Dr. Andreas-Michael Blum erörtert in seiner Buchbesprechung die im Sommer 2015 vom Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz angenommene Dissertation von Cathrin Wentzel mit dem Titel "Internationale Mediation. Vollstreckbarkeit und kollisionsrechtliche Behandlung von grenzüberschreitenden Mediationsfällen unter besonderer Berücksichtigung der Mediationsrichtlinie und des Mediationsgesetzes".
Inhaltsverzeichnis
- A. Einleitung
- B. Gesetzliche Grundlagen der Mediation
- I. Die Mediation im deutschen Recht vor dem Inkrafttreten des Mediationsgesetzes
- II. EU-Mediationsrichtlinie und deren Umsetzung in Deutschland
- C. Vollstreckungsfähigkeit des Mediationsergebnisses bei grenzüberschreitenden Mediationsverfahren
- I. Außergerichtliche Titulierung von Abschlussvereinbarungen
- II. Vollstreckungsmöglichkeiten im europäischen Ausland
- III. Abgleich mit Art. 6 Absatz 1 Satz 1 EU-Mediationsrichtlinie
- IV. Stand der Umsetzung der EU-Mediationsrichtlinie in den Mitgliedsstaaten
- V. Die Vollstreckbarerklärung einer Abschlussvereinbarung de lege ferenda
- D. Rechtliche Qualifikation der Verträge und anwendbares Recht im Rahmen der Mediation
- I. Der notwendige Vertragsinhalt
- II. Kollisionsrechtliche Behandlung von Mediationsvereinbarung und Mediatorvertrag
- III. Anwendbares Recht auf Mediatorverträge bei Co-Mediation
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Dissertation von Cathrin Wentzel befasst sich mit der grenzüberschreitenden Mediation und fokussiert die rechtliche Durchsetzbarkeit von Mediationsergebnissen im europäischen Kontext. Die Autorin untersucht die Vollstreckungsfähigkeit von Mediationsvereinbarungen und deren Abgleich mit der EU-Mediationsrichtlinie. Dabei werden die rechtlichen Rahmenbedingungen in einzelnen Mitgliedsstaaten sowie die kollisionsrechtlichen Aspekte im Zusammenhang mit der Rom I-VO analysiert.
- Vollstreckungsmöglichkeiten von Mediationsvereinbarungen
- Anforderungen der EU-Mediationsrichtlinie
- Umsetzung der EU-Mediationsrichtlinie in verschiedenen Mitgliedsstaaten
- Kollisionsrechtliche Fragen der Rom I-VO
- Rechtliche Qualifikation von Mediationsvereinbarungen und Mediatorverträgen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der grenzüberschreitenden Mediation ein und erläutert die Zielsetzung der Dissertation. Kapitel B beleuchtet die rechtlichen Grundlagen der Mediation in Deutschland vor dem Inkrafttreten des Mediationsgesetzes und beschreibt die EU-Mediationsrichtlinie sowie deren Umsetzung in Deutschland. Kapitel C behandelt die Vollstreckungsfähigkeit von Mediationsvereinbarungen im Rahmen grenzüberschreitender Verfahren. Hierbei werden verschiedene Möglichkeiten der außergerichtlichen Titulierung von Abschlussvereinbarungen nach deutschem Recht betrachtet und deren gerichtliche Vollstreckungsmöglichkeiten im europäischen Ausland erläutert. Die Autorin analysiert auch den Abgleich der deutschen Regelungen zur Vollstreckbarkeit mit Art. 6 Absatz 1 Satz 1 der EU-Mediationsrichtlinie und beleuchtet die Umsetzung der Richtlinie in anderen europäischen Mitgliedsstaaten. Kapitel D widmet sich der rechtlichen Qualifikation von Mediationsvereinbarungen und Mediatorverträgen. Hierbei geht die Autorin auf den notwendigen Vertragsinhalt, die kollisionsrechtliche Behandlung der Verträge und die Anwendung der Rom I-VO ein.
Schlüsselwörter
Grenzüberschreitende Mediation, EU-Mediationsrichtlinie, Vollstreckbarkeit, Mediationsvereinbarung, Mediatorvertrag, Kollisionsrecht, Rom I-VO, Vertragsrecht, Abschlussvereinbarung, Europäisches Vollstreckungsrecht.
Häufig gestellte Fragen
Was regelt die EU-Mediationsrichtlinie?
Die Richtlinie soll den Zugang zur alternativen Streitbeilegung fördern und sicherstellen, dass Mediationsergebnisse in grenzüberschreitenden Fällen innerhalb der EU vollstreckbar sind.
Wie kann ein Mediationsergebnis vollstreckt werden?
In Deutschland kann eine Abschlussvereinbarung beispielsweise durch eine notarielle Unterwerfungserklärung oder durch eine gerichtliche Protokollierung tituliert und somit vollstreckbar gemacht werden.
Was ist die Rom I-Verordnung im Kontext der Mediation?
Die Rom I-VO regelt das auf vertragliche Schuldverhältnisse anwendbare Recht. Sie ist entscheidend für die Frage, welches nationale Recht auf den Mediatorvertrag oder die Abschlussvereinbarung anzuwenden ist.
Welche Probleme gibt es bei grenzüberschreitender Mediation?
Herausforderungen liegen in der unterschiedlichen Umsetzung der EU-Richtlinie in den Mitgliedsstaaten, kollisionsrechtlichen Fragen und der Anerkennung ausländischer Titel.
Was ist Co-Mediation?
Bei der Co-Mediation führen zwei Mediatoren (oft mit unterschiedlichem fachlichem Hintergrund) das Verfahren gemeinsam, was besonders bei komplexen internationalen Fällen vorteilhaft sein kann.
- Quote paper
- Dr. Andreas-Michael Blum (Author), 2017, Buchbesprechung zu Cathrin Wentzel, Internationale Mediation. Vollstreckbarkeit und kollisionsrechtliche Behandlung von grenzüberschreitenden Mediationsfällen unter besonderer Berücksichtigung der Mediationsrichtlinie und des Mediationsgesetzes, Logo, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/381988