Stetiger Wachstum im internationalen Handel von Finanztransaktionen aller am Markt agierenden Teilnehmer ging zu Beginn der 90er Jahre mit einem steigenden Kredit-Exposure einher. Daher wurde nach einer Möglichkeit gesucht, das Kreditrisiko bzw. Teile dessen zu transferieren und damit handelbar zu gestalten. Daraus entwickelten sich die Credit Default Swaps (CDS) als fest etabliertes und meist gehandeltes Kreditderivat. Banken oder anderen Marktteilnehmern wurde mit dem CDS der Handel von Ausfallrisiken ermöglicht, um dieses Risiko zu steuern bzw. auf andere Vertragsparteien zu transferieren.
Der Preis bzw. der sogenannte Spread des CDS hängt von vielen Faktoren ab, die in verschiedenen Literaturen sowohl theoretisch beschrieben, als auch praktisch nachgewiesen werden können. Es ist daher das Ziel der vorliegenden Arbeit, die wichtigsten Einflussfaktoren auf den CDS-Spread zu identifizieren und diese neben der theoretischen Diskussion ebenfalls unter dem Gesichtspunkt der aktuellen Forschungen und den einhergehenden empirischen Studien darzulegen und zu vergleichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit
2 Theoretische Diskussion der Einflussfaktoren auf die Höhe der Prämie
2.1 Funktion des Credit Default Swaps
2.2 Makroökonomische Faktoren
2.3 Firmenspezifische Faktoren
3 Aktueller Stand der Forschung
3.1 Strukturmodell
3.2 Reduktionsmodell
4 Fazit
4.1 Zielerreichung
4.2 Perspektiven
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die zentralen Determinanten zu identifizieren, welche die Höhe des CDS-Spreads beeinflussen. Dabei werden theoretische Modelle mit den Erkenntnissen aktueller empirischer Studien verknüpft, um zu analysieren, inwieweit diese Faktoren die Prämie erklären können und welche Einflüsse möglicherweise unerklärt bleiben.
- Grundlagen und Funktionsweise von Credit Default Swaps (CDS)
- Analyse makroökonomischer Einflussfaktoren auf die CDS-Prämie
- Untersuchung firmenspezifischer Determinanten wie Verschuldungsgrad und Volatilität
- Vergleich von Strukturmodellen zur Bewertung von Ausfallrisiken
- Evaluierung von Reduktionsmodellen und deren Praxisrelevanz
Auszug aus dem Buch
2.1 Funktion des Credit Default Swaps
Gehandelt werden CDS außerbörslich durch bilaterale Vereinbarungen zwischen den jeweiligen Vertragspartnern. Durch den Handel von CDS findet eine Spaltung des Kreditrisikos und der Kreditbeziehung statt. Während die Kreditbeziehung gegenüber dem Referenzschuldner bestehen bleibt, wird lediglich das Ausfallrisiko auf den Sicherungsgeber übertragen.
Hierbei wird ersichtlich, dass der Risikogeber mit einem Referenzschuldner z.B. eine Kreditbeziehung hält, bei der die Rückzahlung des Kredites durch Zins und Tilgung erfolgt. Mit dem Kauf eines CDS durch den Risikogeber erfolgt der angedeutete Transfer des Ausfallrisikos an den Risikonehmer. In dieser Konstruktion wird deutlich, dass die zu zahlende Prämie vom Risikogeber von verschiedenen Faktoren wie z.B. der Verschuldung des Referenzschuldners abhängig sein muss. Die Höhe der Prämie beeinflusst jedoch nicht die vertragliche Beziehung zwischen Referenzschuldner und Risikogeber.
Die Gegenleistung für die Ausfallversicherung des Risikonehmers erbringt der Risikogeber mit zuvor vereinbarten periodisch zu zahlenden Prämienzahlungen, welche meist viertel- oder halbjährlich erfolgen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Entwicklung des CDS-Handels ein, erläutert die Grundfunktionen des Kreditderivats und steckt den Rahmen sowie das Ziel der Untersuchung ab.
2 Theoretische Diskussion der Einflussfaktoren auf die Höhe der Prämie: Hier werden die Funktionsweise der CDS sowie verschiedene makroökonomische und firmenspezifische Faktoren theoretisch hergeleitet und in ihrer Wirkung auf die CDS-Prämie untersucht.
3 Aktueller Stand der Forschung: In diesem Teil werden mit dem Strukturmodell und dem Reduktionsmodell zwei wissenschaftliche Ansätze zur Modellierung von Ausfallrisiken und deren empirische Befunde gegenübergestellt.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, reflektiert die Zielerreichung und gibt einen Ausblick auf die Bedeutung hybrider Modellansätze in der Zukunft.
Schlüsselwörter
Credit Default Swap, CDS, Ausfallrisiko, Kreditderivate, Prämie, CDS-Spread, Strukturmodell, Reduktionsmodell, Finanzmärkte, Risikomanagement, Makroökonomie, Firmenspezifische Faktoren, Bonität, Verschuldungsgrad, Volatilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die verschiedenen Einflussfaktoren, die die Höhe der Prämie bzw. des Spreads von Credit Default Swaps (CDS) bestimmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Funktionsweise von CDS, makroökonomische Einflussgrößen, unternehmensspezifische Finanzkennzahlen sowie die Modellierung von Ausfallrisiken.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Identifizierung und theoretische wie empirische Untersuchung der wichtigsten Determinanten, die sich auf die Höhe des CDS-Spreads auswirken.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es erfolgt eine Literaturanalyse sowie der Vergleich theoretischer Modelle (Struktur- und Reduktionsmodelle) basierend auf aktuellen empirischen Studien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Einflussfaktoren und eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme zur Modellierung von Kreditrisiken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Credit Default Swap, Ausfallrisiko, Strukturmodell, Reduktionsmodell und CDS-Spread charakterisiert.
Warum spielt die Liquidität bei CDS eine so große Rolle?
Die Liquidität beeinflusst die Bid-Ask-Spreads und damit die Risikoprämien; geringe Liquidität führt tendenziell zu höheren Prämien für Marktteilnehmer.
Welchen Einfluss haben Rating-Ankündigungen auf den CDS-Markt?
Studien zeigen, dass der CDS-Markt oft bereits vor einer offiziellen Rating-Herabstufung reagiert, was die hohe Informationsrelevanz dieses Marktsegments unterstreicht.
- Quote paper
- Simon Schweihoff (Author), 2017, Credit Default Swaps (CDS) als meist gehandeltes Kreditderivat. Einflussfaktoren und Determinanten des CDS-Spreads, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/382978