395 und des Scheiterns der ursprünglichen mecklenburgischen Machtpläne.

Fazit: Resümee über die schwierige Lage der Hansestädte und die Folgen ihrer taktischen Manöver im Kaperkrieg.

Schlüsselwörter

Mecklenburg, Rostock, Wismar, Hanse, Kaperkrieg, Vitalienbrüder, Dänemark, Erbfolgekrieg, Margarete von Dänemark, Albrecht von Mecklenburg, Ostsee, Handelsprivilegien, Sundschlösser, Piraterie, Diplomatie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die diplomatische und wirtschaftliche Gratwanderung der Hansestädte Rostock und Wismar im Zeitraum von 1376 bis 1395 während des dänischen Erbfolgekonflikts.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf den politischen Spannungen zwischen den mecklenburgischen Herzögen und den Hansestädten sowie der Rolle der Seeräuberei als politisches Instrument.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Rostock und Wismar es trotz ihrer Verpflichtung gegenüber den mecklenburgischen Herzögen schafften, nicht aus der Hanse ausgeschlossen zu werden.

Welche wissenschaftlichen Quellen werden primär genutzt?

Die Untersuchung stützt sich maßgeblich auf die Bände 19–23 der Mecklenburgischen Urkundenbücher sowie chronikalische Aufzeichnungen, etwa von Detmar.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Akte, die den Verlauf der Kriege um die dänische und schwedische Thronfolge sowie die damit verbundenen Kaperaktivitäten detailliert darstellen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Kaperkrieg, Hansepolitik, Vitalienbrüder, regionale Machtkämpfe und diplomatische Sondergenehmigungen stehen im Zentrum der Analyse.

Warum war die Unterstützung der Kaperfahrer für Rostock und Wismar wirtschaftlich so attraktiv?

Die Städte konnten durch die Öffnung ihrer Häfen günstig in den Besitz geraubter Güter gelangen, was besonders nach wirtschaftlichen Belastungen durch Epidemien eine wichtige Finanzquelle darstellte.

Wie gelang es den Städten letztlich, den Ausschluss aus der Hanse zu verhindern?

Durch den Abschluss von Verträgen mit dem Deutschen Orden und den preußischen Städten sicherten sie sich ab und stellten ihre Unterstützung für kriegerische Akte gegen diese Parteien ein, was die drohende "Verhansung" abwendete.

Excerpt out of 20 pages  - scroll top

Details

Title
Zwischen Herzog, Hanse und Halunken. Die Rolle der Hansestädte Rostock und Wismar im dänischen Erbfolgekrieg 1376-1395
College
University of Hamburg  (Historisches Seminar)
Course
Hauptseminar "Mecklenburg im Spätmittelalter"
Grade
sehr gut (1)
Author
Nicolai Clarus (Author)
Publication Year
2004
Pages
20
Catalog Number
V38172
ISBN (eBook)
9783638373241
Language
German
Tags
Zwischen Herzog Hanse Halunken Rolle Hansestädte Rostock Wismar Erbfolgekrieg Hauptseminar Mecklenburg Spätmittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicolai Clarus (Author), 2004, Zwischen Herzog, Hanse und Halunken. Die Rolle der Hansestädte Rostock und Wismar im dänischen Erbfolgekrieg 1376-1395, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38172
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  20  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint