Anmerkungen: Dies ist eine erweiterte Hausarbeit, die aus 3 begleitenden Seminaren geschrieben wurde. Hierzu mußte eine Untersuchung im Sinne von Befragungen durchgeführt werden. Das Thema dieser Arbeit umschließt viele Themen:
1. Erlebnisgesellschaft im Bezug auf Dienstleistungen
2. Finanzierung von Event´s und Festivals
3. Ehrenamt und die Motivation von Freiwilligen. Dieses Thema wurde durch eine Befragung von ehreamtlichen Helfern eines Festivals unterstützt.
1. Einleitung
Wir leben in einer Spaß- und Erlebnisgesellschaft in der sich die Subjekte selbst verwirklichen wollen. Der Kulturmarkt und die Unterhaltungsindustrie, also ein großer Teil des Dienstleistungssektors bieten diese Möglichkeiten etwas zu erleben. Sei es in Form von Veranstaltungen, Ausstellungen, Fun-, Tier- oder Erholungsparks, die man besucht. Oder aber in denen man beruflich oder ehrenamtlich mitwirkt, als Organisator oder als Freiwilligenhelfer.
Untersucht wird hier am Beispiel von Musik-Festivals die Wichtigkeit von ehrenamtlichen Helfern bei der Finanzierung von kulturellen Einrichtungen. Gerade heutzutage, wo die öffentlichen Kassen immer leerer werden, steht das Überleben vieler Veranstaltungen auf dem Spiel. Andere Finanzierungsmöglichkeiten müssen gefunden und genutzt und die Kosten müssen klein gehalten werden. Dabei spielen die Personen, die ohne Vergütung arbeiten, eine sehr große Rolle. Die Frage ist, warum sich diese Menschen unter diesen Bedingungen engagieren. Die Behauptung des Verfassers lautet, dass sie es aus Spaß an der Sache selbst machen. Sie tun es nicht nur, um der Gesellschaft etwas Gutes zu tun, sondern weil sie sich mit dem Projekt identifizieren. Aber wie lange werden sie das tun? So lange sie zufrieden sind!
Die Frage stellt sich, braucht ein Mensch Anerkennung um zufrieden zu sein? Um diese Behauptung zu untersuchen, wird im ersten Teil die Erlebnisgesellschaft genauer betrachtet. Dann werden Festivals allgemein beleuchtet um danach auf die Bedeutung für Staat, Gesellschaft und Wirtschaft einzugehen. Oder gibt es überhaupt einen Zusammenhang?
Die Betrachtung von Finanzierungsmöglichkeiten soll die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit bei der Finanzierung von Musikfestivals herausstellen. Zum Schluss der Arbeit werden Freiwillige Helfer zum Thema Motivation und Zufriedenheit der Anerkennung in ihrem Verein befragt, am Beispiel eines Indrock-Pop Festivals.1
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Erlebnisgesellschaft
2.1. Erlebe Dein Leben!
2.2. Freizeit ist gleich freie Zeit
2.3. Lebensstiltypen und Milieus
3. MusikFestivals
3.1. Entwicklung der Branche
3.2. Arten / Angebote
3.3. Bedeutung für Gesellschaft und Wirtschaft
3.4. Bedeutung für den Staat
4. Finanzierung von MusikFestivals
4.1. Begriffsabgrenzung: Finanzierung - Kulturfinanzierung
4.2. Arten der Kulturfinanzierung
4.2.1. Umsatzerlöse des Veranstalters
4.2.2. Mitgliedsbeiträge von Fördervereinen und Vereinen
4.2.3. Fundraising und Einzelspenden
4.2.4. Kultursponsoring
4.2.5. Mäzene, Stiftungen
4.2.6. Öffentliche Mittel
4.3. Ehrenamt und Freiwilligenarbeit
4.4. Finanzierung von einem Festival
5. Empirische Studie: Motivation und Anerkennung von Freiwilligen und Ehrenämtern. Studiensubjekte: Helfer des „Beispiel Festivals“
5.1. Ziele und Methodische Vorgehensweise
5.2. Ergebnisse
5.3. Diskussion
6. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung ehrenamtlicher Helfer für die Finanzierung von Musikfestivals in Deutschland vor dem Hintergrund der heutigen Erlebnisgesellschaft und knapper öffentlicher Budgets. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Beweggründe des freiwilligen Engagements sowie die Rolle von Anerkennung für die Motivation und Zufriedenheit der beteiligten Personen.
- Analyse der soziologischen Grundlagen der Erlebnisgesellschaft
- Untersuchung verschiedener Finanzierungsmodelle von Musikfestivals
- Evaluation des Stellenwerts von ehrenamtlicher Arbeit und Freiwilligenengagement
- Empirische Studie zur Motivation und Anerkennung am Beispiel eines Musikfestivals
Auszug aus dem Buch
3.3. Bedeutung für Gesellschaft und Wirtschaft
Festivals, wie auch andere ähnlich große Kulturveranstaltungen sind sehr bedeutend für die Gesellschaft und die Wirtschaft. Nicht nur große Festivals, wie das „Hurrican“ (Niedersachsen), sondern auch kleinere, wie das „Immergut“ (Mecklenburg-Vorpommern) ziehen Besucher und Touristen an und werten dadurch Stadtteile und Orte auf.
In Form von Anreise-, Übernachtungs- und Verpflegungsumsätzen wird Wirtschaftspotenzial geschaffen. Außerdem bieten sie viel Platz für das innenorientierte Erleben und die Selbstverwirklichung des Einzelnen. Sie verbinden Menschen und schaffen Arbeitsplätze. Auswirkungen zeigen sich auch schon seit längerem auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Seit dem Boom von Veranstaltungen und den geringeren Zuschüssen vom Staat in den 80ger Jahren, entstanden mit der Zeit neue Berufe. Zum Beispiel der des „Kulturmanagers“, den es seit mehr als 10 Jahren als anerkannten Beruf gibt. Er ist ein Allround-Talent und hat „... die Aufgabe Kunst und Kultur in der Gesellschaft professionell zu vermitteln und zu managen.“ Dabei plant, organisiert und verwaltet er das Budget inklusive Sponsorengewinnung. Weitere Beispiele sind der Tourneeleiter und Veranstaltungsmanager. Bei den neuen Berufsbildern ist stetiges Lernen unumgänglich, man muss sich ständig neu informieren und orientieren. Eine erschöpfende Aufstellung neuer Berufe soll hier nicht gegeben werden. Über diese Beispiele kann man aber schon einen guten Einblick in die Arbeitsmarktveränderungen gewinnen.
Eine weitere Bedeutung für die Wirtschaft ergibt sich aus dem immer größeren finanziellen Bedarf für Kulturveranstaltungen aus privaten Mitteln.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema der ehrenamtlichen Unterstützung bei Musikfestivals und Vorstellung der Forschungsfrage zur Motivation der Helfer.
2. Die Erlebnisgesellschaft: Erläuterung soziologischer Grundlagen der heutigen Spaß- und Erlebnisgesellschaft und deren Einfluss auf die Freizeitgestaltung.
3. MusikFestivals: Überblick über die Entwicklung, die Bedeutung und die vielfältigen Arten von Musikfestivals in der aktuellen Gesellschaft.
4. Finanzierung von MusikFestivals: Detaillierte Darstellung verschiedener Finanzierungsinstrumente, von Sponsoring über öffentliche Mittel bis hin zum Ehrenamt.
5. Empirische Studie: Motivation und Anerkennung von Freiwilligen und Ehrenämtern. Studiensubjekte: Helfer des „Beispiel Festivals“: Durchführung einer Befragung zur Analyse der Motivation und Anerkennungswünsche bei freiwilligen Helfern.
6. Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Diskussion möglicher Ansätze zur Förderung des Ehrenamts.
Schlüsselwörter
Musikfestivals, Erlebnisgesellschaft, Kulturfinanzierung, Ehrenamt, Freiwilligenarbeit, Kultursponsoring, Motivation, Anerkennung, Dienstleistungssektor, Kulturmanagement, Drittmittel, Freizeit, Engagement, Gemeinnützigkeit, Eventmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Relevanz von ehrenamtlicher Arbeit als Finanzierungskomponente bei der Durchführung von Musikfestivals in der heutigen Erlebnisgesellschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die soziologische Einordnung der Erlebnisgesellschaft, die ökonomische Analyse verschiedener Finanzierungsmodelle für Festivals sowie die psychologische Untersuchung der Motivation von Freiwilligen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Untersuchung?
Ziel ist es zu ergründen, warum Menschen ehrenamtliche Arbeit leisten und welche Rolle Anerkennung bei der Sicherstellung dieses Engagements spielt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Neben einer Literaturanalyse zur Theorie wird eine empirische Studie in Form einer schriftlichen Befragung (Fragebogen) der Helfer eines „Beispiel-Festivals“ durchgeführt.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Betrachtung der Finanzierungsarten von Kulturprojekten und eine empirische Datenauswertung zur Motivation der Helfer.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind Musikfestivals, Kulturfinanzierung, Ehrenamt, Motivation und die Rolle von staatlicher und gesellschaftlicher Anerkennung.
Warum ist das Thema "Erlebnisgesellschaft" für die Untersuchung relevant?
Das Konzept dient zur Erklärung der veränderten Bedürfnisse des Einzelnen, der verstärkt nach erlebnisorientierten Freizeitaktivitäten sucht und sich daher vermehrt in Kulturbereichen engagiert.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin hinsichtlich der Anerkennungskultur?
Es wird festgehalten, dass eine offene Anerkennungskultur seitens Staat, Wirtschaft und Gesellschaft eine notwendige Bedingung für den Fortbestand und die Motivation von Freiwilligen ist.
- Quote paper
- Doreen Schmidt (Author), 2004, Relevanz von ehrenamtlicher Arbeit bei der Finanzierung von Rock/Pop Musikfestivals in der heutigen Erlebnisgesellschaft (in Deutschland), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38304