Einstellungen sind ein begehrtes Gut. Jeden Tag sind Individuen Situationen ausgesetzt, in denen ihre Einstellungen gefragt sind oder versucht wird, eben diese zu beeinflussen oder gar zu verändern. Es existieren zahlreiche gesellschaftliche und persönliche Bereiche, in denen Einstellungen von Bedeutung sind. Auch die Wissenschaft interessiert sich schon lange für die Regeln und Mechanismen, die beschreiben und erklären, wie Einstellungen entstehen und sich verändern oder verändert werden können, auch bezeichnet als Einstellungsforschung.
Im Rahmen der Medienwirkungsforschung, die die Effekte der Medienberichterstattung auf den Rezipienten untersucht , ist das Einstellungskonzept von enormer Priorität. Fernsehspots, Anzeigen oder Online-Banner sind nur drei Formen von Massenmedien, mit denen Werbetreibende versuchen, die Ein-stellungen von Personen in die Richtung zu lenken, dass sie sich für ein Produkt begeistern und eine dementsprechende Kaufhandlung vollziehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen zum Einstellungskonzept
2.1 Relevanz in der Medienwirkungsforschung
2.2 Begriffsdefinition Einstellung
2.3 Dimensionen von Einstellungen
2.4 Funktionen von Einstellungen
2.5 Einstellungsbildung und -änderung
2.6 Messung von Einstellungen
2.6.1 Explizite Verfahren zur Einstellungsmessung
2.6.2 Implizite Verfahren zur Einstellungsmessung
3. Das Elaboration Likelihood Modell (ELM)
3.1 Einführung und Prämissen
3.2 Involvement im Rahmen des ELM
3.3 Wege der Informationsverarbeitung
3.3.1 Zentrale Route
3.3.2 Periphere Route
3.4 Methoden zur Elaborationserfassung
3.5 Empirische Befunde hinsichtlich der Massenkommunikation
3.6 Kritische Würdigung des ELM
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Einstellungskonzept innerhalb der Medienwirkungsforschung und analysiert das Elaboration Likelihood Modell (ELM) von Petty und Cacioppo als zentrale Theorie zur Erklärung von Einstellungsänderungen durch persuasive Kommunikation.
- Theoretische Grundlagen des Einstellungskonzepts
- Dimensionen und Funktionen von Einstellungen
- Methoden der Einstellungsmessung (explizit vs. implizit)
- Das Elaboration Likelihood Modell (zentrale vs. periphere Route)
- Anwendung des ELM in der Werbekommunikation
Auszug aus dem Buch
3.1 Einführung und Prämissen
Das Elaboration Likelihood Modell, wurde bereits 1981 von PETTY und CACIOPPO entwickelt. Dabei handelt es sich um ein sog. Zwei-Prozess-Modell, das zwei Arten der Informationsverarbeitung postuliert, eine systematische und eine nicht systematische. Die Modi werden danach differenziert, inwieweit sich Individuen gedanklich mit den inhaltlich relevanten Argumenten einer Botschaft befassen und die in einer Botschaft enthaltenen Argumente kritisch bewerten.
Diese gedankliche Auseinandersetzung bezeichnen PETTY und CACIOPPO als Elaboration. Der Grad der Elaboration ist in diesem Zusammenhang die kritische Größe, die über den Verlauf einer versuchten Einstellungsbeeinflussung entscheidet.
Im Kern geht das ELM davon aus, dass die Verarbeitung einer persuasiven Botschaft durch den Rezipienten auf zwei verschiedene Arten erfolgen kann, die als periphere und zentrale Route bezeichnet werden. Während die periphere Route für eine oberflächliche Auseinandersetzung mit den Inhalten steht und dabei von einer schwachen Fähigkeit und Motivation der Informationsverarbeitung geprägt ist, erfolgt die Informationsverarbeitung in der zentralen Rote detailliert und eingehend mit einer starken Motivation und Verarbeitungsfähigkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Einstellungsforschung für die Medienwirkung ein und erläutert den Aufbau der Hausarbeit.
2. Theoretische Grundlagen zum Einstellungskonzept: Dieses Kapitel definiert Einstellungen, beleuchtet ihre Dimensionen, Funktionen sowie Möglichkeiten der Messung.
3. Das Elaboration Likelihood Modell (ELM): Dieses Hauptkapitel erläutert die zentrale Theorie zur Einstellungsänderung, die Wege der Informationsverarbeitung und diskutiert kritische wissenschaftliche Perspektiven.
4. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die Bedeutung des Einstellungskonzepts und die praktische Relevanz des ELM für die Werbekommunikation zusammen.
Schlüsselwörter
Einstellungskonzept, Medienwirkungsforschung, Elaboration Likelihood Modell, Persuasion, Einstellungsänderung, Zentrale Route, Periphere Route, Involvement, Informationsverarbeitung, Einstellungsmessung, Werbekommunikation, Elaborationswahrscheinlichkeit, Kognitive Ökonomie, Systematische Verarbeitung, Sozialpsychologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Einstellungen in der Medienwirkungsforschung und analysiert, wie diese durch mediale Einflüsse gebildet oder verändert werden.
Welche sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretische Herleitung des Einstellungsbegriffs sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Elaboration Likelihood Modell (ELM).
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, das Einstellungskonzept grundlegend zu erläutern und das ELM als anerkanntes Modell der Persuasionsforschung zur Anwendung in der Medienpraxis vorzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die eine Literaturanalyse und systematische Aufarbeitung etablierter sozialpsychologischer Modelle vornimmt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Begriffs Einstellung und eine ausführliche Analyse des ELM, inklusive empirischer Befunde und kritischer Würdigung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Einstellungskonzept, Medienwirkungsforschung, Elaboration Likelihood Modell, Persuasion und Informationsverarbeitung.
Was unterscheidet die zentrale von der peripheren Route im ELM?
Die zentrale Route ist geprägt von intensiver, systematischer Auseinandersetzung mit Inhalten, während die periphere Route auf oberflächliche Hinweisreize setzt.
Warum ist das Involvement für das Modell so entscheidend?
Das Involvement beschreibt die persönliche Betroffenheit, welche maßgeblich bestimmt, ob ein Rezipient motiviert ist, eine Nachricht tiefgreifend (zentral) oder eher flüchtig (peripher) zu verarbeiten.
Wie lautet die zentrale Kritik am ELM laut der Arbeit?
Kritiker bemängeln unter anderem die mangelnde Präzision bei der Definition „starker Argumente“ sowie eine teilweise schwierige empirische Falsifizierbarkeit des Modells.
- Arbeit zitieren
- Vanessa Jessen (Autor:in), 2017, Einstellungskonzept in der Medienwirkungsforschung. Effekte der Medienberichterstattung auf den Rezipienten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/381991