Eigenheiten des Altitalienischen. Dantes "Divina Commedia"


Hausarbeit, 2014
12 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Metrum und Reim

3. Lexik und Semantik

4. Morphologie und Syntax

5. Phonologie

6. Etymologie

7. Interpretation

8. Schluss

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Commedia, Dante Alighieris größtes Werk, ist in italienischer Sprache gedichtet, obwohl es die rhetorische Tradition im Trecento verlangt hätte, es auf Latein zu schreiben. Dies bestätigen auch Zeugen, u.a. Giovanni Boccaccio, die behaupten, Dante Alighieri habe sein Meisterwerk in lateinischen Hexametern begonnen.[1] Es lässt sich nur mutmaßen, weshalb Dante die lateinische Version verwarf und stattdessen die Commedia in italienischer Sprache dichtete. Ob, wie Boccaccio behauptet, die caritas idiotarum [2] einer der Gründe war, oder die höhere Ausdrucksfähigkeit, die Dante in seinem Heimatidiom besaß: Dass sich ein Dichter wie Dante Alighieri dazu entscheidet, sein größtes Werk in der Volkssprache zu verfassen, ist von außerordentlicher Bedeutung.

Es stellt sich nun die Frage, inwiefern sich die italienische Volkssprache zur Zeit Dantes vom Lateinischen als antike Dichtersprache unterschied? Wodurch zeichnete sich das Italienische des Trecento aus? Unter dem Gesichtspunkt der Eigenheiten des Altitalienischen soll diese Hausarbeit als eine Art historische Kurzgrammatik verstanden werden. Zur Erläuterung dienen ausgewählte Textstellen aus Dantes Commedia, Inferno, canto I.

2. Metrum und Reim

Nel mezzo del cammin di nostra vita Auf der Hälfte des Weges unseres Lebens mi ritrovai per una selva ^ oscura fand ich mich in einem finsteren Wald wieder, chè la diritta via era smarrita. denn der gerade Weg war verloren.

„Abgeleitet vom provenzalischen cansó[3], betrachtet Dante die canzone als die vortrefflichste der metrischen Formen.“[4] Anders als im Lateinischen, das „[…] zwischen langen und kurzen Versen [.] [unterschied]“[5], ist im Italienischen „[…] die Silbenzahl entscheidend […].“[6] Dabei muss zunächst der Versschluss beachtet werden. Unter Berücksichtigung des letzten Wortes unterscheidet man dann zwischen verso piano[7], verso tronco[8] und verso sdrucciolo[9].[10] Im vorliegenden Beispiel der ersten Terzine des Inferno, canto I gebraucht Dante mit vita, oscura und smarrita parole piane und deshalb auch einen verso piano: der Akzent liegt jeweils auf der vorletzten Silbe. In Analogie zur Versart wird die Reimart bestimmt. Für das vorliegende Beispiel ergibt sich aus dem verso piano die rima piana, die „[.] vor allem bei den älteren Dichtern [vorherrschend] ist […]“.[11] Die immer regelmäßig wiederkehrende Stellung der Reimwörter entspricht der Reimordnung einer rima incatenata [12], die Dante nachdrücklich geprägt hat. Dies erklärt sich durch den Zusammenhang zwischen dem in der Commedia immer wiederkehrenden Motiv der Dreisymbolik und der Reimordnung des Kettenreims.[13] Für die Bestimmung der Versart ist im Italienischen lediglich die Zahl der Silben ausschlaggebend. Deshalb müssen zuerst metrische Auffälligkeiten berücksichtigt werden. Bereits in der ersten Terzine der Commedia stoßen an zwei Stellen Auslaut- und Anlautvokal des darauffolgenden Wortes unmittelbar aufeinander: selv a o scura und vi a e ra. Im ersten Fall wird dieser „[…] Missklang mittels Synalöphe (it. sinaléfe, f.) umgangen.“[14] Dabei verschmelzen die beiden Vokale zu einer Silbe, „[…] so dass nur eine Silbe gezählt wird.“[15] Im zweiten Fall bleiben die zwei Vokale a und e mittels Dialöphe erhalten und bilden weiterhin zwei Silben.[16] Dieses Prinzip lässt nun die Bestimmung der Versart zu, da sich in jedem Vers gleich viele Silben zählen lassen. Mit dem endecasillabo[17] entscheidet sich Dante für den „[…] im Italienischen am häufigsten verwendete Vers […]“.[18] Nach Lavezzi festigt so Dante den Gebrauch des endecasillabo in der canzone und bestärkt seine Dominanz in der Dichtung.[19]

3. Lexik und Semantik

Sowohl Dantes Wanderleben als auch seine Zeit im Exil, die er in verschiedenen Städten Norditaliens verbringt, tragen zu einer außerordentlichen Spannbreite lexikalischer Vielfältigkeit bei. Diese Mehrsprachigkeit spiegelt sich besonders in der Commedia wider, die er während seines Exils zu schreiben beginnt.

Rispuosemi: „Non omo, omo già fui, Er erwiderte mir: “Nicht Mensch, Mensch war ich einst, e li parenti miei furon lombardi, und meine Eltern waren Lombarden, mantovani per patrïa ambedui. Mantuaner von Herkunft beide.

Interessant ist die Verwendung der Form omo. Statt der üblichen Diphtongierung des heute gebrauchten uomo wird in der Toskana im Trecento die monophtongierte Form omo bevorzugt.[20] Dieser sogenannte toscanismo taucht 19[21] Mal in der Commedia auf, darunter im Inferno, canto I, v.67, als sich der aus Mantua[22] stammende Vergil dem Protagonisten Dante vorstellt. Die italienische Form uomo bzw. die toskanische Form omo geht auf lat. HOMO, m. zurück.[23] Der Thesaurus Linguae Latinae [24] gibt als Synonym für homo das griechische Wort ἄνϑϱωπος an. Er definiert homo als ein von der Natur hervorgebrachtes Wesen, das Körper und Seele besitzt. In Verbindung mit dem Devoto-Oli, der uomo als ein Individuum menschlicher Art, vor allem des männlichen Geschlechts, angibt, kann ein semantischer Wandel ausgeschlossen werden, was die noch heute ähnliche Orthographie unterstreicht.

Ma tu perché ritorni a tanta noia? Doch du, warum willst du zurück zu solcher Qual? Perché non sali il dilettoso monte Warum steigst du nicht den sanftem Berg hinauf, ch’è principio e cagion di tutta gioia? der doch Anfang und Grund aller Freude ist?

Neben Wörtern des toskanischen Dialekts finden sich in der Commedia auch Wörter aus dem Provenzalischen, wie im Inferno, canto I, v.76f. Noia leitet sich von der provenzalischen Verbform enojar[25] ab, aus dem sich im italienischen Sprachgebrauch annoiare und die reflexive Form annoiarsi entwickelt haben.[26] Meyer-Lübke vermutet ebenso wie Devoto-Oli, dass annoiare aus der lateinischen Form IN ODIO HABERE, ESSE entstanden sei.[27] Devoto-Oli definiert noia als ein Gefühl des inneren Unwohlseins, verbunden mit einer längeren Monotonie, aber auch im Bezug auf Ungeduld, Verärgerung oder Überdruss. Im Vergleich zu IN ODIO HABERE, ESSE lässt sich beim italienischen noia eine leichte semantische Verschiebung erkennen, die aus einem stark negativ aufgeladenen Begriff einen eher neutralen Charakter machte.

Mentre ch'i' rovinava in basso loco, Während ich so hinuntertaumelte, dinanzi a li occhi mi si fu offerto hatte sich mir vor den Augen jemand dargeboten, chi per lungo silenzio parea fioco. der durch langes Schweigen matt erschien.

Mit loco[28], das zum ersten Mal im Inferno, canto I, v.61 vorkommt, erweitert sich der Wortschatz um sizilianisches Vokabular.[29] Ganze 57[30] Mal erscheint dieser sicilianismo[31] im Werk. Die altitalienische Form, die Dante hier benutzt, geht auf das lateinische Wort locus, m. zurück.[32] Der Thesaurus Linguae Latinae gibt als Synonym das griechische Wort τόπος an und definiert damit sowohl etwas Körperliches wie die partes corporis als auch etwas Unkörperliches wie der fundus.[33] Es wird also bereits eine geographische Position verstanden, die auch mit dem sicilianismo loco gemeint ist. Im Abgleich mit dem Devoto-Oli, der luogo als ein räumliches Gebiet definiert, das ideell oder materiell bestimmt ist, ist eine Bedeutungsverschiebung nicht anzunehmen.

Dante belässt es somit nicht nur bei seinem „[…] [Heimatidiom], dem Toskanischen florentinischer Prägung […]“[34], sondern bereichert sein Werk auch mit fremdartigen Dialekten wie gallicismi und sicilianismi.[35]

4. Morphologie und Syntax

Die grammatischen Veränderungen sind ein wesentlicher Bestandteil, die auf dem Weg vom Lateinischen hin zum Italienischen von Statten gingen. Bei den Nomen handelt es sich beispielsweise um den Verlust des Neutrums: Während die lateinische Sprache durch die drei Geschlechter Maskulin, Feminin und Neutrum mit mehr Präzision vorgeht, unterscheidet das Italienische lediglich zwischen Maskulin und Feminin.[36] So beispielsweise im Inferno, canto I, v.72: tempo gebraucht Dante maskulin, was der vorangesetzte Artikel al deutlich macht. Im Lateinischen war tempus jedoch ein Neutrumwort, das den Plural auf –a bildete.[37] Da die Unterscheidung zwischen Neutrum und Maskulin, zwischen Pluralbildung auf –a oder auf –i zu aufwendig schien, sonderte das Italienische das Neutrum aus und behandelte lateinische Neutra wie Maskuline.[38]

Ein weiterer Verlust an der lateinischen Vielfalt von Formen ist die Reduzierung der Verbalkonjugation.[39] Nach der Endung des lateinischen Infinitivs werden vier Konjugationen unterschieden: neben –āre und –īre, die keine Problematik darstellen, trennt das Lateinische strikt Verben, die auf –ēre und Verben, die auf –ěre enden.[40] Genau dieses Problem umging das Italienische durch den Quantitätenkollaps, indem es keine Unterscheidung zwischen –ēre und –ěre mehr machte. Zwei Konjugationsklassen, nämlich die zweite und dritte, wurden zu einer einzigen zusammengefasst.[41] Dieses Phänomen erklärt, weshalb vedere aus dem Inferno, canto I, v.64 und vivere aus dem Inferno, canto I, v.71, im Italienischen zur selben Konjugationsklasse –ere zusammengefasst werden, obwohl sie im Lateinischen zu zwei verschiedenen Konjugationsklassen zählten.[42] Patota weist zusätzlich auf ein aktuelles Phänomen in der italienischen Wortbildung hin: entwickle sich ein neues Verb oder werde ein Verb einer anderen Sprache in die italienische aufgenommen, so nehme dieses die Endung der ersten oder dritten Konjugation an, nicht jedoch die der zweiten.[43]

Eine durchaus außergewöhnliche Entwicklung ist im Gebrauch des Subjektpronomens festzustellen. Weder im Lateinischen noch im heutigen Italienisch ist es notwendig, das Subjektspronomen auszudrücken, da es die finite Verbform nicht verlangt. Im Altitalienischen tendiert man jedoch stark dazu das Subjektspronomen zu nennen, wie man schön im Inferno, canto I, v.79f und v.85ff erkennen kann:

Tu se' lo mio maestro e 'l mio autore, Or se’ tu quel Virgilio e quella fonte tu se' solo colui da cu' io tolsi che spandi di paralr sì largo fiume? lo bello stilo che m' ha fatto onore.

Obwohl Dante das Subjektspronomen nicht unbedingt ausdrücken müsste, macht er es trotzdem und lässt somit der Person eine doppelte Bedeutung zukommen. Beim Vergleich der beiden Textstellen wird jedoch ein Unterschied zwischen Aussage- und Fragesatz deutlich: Während das Subjektspronomen im Aussagesatz vor dem Verb steht, wird es im Fragesatz nach das Verb gestellt.[44]

5. Phonologie

Die Phonologie ist jeder Sprache eigen und zeichnet sie in besonderem Maße aus, so auch im Italienischen. Charakteristisch für das Italienische sind der stimmlose Velarlaut [k] und der stimmhafte Velarlaut [g], die in Verbindung mit Vokalen unterschiedlich ausgesprochen werden. Im Gegensatz zum Lateinischen, das unabhängig vom nachfolgenden Vokal die Aussprache der Velarlaute gleich behandelt, unterscheidet das Italienische zwischen Velarlauten in Verbindung mit e und i und Velarlauten in Verbindung mit a, o und u.[45] So wurde beispielsweise cantare [kan'tare] exakt gleich ausgesprochen wie certus ['kertus]. Im Spätlatein jedoch wurden die Velarlaute [k] und [g] vor den Vokalen e und i in [tʃ] und [ʤ] palatalisiert.[46] Diese Palatalisierung des okklusiven Velarlautes erklärt, warum im Italienischen cantai[47] [kan'tai] und certo[48] [' tʃerto] heute unterschiedlich ausgesprochen werden. Gleiches gilt für die lateinischen Wörter pelagus [pe'lagus] und gens ['gens], die sich im Italienischen durch die Palatalisierung in der Aussprache heute deutlich unterscheiden: pelago[49] [pe'lago] und genti[50] [' ʤente].

Die Aussprache von figliuol im Inferno, canto I, v.74 stellt für viele Nicht-Muttersprachler eine Schwierigkeit dar. Doch wie ist dieses Phonem [ʎ] überhaupt aus dem lateinischen filiŏlus [fil ' jolus] entstanden? Entwickelt hat es sich in zwei Phasen: In der ersten Phase erzeugte das [j] eine Reduplikation des vorangehenden Laterallauts; FILIŎLUM wurde zu *FILLJOLUM.[51] In einer zweiten Phase nahm das [j] ein weiteres Mal Einfluss auf den inzwischen doppelten Laterallaut und formte daraus den stimmhaften lateralen palatalen Approximanten [ʎʎ].[52] FILIŎLUM entwickelte sich also über die Zwischenform *FILLJOLUM zum heutigen figliolo.

6. Etymologie

Um der Interpretation des ersten cantos gerecht zu werden, ist eine etymologische Untersuchung unabdingbar. Dafür sollen die Begriffe figliuol, Inferno und parente auf ihre etymologischen Ursprünge genauer untersucht werden.

Dante verwendet in Vers 74 das Wort figliuol, mit dem er den Sohn des Anchises, Aeneas meint. Meyer-Lübke gibt als korrespondierende lateinische Form fīliŏlus[53] an und merkt an, dass „it. figliuolo,-a [.] in Mittelitalien und in Norditalien außer Piemont figlio,-a verdrängt“ habe.[54] Zusätzlich nennt Meyer-Lübke für die romanischen Sprachen „frz. filleul, prov. filhol [und] sp. hijuelo [.]”, wobei zu bemerken ist, dass im Provenzalischen mit dem Begriff filhol ein „Taufkind“ und im Spanischen ein „kleines Kind“ gemeint ist. Dagegen ist das lateinische fīliŏlus als Diminutivform von fīlius[55] zu verstehen, wie de Vaan kommentiert.[56] Er gibt weiterhin das Proto-Italische *fīlio und das Proto-Indoeuropäische *dh(e)h1i-l- an.[57]

[...]


[1] Hans Wilhem Klein: Latein und Volgare in Italien. Ein Beitrag zur Geschichte der italienischen Nationalsprache. Zwölftes Heft. München, 1957, 35.

[2] Caritas idiotarum kann auf deutsch mit „die Rücksicht der Ungebildeten“ wiedergegeben werden; Dante war sich der immer geringer werdenden Lateinkenntnisse unter dem Volk bewusst. Um mit seinem Werk dennoch Erfolg zu erzielen, musste er in italienischer Sprache schreiben.

[3] S. Wilhelm Meyer-Lübke: Romanisches etymologisches Wörterbuch. Heidelberg, 1935, 152: „cantio, -ōne „Gesang“. It. canzone, […] prov., kat. cansó, […].”

[4] Gianfranca Lavezzi: Manuale di metrica italiana. Roma, 1996, 133: „Derivata dalla cansó provenzale, la canzone è considerata da Dante (De vulgari eloquentia II III 2-3) la più illustre (“excellentissima”) delle forme metriche.”

[5] Maximilian Gröne; Rotraud von Kulessa; Frank Reiser: Italienische Literaturwissenschaft. Eine Einführung. Tübingen, 2012, 70.

[6] Ebd. Das Prinzip der Silbenzählung wird auch syllabierendes oder nummerisches Prinzip genannt. Normalerweise liegt der Versakzent auf der vorletzten Silbe des Verses, was dem normalen Wortakzent der italienischen Sprache entspricht.

[7] Der verso piano gilt als Normaltyp.

[8] Im Fall des verso tronco muss zur Silbenzahl eine Silbe ergänzt werden.

[9] Im Fall des verso sdrucciolo muss zur Silbenzahl eine Silbe angezogen werden.

[10] S. Gröne; Kulessa; Reiser, 70.

[11] Gröne; Kulessa; Reiser, 72. Neben Dante ist bedeutsamerweise auch Petrarca zu nennen.

[12] „Kettenreim“ mit der Reimordnung aba bcb cdc usw.

[13] Die Commedia besteht aus drei cantiche (Inferno, Purgatorio und Paradiso), die jeweils 33 canti aufweisen. Nebenbei besteht eine Strophe der Commedia aus drei Versen; einem sog. Terzett.

[14] Gröne; Kulessa; Reiser, 71.

[15] Ebd. Nach Synalöphe erhält man so „selva^oscura“.

[16] Die metrische Trennung von Vokalen ist eher selten und stellt hier, trotz der direkten Verwendung am Anfang einen Ausnahmefall dar.

[17] „Elfsilber“: Unterschieden wird zwischen Versen mit ungerader und gerader Silbenzahl.

[18] Gröne; Kulessa; Reiser, 71.

[19] Lavezzi, 140: „Se non con Dante viene sancita la supremazia dell’endecasillabo nella canzone…”.

[20] S. Giuseppe Patota; Gianluca Lauta: Nuovi lineamenti di grammatica storica dell'italiano. Bologna, 2007, 197.

[21] S. http://www.danteonline.it/italiano/cerca.htm vom 24.03.14.

[22] Die norditalienische Stadt Mantua zählt heute zur Lombardei. Die gleichnamige Provinz Mantua grenzt an die Emilia-Romagna an.

[23] Meyer-Lübke, 349, s.v. hŏmo, -ĭne „Mensch“, „Mann“. […] it. uomo […]. Nach de Vaan wird homo zum ersten mal im Lex Duodecim Tabularum und bei Livius Andronicus gebraucht,

[24] siehe https://www.degruyter.com/view/TLL/6-3-16/6_3_16_homo_v2007.xml?pi=0&moduleId=tll-entries&dbJumpTo=homo, s.v. homo, vom 24.03.14.

[25] Substantiv enoja, Verb enojar; Meyer-Lübke, 364, s.v. ĭnŏdĭāre „ärgern“ […] It. annojare, frz. ennuier, prov. enojar […] Ablt.: it. noia „Langeweile“.

[26] S. Tullia de Mauro; Mauro Mancini: Garzanti etimologico. Milano, 2000, s.v. noia.

[27] Nach de Vaan wird das lateinische ōdī zum ersten Mal unter Naevius gebraucht, odium unter Plautus.

[28] Heute luogo.

[29] Daneben sind auch foco (heute fuoco) und core (heute cuore) zu erwähnen.

[30] Siehe http://www.danteonline.it/italiano/cerca.htm vom 24.03.14.

[31] Nach Patota, 61 sind Formen wie core, foco und loco in der sizilianischen Dichtungssprache bis zum vergangenen Jahrhundert üblich, die keinen Diphthong aufweisen, obwohl sie ursprünglich im Lateinischen ein ŏ oder ě besitzen.

[32] S. Meyer-Lübke, 413, s.v. lŏcus „Ort“. […] it. luogo […]. Nach de Vaan wird lateinisch lŏcus zum ersten Mal unter Livius Andronicus gebraucht,

[33] Siehe https://www.degruyter.com/view/TLL/7-2-10/7_2_10_locus_v2007.xml?moduleId=tll-entries&dbJumpTo=locus&pi=0, s.v. locus, vom 24.03.14.

[34] Werner Bahner: Dantes Bemühungen um die Geltung und Formung der italienischen Literatursprache. Sitzungsberichte der deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Berlin, 1966, 38.

[35] Außerdem ist zu bemerken, dass Dante im Verlauf der Commedia seinen Stil stets an die Thematik anpasst. Dies lässt er den Leser im Purgatorio, V.70-72 wissen, indem er schreibt: „ Lettor, tu vedi ben com’io innalzo/ la mia matera, e però con più arte/ non ti maravigliar s’io la rincalzo.”

[36] S. Patota, 116: „La lingua latina, a differenza dell’italiana, aveva tre generi: il maschile, il femminile e il neutro.”

[37] J.B. Hofmann; Anton Szantyr; Manu Leumann; Friedrich Stolz; J.H. Schmalz : Lateinische Syntax und Stilistik. München, 1965, 8: Das Neutrum, das dem Mask.-Fem. gegenüberstand, diente seit idg. Zeit zur Bestimmung des wirklich Unbelebten, der untätigen, ungegliederten Masse. So scheidet sich bei den Ausdrücken für „Wasser“ und „Feuer“ das Mask.-Fem. […] als Vertreter des als handelnd gedachten religiösen Typus vom Neutr. [… als dem materiellen, profanen Typus[…].

[38] S. Patota, 116: „Nel passaggio dal latino all’italiano il neutro si perse, e le parole che appartenevano a questo genere furono trattte come maschili.“ Jedoch hat sich das Neutrum aus dem Italienischen nicht ganz zurückgezogen. So erscheinen in der Pluralbildung einiger Nomen sowohl eine maskuline Endung auf –i als auch eine feminine Endung auf –a, die auf ein ursprünglich neutrales Geschlecht im Lateinischen hinweisen, z.B. il braccio- le braccia und i bracci.

[39] S Patota, 154.

[40] Ebd.

[41] Ebd.

[42] Lat. VIDĒRE gehörte zur zweiten Konjugationsklasse, im Gegensatz zu lat. VIVĔRE, das der dritten Klasse angehört.

[43] S. Patota, 155. Patota zählt folgende Verben auf: für das Italienische der Gegenwart cliccare (das Drücken der Maustaste am Computer) oder meilare (eine E-Mail verschicken), und für das Italienische „di ieri“gestire oder guarire.

[44] S. Patota, 175. Heute verzichtet die italienische Sprache darauf, ob im Aussage- oder im Fragesatz, das Subjektspronomen zu nennen.

[45] S. Patota, 79.

[46] Ebd.

[47] Inferno, canto I, v.73.

[48] Inferno, canto I, v.66.

[49] Pelago, verwendet im Inferno, canto I, v.23.

[50] Genti, verwendet im Inferno, canto I, v.51.

[51] S. Patota, 90: “Nella prima fase lo [j] ha prodotto il raddoppiamento della laterale precedente, e LJ è diventato LLJ […].”

[52] S. Patota, 90: „[…] trasformandola in laterale palatale intensa [ʎ ʎ].“

[53] Nach de Vaan taucht die Form fīliŏlus unter Plautus zum ersten Mal auf.

[54] Meyer-Lübke, s.v. fīliŏlus.

[55] Nach de Vaan wird die Form fīlius zum ersten Mal bei der Lex Duodecim Tabularum und bei Livius Andronicus verwendet.

[56] De Vaan, s.v. fīlius.

[57] S. Gerhard Meiser: Historische Laut- und Formenlehre der lateinischen Sprache. Darmstadt, 1998, s.v. Okklusive. Diese Entwicklung lässt sich damit erklären, dass Okklusive wie das urindogermanische dh im Lateinischen zu f werden. Nach einem Laryngalschwund von h1 ist die Proto-Italische Form leicht erkennbar.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Eigenheiten des Altitalienischen. Dantes "Divina Commedia"
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
2,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
12
Katalognummer
V381999
ISBN (eBook)
9783668579262
ISBN (Buch)
9783668579279
Dateigröße
753 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
eigenheiten, altitalienischen, dantes, divina, commedia
Arbeit zitieren
Anuschka Wanner (Autor), 2014, Eigenheiten des Altitalienischen. Dantes "Divina Commedia", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/381999

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