Handelspartner Thailand. Deutsche Wirtschaftsbeziehungen zu Thailand. Risiken im Außenhandel


Hausarbeit (Hauptseminar), 2017

20 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Vorwort
1.2 Zielsetzung

2 Erste Wirtschaftsbeziehungen

3 Aktuelle Wirtschaftsbeziehungen Siemens AG: Bangkok Skytrain

4 Risiken im Außenhandel mit Thailand
4.1 Ausgewählte Instrumente zum Schutz vor Forderungsausfällen
4.1.1 Investitionsgarantien durch den Bund
4.1.2 Forfaitierung
4.1.3 Factoring
4.1.4 Abgrenzung zwischen Forfaitierung und Factoring
4.1.5 Dokumentenakkreditive
4.2 Ausgewählte Instrumente zum Schutz vor Wechselkursrisiken Devisentermingeschäft

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Ablauf einer Forfaitierung

Ab. 2: Ablauf eines Dokumentenakkreditivs

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Vorwort

Entscheidende Faktoren und Lebensumstände der Gesellschaft haben sich in den vergangenen Jahrzehnten in den aufstrebenden asiatischen Entwicklungsländern nachhaltig verändert. Langfristige Industrialisierung und Modernisierungsmaßnahmen der politischen Führung haben dazu geführt, dass die Lebensbedingungen der Menschen in Bezug auf Einkommen, Bildung und Gesundheit deutlich zugenommen haben.[1] Dies hat dazu beigetragen, dass neue soziale Schichten entstanden sind, welche zum kulturellen Wandel dieser Gesellschaften beigetragen haben. Thailand, frei übersetzt ”Das Land der Freien” war schon immer ein Land mit einer bewegten und zugleich spannenden Geschichte, welche im Zusammenhang mit dessen Nachbarregionen Myanmar, Kambodscha, Laos und Vietnam in mehrere Epochen unterteilt werden kann, welche jeweils unterschiedliche Regierungsformen beinhaltet haben.[2]

Schauen wir auf Südostasien, so erblicken wir mittendrin auch Thailand, welches einen strategischen Eingang zu diesem Gebiet darstellt und sich durch seine stabilen wirtschaftlichen Prognosen für ausländische Investoren langfristig attraktiv bleibt. Begründet werden kann diese Position durch ein anhaltendes Wirtschaftswachstum, eine fortschrittliche Infrastruktur, eine wirtschaftlich orientierte Politik so wie kompetente lokale Arbeitskräfte.[3] Darüber hinaus stellen sowohl Thailand als auch Deutschland führende Staaten in ihren jeweiligen Regionen dar. Hierzu versuchen beide Länder als Vorbilder auf internationaler Ebene die Herausforderungen des internationalen Handels, des Klimawandels, Sozialstandards und Sicherheitspolitik voranzutreiben.[4]

1.2 Zielsetzung

Im ersten Abschnitt des Hauptteils wird sich der Autor auf die Entstehungsgeschichte der ersten Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Thailand beziehen. Diese bilden den historischen Hintergrund der weiteren Zusammenarbeit.

Nachfolgend stellt der Autor eine Verbindung zwischen den damaligen und aktuellen Wirtschaftsverbindungen sowie einem aktuellen Beispiel, in dem ein deutsches Unternehmen bedeutend zum Erscheinungsbild Bangkoks beigetragen hat. Um als deutsches Unternehmen in den thailändischen Markt eintreten zu können, erörtert der Autor elementare Finanzinstrumente, um sich gegen Verlustrisiken zu schützen.

Im Resultat werden die behandelten Themen zusammengefasst. Abschließend skizziert der Autor einen Ausblick in Bezug auf zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen zwischen Deutschland und Thailand, unter Berücksichtigung auf die besondere thailändische Kultur.

Der Fokus dieser Hausarbeit liegt auf der Präsentation und Erörterung der aktuellen Gegenwart in wirtschaftlicher Hinsicht.

2 Erste Wirtschaftsbeziehungen

Seit dem Jahr 1782 wurde Thailand durch die Chakri-Dynastie regiert, welche zunächst mit einer absoluten Monarchie begann und sich ab 1972 in eine konstitutionelle Monarchie umwandelte. Begründet wurde die Chakri-Dynastie durch General Phraya Chakri [Rama I.], der den Thron bestieg, nachdem sein Vater König Taksin den Geschichtsbüchern nach dem Wahnsinn verfallen sein soll.[5]

Zwar war die Macht des Herrscherhauses selbst nominell absolut, dennoch fehlte den Königen die Vehemenz, um diesen Herrschaftsanspruch wirklich durchzusetzen. Dies hatte zur Folge, dass die damaligen Gouverneure und Sultane der einzelnen Provinzen so agieren konnten, wie sie wollten. Das einzige Interesse der damaligen Könige galt vor allem den Steuereinnahmen. Zudem wurden damals Treuebekundungen eher durch symbolische Tribute erwartet.[6]

Unter den ersten drei Königen der Chakri-Dynastie [1782 - 1868] waren Kontakte zum Westen auf ein Minimum beschränkt. Bis zu diesem Zeitpunkt wollte Thailand seine wirtschaftliche und politische Unabhängigkeit bewahren. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der internationale Handel in Thailand wegen seiner Geringfügigkeit und Unbedeutendheit politisch kaum wahrgenommen. Hohe Zölle und Steuern auf eingeführte Waren, so wie staatliche Monopole wirkten sich ebenfalls negativ auf die Bewegungsfreiheit der Kaufleute aus. Gleichzeitig wuchs das Interesse von außen am Handel mit diesem Königreich. Vor allem britische Kaufleute sahen aussichtsreiche Einnahmen. Dennoch wurden zunächst im Jahr 1821 die ökonomischen Interessen Großbritanniens vom Herrscherhaus nicht als gewichtet empfunden, weshalb die Ergebnisse erster Verhandlungen zwischen Großbritannien und Thailand scheiterten. Vier Jahre später im Jahr 1825 gelang es schließlich den Briten einen Handelsvertrag, den ‘Burney-Vertrag’ mit der thailändischen Regierung zu schließen, welcher erwartungsgemäße Erleichterungen, zunächst nur für britische Kaufleute, mit sich brachte. Dennoch waren die Zölle und Steuern auf eingeführte britische Produkte fortan sehr hoch. Wirkliche Vorteile des internationalen Handels wurden erst im Jahr 1855 durch König Mongkut [Rama IV.], dem neuen thailändischen Herrscher vorauszusehen, der den Ausländern aufgeschlossener war, als seine Vorgänger.

So wurde im Jahr 1856 der ‘Bowring-Vertrag’ zwischen beiden Regierungen geschlossen, welcher zentrale Auswirkungen auf den Handel zwischen Großbritannien und Thailand hatte; britische Kaufleute durften sich fortan frei in Thailand bewegen und mit kleinen Einschränkungen thailändisches Land kaufen. Ebenfalls entfiel die mehrfache Besteuerung der Exportgüter, Importabgaben auf alle Produkte wurden auf 3 Prozent beschränkt. Der ‘Bowring-Vertrag’ stellte einen Wendepunkt des internationalen Handels mit Thailand dar, denn mit diesem gab Thailand seine lange beibehaltenen Isolationismus auf.[7] Seine Unabhängigkeit trat Thailand hierdurch weitgehend ab, welches ein traumatisches Erlebnis für das damalige Herrscherhaus darstellte. Alle kommenden politischen Entscheidungen des Staates erfordern den Rückblick auf das Ereignis des Jahres 1856.[8]

In den kommenden Jahren schloss Thailand ähnliche Handelsverträge mit weiteren Staaten ab, dessen Muster dem ‘Bowing-Vertrag’ entsprachen. Der erste umfassende Freundschafts-, Handels- und Schiffahrtsvertrag zwischen Deutschland und Thailand wurde im Jahr 1862 mit dem deutschen Zollverein geschlossen.[9] In den folgenden Jahren würde sich der Einfluss auf Thailand durch westliche Staaten verstärken, darunter auch Deutschlands, welches zu einem der wichtigsten Handelspartner in Europa werden wird und eine fundamentale Rolle bei dessen Entwicklung spielen sollte.[10]

3 Aktuelle Wirtschaftsbeziehungen

Trotz enormer Wirtschaftshilfe von deutscher Seite, in wirtschaftshistorischer Leistung wie den Bau des thailändischen Eisenbahnwesens oder der Entwicklung des verlässlichen thailändischen Postsystems, ist diese Tatsache den meisten Thais wenig bekannt.[11]

Heute haben mehr als 600 deutsche Unternehmen einen Firmensitz in Thailand. Zwar ist der weit überwiegende Teil dieser Firmen in der Industrie tätig, aber auch Dienstleister und Handel operieren von Thailand aus. Aufgrund weit entwickelter Infrastruktur und Distribution können deutsche Produkte und Dienstleistungen dem gesamten thailändischen Markt zur Verfügung gestellt werden. Als Handelspartner ist Deutschland führend in den Bereichen; Maschinentechnik, Medizintechnik und Automobil.[12]

Thailand verzeichnete schon immer einen negativen Wert in seiner Handelsbilanz zu Deutschland, was bedeutet, dass eine größere Anzahl deutscher Produkte nach Thailand exportiert werden, als von Thailand nach Deutschland importiert.

Zu den wichtigsten Importgütern aus Deutschland zählen Maschinen, Elektronik, Chemieprodukte, Autos und deren KFZ-Teile. Deutsche Produkte haben im Allgemeinen einen sehr guten Ruf im Zusammenhang mit Qualität und Kundenservice in Thailand. Dies ist auch der Rechtfertigungsgrund deutscher Unternehmen für einen höheren Preis als den der Konkurrenz und kann als USP verstanden werden.[13]

Die wichtigsten deutschen Importprodukte aus Thailand sind EDV-Maschinen, Edelsteine, Gummiprodukte, Textilien und Bekleidung.[14]

Hierzu bildet Bangkok mit etwa 8,8 Mio. Einwohnern und im Großraum Bangkok 14,5 Mio. Menschen, das wichtigste Wirtschaftszentrum Thailands. Die Stadt ist sowohl eine Hafenstadt, als auch Verkehrsknotenpunkt des Straßen- und Eisenbahnnetzes, durch den ein Großteil des Außenhandels durchlaufen. Deshalb konzentrieren sich hier auch die Industrie- und Verwaltungszentren des Landes.[15]

Siemens AG: Bangkok Skytrain

So groß Bangkok auch ist, vor ebenso vielen Problemen steht es auch. Das rasante Wachstum vom Fischerdorf zum wichtigsten Handelszentrum Thailands brachte viele strukturelle Herausforderungen mit sich. So auch unter anderem das Problem der Mobilität von Millionen Einwohnern ebenso wie Touristen. Die damaligen Hauptverkehrsmittel bestanden aus Auto, Moped, Taxi oder Bus. Folge dessen waren vermehrt Unfälle, verstopfte Straßen und massive Luftverschmutzung.[16]

So beauftragte die damalige Regierung Bangkoks, die deutsche Firma Siemens AG zum Bau des Skytrain [BTS], als erstes von 3 leistungsfähigen Bahnsystemen. Nach mehrjähriger Bauzeit in Kooperation mit thailändischen Bauunternehmern [BTSC] wurde schließlich am 5. Dezember 1999 die 23 Kilometer lange Silom- sowie Sukhumvit Line in Betrieb genommen. Die Siemens AG war hierbei verantwortlich für das Projektmanagement, System integration, Telekommunikation, Signaling, Telekommunikation etc. Die Fahrzeuge wurden in Zusammenarbeit mit der deutschen Firma Porsche Design GmbH entwickelt. Um die ambitionierten Pläne der aktuellen Regierung Bangkoks zu erreichen und bis 2021 die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel von heute 40 auf 60 Prozent zu erhöhen, wird das Streckennetz Etappenweise erweitert und weiterhin durch Siemens instandgehalten.[17]

Das zweite Projekt bei Siemens AG[18] in Bangkok war die Bangkok Metro [MRT], die bereits innerhalb von 28 Monaten nach Beginn der Bauarbeiten ihren Betrieb im Jahr 2004 eröffnete. Ab 2010 öffnete der Suvarnabhumi Airport Rail Link [SRT] seine Tore, der als Verbindungsstrecke zwischen dem BTS Streckennetz und dem Suvarnabhumi Flughafen, mit insgesamt 8 Stationen und 25,7 Kilometern Länge fungiert. Alle drei Bahnsysteme nutzen zwar verschiedene Technik, sind aber an mehreren Bahnhöfen miteinander verbunden, um den Fahrgästen ein schnelles Umsteigen zu ermöglichen. Weitere Nahverkehrsstrecken im Zentrum sowie als Ring um die Innenstadt sind bereits im Bau.[19]

Als Folge dieser Zusammenarbeit wurde die Verkehrssituation in der Innenstadt entlastet und gleichzeitig verdoppelte sich die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit in Bangkok von unter 10 km/h auf heute 18 km/h.[20]

[...]


[1] vgl. Aurel 2015: S. 1 ff.

[2] vgl. Stoffers 2014: S. 7 ff.

[3] vgl. Stoffers 2014: S. VIII ff.

[4] vgl. Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH: 2016

[5] vgl. Stoffers 2014: S. 20 ff.

[6] vgl. Stoffers 2014: S. 29 ff.

[7] Thailand wurde als einziger Staat in Südostasien niemals unter kolonialer Herrschaft regiert.

[8] vgl. Stoffers 2014: S. 30 ff.

[9] vgl. Stoffers 2014: S. 65 ff.

[10] vgl. Stoffers 2014: S. 305 ff.

[11] vgl. Stoffers 2014: S. VII f.

[12] vgl. AHK: 2016

[13] vgl. AHK: 2016

[14] vgl. AHK: 2016

[15] vgl. Lorenz 2014: S. 20 f.

[16] vgl. Siemens AG: 2016)

[17] vgl. Siemens AG: 2016)

[18] seit 1. Oktober 2014; Siemens AG - Mobility Division

[19] vgl. Siemens AG: 2016)

[20] vgl. Siemens AG: 2016)

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Handelspartner Thailand. Deutsche Wirtschaftsbeziehungen zu Thailand. Risiken im Außenhandel
Hochschule
Hochschule Harz - Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH)
Note
2
Autor
Jahr
2017
Seiten
20
Katalognummer
V382921
ISBN (eBook)
9783668581456
ISBN (Buch)
9783668581463
Dateigröße
768 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Thailand, Bangkok, AHK, Skytrain, Forfaitierung, Factoring, Dokumentenakkreditive, Devisentermingeschäft
Arbeit zitieren
Valer Bida (Autor), 2017, Handelspartner Thailand. Deutsche Wirtschaftsbeziehungen zu Thailand. Risiken im Außenhandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/382921

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