Über die Zukunft der Arbeit


Seminararbeit, 2003

19 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wirtschaftliche und gesellschaftliche Visionen

3. Von der Agrar- zur Wissensgesellschaft

4. Auswirkungen der Globalisierung

5. Wandel der Tätigkeiten

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Eidesstattliche Erklärung

1. Einleitung

Gerade in Zeiten hoher Erwerbslosigkeit stellt sich häufig die Frage über die Zukunft der Arbeit. Werden wir in absehbarer Zeit ein neues Wirtschaftswunder erleben, oder werden wir in einigen Jahren den aktuellen Beschäftigungszahlen hinterher trauern?

Mit diesen und mit anderen Fragen haben sich in der Vergangenheit unzählige Experten, Politiker, Wirtschaftsmagnaten, Schwarzmaler und Positivisten auseinandergesetzt. Ihre Ergebnisse reichen von Weltuntergangsvisionen, aufgrund von gesellschaftlichen Spreizungen, die soziale Spannungen hervorrufen würden, bis hin zu einer Welt reiner Selbstentfaltung ohne menschliche Arbeit, da Maschinen und Roboter die bisherigen Beschäftigungsfelder übernehmen würden. Allen gemeinsam lässt sich die Beobachtung ableiten, dass wir im Moment politisch und wirtschaftlich eine Transformationsphase erleben, aus der neue Formen von Politik und Wirtschaft entstehen. Problematisch ist besonders das Tempo der Umwälzungen. Transformationen haben es immer gegeben und werden es auch weiter geben. Unzählige Innovationen, die im Tagesrhythmus unsere Gesellschaft verändern, fordern mittlerweile von jedem Arbeiter einen kontinuierlichen Anpassungsprozess an die neuen Vorraussetzungen. Früher wirkte dieser Mechanismus noch Generationenweise.

Im Nachfolgenden werden Entwicklungen aus der Vergangenheit mit Mechanismen der Gegenwart in Verbindung gebracht, um so eine tentative Annäherung an die Arbeitswelt der Zukunft zu erreichen. Verschiedene Konzepte werden erläutert um Tendenzen für unsere Zukunft erkennen zu können.

2. wirtschaftliche und gesellschaftliche Visionen

Das neue Jahrtausend ist gerade einmal drei Jahre alt, dennoch ist viel passiert: Kriege, Terror, Unruhen, Katastrophen, Krisen, um nur einige Ereignisse zu nennen. Alle zusammen sind Indikatoren von Veränderungen auf politischer, gesellschaftlicher, kultureller und wirtschaftlicher Ebene. Um über die Zukunft der Arbeit sprechen zu können, ist es wichtig die stattfindenden Veränderungen zu analysieren und richtig zu deuten.

Eine Momentaufnahme zeigt eine in Klassen unterteilte Welt. Auf der einen Seite befinden sich Länder oder Gebiete wie die USA, das vereinte Europa und einige Länder aus dem asiatischen Raum, wie Japan und Singapur. Diese zeichnen sich aus, durch ökonomische Stärke und politische Sicherheit. Auf der anderen Seite, befinden sich vor allem Länder des afrikanischen Kontinents. Identifiziert als ärmste Gebiete der Erde und politische Brennpunkte. Irgendwo dazwischen lokalisieren sich zukünftige Wirtschaftsgrößen, wie China oder Russland.

Die Welt der Zukunft wird wahrlich anders aussehen. Eine vergleichbare Weltordnung in Erste, Zweite und Dritte Welt wird wahrscheinlich nicht mehr existieren.[1] Die aktuelle Vormachtstellung der USA ist jetzt schon brüchig und bedroht.[2] Andere Nationen wie das vereinte Europa, China, Indien oder Russland werden mit den Vereinigten Staaten von Amerika gleichziehen. Gerade die wirtschaftliche Entwicklung in Ostasien verschiebt das Machtgleichgewicht speziell zwischen Asien und dem Westen. Ökonomische Erfolge generieren Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein. Dieses Kräftemessen ist ersichtlich dadurch, dass asiatische Unternehmen immer weniger empfänglich für amerikanische Forderungen sind und immer mehr imstande, Druck seitens der Vereinigten Staaten von Amerika oder anderen Ländern abzuwenden.[3]

Viele der afrikanischen Länder werden sich politisch und wirtschaftlich langsam stabilisieren und auch wirtschaftlich integrieren. Die zunehmende Alphabetisierung wird ihnen bald den Status eines Billiglohnlandes verleihen. Zusätzlich zur Alphabetisierung forciert der demographische Wandel die demokratische Entwicklung. Dadurch werden die weltweiten Handelsbeziehungen liberalisiert, welches zu Ungleichheiten führt. Die Gewinne der Unternehmen werden ansteigen und die Einkommen der Arbeiter stagnieren.[4] Dadurch entsteht Nährboden für gesellschaftliche Unruhen.

Dieses gesellschaftliche Auseinanderdriften wird nicht lediglich Ländern der ehemals Zweiten oder Dritten Welt vorbehalten sein, sondern jede Nation wird in Gefahr geraten, diese Entwicklung erleben zu müssen. So rechnen Experten damit, dass in den USA im Jahre 2020 mehr als 60 Prozent aller Einkommen an das oberste und nur noch zwei Prozent an das unterste Fünftel der Erwerbstätigen gehen.[5] Weiter wird prognostiziert, dass sich Amerika in Ghettos, in Form von eigenen Städten oder Gemeinden, unterteilen wird. Die Schwelle zu sozialen Unruhen wäre damit überschritten.

Summa summarum zeigen die genannten Tendenzen unterschiedliche wirtschaftliche und politische Entwicklungen. Inwiefern diese realistisch sind, wird die Zukunft zeigen. Dennoch haben alle eine gemeinsame Vision: das aktuelle Ungleichgewicht zwischen den USA und dem Rest der Welt wird sich relativieren. Die ersten Anzeichen sind bereits klar erkennbar.

3. Von der Agrar- zur Wissensgesellschaft

Veränderungen innerhalb einer Gesellschaft lassen sich sehr gut anhand des Wandels der Beschäftigungsstruktur verdeutlichen. Demnach lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit: Unsere Urgroßväter fanden ihre Arbeit meist ausnahmslos in der Landwirtschaft. Gerade in ländlichen Gebieten bot sich kein anderes Betätigungsfeld. In Städten differenzierte sich das Bild durch vereinzelnde Produktionsstätten. Nichtsdestotrotz erwies es sich als primäre Aufgabe, die Versorgung mit Lebensmitteln zu sichern. Im 18. Jahrhundert fanden demnach 90 Prozent der Bevölkerung ihre Aufgabe in der Landwirtschaft.[6]

Die Agrargesellschaft wandelte sich langsam in eine Industriegesellschaft. Der Bedarf an Arbeitskräften in der Landwirtschaft fiel rapide. Menschen wurden durch Maschinen ersetzt. Mehr Produktion bedeutete allerdings nur bis zu einem gewissen Maße mehr Konsum. Das Glück, sich nicht täglich um die eigene Versorgung kümmern zu müssen, förderte andere Beschäftigungsbereiche. Innovationen ermöglichten eine effektivere Verwendung von Rohstoffen und neue Produktionstechniken erzeugten eine rasante Erweiterung des Warenangebotes.

Nachdem die Ära der Industrie ihren Zenit überschritten hatte, etablierte sich eine Dienstleistungsgesellschaft, dessen Ausläufer wir gerade erleben. Klassische Produktionsfaktoren wie Natur, Arbeit und Kapital bekamen eine neue Bedeutung. Die Natur ist heute als Standortfaktor nicht mehr sehr relevant, vielmehr fokussiert sich die Betrachtung auf die Erhaltung der Natur. Verringerung der Emissionen und Erhaltung von natürlichen Gleichgewichten sind Prämissen einer ökologischen Produktion. Der Produktionsfaktor Kapital findet seine neue Bedeutung zum Beispiel in Form von Wissenskapital. Dies verdeutlicht sich besonders am Beispiel der Wissenschaft. Denn rund 90 Prozent der Wissenschaftler, die je gelebt haben, forschen heute.[7]

Die sektoralen Veränderungen verdeutlichen diese massiven gesellschaftlichen Umwälzungen der letzten 200 Jahre besonders am Beschäftigungsrückgang in der Agrarwirtschaft. So finden heute lediglich nur mehr 2,6 Prozent der Bevölkerung ihre Arbeit in der Landwirtschaft. Dies bedeutet nicht, dass wir in der heutigen Zeit mit weniger Lebensmitteln auskommen, sondern im Gegenteil. Denn dieser Bruchteil der Bevölkerung erzeugt mehr Lebensmittel und in einer besseren Qualität, als die bereits erwähnten 90 Prozent im 18. Jahrhundert.

Kompensiert wurden die Beschäftigungsrückgänge in der Landwirtschaft und Industrie, durch den ehemals boomenden dritten Sektor, besonders der Dienstleistungsbranche. Vorreiter dieser Transformation waren die USA, Holland und Kanada. In Deutschland bedeutete dies, seit 1960 circa 7,5 Millionen neue Arbeitsplätze.[8] Neue Serviceleistungen wurden etabliert. Auf einen Schlag waren in vielen Geschäften und Supermärkten für jeden Kunden ein Verkaufsberater verfügbar oder Firmen waren über eine Hotline rund um die Uhr verfügbar. Wenn der neue Videorekorder nicht zufriedenstellend funktionierte, konnte der Kunde selbst um drei Uhr in der Früh noch Hilfe anfordern.

[...]


[1] SHWEDER, Richard A.: Moralische Landkarten. In: Harrison, Lawrence E./ Huntington Samuel P.: Streit um Werte. Hamburg Wien 2002, S. 218.

[2] TODD, Emmanuel: Weltmacht USA – Ein Nachruf. München 2003, S. 21.

[3] HUNTINGTON, Samuel P.: Kampf der Kulturen. München Wien 1997, S. 158.

[4] TODD, Emmanuel: Weltmacht USA – Ein Nachruf. München 2003, S. 95.

[5] REICH, Robert B.: Die neue Weltwirtschaft. Frankfurt/Main 1997, S. 338.

[6] WILLKE, Gerhard: Die Zukunft der Arbeit. Hannover 1998, S. 45.

[7] WILLKE, Gerhard: Die Zukunft der Arbeit. Frankfurt 1999, S. 8.

[8] SAIGER, Helmut: Die Zukunft der Arbeit liegt nicht im Beruf. München 1998, S. 16.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Über die Zukunft der Arbeit
Hochschule
Universität Lüneburg  (Insitut fuer Volkswirtschaftslehre)
Veranstaltung
Wirtschaftliche und gesellschaftliche Probleme
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
19
Katalognummer
V38268
ISBN (eBook)
9783638373845
ISBN (Buch)
9783638762304
Dateigröße
504 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Gerade in Zeiten hoher Erwerbslosigkeit stellt sich häufig die Frage über die Zukunft der Arbeit. Werden wir in absehbarer Zeit ein neues Wirtschaftswunder erleben, oder werden wir in einigen Jahren den aktuellen Beschäftigungszahlen hinterher trauern? Im Nachfolgenden werden Entwicklungen aus der Vergangenheit mit Mechanismen der Gegenwart in Verbindung gebracht, um so eine tentative Annäherung an die Arbeitswelt der Zukunft zu erreichen.
Schlagworte
Zukunft, Arbeit, Wirtschaftliche, Probleme
Arbeit zitieren
Dennis Vilovic (Autor), 2003, Über die Zukunft der Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38268

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