Gründung und Neugründung der Arbeiterwohlfahrt Göttingen von 1920 bis 1948

Porträt einer SPD-nahen Organisation II


Fachbuch, 2017

107 Seiten


Leseprobe

Inhalt

Vorwort

Einführung

Gründung der Arbeiterwohlfahrt in Göttingen. Von der lokalen Wohlfahrtspflege zur organisierten Fürsorge

Die drei Luisen im Göttinger Ortsausschuss für Arbeiter­wohl­fahrt. Luise Stegen, Luise Syring, Luise Mergard

Rot vertreibt die Not. Die Tätigkeit der Arbeiterwohlfahrt

Die Finanzierung des Ortsausschusses für Arbeiterwohlfahrt. Von der Sammelbüchse zur Wohlfahrtslotterie

Die Frau und Das Bildungsprogramm der Frauenarbeits­gemeinschaft des Ortsvereins

Die AWO-Nähmaschinen im Nationalsozialismus

Die Neugründung der Arbeiterwohlfahrt nach 1945. SPD-nah und doch überparteilich

Kurzbiographien
Luise Stegen, die Wohltätige
Luise Syring, die Politische
Luise Mergard, die ideologisch Geschulte
Heinrich Hampe, Ausflugsziel der Kinder – Hampes Gartenlokal
Fritz Schmalz, vom Straßenkämpfer zum Gewerkschaftssekretär
Henriette Danneil, die Finanziererin aus der Schweiz
Marie Juchacz, die Frontfrau des Hauptausschusses
Hedwig Wachenheim, die Intellektuelle
Hanna Kirchner, die Revolutionärin
Johanna Kirchner, Allen Vögeln, die gefangen
Richard Schumacher, Gründungsmitglied der AWO nach 1945
Else Wagener, die Tante Else der Stadt Göttingen
Paul Lehmann, die Ironie des Unterbezirkssekretärs
Otto Rogge, vom Wandergesellen zum Geschäftsführer
Johannes Schiwara, Fürsorger und Geschäftsführer

Quellenabschriften
Protokoll der Gründungsversammlung des Ortsausschusses für Arbeiter­wohlfahrt Göttingen am 5.10.1925 im Volksblatt
Ausbau der Kinderfürsorge durch die Gemeinde. Eine Rezension verfasst von Marie Juchacz
Frauentag des Unterbezirks Göttingen am 4. Juli 1926 in Northeim
Organisation des Bezirksausschusses und der Ortsausschüsse
Unsere Aufgaben in den Wohlfahrtsämtern. Von Kreisausschuss­mitglied Alfred Krenzer, Uslar
Die Arbeiterwohlfahrt hilft
Brief Johannes Schiwara an die Stadt Göttingen

Abkürzungen und lexikographische Zeichen

Quellen und Literatur

Personenverzeichnis

Vorwort

Lange Jahre gab es die „Arbeiterwohlfahrt Göttingen Stadt und Land“. Erst 1978 wurden Ortsverein und Kreisverband eigenständige Organisationen, als nach der Gebietsreform auch die Arbeiterwohlfahrt einen neuen Kreisverband mit den ehemaligen Kreisverbänden Duderstadt, Göttingen und Hann. Münden gründete. Die Arbeiterwohlfahrt in Göttingen hat bis heute eine wechselvolle gemeinsame Geschichte durchlebt. Die hier vorgelegte Untersuchung zeichnet die Gründungsjahre in der Weimarer Republik und die Neugründung nach 1945 nach.

Ihren Anfang nahm die Arbeiterwohlfahrt in der Not der 20er Jahre. Eine Handvoll Frauen aus dem SPD-Ortsverein um Luise Stegen und Luise Syring haben sich damals mit einfachen Mitteln dafür eingesetzt, das Leben in der Stadt in fast aussichtsloser Lage erträglicher zu machen. Sie haben Spenden gesammelt, Kleider genäht und Lebensmittel verteilt. Durch ihre Tätigkeit bekämpften sie vorwiegend die Not der Kinder. Das zeigt schon der erste Spendenaufruf des Ausschusses für Arbeiterwohlfahrt aus dem Jahr 1920. Nach der Kapitulation im April 1945 waren die Lebensverhältnisse in der Stadt schwierig. Diesmal waren es Tausende Flüchtlinge, die die größte Not litten.

Die Geschichte der Arbeiterwohlfahrt durchziehen einige Leitmotive. Von Beginn an baut die neue Organisation auf ehrenamtlich tätige Frauen, und selbst die ersten Geschäftsführer waren ehrenamtlich tätig. Es bleibt schwierig, die notwendigen finanziellen Mittel zu erhalten. Und nicht nur in den Anfängen ist die praktische Fürsorge mit kommunalem sozialpolitischem Engagement verbunden.

Der Pragmatismus ist typisch. Aber auch die Weitsicht, mit der die Arbeiterwohlfahrt die Grundzüge der modernen Sozialpolitik mit begründete. Auch heute ist die Arbeiterwohlfahrt als moderner Wohlfahrtsverband bestrebt, neue Lösungen auf neue gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln. Und so gilt auch heute der weitsichtige Apell von Marie Juchachz, der Gründerin der Arbeiterwohlfahrt, an alle Ehrenamtlichen und Mitarbeitenden: „und darum ist mein letztes Wort: bitte behalten, pflegen und fördern Sie die innere Bereitschaft zum Weiterwachsen, die innere Bereitschaft dazu, die Erkenntnisse der Gegenwart in sich aufzunehmen und zu verarbeiten, und je mehr wir das tun, umso mehr werden wir den Aufgaben, die wir uns als Arbeiterwohlfahrt im Staatsganzen und in der Gemeinschaft der Menschen gestellt haben, gerecht werden.“

Danksagung

Ich danke besonders den Mitarbeitern des Stadtarchivs Göttingen Oliver Schröer, Rolf Lohmar und Rolf Kohlstedt. Sie haben mich während der Recherchen zu meinem Thema immer bereitwillig unterstützt. Auch die Gespräche mit anderen Nutzern des Archivs, die alle mit ihren eigenen Arbeiten beschäftigt waren, sind für mich sehr hilfreich gewesen. Während der Produktion von Texten fehlt es oft an solchen Kolloquien, die als Plattform dient, Ideen auf den Prüfstand zu stellen, um zu sehen, ob sie weiterführen oder nicht. Besonders denke ich an Dr. Willi Gerlach, Dr. Peter Kriedte, und Dr. Rainer Driever.

Einführung

Die Themen dieser Arbeit sind die Entstehungsgeschichte und die Neugründung der Arbeiterwohlfahrt Göttingen von 1920 bis 1948. Das erste Kapitel "Gründung der Arbeiterwohlfahrt in Göttingen. Von der lokalen Wohlfahrtspflege zur organisierten Fürsorge" beschäftigt sich mit der Frage, wann der Ortsausschuss für Arbeiterwohlfahrt Anfang der 20er Jahre entstanden ist. Dieser Ortsausschuss ist die lokale Vertretung der vom Parteivorstand der SPD um Reichspräsident Friedrich Ebert und Vorstandsmitglied Marie Juchacz in Berlin gegründeten Wohlfahrtsorganisation, dem sogenannten Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt.

Zu diesem Thema sind für den Raum Göttingen schon zwei grundlegende Arbeiten veröffentlicht worden. Im Jahr 1983 erschien das Buch Zwischen Familie und Parlament. Sozialdemokratische Frauenarbeit in Südniedersachsen[1] von Christel Wickert. Die Arbeit berührt das Thema direkt, denn Wohlfahrtsarbeit in der SPD ist fast ausschließlich sozialdemokratische Frauenarbeit gewesen. Das zweite Buch ist die im selben Jahr erschienene Geschichte der Arbeiterwohlfahrt in Hann. Münden[2] von Cordula Tollmien.

Tollmien hat das Thema sicherlich umfassend behandelt und alle verfügbaren Quellen recherchiert, eingesehen und in ihre Schrift eingearbeitet. Aber trotz aller Bemühungen ist sie nicht auf ein Gründungsdatum des Ortsausschusses für Arbeiterwohlfahrt in Hann. Münden gestoßen. Durch das Buch von Christel Wickert gelingt es Tollmien, das Gründungsdatum historisch über die Aussagen von zwei Zeitzeugen auf die Zeitspanne von 1922 bis 1923 einzugrenzen.[3] Ein Buch mit dem historischen Horizont wie das von Cordula Tollmien fehlt bislang noch für die Entstehungsgeschichte der Göttinger Arbeiterwohlfahrt.

Selbst wenn wir aber alle Quellen und Schriften zur Wohlfahrtsarbeit in den Göttinger Archiven zusammennehmen könnten, dann wäre es unmöglich, das Buch von Cordula Tollmien von der Wohlfahrtsarbeit in Hann. Münden auf die Göttinger Verhältnisse eins zu eins umzuschreiben. Dafür ist der historische Abstand zu den Gründerjahren der AWO mittlerweile zu groß geworden. Was man allerdings heute sehr gut tun kann, ist, sich das Volksblatt[4] Göttingen einmal genau anzusehen, um die Entstehungsgeschichte der Arbeiterwohlfahrt in der Stadt Göttingen nachzuvollziehen.

Ausgabe des Göttinger Volksblattes vom 16.7.1925. Quelle: Stadtarchiv Göttingen.

Tollmien hat das Volksblatt als Quelle für die Geschichte der Arbeiterwohlfahrt in Hann. Münden schon ausführlich genutzt. Für die Stadt Göttingen dürfte diese Quelle noch ergiebiger sein, denn Göttingen stand dem Volksblatt thematisch näher als die umliegenden Gemeinden. Hinzu kommt ein weiterer Vorteil, den wir nutzen können. Weil die maßgebliche Frau der AWO-Gründerjahre, Luise Stegen, ein Büro in den Redaktionsräumen des Volksblattes in der Weender Landstraße 13 hat, finden Spendenaufrufe, Geschäftsberichte, Veranstaltungshinweise und andere Nachrichten aus ihrer Wohlfahrtsarbeit schnell den Weg ins Volksblatt und zum Zeitungsleser. Daher müsste sich heute noch die Entstehungsgeschichte der AWO aus dem Volksblatt rekonstruieren lassen.

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Fassadenzeichnung der Volksblattdruckerei im Maschmühlenweg 12. Quelle: Städtisches Museum.

Wissenschaftlich arbeitende Historiker raten dazu, Quellen kritisch zu betrachten.[5] D. h., sich die Frage zu stellen, wie objektiv die Quelle mit der dahinterliegenden Wirklichkeit umgeht. Vermittelt das Volksblatt ein realistisches Bild der Stadt zwischen 1920 und 1933? Das Volksblatt ist weit davon entfernt, die Stadtgeschichte objektiv wieder zu geben. Es vermittelt ein Bild der Stadt nicht, wie sie an sich ist, sondern wie die Arbeiterbewegung sie sehen soll: Diese Wirklichkeit ist antifaschistisch, solidarisch mit der Arbeiterklasse, antikommunistisch[6] und antikapitalistisch. Als der Nelson-Bund[7] in den Jahren 1924 bis 1925 über größeren Einfluss im SPD-Ortsverein verfügt, kommen noch die kulturpolitischen Schwerpunktthemen Selbstbestimmung der Frauen, Bildung und Antiklerikalismus hinzu. Der Blick des Volksblattes auf die Stadt ist also nicht objektiv, sondern im Sinne der Parteiinhalte geleitet. Die Gesamtheit der Zeitungsartikel des Volksblattes stellen im geschichtswissenschaftlichen Sinn also keine Quelle da, auf die sich eine solche Untersuchung beziehen kann. Das Volksblatt ist eher als eine Art Sekundärliteratur zu betrachten, die jeden Morgen das Geschehen in der Stadt aus sozialdemokratischer Perspektive kommentiert.

In der Zeit der Weimarer Republik ist das Volksblatt die tägliche Pressestimme des SPD-Ortsvereins. Offiziell nennt es sich: Organ für die werktätige Bevölkerung der Stadt Göttingen und der südhannoverschen Kreise Göttingen, Hann. Münden, Northeim, Einbeck, Duderstadt, Osterode am Harz, Harzgebiet und Uslar. In dem für die Gründung des Ortsausschusses der Arbeiterwohlfahrt so wichtigen Jahr 1925 ist die Druckerei des Volksblattes im Maschmühlenweg 8/10 neben dem Volksheim untergebracht. Das Gebäude des Volksheimes ist im Besitz des sogenannten Gewerkschaftskartells, dient aber der gesamten Arbeiterbewegung als Treffpunkt und Vereinslokal.

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Das Volksheim ist die Begegnungsstätte der Göttinger Arbeiterbewegung. Dann wurde es im Jahr 1944 von einer Fliegerbombe zerstört, die eigentlich den Göttinger Bahnhof hätte treffen sollen. Quelle: Städtisches Museum.

In der Leitung der Druckerei und der Redaktion sind die Mitglieder der Parteispitze des SPD-Ortsvereins versammelt. Leiter der politischen Redaktion[8] und des Feuilletons ist der Reichstagsabgeordnete Richard Schiller. Er wird später von Ernst Fahlbusch abgelöst. Leiter der Redaktion für Lokales ist Werner Blumenberg, Geschäftsführer ist Arthur Bode, Leiter der Pressekommission ist Eduard Kaldauke aus Hann. Münden. Die „Firmenträger“ sind Senator Fritz Wedemeyer, der SPD-Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt, Hermann Blanke, und Unterbezirkssekretär Paul Lehmann. Die „Firmenträger“ sind wohl die Mitglieder des Aufsichtsgremiums, das die Partei als Eigentümerin in der Redaktion vertritt. Die Redaktion ist nicht im Maschmühlenweg untergebracht, sondern in der Weender Landstraße 13.[9] Dass eine fast komplette Ausgabe des Volksblattes die Zeit des Nationalsozialismus überlebt hat, verdankt die Zeitung ausgerechnet dem Archiv des Göttinger Tageblattes.[10]

Nach dem Kapitel über die Gründung der Arbeiterwohlfahrt behandeln die folgenden Kapitel die Geldquellen und Tätigkeiten des Ortsausschusses und die Inhalte der Bildungsarbeit in der Frauenarbeitsgemeinschaft. Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit der Neugründung des AWO-Stadtverbandes nach der Kapitulation 1945. Die Neugründung der Arbeiterwohlfahrt ist erst am 28. Oktober 1945 möglich geworden, nachdem der Aufbau der sozialdemokratischen Infrastruktur aus Partei, Gewerkschaft, Arbeitersportbund u. a. Unterorganisationen von den Militärbehörden in Göttingen genehmigt worden war. Partei und AWO entstehen neu um den Feinmechaniker Felix Kraft aus der Firma Feinprüf, heute Mahr.

Gründung der Arbeiterwohlfahrt in Göttingen. Von der lokalen Wohlfahrtspflege zur organisierten Fürsorge

Unter der Bezeichnung „Ausschuss für Arbeiterwohlfahrt“ führt das SPD-Mitglied Luise Stegen schon am 12. Dezember 1920 zusammen mit anderen Göttinger Wohlfahrtsorganisationen eine Haussammlung für Geldspenden, Textilien und getragene Kleidungsstücke durch. Die Weihnachtsaktion ist eine freiwillige Initiative der sozialistischen Frauengruppe des SPD-Ortsvereins, deren Leiterin Luise Stegen ist. Sie unterstützt mit dieser Aktion die Initiative "Kinder in Not" des Ortsausschusses Göttingen der Deutschen Kinderhilfe.

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Faksimile der Kleinanzeige "Kinder in Not", VB 12.12.1920:

Die Arbeiterwohlfahrt beim SPD-Parteivorstand in Berlin wird genau ein Jahr zuvor am 13.12.1919 offiziell unter der Bezeichnung Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt von Marie Juchacz[11] gegründet. Im März 1920 formuliert der Hauptausschuss seine vorläufigen Richtlinien und verbindet diese mit dem eindringlichen Appell an die Partei, Bezirks- und Ortsausschüsse für Arbeiterwohlfahrt ins Leben zu rufen.[12]

In Hannover wird daraufhin zügig der Bezirksausschuss für Arbeiterwohlfahrt eingerichtet, an dessen Spitze der Juchacz-Mitarbeiter Fritz Feldmann steht.[13] Die Parteispitze um Reichspräsident Friedrich Ebert und Marie Juchacz will auf kommunaler Ebene die Wohlfahrtsarbeit nicht lokalen Initiativen überlassen. In ihren Augen braucht die Arbeiterbewegung eine schlagkräftige Wohlfahrtsorganisation, die in der Lage ist, selbstbewusst gegenüber Staat und Behörden aufzutreten. In den kirchlichen Wohlfahrtsorganisationen sehen sie eine Konkurrenz, manchmal auch einen Gegner, aber selten Unterstützung. Mit der Gründung des Hauptausschusses wird die Wohlfahrtspflege eine politische Dimension im Reichstag bekommen. Die organisierte Arbeiterwohlfahrt soll zudem in den Bereichen Kinderbetreuung, Altenpflege oder Krankenfürsorge als Partner der kommunalen Wohlfahrtsämter auftreten. Über die Abgeordneten wird der Hauptausschuss im Reichstag Einfluss auf die Sozialgesetzgebung nehmen. Marie Juchacz ist selbst Mitglied des Reichstags. Die Richtlinien des Hauptausschusses sehen diese politische Vertretung vor.

Lokale und freiwillige Initiativen wie die Haussammlung von Luise Stegen im Göttinger Ausschuss für Arbeiterwohlfahrt werden in Berlin und Hannover zwar gelobt, sie sind aber eigentlich nicht im Sinne der Parteispitze. Die strebt danach, die lokalen, ehrenamtlichen Initiativen nicht sich selbst zu überlassen, sondern in die Bezirks- und Ortsausschüsse zu integrieren. Deshalb häufen sich nach der Gründung des Hauptausschusses die Appelle an die Ortsvereine, auch Ortsausschüsse für Arbeiterwohlfahrt zu gründen.[14] Die Annäherung der ehrenamtlich agierenden Luise Stegen und ihrer Mitstreiterinnen an die neuen AWO-Gliederungen in Hannover und Berlin scheint nicht einfach gewesen zu sein. Die Frauen vor Ort sind an der praktischen Tätigkeit interessiert. Die offizielle Gründung des Ortsausschusses für Arbeiterwohlfahrt Göttingen – und damit auch die Kenntnisnahme der Richtlinien des Hauptausschusses – erfolgt erst am 5. Oktober 1925, also fast sechs Jahre nach der Gründung des Hauptausschusses in Berlin.

Gefördert wird die Frauengruppe um Luise Stegen von einer Gruppierung im Ortsverein Göttingen, die sich Internationaler Jugendbund nennt. Der IJB ist von dem Göttinger Philosophieprofessors Leonard Nelson[15] gegründet worden.

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Leonard Nelson. Quelle: Städtisches Museum.

Seine Mitglieder treten 1922 in den SPD-Ortsverein ein. Sie verhalten sich zunächst unauffällig, verändern dann aber erkennbar das Erscheinungsbild des Ortsvereins. Die führenden Aktivisten des IJB im SPD-Ortsverein sind Willi Eichler[16], Fritz Schmalz[17], Luise Mergard[18] und die Mitglieder des Lehrerkampfbundes Rudolf und Heinrich Küchemann, Erna Siem und Maria Kneisel. Zu den bevorzugten Zielgruppen ihrer Initiativen gehören die Sozialistische Arbeiterjugend, Lehrer und die Frauen der sozialdemokratischen Frauengruppe um Luise Stegen und Luise Syring. In den Frauen sieht vor allem Fritz Schmalz ein großes politisches Potential, das aktiviert werden muss.

Um die Position der IJB-Mitglieder zu stärken, organisieren Eichler und Schmalz 1924 sowohl die Gemeinderatswahl als auch die Reichstagswahlkämpfe des SPD-Ortsvereins in Göttingen. Im Dezember 1924 gelingt es, den SPD-Vorsitzenden des Ortsvereins Richard Schiller in den Reichstag wählen zu lassen. Richard Schiller ist nicht Mitglied des IJB, aber ein Anhänger des Führerschaftsprinzips der Philosophie Leonard Nelsons.[19] Der Begriff des Führers versteht sich im IJB nicht im nationalsozialistischen Sinn autoritär-diktatorisch, sondern eher im antiken Sinn als Rat der Weisen. Nicht nur personell, sondern auch inhaltlich-programmatisch verändern Schmalz, Eichler und Mergard das Gesicht der Partei in Göttingen. Im Kreis der sozialdemokratischen Frauengruppe werden inhaltliche und organisatorische Veränderungen vorgenommen.

Die Gruppe wird aufgeteilt in die Frauenkommission unter Leitung von Luise Stegen und in die Frauenarbeitsgemeinschaft für politische Schulung und politische Bildung,[20] deren Leitung Luise Syring übernimmt. Die Frauenkommission wird der helfende und wohltätige Arm des SPD-Ortsvereins in der Stadt. Hier werden auch die Bemühungen von Fritz Schmalz sichtbar, Luise Stegen und ihre Mitstreiterinnen an den Haupt- und den Bezirksausschuss für Arbeiterwohlfahrt heranzuführen.

Einfach ist das nicht, denn die Frauen sind es gewohnt, in eigener Regie zu arbeiten. Einen eigenen Ortsausschuss zu gründen, hieße, diese Selbstbestimmung einzuschränken und die Regeln des Hauptausschusses anzuerkennen. Wie viel Unbehagen gerade Luise Stegen dieser Gedanke bereitet haben muss, zeigt sich daran, dass sie an der Bezirkstagung[21] der Arbeiterwohlfahrt[22] unter Leitung von Fritz Feldmann im März 1925 in Hannover nicht teilnimmt. Das Protokoll der Tagung besagt, dass Vertreter aus 45 Ortsausschüsse und zehn aus Bezirksausschüssen anwesend sind. Darüber hinaus reisen noch 55 Gäste an, also Mitglieder der freiwilligen örtlichen Wohlfahrtspflege, die noch nicht in eigenen Ortsausschüssen organisiert sind. Fünf Jahre nach der Gründung des Hauptausschusses scheinen sie immer noch in der Mehrheit zu sein. Der Druck auf die noch nicht Organisierten, endlich eigene Ortsausschüsse zu gründen, wächst. Und, als wolle man Kompromissbereitschaft signalisieren, wird im Kreis der Frauengruppe des Ortsvereins die Arbeiterwohlfahrtskommission[23] ins Leben gerufen. Unter Einfluss des IJB soll so signalisiert werden, dass sich die Frauenkommission programmatisch in Richtung organisierte Arbeiterwohlfahrt bewegt.

Luise Stegen führt in den Sommerferien 1925 die Ferienausflüge mit Eltern und Schulkindern durch. Ziel der Wanderungen mit den Schulkindern ist nicht selten das Gartenlokal des SPD-Mitglieds Heinrich Hampe[24] in Grone. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen zur Gründung eines Ortsausschusses. Am 7.9.1925 hält Marie Wagenknecht vom Ortsausschuss für Arbeiterwohlfahrt Hildesheim einen Vortrag im Volksheim im Göttinger Maschmühlenweg.[25] Einige Wochen zuvor hat sich der Vorsitzende des Bezirksausschusses in Hannover, Fritz Feldmann, mit einem konkreten Anliegen an die Ortsvereine gewandt, die Fürsorge für bedürftige Wöchnerinnen, die nicht krankenversichert sind, den freien Wohlfahrtsverbänden zu übertragen.[26] Die Arbeiterwohlfahrt fordert, dass diese Verpflichtung gesetzlich geregelt wird. Feldmann bittet nun die Ortsausschüsse, Umfang und Art der bisher vor Ort geleisteten Hilfe zu ermitteln, damit diese Informationen in die parlamentarischen Verhandlungen eingebracht werden können. Deutlich wird an diesem Beispiel, dass durch die Einbeziehung der freien Wohlfahrt in die Fürsorge der Druck auf die Arbeiterwohlfahrt wächst, selbst Träger von Hilfen zu werden.

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Fritz Schmalz. Quelle: Städtischen Museums.

Am 21.8.1925 wird Fritz Schmalz[27] von den 470 Parteimitgliedern in einer außerordentlich einberufenen Versammlung zum ersten Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins gewählt. In die Führungsebene der Partei kommen auch Erna Siem und Maria Kneisel, die beiden Frauen aus dem IJB-Lehrerkampfbund, und als Beisitzerin, Luise Mergard.

Der neue Vorsitzende nutzt seinen gewachsenen politischen Einfluss. Am 5.10.1925 lädt er die Frauen der Sozialistischen Frauengruppe zu einer außerordentlichen Zusammenkunft in den kleinen Saal des Volksheims ein. Der erste Tagesordnungspunkt: „Arbeitsplan für den Winter“, der zweite: „Gründung eines Ortsausschusses für Arbeiterwohlfahrt . Am 5.Oktober macht Schmalz die anwesenden Frauen mit den Richtlinien des Hauptausschusses für Arbeiterwohlfahrt[28] vertraut. In der sich anschließenden Wahl wird Luise Mergard zur ersten Vorsitzenden des neuen Ortsausschusses gewählt.[29] Damit ist die AWO in Göttingen offiziell gegründet. In diesem Gründungsverfahren demonstriert Schmalz die praktische Anwendung des Führerschaftsprinzips aus der Philosophie Leonard Nelsons. Organisationstalent und politisch gewonnene Autorität ermöglichen die Gründung des Ortsausschusses für Arbeiterwohlfahrt und damit die Integration der Göttinger Wohlfahrtspflege von Luise Stegen in den Hauptausschuss von Marie Juchacz. Schon auf der Gründungsversammlung im Volksheim werden allerdings Proteste gegen die Gründung des Ortsausschusses laut. Das Argument ist, dass es bereits eine Arbeiterwohlfahrt in Göttingen gäbe. In der SPD stehen sich die bisherigen Aktivistinnen und die vom IJB organisierte Arbeiterwohlfahrt zunächst unversöhnlich gegenüber.

Die drei Luisen im Göttinger Ortsausschuss für Arbeiterwohlfahrt. Luise Stegen, Luise Syring, Luise Mergard

Unter dem Stichpunkt „Die Tätigkeit unserer Frauen“, schreibt Paul Lehmann,[30] Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Göttingen, in seinem Geschäftsbericht 1928[31]: „In den 27 Ortsvereinen der SPD sind Frauen organisiert. Leider in manchen nur eine“. Mit dieser selbstkritischen Ironie verbindet Unterbezirkssekretär Paul Lehmann den Appell an seine politischen Mitstreiter, in stärkerem Maße als bisher die eigenen Ehefrauen in die Parteiarbeit einzubeziehen, d.h. sie zu organisieren. Für den Göttinger SPD-Ortsverein kann dieser Appell nicht gedacht gewesen sein. Hier existiert bereits seit 1918 eine aktive Frauengruppe. Drei der Aktivistinnen heißen Luise: Luise Stegen, Luise Syring und Luise Mergard.

Luise Stegen arbeitet seit 30 Jahren bei der Göttinger Optik-Firma Mahrt & Hoerning als Aufwartefrau.[32] Sie ist die Ehefrau des ehemaligen Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Wilhelm Stegen. Nach 1918 leitet sie die Sozialistische Frauengruppe[33] im SPD-Ortsverein. Luise Syring ist Vorsitzende der Frauenarbeitsgemeinschaft für politische Schulung und Mitglied des Rates der Stadt Göttingen. Luise Mergard ist Mitglied des Internationalen Jugendbundes des Göttinger Philosophieprofessors Leonard Nelson. Sie verändert zusammen mit Fritz Schmalz und Willi Eichler das Erscheinungsbild des SPD-Ortsvereins Göttingen. Mehr Bildung für Frauen, kulturpolitische Veränderungen, Kirchenaustritte, ein Ende des Konkordats, das sind nur einige der programmatischen Eckpunkte des IJB. Die Wahlkämpfer Schmalz und Eichler sind auch maßgeblich daran beteiligt, dass Richard Schiller Ende 1924 als erster Sozialdemokrat aus der Region in den Berliner Reichstag einzieht. Neben Schmalz, Eichler und Mergard bestimmen in den Jahren 1924 bis Ende 1925 noch die Mitglieder des Lehrerkampfbundes Rudolf und Heinrich Küchemann, Erna Siem und Maria Kneisel, alle auch IJB-Mitglieder, politisch die Richtung im Ortsverein.

Luise Stegen ist die Wohltätige. Luise Syring die Politische und Luise Mergard die ideologisch geschulte Frau des Internationalen Jugendbundes (IJB) von Leonard Nelson. Keine der drei Frauen hat eine Berufsausbildung. Stegen arbeitet als Reinigungsfrau in der Göttinger Optikfirma Mahrt & Hoerning, Syring als Büglerin und Mergard als Dienstmädchen. In der Partei aufgestiegen sind alle drei Frauen aufgrund eigener Dynamik und Initiative. Unterstützt werden sie dabei von ihren Männern, wie das Unterbezirkssekretär Paul Lehmann seinen Genossen aus dem SPD-Ortsverein schon ans Herz gelegt hat: Organisiert eure Frauen in der Partei. Luise Stegen wird unterstützt vom Schuhmachermeister und ehemaligen SPD-Vorsitzenden Wilhelm Stegen. Luise Syring von Bernhard Syring, dem Hausmeister des Jugendheims in der Hospitalstraße 1, mit dem sie in zweiter Ehe[34] verheiratet ist.[35] Luise Mergard ist Ehefrau des Werkmeisters der Bahn, Wilhelm Mergard.

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Außenansicht des Jugendheims Hospitalstraße 1. Heute Junges Theater. Quelle: Städtisches Museum.

Die drei Frauen lösen einander im Vorsitz des Ortsausschusses für Arbeiterwohlfahrt von seiner Gründung im Jahr 1925 bis Anfang 1933 ab. Das IJB-Mitglied Luise Mergard wird am 5.10.1925 zur ersten Vorsitzenden der Arbeiterwohlfahrt in der Stadt von den Frauen der Sozialistischen Frauengruppe gewählt.[36] Allerdings nur für einige Wochen. Es mag überraschen, dass Luise Stegen in dem neu gegründeten Ortsausschuss nicht den Vorsitz übernommen hat. Es ist aber anzunehmen, dass sie der organisierten Arbeiterwohlfahrt kritisch gegenüberstand. Nähabende, Kinderwanderungen und Haussammlungen, das sind in ihren Augen die typischen Tätigkeiten der Wohlfahrtspflege. Nach den Vorstellungen des Hauptausschusses sollen allerdings die politische Arbeit und das Engagement in der kommunalen Wohlfahrt im Mittelpunkt der Tätigkeiten der Arbeiterwohlfahrt stehen.

Deshalb ist Luise Stegen vermutlich am 10.3.1925[37] der Bezirkstagung der Arbeiterwohlfahrt unter Leitung von Fritz Feldmann in Hannover ferngeblieben. Auf der Tagung ergreift Luise Syring das Wort und spricht für die Wohlfahrtspflege des SPD-Ortsvereins. Wegen Luise Stegens Verständnis von sozialdemokratischer Wohlfahrtsarbeit hat die IJB-Spitze im Ortsverein anderen Frauen den Vorzug gegeben. Zum Beispiel Erna Siem[38], die Lehrerin aus dem Lehrerkampfbund des IJB, übernimmt kurzzeitig die Leitung der Frauenarbeitsgemeinschaft, und Luise Mergard ist einige Wochen Vorsitzende des Ortsausschuss für Arbeiterwohlfahrt.[39] Beide Posten teilen sich seit Jahren Luise Stegen und Luise Syring.

Als es auf der außerordentlichen Parteiversammlung am 16.11.1925 zum Bruch zwischen dem Internationalen Jugendbund und dem SPD-Ortsverein Göttingen kommt,[40] teilt Luise Mergard emotionslos den Delegierten den Rückzug aller IJB-Mitglieder aus ihren Parteiämtern mit. Der Vorstand des SPD-Ortsvereins wird von Mitgliedern des SPD-Bezirksvorstands Hannover abgesetzt. Noch in derselben Sitzung werden Neuwahlen durchgeführt. Als die Trennung zwischen Ortsverein und IJB vollzogen wird, freut sich Luise Stegen derart ausgelassen über die Niederlage des IJB, dass sogar das Volksblatt darüber berichtet[41]. Die Auseinandersetzung zwischen IJB und Ortsverein nimmt an Schärfte zu.[42]

Schmalz und Mergard raten den Mitgliedern des Ortsvereins, aus Solidarität mit dem Internationalen Jugendbund auch ihre Parteibücher zurückzugeben. Sie sollen aber nicht dem SPD-Ortsverein übergeben werden, sie sollen vielmehr per Post direkt an den Parteivorstand nach Berlin geschickt werden.[43] Der Ortsverein ist über den Einbruch der Mitgliederzahlen im Zusammenhang mit dem Parteiausschluss des IJB zunächst nicht informiert. Erst als die eingesandten Parteibücher aus Berlin zum SPD-Ortsverein nach Göttingen zurückgeschickt werden, wird das Ausmaß der Parteiaustritte deutlich. 68 der 470 Parteimitglieder des Ortsvereins haben die Partei verlassen. 32 Frauen und 36 Männer. D.h., dass aus Solidarität mit dem IJB knapp 10 Prozent der Männer und mehr als ein Viertel der Frauen den Ortsverein verlassen haben.[44]

Dass die Ereignisse um den IJB im Jahr 1925 eine besondere Belastungsprobe für die Partei darstellt, geht auch aus dem Geschäftsbericht des Unterbezirks hervor. Unterbezirkssekretär Paul Lehmann kommentiert in gewohnt selbstironischer Weise die Auseinandersetzungen zwischen SPD und dem Internationalen Jugendbund. Lehmann schreibt in seinem Geschäftsbericht: „Im Jahr 1925 mag manches nicht befriedigen. Die Entwicklung zum Sozialismus ist oftmals ein gar langweilig Ding“.[45] Nelson, Schmalz, Mergard und Eichler lösen den IJB auf und gründen an seiner Stelle den Internationalen Sozialistischen Kampfbund (ISK).

Die letzten Wochen des Jahres 1925 sind für Luise Stegen so hektisch, dass sie mit den Vorbereitungen für das traditionelle Weihnachtsfest mit Kinderbescherung erst am 6.1.1926 fertig wird. An die 500 Kinder werden bewirtet und erhalten kleine Geschenke. Danach wird sie zur Leiterin des Ortsausschusses gewählt. Auf der Vollversammlung des Ortsvereins am 21.1.1926 berichtet Luise Stegen über die Tätigkeit des Ortsausschusses für Arbeiterwohlfahrt[46] . Nach dem Ausschluss des Nelson-Bundes aus dem SPD-Ortsverein geht Luise Stegen zur Tagesordnung über. Sie wird den Ortsausschuss bis 1931 leiten. Sie ist mittlerweile 60 Jahre alt.[47] Schließlich wird sie von der dritten Luise abgelöst. Luise Syring. Sie ist 47 Jahre.

Noch unter ihrem Namen, „Luise Henkel, Kriegswitwe“, wird Luise Syring auf der Kandidatenliste des SPD-Ortsvereins für die Wahl zum Rat der Stadt Göttingen im Mai 1924 ganz oben hinter den Parteispitzen Richard Schiller und Friedrich Wedemeyer platziert. Sie ist kommunalpolitisch die erfolgreichste unter den drei Luisen. Sie wird 1924 in den Rat der Stadt Göttingen gewählt. Parallel dazu leitet sie weiterhin die Frauenarbeitsgemeinschaft. Auf der Generalversammlung[48] Mitte Januar 1933 berichtet sie über die Tätigkeit des Ortsausschusses für Arbeiterwohlfahrt. Es ist der letzte Tätigkeitsbericht der Leitung vor der Auflösung durch die Nazis.

[...]


[1] Wickert (1983): Frauenarbeit.

[2] Tollmien (1983): Hann. Münden.

[3] Vergl. hierzu Tollmien (1983): Hann. Münden, S.46ff.

[4] Das Volksblatt (VB) ist die sozialdemokratische Tageszeitung in der Weimarer Republik und erschien von 1919 bis 1933. Die Ausgabe für Göttingen liegt im Stadtarchiv Göttingen (StadtAGö.) von 1920 bis Februar 1933 verfilmt und im Original vor.

[5] Jordan (2013): Geschichtswissenschaft.

[6] Vergl. hierzu die "Nazi/Kozi"-Debatte der "Sozis" im Volksblatt, in der von Sozialdemokraten sowohl Nationalsozialisten als auch Kommunisten gleichermaßen als politische Gegner ausgemacht werden. VB 17.6.1932.

[7] Vergl. hierzu VB 8.3.1924.

[8] FES, Geschäftsbericht 1925, S. 1.

[9] VG 19.7.1924.

[10] Vergl. hierzu das Kapitel "Über die Quellen", Tollmien (1983): Hann.Münden, S. 21.

[11] Vergl. hierzu die Kurzbiographie von Marie Juchacz im Anhang.

[12] Roehl 1961, S. 86f.

[13] VB 12.12.1920. Feldmann verband den Aufruf, sich zu solidarisieren mit einer kleinen Zusammenfassung der Richtlinien des Hauptausschusses. Vergl. FES (1954): Richtlinien der Arbeiterwohlfahrt.

[14] Vergl. hierzu den Leitartikel von Hanna Kirchner VB 4.10.1926, S.1 und Hedwig Wachenheim, Wohlfahrtspflege und Arbeiterbewegung, VB 23.1.1926, S.4 und den Bericht über die Rede der Gastrednerin Marie Juchacz auf dem Frauentag in Osterode, VB 10.9.1925, S. 4.

[15] Der Nelson-Bund ist eine politische Verbindung, die 1918 von dem Göttinger Philosophieprofessor Leonard Nelson (1882-1927) gegründet wurde. Bis Ende 1925 nannten sich die Anhänger Nelsons Internationaler Jugendbund, danach Internationaler Sozialistischer Kampfbund. Vergl. hierzu auch Franz Walter (2011); Republik, S. 124.

[16] Willi Eichler (1896-1971), 1922 Sekretär Nelsons, 1927 Vorsitzender des Internationalen Sozialistischen Kampfbundes, 1933 antifaschistischer Widerstand aus dem Exil, 1945 Parteimitglied der SPD und Vorsitzender der Programmkommission, 1956 Mitautor des Godesberger Programms. Vergl. hierzu Harder (2013), S.160ff.

[17] Vergl. hierzu die Kurzbiographie Fritz Schmalz im Anhang.

[18] Vergl. hierzu Kurzbiographie Luise Mergard im Anhang.

[19] Vergl. hierzu den "Exkurs zum Verhältnis Schillers zum IJB in Fußnote 3", Breuker (1974), S.19.

[20] In ihren Veranstaltungshinweisen im Volksblatt weist die Frauenarbeitsgemeinschaft regelmäßig darauf hin, dass das Ziel ihrer Arbeit "politische Bildung" oder "politische Schulung" für Frauen sei. VB 8.3.1924.

[21] Vergl. hierzu auch die Quellenabschrift "Die Organisation des Bezirksausschusses für Arbeiterwohlfahrt" im Anhang.

[22] VB 12.3.1925.

[23] VB 28.2.1925.

[24] Vergl. hierzu die Kurzbiographie Heinrich Hampe im Anhang.

[25] VB 10.9.1925.

[26] Vergl. hierzu den Appell Fritz Feldmann an die Ortsvereine, in: VB 10.7.1925, S. 4.

[27] VB 22.8.1929.

[28] VB 7.10.1925.

[29] Vergl. auch hier die Quellenabschrift des Protokolls der Gründungsversammlung der Sozialistischen Frauengruppe, VB 7.10.1925, im Anhang.

[30] Vergl. zu Paul Lehmann die Kurzbiographie im Anhang.

[31] FES, SPD-Unterbezirk Göttingen, Geschäftsbericht des Unterbezirks-Vorstands über das Jahr 1928, 15.

[32] Vergl. hierzu 30 Jahre Jubiläum Luise Stegen, in: VB 31.1.1931.

[33] VB 7.2.1922.

[34] Das Jugendheim ist auch ein Zentrum der Freidenker. Zur einzelnen biographischen Daten Bernhard Syrings, vergl. StadtAGö, Einwohnermeldeamt, Meldekarte Bernhard Syring. Vergl. auch den Artikel im Göttinger Tageblatt über die „marxistisch-bolschewistischen Umtriebe“ des ISK im Jugendheim in der Hospitalstraße 1. GT 18.3.1933

[35] Vergl. hierzu auch die Kurzbiographien der drei Frauen im Anhang.

[36] VB 7.10.1925.

[37] VB 12.3.1925.

[38] VB 6.6.1925.

[39] Vergl. das „Protokoll“ der Gründungsversammlung des Ortsausschusses für Arbeiterwohlfahrt VB 7.10.1925.

[40] Vergl. hierzu VB 16.11.1925.

[41] VB 18.11.1925 Genossin Stegen, schreibt das Volksblatt, gibt über diese Entwicklung „ihrer Freude Ausdruck“.

[42] Vergl. den Artikel Schluss mit der SPD, VB 9.12.1925.

[43] Vergl. hierzu Breuker, 1974, 30.

[44] Vergl. die Mitgliederbewegung im Ortsverein Göttingen in den Jahren 1924-1933, in: Breuker, 1974, S.148. Breuker weist darauf hin, dass in diesem Punkt Adelheid v. Saldern zu korrigieren sei, die von 127 Personen sprach, die die Partei wegen des IJB-Ausschlusses verlassen hätten. Vergl. v. Saldern 1971, S.174.

[45] FES, Geschäftsbericht des Unterbezirks 1925, S.5.

[46] Siehe VB 22.1.1926.

[47] Vergl. hierzu "Genossin Luise Stegen wird 60", VG 2.9.1931.

[48] VB 19.1.1933.

Ende der Leseprobe aus 107 Seiten

Details

Titel
Gründung und Neugründung der Arbeiterwohlfahrt Göttingen von 1920 bis 1948
Untertitel
Porträt einer SPD-nahen Organisation II
Autor
Jahr
2017
Seiten
107
Katalognummer
V382061
ISBN (eBook)
9783668579170
ISBN (Buch)
9783668579187
Dateigröße
4664 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gründung, neugründung, arbeiterwohlfahrt, göttingen, porträt, spd-nahen, organisation
Arbeit zitieren
Dr. Paul Forssbohm (Autor), 2017, Gründung und Neugründung der Arbeiterwohlfahrt Göttingen von 1920 bis 1948, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/382061

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