Entwicklung der Deutschen Bank zu einer internationalen Investmentbank


Seminararbeit, 2004
20 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung

2. Die Geschichte der Deutschen Bank AG im Überblick
2.1 Gründerjahre bis zum Zweiten Weltkrieg
2.2 Entwicklung in der Nachkriegszeit
2.3 Einstieg ins Privatkundengeschäft – DB wird zur Universalbank

3. Entwicklung der Aktivitäten der Deutschen Bank im Investmentbanking
3.1 Übernahme von Morgan Grenfell
3.2 Übernahme von Bankers Trust Ltd.
3.3 Das Investmentbanking der Deutschen Bank heute

4. Die Deutsche Bank – eine Investmentbank?
4.1 Die Deutsche profiliert sich als Investmentbank angelsächsischen Typs
4.2 Deutsche Bank hält an breitem Universalbankspektrum fest
4.3 Deutsche Bank im Spagat zwischen Spezial- und Universalbank

5. Die Zukunft der Deutschen Bank
5.1 Szenario 1
5.2 Szenario 2
5.3 Szenario 3

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Die Deutsche Bank galt in den letzten einhundert Jahren als führende Bank in Deutschland und unter den deutschen Geschäftsbanken stets als Branchenprimus. Ihre Lage, ihr Standort und ihre Ausrichtung haben für die Volkswirtschaft der Bundesrepublik eine herausragende und prägende Bedeutung. Daher muss bei einer Betrachtung der Deutschen Bank AG stets das politische Umfeld und die verschiedenen internen und externen Kräfte betrachtet werden.

Seit Anfang und Mitte der neunziger Jahre rückte das Investmentbanking immer mehr in den Fokus des Handelns der größten deutschen Bank[1]. In der folgenden Seminararbeit wird betrachtet und analysiert, ob sich die Deutsche Bank tatsächlich auf dem Weg zu einer Investmentbank befindet, ob sie gar schon eine ist, oder ob sie am alten Kurs einer typisch kontinental-europäischen Universalbank festhalten wird.

Die klassischen Quellen (Zeitungen, Zeitschriften etc.) wurden durch ein Interview mit dem stellvertretenden Leiter der Presseabteilung der Deutschen Bank, Herrn Dr. Ronald Weichert, ergänzt. Das Gespräch führte der Verfasser am 8. Oktober 2004.

1.2 Gang der Untersuchung

Zunächst wird in Kapitel 2 die über 130-jährige Geschichte der Deutschen Bank beleuchtet. Die Frage nach dem Wandel der Bank kann nicht losgelöst von den Ursprüngen, und den teilweise dramatischen Wandlungen der Bank betrachtet werden. Daher wurde der Bereich grob in drei Epochen eingeteilt.

Kapitel 3 betrachtet die Anfänge des Investmentbankings der Deutschen Bank. Im Wesentlichen werden die Investmentbank-Aktivitäten anhand zweier herausragender Aquisitionen der Bank verdeutlicht. Schließlich wird eine Betrachtung des status quo in puncto Investmentbanking vorgenommen.

Im anschließenden Kapitel 4 sollen die anderen Seiten und Sparten der Deutschen Bank betrachtet werden. Kontroversen, die aus dem Spagat zischen Commercial-Banking auf der einen Seite und dem mächtigen Investmentbanking auf der anderen Seite entstehen, werden aufgezeigt. Widersprüche werden unter Punkt 4.3 kritisch hinterfragt.

Kapitel 5 zeigt drei hypothetische Szenarien für die Weiterentwicklung der Deutschen Bank.

Das Fazit setzt sich kritisch mit der Frage auseinander: Ist die Deutsche Bank wirklich auf dem Weg zu einer Investmentbank?

2. Die Geschichte der Deutschen Bank AG im Überblick

2.1 Gründerjahre bis zum Zweiten Weltkrieg

„Die Deutsche Bank wurde 1870 mit dem Auftrag gegründet, die deutsche Wirtschaft in ihrer Internationalisierung zu begleiten. Dies hat immer die Geschäftspolitik der Bank bestimmt.“[2]

Mit Königlichem Erlass wird im Jahre 1870 in Berlin die Deutschen Bank gegründet. Damals war es nicht das Ziel, eine Universalbank zu gründen. Zweck der Neugründung war „ins Besondere die Förderung und Erleichterung der Handelsbeziehungen zwischen Deutschland, den übrigen europäischen Ländern und überseeischen Märkten.“[3] Aus heutiger Sicht ist die Gründung der Deutschen Bank vor allem auf Betreiben der aufblühenden Großindustrie der Gründerjahre zurück zu führen. Die Bank wächst schnell. Schon 1871 gibt es eine Auslandsfiliale in London. Das Wachstum wird vor allem durch externe Zukäufe zahlreicher Privatbanken vorangetrieben. Die Deutschen Bank ist eine reine Firmenkundenbank. Berühmt wird sie durch die Finanzierung von Großprojekten wie der Bagdadbahn von Istanbul nach Bagdad. Schon 1923 hat sie über 37.000 Mitarbeiter, viele im Ausland. Damals schon unternimmt die Bank Geschäftsaufgaben, die man heute als Investmentbanking verstehen würde. „[1926] wirkt die Bank an folgenden Neugründungen und Fusionen mit: Deutsche Lufthansa; Vereinigte Stahlwerke AG (Zusammenschluss der Rheinelbe-Union, Thyssen, Phoenix und Rheinstahl; [...], Daimler-Benz AG, Zeiss Ikon AG, NSU Vereinigte Fahrzeugwerke AG.“[4] Ab 1929, nach dem schwarzen Freitag fusioniert sie mit der Disconto-Gesellschaft zur „Deutsche Bank & Disconto-Gesellschaft.“ Das Wachstum der Bank ist auch während des Dritten Reiches ungebremst.

2.2 Entwicklung in der Nachkriegszeit

Von den westlichen Alliierten wird die Bank nach Kriegsende zerschlagen. Ihr wird eine Mit-Schuld an der Finanzierung großer Rüstungsvorhaben und der Monopolisierung der Großindustrie gegeben. Zwischen 1947 und 1948 entstehen aus ihr insgesamt zehn regionale Teilinstitute[5], die 1952 zu den drei Großbanken Norddeutsche-, Süddeutsche- und Rheinisch-Westfälische Bank AG zusammengefasst werden. Erst 1957 erlauben die Alliierten wieder einen Zusammenschluss. Sitz der Bank wird erstmals Frankfurt am Main.[6]

2.3 Einstieg ins Privatkundengeschäft – DB wird zur Universalbank

1959 versucht die Deutsche Bank eine wirkliche Universalbank zu werden. „Am 2. Mai führt die Deutsche Bank den Persönlichen Klein-Kredit (PKK) ein.“[7] Das gilt als Einstieg ins Privatkundengeschäft. Zuvor hatten nur Unternehmer und Unternehmen Zugang zur Bank. Das Privatkundengeschäft wächst schnell. Dennoch ist das Firmenkunden- und Investmentgeschäft die tragende Säule der Bank über lange Zeit. Herausragend ist bspw. die Privatisierung des Volkswagenwerkes 1961 im Auftrag der Bundesregierung. Die Deutsche Bank ist Konsortialführer. Auch Emissionen von Anleihen nehmen zu, so zum Beispiel die einer „700 Millionen DM Anleihe für die Weltbank und eine[r] 400 Millionen DM-Anleihe für Australien.“[8]

Parallel zum Privatkundengeschäft wächst auch der Anteilsbesitz der Deutschen Bank an Industrieunternehmen. Herausragend: Die 24% Beteiligung an Daimler-Benz. Besonders wegen der vielen Großbeteiligungen und Aufsichtsratsposten wird die Deutsche Bank oft als zu mächtig kritisiert. 1992 erwirbt sie 30 % am Gerling-Konzern, einem großen Versicherer. Im Vorfeld wurde eine eigene Lebensversicherung gegründet, der Versicherer Deutscher Herold wird sogar in die Bank integriert. Der Einstieg in den Versicherungsmarkt wurde bis heute fast vollständig rückgängig gemacht.[9]

3. Entwicklung der Aktivitäten der Deutschen Bank im Investmentbanking

3.1 Übernahme von Morgan Grenfell

„Bereits Mitte der achtziger Jahre kritisiert [Alfred] Herrhausen, [damals Vorstandssprecher der Deutschen Bank] die mangelnde Größe und Profitabilität der Bank, für die der Heimatmarkt zu klein geworden war. Die Deutsche [Bank] soll zur europaweiten Universalbank wachsen und – vor allem – eine weltweit agierende Investmentbank werden. Kurz vor seiner Ermordung [durch die RAF] besiegelt er den Kauf der britischen Investmentbank Morgan Grenfell.“[10] Der Kauf galt als erster großer Schritt zum Ziel der Deutschen Bank, eine der Topadressen unter den Investmentbanken zu werden. 2,6 Milliarden Mark wurden für das Londoner Institut bezahlt.[11] „In a vain effort to join the top league, Deutsche is believed to have spent upwards of $3 billion since 1989, when it bought Morgan Grenfell, a british merchant bank.“[12]

[...]


[1] Vgl. o.V., Die größten Unternehmen 2000, in: Deutschland in Zahlen, 2002, S. 53

[2] Ackermann, Josef, Rede zur Hauptversammlung 2004, 02.06.2004, http://www.deutsche-bank.de/hauptversammlung/pdfs/20040602_rede_de.pdf, (8.10.2004, 19.07 Uhr MEZ)

[3] Pohl, M.; Raab-Rebentisch, A., Calendarium Deutsche Bank 1870-1997, 1997, S. 6

[4] Pohl, M.; Raab-Rebentisch, A., Angelika., Calendarium Deutsche Bank 1870-1997, 1997, S. 51

[5] Vgl. Pohl, M.; Raab-Rebentisch, A., Calendarium Deutsche Bank, 1997, S. 64f

[6] Vgl. Pohl, M.; Raab-Rebentisch, A., Calendarium Deutsche Bank, 1997, S. 71

[7] Pohl, M.; Raab-Rebentisch, A., Calendarium Deutsche Bank, 1997, S. 72

[8] Pohl, M.; Raab-Rebentisch, A., Calendarium Deutsche Bank, 1997, S. 90

[9] Vgl. Pohl, M.; Raab-Rebentisch, A., Calendarium Deutsche Bank, 1997, S. 107

[10] Brost, M., Heusinger, R., Deutsch bleibt nur der Name, in: Die Zeit, 21/2002, http://zeus.zeit.de/text/archiv/2002/200221_deutsche_bank.xml, (09.10.2004, 18:32 Uhr MEZ)

[11] Vgl. Baumann, M./ Burgmaier, S., Weisse Flecken, in: Wirtschaftswoche, 26.11.1998, S. 51

[12] o.V., The battle of the bulge bracket, in: The Economist, 28.11.1998, S. 91

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Entwicklung der Deutschen Bank zu einer internationalen Investmentbank
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Veranstaltung
Strukturwandel im Bankensektor
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
20
Katalognummer
V38175
ISBN (eBook)
9783638373272
Dateigröße
699 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Seminararbeit zeichnet den Weg der Deutschen Bank von der Universal- zur Investmentbank auf. Fazit sind drei mögliche Szenarien. Arbeit bei Prof. Priewasser, Bankbetriebslehre, Uni Marburg
Schlagworte
Entwicklung, Deutschen, Bank, Investmentbank, Strukturwandel, Bankensektor
Arbeit zitieren
Thorsten Breitkopf (Autor), 2004, Entwicklung der Deutschen Bank zu einer internationalen Investmentbank, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38175

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