Elektronische Bezahlverfahren und deren Umgang in den Sparkassen


Hausarbeit, 2016

20 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Definition und Systematisierung von elektronischen Bezahlverfahren
2.2 Beschreibung ausgewählter E-Payment Lösungen
2.3 Bewertung

3 Einsatz von E-Payment Lösungen in Sparkassen
3.1 E-Payment Angebote
3.2 Vergleich von Paydirekt und Paypal
3.3 Bewertung

4 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Übersicht der Zahlungsmittelvarianten im Zeitpunkt-Model

Abbildung 2: Häufig genutzte Zahlungsformen beim Online Shopping

Abbildung 3: Ablauf von Zahlungen mit Paypal

Abbildung 4: Ablauf von Zahlung mit Paydirekt

Abbildung 5: Gebührenübersicht

Abbildung 6: Beispielhafte Zahlungsverfahren um Zeitpunkt-Model

Abbildung 7: E-Payment-Angebot der Sparkassen im Zeitpunkt-Model

Abbildung 8: Angeschlossene Banken an Paydirekt

Abbildung 9: Paydirekt scheinbar chancenlos

Abbildung 10: Anforderungen an elektronische Bezahlverfahren.

1 Einleitung

1.1 Situation

Die immer weiter voranschreitende Digitalisierung hat inzwischen Einfluss auf viele Lebensbereiche genommen. Nicht nur der berufliche Alltag wurde in den letzten Jahrzehnten durch das Web und neue Technologien geprägt. Ebenso stark hat die Digitalisierung auch im privaten Bereich Spuren hinterlassen. Insbesondere im weltweiten Einkaufsverhalten ist ein deutlicher Wandel erkennbar. Das Einkaufen im Internet über Computer, Smartphone oder Tablet hat keine Einschränkungen mehr in Bezug auf Ort oder Zeit. Deutsche Verbraucher bestellen immer mehr und häufiger im Internet und zählen bereits heute zur internationalen Spitze im E-Commerce.[1]

Wer im Internet Einkäufe tätigt, wünscht sich eine einfache und unkomplizierte Bezahlung. Die Lösung dafür sind elektronische Bezahlsysteme, die gegenüber klassischen Bezahlverfahren, wie Überweisung oder Zahlung per Nachnahme, an Beliebtheit gewinnen. Die Auswahl an Bezahlsystemen ist groß. Doch welches eignet sich für welchen Zweck, ist sicher und stößt vor allem auf breite Akzeptanz?

1.2. Ziel der Arbeit

In dieser Arbeit wird die steigende Relevanz von elektronischen Bezahlsystemen untersucht. Ein Ziel ist es, einen Überblick über elektronische Bezahlsysteme zu geben. Das zweite Ziel ist es, den Umgang der Sparkassen mit diesem Thema zu erläutern.

1.3. Gliederung

Zum Einstieg werden die theoretischen Grundlagen erklärt und die Bezahlsysteme in einer Kategorisierung voneinander abgegrenzt. Darauf aufbauend erfolgt eine Auseinandersetzung mit den zwei Bezahlverfahren Paypal und Paydirekt, um diese anschließend zu bewerten. Als nächstes wird herausgestellt, wie die Sparkasse mit den elektronischen Bezahlverfahren umgeht. Konkret wird untersucht, welche elektronischen Bezahlverfahren von Sparkassen angeboten werden und wie sie sich im Vergleich zum Marktführer schlagen. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung.

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Definition und Systematisierung von elektronischen Bezahlverfahren

Der elektronische Handel von Waren oder Dienstleistungen im Internet (Electronic-Commerce) wird mit einem Bezahlvorgang abgeschlossen. Die klassischen Zahlungsverfahren Vorkasse, Rechnung, Nachnahme, Lastschrift und Kreditkarte wurden für den elektronischen Bezahlvorgang angepasst. Darüber hinaus sind auch neue Zahlungsverfahren wie Paypal, Sofortüberweisung oder Paydirekt entwickelt worden. Elektronische Bezahlverfahren sind eher bekannt unter dem Begriff „E-Payment“ von Electronic Payment, was lediglich eine englische Übersetzung darstellt. E-Payment beschreibt die Ausführung von finanziellen Transaktionen über elektronische Medien wie das Internet.[2]

Für ein besseres Verständnis ist es erforderlich, die Bezahlverfahren zu kategorisieren. Sie können dabei anhand verschiedener Kriterien differenziert werden. Mögliche Klassifizierungen ergeben sich beispielsweise aus dem Zeitpunkt der Zahlung, der Höhe des zu zahlenden Betrages, der Anonymität bei der Bezahlung, der Akzeptanz des Zahlungssystems, dem Transaktionsweg sowie den Hardware- und Softwarekomponenten.[3] In dieser Arbeit bietet die Betrachtung nach dem Zeitpunkt der Zahlung die Grundlage zur Kategorisierung, denn dabei lassen sich Erklärungsansätze ableiten, warum ein Kunde sich für genau ein bestimmtes Bezahlverfahren entscheidet und warum der Händler genau dieses Verfahren anbietet. Für den Händler ist die Nutzung des Kunden ein Kriterium in Bezug zur Auswahl des Bezahlverfahrens.[4]

Betrachtung nach dem Zeitpunkt der Zahlung

Der Zeitpunkt, zu dem das Konto des Käufers mit dem zu zahlenden Betrag belastet wird, hat einerseits Einfluss auf die Schnelligkeit der Abwicklung des Geschäftsverkehrs zwischen Kunde und Händler. Andererseits sind der Zeitpunkt der Belastung sowie die Art der Zahlungsmöglichkeiten relevant für den Kunden. Man unterscheidet hierbei zwischen Pay Before, Pay Now und Pay Later Modellen.

Pay Before Model

Bei dem Pay Before Model lädt der Kunde vor dem eigentlichen Kauf des gewünschten Produktes Guthaben mit Bar- oder Buchgeld auf ein Zahlungsmedium. Das kann eine Prepaid-Karte oder ein virtuelles Kundenkonto bei einem Zahlungsdienstleister sein. Während des eigentlichen Kaufvorgangs wird es dann mit dem Kaufbetrag belastet. Typische Vertreter des Pay Before Modells sind zum Beispiel die Prepaid Kartenanbieter paysafecard.[5] Der Kundenvorteil liegt zum einen in der Möglichkeit der Anonymität und zum anderen kommt der Kunde nicht in Versuchung, Geld auszugeben, das er nicht besitzt. Für den Händler ist eine Zahlungssicherheit gegeben, so dass er die Ware zügig versenden kann.

Pay Now Model

Bei diesem System wird das Konto des Kunden genau zum Zeitpunkt des Einkaufes im Internet belastet. Beispielhaft hierfür sind das elektronische Lastschriftverfahren (ELV) oder die Sofortüberweisung.[6] Da auch hier für den Händler eine Zahlungssicherheit gegeben ist, kann er auch beim Bezahlverfahren im Pay Now Model die Ware schnell versenden. Der Kunde kann Buchungen auf seinem Konto direkt nachvollziehen und behält so den Überblick.

Pay Later Model

Bei dem Pay Later Model liegt der Belastungszeitpunkt nach dem der Zahlung. Die Kreditkarte ist ein bekanntes Beispiel dafür. Dabei werden alle während einer Periode anfallenden Beträge gesammelt. Die Summe wird dem Kunden monatlich in Rechnung gestellt oder seinem Konto belastet.[7] Bei dem Model genießt der Kunde einen Liquiditätsvorteil. Der Händler profitiert davon, weil der Kunde zu Spontaneinkäufen verleitet wird. Weitere Beispiele sind Zahlung auf Rechnung oder Ratenkauf. Während bei der Kreditkarte für den Händler die Zahlungssicherheit gegeben ist, bleibt sie bei Rechnung und Ratenkauf aus. Beim Ratenkauf profitiert der Händler aber von Zinsen, die der Käufer zusätzlich entrichtet.

Die nachfolgende Abbildung 1 ordnet den Zeitpunktmodellen entsprechende Bezahlverfahren zu.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Übersicht der Zahlungsmittelvarianten im Zeitpunkt-Model[8]

2.1.1

2.2 Beschreibung ausgewählter E-Payment Lösungen

Um zu verstehen, wie die elektronischen Bezahlsysteme funktionieren und welche Vorteile sie mitbringen, werden für diese Arbeit zwei unterschiedliche Verfahren beschrieben. Die Auswahl von einem stark und einem eher selten genutzten Verfahren gibt einen repräsentative Gesamtblick auf die E-Payment Lösungen. Weiterhin bietet die Betrachtung beider Varianten eine Grundlage für einen direkten Vergleich, der im dritten Kapitel stattfindet. Gewählt wurde dazu Paypal (23,9 Prozent) und Paydirekt (unter Sonstige vgl. Abb.1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Häufig genutzte Zahlungsformen beim Online Shopping[9]

Nach der Beschreibung werden die Verfahren in die Betrachtung nach dem Zeitpunkt der Zahlung einsortiert. Da die Gebühren auch eine Rolle in Bezug auf die Akzeptanz des Bezahlverfahrens für Händler und Kunde spielen, wird das Preismodell anhand eines Zahlenbeispiels erläutert. Als Beispiel wird ein Umsatz i. H. v. 5000 Euro angenommen, der durch 100 verschiedene Buchungen zustande kommt. Günstige Konditionen können die Händler dazu animieren ein weiteres Bezahlverfahren im Online Shop einzubauen oder zu ersetzen.[10]

Paypal

Paypal wurde 1998 gegründet und ist mit 192 Mio. Kundenkonten die führende Zahlungsform für das Online Shopping (siehe Abbildung 2).[11] In Deutschland bieten mehr als 50.000 Online Shops die Bezahlung per Paypal an. Bereits 17,2 Mio. deutsche Nutzer sind registriert.[12]

Für die Nutzung von Paypal ist ein Konto erforderlich. Bei der erstmaligen Eröffnung und Registrierung werden eine E-Mail-Adresse, persönliche Daten und Kontodaten abgefragt. Zur Überprüfung auf die Richtigkeit führt Paypal eine Testüberweisung auf das hinterlegte Konto durch. Nach der Verifizierung können Zahlungen empfangen und gesendet werden. Die Anmeldung und Bezahlung erfolgt mit der hinterlegten E-Mail-Adresse und einem selbst gewählten Passwort. Bezahlt werden kann per Lastschrift, Kreditkarte oder aus einem vorhandenen Paypal-Guthaben. Der Verkäufer wird bei Zahlungsempfang, welcher unmittelbar erfolgt, per E-Mail über die eingehende Zahlung informiert. Paypal selbst dient hierbei ausschließlich als Dienstleister für den virtuellen Geldtransfer.[13] Der Nutzer kann auch über die Paypal Applikation auf seinem Smartphone Zahlungen senden und seine Buchungen abfragen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Ablauf von Zahlungen mit Paypal[14]

Das Paypal Konto und das Bezahlen ist gebührenfrei. Bei Zahlungsempfang fällt für den Händler eine Gebühr von maximal 1,9 Prozent des Geldbetrages zuzüglich 0,35 Euro pro Buchung an. Diese Kosten können durch individuelle Händlerkonditionen auf bis zu 1,5 Prozent reduziert werden.[15] Bei einem Umsatz von rund 5000 Euro durch 100 verschiedene Zahlungseingänge ergeben sich 130 Euro Gebühren.

Vorteile von Paypal

Die Bezahlung nur mit Eingabe der Email-Adresse und des Passworts ist für den Kunden sehr einfach. Weiterhin gibt es die Möglichkeit Paypal sowohl von einem PC, als auch einem Tablet oder Smartphone zu nutzen. Das bietet uneingeschränkte Flexibilität. Flexibilität zeigt sich auch in der Unabhängigkeit des Standortes des Online Shops, denn durch Paypal sind die Ländergrenzen für internationale Einkäufe geöffnet. Für den Händler bedeutet das, dass er das Marktpotenzial weltweit ausschöpfen kann.

Dadurch, dass die Finanzdaten nur bei Paypal gespeichert sind und nicht dem Verkäufer mitgeteilt werden, wird ein Datenmissbrauch verhindert. Zudem wird das Paypal-Konto durch modernste Verschlüsselungstechniken geschützt.[16] Das bietet Sicherheit und schafft Vertrauen. Dieses Vertrauen wird durch den Paypal Käuferschutz intensiviert. Wenn der gekaufte Artikel nicht ankommt oder nicht der Beschreibung entspricht, bietet er die Möglichkeit auf komplette Kaufpreiserstattung.[17]

Durch den sofortigen Geldeingang beim Verkäufer kann dieser die Ware schneller versenden. Das bedeutet, dass die Lieferzeit verkürzt wird.[18]

Paydirekt

Bankfremde Online-Bezahlsysteme wie Paypal oder Sofortüberweisung drängen sich zwischen Kunde und Bank und besetzen so eine wichtige Schnittstelle. Den Finanzinstituten entgehen dadurch wichtige Kontaktpunkte mit ihren Kunden und vor allem auch Ertragspotenziale.[19] Um dem entgegen zu wirken, haben sich 2014 einige Finanzinstitute in Deutschland zusammengeschlossen und das neue elektronische Bezahlsystem Paydirekt entwickelt. Seit dem Frühjahr 2016 kann es auch von Sparkassenkunden genutzt werden.

Die Registrierung für Paydirekt erfolgt direkt im Online-Banking. Ähnlich wie bei Paypal legt der Kunde einen Benutzernamen und ein Passwort fest. Durch die Eingabe einer generierten Transaktionsnummer wird die Registrierung abgeschlossen. Im letzten Schritt muss nur noch eine E-Mail bestätigt werden. Der Bezahlvorgang erfolgt im Weiteren durch die Eingabe des Benutzernamens und Passworts und der Bestätigung der Zahlung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Ablauf von Zahlung mit Paydirekt[20]

Paydirekt lässt die Zahlung über die Sparkassen Finanzinformatik autorisieren und teilt anschließend dem Händler eine Zahlungsgarantie mit. Anschließend erteilt Paydirekt im Auftrag des Händlers der Händlerbank eine Einzugsermächtigung, wodurch der Händler das Geld erhält.

[...]


[1] Vgl. Binnebößel U. (November 2016), S. 1

[2] Vgl. Seifert D. (2013), S. 146

[3] Vgl. Dannenberg M. (2013), S. 30

[4] Vgl. Dannenberg M. (2013), S. 51

[5] Vgl. Salmen S. et al (2013), S. 149

[6] Vgl. Dannenberg M. (2013), S. 30

[7] Vgl. Dannenberg M. (2013), S. 31

[8] Eigene Darstellung, angelehnt an Lammer T. (2006), S. 59

[9] Eigene Darstellung, Daten entnommen aus Schwandt F. et al (2017), S. 1

[10] Vgl. Dannenberg M. (2013), S. 51

[11] Vgl. Engel D. et al, Paypal (Hrsg.) (2017): Über Paypal, S. 1

[12] Vgl. Fußnote 11

[13] Vgl. Bartelt N. et al (04.12.2015), S. 1

[14] Vgl. Stahl E. et al (2009), S. 119

[15] Vgl. Bartelt N. et al (04.12.2015) S. 1

[16] Vgl. Fußnote 15

[17] Vgl. Fußnote 15

[18] Vgl. Bartelt N. et al (2017), S. 1

[19] Vgl. Paydirekt aktuell, Ausgabe 1/ Oktober 2015, S. 3

[20] Vgl. Paydirekt aktuell, Ausgabe 2/ Februar 2015, S. 6

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Elektronische Bezahlverfahren und deren Umgang in den Sparkassen
Hochschule
Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe Bonn  (Sparkasse)
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
20
Katalognummer
V382025
ISBN (eBook)
9783668601505
ISBN (Buch)
9783668601512
Dateigröße
1230 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Paypal, Payditrekt, Elektronische Bezahlverfahren
Arbeit zitieren
Maria Musacchio (Autor), 2016, Elektronische Bezahlverfahren und deren Umgang in den Sparkassen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/382025

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