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Die Organisation als Netzwerk. Pathologische Formen der Arbeitsteilung verhindern und Innovationen ermöglichen

Title: Die Organisation als Netzwerk. Pathologische Formen der Arbeitsteilung verhindern und Innovationen ermöglichen

Essay , 2005 , 12 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sebastian Wiesnet (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Entwicklung und Implementierung von Innovationen in einer Organisation sind umso wahrscheinlicher, je reibungsloser die innerbetrieblichen Arbeitsprozesse vonstatten gehen und je größer das Vertrauen und die Solidarität unter den Mitarbeitern ist. (vgl. Powell 1990, S. 305; Heidenreich 2004, S. 105 (207)) Es gibt viele Störquellen, die Unruhe und Chaos in eine Organisation bringen können. Eine davon stellt die suboptimale Organisation der Arbeit dar, genauer gesagt der Arbeitsteilung. Durkheim benennt drei Formen der Arbeitsteilung, die zu Anomie, Konflikt und mangelnder Solidarität führen. (vgl. Durkheim 1992, S. 421-465)
Ziel dieser Arbeit ist es, Durkheims pathologische Formen der Arbeitsteilung mit der Netzwerktheorie zu verbinden und der Frage nachzugehen, wie ein intraorganisationales Netzwerk beschaffen sein muss, damit einerseits anormale Arbeitsteilung verhindert und (dadurch) andererseits Innovationen in einer Organisation ermöglicht werden.
Dazu werden die entsprechenden Ausführungen Durkheims umrissen (Kap. 1), die Netzwerktheorie skizziert und die unterschiedliche Bedeutung von starken und schwachen Bindungen hinsichtlich der Möglichkeit von Innovationen herausgearbeitet. Anschließend wird versucht, zentrale (und globale) Gesichtspunkte eines innovationsfreundlichen intraorganisationalen Netzwerks zu bestimmen (Kap. 4). Ergänzend dazu soll Kapitel 4 das Verständnis dafür schärfen, dass eine Organisation nicht nur per se ein Netzwerk darstellen, sondern auch Teil eines umfassenderen Netzwerks sein sollte.

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Inhaltsverzeichnis

1. Durkheims pathologische Formen der Arbeitsteilung

2. Das Netzwerk – unterschiedliche Bedeutung starker und schwacher Bindungen

3. Die Organisation als Netzwerk

4. Die Organisation als Teil eines Netzwerkes

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, wie ein intraorganisationales Netzwerk gestaltet sein muss, um pathologische Formen der Arbeitsteilung zu verhindern und gleichzeitig innovative Prozesse innerhalb einer Organisation zu fördern. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die strategische Balance zwischen internen Bindungsstrukturen und der notwendigen Offenheit gegenüber externen Umwelten.

  • Verbindung von Durkheims pathologischen Arbeitsteilungstheorien mit der modernen Netzwerktheorie.
  • Analyse der Rolle von starken und schwachen Bindungen für Wissensgenerierung und Solidarität.
  • Notwendigkeit von Hierarchien als ergänzendes Steuerungselement in Netzwerkorganisationen.
  • Einbettung der Organisation in übergeordnete Innovationsnetzwerke.
  • Überwindung dysfunktionaler Arbeitsteilung durch gezielte Kontaktreglementierung.

Auszug aus dem Buch

3. Die Organisation als Netzwerk

Welche Erkenntnisse können wir aus dem eben Gesagten für die ideal Beschaffenheit eines intraorganisationalen Netzwerks ziehen? Fassen wir noch einmal zusammen: Starke Bindungen bilden zwar eine optimale Basis für Solidarität, liefern aber keine neuen Informationen, wohingegen schwache Bindungen zwar neue Informationen liefern, aber keine gute Basis für Solidarität darstellen. In diesem Sinne müsste es sich bei den von Durkheim zur Vermeidung der anomischen Arbeitsteilung geforderten hinreichenden und genügend langen Kontaktbeziehungen also um starke Bindungen handeln, da wir die Entstehung von Solidarität im Sinne der Netzwerktheorie von der Kontakthäufigkeit und -dauer abhängig gemacht haben.

Bei der Verbindung von Durkheims pathologischen Formen der Arbeitsteilung mit der Netzwerktheorie stehen wir nun aber vor dem Problem, dass Arbeitsteilung in erster Linie schwache Bindungen generiert (vgl. Granovetter 1982, S. 107, 125). Die Lösung, die ich diesbezüglich anbiete, zielt ab auf Durkheims Unterscheidung von mechanischer und organischer Solidarität: Da strong ties zu relativer Ähnlichkeit der Akteure sowie zu daraus resultierenden solidarischen Gefühlen führen, kann man den starken Bindungen die mechanische Solidarität zuordnen. Weak ties wiederum verknüpfen verschiedene Akteure aufgrund ihrer Komplementarität, d.h. sie führen zu einer (mitunter abgeschwächten) Solidarität aus gegenseitiger Interdependenz, ergo zu organischer Solidarität.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Durkheims pathologische Formen der Arbeitsteilung: Das Kapitel erläutert die von Durkheim identifizierten Fehlformen der Arbeitsteilung, mit besonderem Fokus auf die anomische Arbeitsteilung als Hindernis für betriebliche Solidarität.

2. Das Netzwerk – unterschiedliche Bedeutung starker und schwacher Bindungen: Hier werden die netzwerktheoretischen Grundlagen erarbeitet, wobei der Kontrast zwischen starken Bindungen für Vertrauen und schwachen Bindungen für den Informationsfluss zentral ist.

3. Die Organisation als Netzwerk: Dieses Kapitel transferiert die theoretischen Erkenntnisse auf Organisationen und diskutiert, wie ein Gleichgewicht zwischen internem Zusammenhalt und notwendiger Heterogenität geschaffen werden kann.

4. Die Organisation als Teil eines Netzwerkes: Der Fokus liegt hier auf der notwendigen Offenheit der Organisation gegenüber ihrer Umwelt und der Rolle neoinstitutionalistischer Ansätze zur Koordinationsoptimierung.

Schlüsselwörter

Netzwerktheorie, Arbeitsteilung, Anomie, Solidarität, Innovation, starke Bindungen, schwache Bindungen, Organisation, Wissensschaffung, Embeddedness, Hierarchie, Kooperation, intraorganisational, Interdependenz, Informationsfluss.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Gestaltung von Organisationen als Netzwerke, um durch die Anwendung netzwerktheoretischer Konzepte pathologische Arbeitsteilung zu vermeiden und Innovationen zu ermöglichen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Organisationssoziologie, die klassische Theorie der Arbeitsteilung nach Durkheim sowie die moderne Netzwerktheorie, insbesondere die Bedeutung von „strong“ und „weak ties“.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es zu bestimmen, wie ein intraorganisationales Netzwerk beschaffen sein muss, damit es einerseits anormale Arbeitsteilung verhindert und andererseits Innovationen erfolgreich ermöglicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse, bei der Erkenntnisse der Netzwerktheorie (methodologischer Individualismus) mit Durkheims soziologischen Konzepten zusammengeführt und durch neoinstitutionalistische Ansätze erweitert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung von Durkheims Arbeitsteilungsformen, die Erläuterung der Netzwerkmechanismen, die Anwendung dieser auf interne Organisationsstrukturen sowie die Einbettung der Organisation in ein globales Umfeld.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Netzwerktheorie, Arbeitsteilung, anomische Arbeitsteilung, starke und schwache Bindungen, sowie die Einbettung (Embeddedness) von Akteuren.

Wie lassen sich Durkheims Konzepte mit heutigen Netzwerken verbinden?

Indem man Durkheims „hinreichend langen Kontakt“ zur Vermeidung von Anomie mit dem Konzept „starker Bindungen“ gleichsetzt und die „organische Solidarität“ als Resultat komplementärer, „schwacher Bindungen“ interpretiert.

Warum ist ein Minimum an Hierarchie laut dem Autor dennoch notwendig?

Obwohl Netzwerke für Kooperation wichtig sind, ist Hierarchie erforderlich, um zentrale Ziele festzulegen, Normen durch Sanktionen abzusichern und in einer wettbewerbsorientierten Umgebung handlungsfähig zu bleiben.

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Details

Title
Die Organisation als Netzwerk. Pathologische Formen der Arbeitsteilung verhindern und Innovationen ermöglichen
College
University of Bamberg
Grade
1,0
Author
Sebastian Wiesnet (Author)
Publication Year
2005
Pages
12
Catalog Number
V38252
ISBN (eBook)
9783638373722
ISBN (Book)
9783638848497
Language
German
Tags
Organisation Netzwerk Oder Netzwerk Formen Arbeitsteilung Innovationen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Wiesnet (Author), 2005, Die Organisation als Netzwerk. Pathologische Formen der Arbeitsteilung verhindern und Innovationen ermöglichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38252
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