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Hamlets Melancholie

Title: Hamlets Melancholie

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 18 Pages , Grade: 1

Autor:in: Marco Kerlein (Author)

English Language and Literature Studies - Literature
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Dass Shakespeare über außerordentliche Kenntnisse der menschlichen Seele verfügt haben muss ist unbestritten. Er formte die Personen seiner Stücke so detailliert und differenziert, dass man meinen könnte, er habe der Schaffung seiner Charaktere tiefgründige psychologische Studien des humanen Geistes zu Grunde gelegt. ‚Hamlet’ ist eines der berühmtesten Stücke der Weltliteratur, der Protagonist eine der undurchdringlichsten und zugleich faszinierendsten Personen, die Shakespeare entwarf. Dies liegt nicht zuletzt an der vielschichtigen Psyche Hamlets. Der Dänenprinz schwankt in dem Stück zwischen manischer Depression, Melancholie und Trauer auf der einen Seite und Rachegelüsten, Abscheu und vorgetäuschtem Wahnsinn auf der anderen Seite. Diese Arbeit untersucht den Gemütszustand Hamlets im Bezug auf seine Melancholie in den ersten beiden Akten. Grundlagen der Untersuchung bilden die elisabethanische Humoralpathologie und die moderne Definition der Melancholie, die in Sigmund Freuds Abhandlung ‚Trauer und Melancholie’ ihren Ursprung hat. Da die Begriffsbestimmung der Melancholie laut Freud auch in der deskriptiven Psychiatrie schwankend ist, wird in diesem Text auf pedantische Differenzierungen von psychologischen Fachtermini verzichtet. Welche Gründe und Anlässe für Hamlets Melancholie gibt es, wie äußert sich seine seelische Störung und welche Auswirkungen hat sie auf Hamlet und seine Umgebung? Dies sind die Fragen, denen ich in diesem Aufsatz nachgehen will. Ausgangspunkt der Analysen bilden die Texte von Bert O. States, Theodore Lidz und A.C. Bradley. Ursprünglich sollte das ganze Stück auf Hamlets Melancholie untersucht werden, dies war aber aus Zeitgründen nicht möglich, daher beschränke ich mich auf genauere Untersuchungen von Hamlets Trauer am Anfang des Stückes und ihrem Wandel hin zur Melancholie und Hamlets seelischen Gleichgewichtsschwankungen, vornehmlich im zweiten Akt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Melancholiebegriff

2.1. Der elisabethanische Melancholiebegriff

2.2. Der freudsche Melancholiebegriff

3. Hamlets Melancholie

3.1. Hamlets Trauer am Anfang des Stücks

3.2. Hamlets Stimmungsschwankungen

4. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Gemütszustand der Titelfigur in Shakespeares "Hamlet" innerhalb der ersten beiden Akte unter dem Fokus der Melancholie, um die seelischen Gründe für Hamlets Zögern und seine Verhaltensweisen zu ergründen.

  • Elisabethanische Humoralpathologie als Erklärungsmodell
  • Psychoanalytische Perspektive nach Sigmund Freud
  • Analyse von Hamlets Trauerprozessen und Objektverlusten
  • Untersuchung der Stimmungsschwankungen und des vorgetäuschten Wahnsinns

Auszug aus dem Buch

3.1. Hamlets Trauer am Anfang des Stücks

Als Hamlet zum ersten Mal auftritt, sprechen Königin Gertrude und König Claudius Hamlets Trauer und Kummer um den Tod seines Vaters an. Hamlet hat einen realen Objektverlust erlitten und ist daher in Trauer. Seine Mutter rät ihm: „Good Hamlet, cast thy nighted colour off…“. Sie begründet ihren Rat mit der Vergänglichkeit alles Lebenden: „…all that lives must die, Passing through nature to eternity.“ (I.2; 72f) Hamlet akzeptiert diese Erklärung nicht und stellt fest, dass er das wahre Ausmaß seiner Trauer nicht durch Trauerkleidung, noch durch Verzweiflungsseufzer, noch durch Tränen zeigen kann, da diese Dinge auch vorgetäuscht sein könnten. Er aber trauert in seinem Herzen, darum ist sein Gemüt bekümmert.

In Hamlets erstem Monolog erfahren wir dann, dass er natürlich um den Vater trauert, seine Melancholie dagegen in der Heirat seiner Mutter mit seinem Onkel begründet ist. Hamlet hat seine Mutter also nicht real verloren, sondern als Liebesobjekt, was laut Freud eine Melancholie auslösen kann (s. Kap. 2.2). Er macht ihr drei Begebenheiten zum Vorwurf, die ihn seelisch stark belasten und sein emotionales Gleichgewicht aus dem Lot bringen: 1. Aus purer Lüsternheit geheiratet zu haben, 2. Zu schnell geheiratet zu haben, 3. Ihren Schwager geheiratet zu haben, der seinem Bruder gänzlich unähnlich ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Untersuchungsgegenstandes und der methodischen Grundlagen zur Analyse von Hamlets Melancholie anhand ausgewählter Fachliteratur.

2. Der Melancholiebegriff: Differenzierung zwischen der elisabethanischen Humoraltheorie und dem psychoanalytischen Ansatz von Sigmund Freud zur Definition von Melancholie.

3. Hamlets Melancholie: Anwendung der erarbeiteten Begriffe auf Hamlets Verhalten in den ersten beiden Akten, insbesondere unter Berücksichtigung von Trauer und Stimmungsschwankungen.

4. Schlussbetrachtungen: Reflexion über die Vielfalt der Hamlet-Interpretationen und Fazit über die melancholische Verfassung als zentrales Element der Charakterzeichnung.

Schlüsselwörter

Hamlet, Shakespeare, Melancholie, Trauer, Humoralpathologie, Psychoanalyse, Sigmund Freud, Objektverlust, Stimmungsschwankungen, Wahnsinn, Identifizierung, Weltschmerz, Charakteranalyse, Tragödie, Motivforschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den psychologischen Zustand Hamlets in den ersten beiden Akten des gleichnamigen Dramas von Shakespeare.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit verknüpft literaturwissenschaftliche Fragestellungen mit historischen sowie psychoanalytischen Konzepten der Melancholie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Ursachen für Hamlets Zögern, seine emotionale Instabilität und seine Handlungsweise gegenüber seiner Umwelt auf Basis der Melancholie zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine textnahe Analyse unter Einbeziehung der elisabethanischen Humoralpathologie und Freuds Theorie zu "Trauer und Melancholie".

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Melancholiebegriffs und die konkrete Anwendung auf Hamlets Trauer nach dem Tod des Vaters sowie seine Stimmungsschwankungen im zweiten Akt.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Melancholie, Objektverlust, Humoralpathologie und psychische Ambivalenz definiert.

Warum ist laut Autor die Hochzeit der Mutter bedeutender als der Tod des Vaters?

Der Autor argumentiert mit Verweis auf Freud und die Fachliteratur, dass der Verlust der Mutter als "Liebesobjekt" eine schwerere psychische Erschütterung darstellt als der reale Tod des Vaters.

Welche Rolle spielt der vorgetäuschte Wahnsinn?

Der vorgetäuschte Wahnsinn dient Hamlet als Schutzschild und Ausdruck seiner rhetorischen Gewandtheit, wobei er gleichzeitig als Symptom seiner tiefen seelischen Krise gedeutet wird.

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Details

Title
Hamlets Melancholie
College
University of Constance
Course
Shakespeare - Die großen Tragödien
Grade
1
Author
Marco Kerlein (Author)
Publication Year
2004
Pages
18
Catalog Number
V38305
ISBN (eBook)
9783638374057
Language
German
Tags
Hamlets Melancholie Shakespeare Tragödien Thema Hamlet
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marco Kerlein (Author), 2004, Hamlets Melancholie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38305
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