Diese kurze Hausarbeit beschäftigt sich mit der Emotionswahrnehmung und -regulation bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung.
Eine allgemeine Definition für Persönlichkeitsstörungen ist dem DSM-IV-TR zu entnehmen, die Persönlichkeitsstörungen charakterisiert als „ein überdauerndes Muster von innerem Erleben und Verhalten, das merklich von den Erwartungen der soziokulturellen Umgebung abweicht, tiefgreifend und unflexibel ist, seinen Beginn in der Adoleszenz oder frühen Erwachsenenalter hat, im Zeitverlauf stabil ist und zu Leid oder Beeinträchtigungen führt“.
Ungeachtet dessen, dass allen Persönlichkeitsstörungen diese Gemeinsamkeiten zugrundeliegen, bestehen deutliche Unterschiede zwischen ihnen. Für die Diagnose einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) müssen neben dem Vorliegen einer Emotionsregulationsstörung weitere entscheidende Kriterien in den Bereichen Impulsivität, Kognition und interpersoneller Bereich erfüllt sein. Gegenstand dieser schriftlichen Arbeit ist primär der Bereich der Emotionen, da diese das Hauptthema im Rahmen des Seminars ausmachen.
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Inhaltsverzeichnis
THEORETISCHER HINTERGRUND
BORDERLINE-PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNG
DIE EMOTIONSWAHRNEHMUNG BEI DER BORDERLINE-PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNG
BORDERLINE-PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNG UND EMOTIONALE REAKTIONEN
AVERSIVE SPANNUNG BEI PATIENTEN MIT BORDERLINE-PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNG
EMOTIONSDYSREGULATION
DIE ROLLE DER EMOTIONSDYSREGULATION BEIM VORLIEGEN, EINHERGEHENDEN SCHWIERIGKEITEN UND BEHANDLUNG DER BORDERLINE-PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNG
KOMPONENTEN DER EMOTIONSDYSREGULATION BEI DER BORDERLINE-PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Mechanismen der Emotionswahrnehmung und Emotionsdysregulation bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS), um deren Einfluss auf das klinische Erscheinungsbild und die therapeutische Relevanz zu beleuchten.
- Charakterisierung der Borderline-Persönlichkeitsstörung als klinisches Störungsbild.
- Analyse der beeinträchtigten Emotionswahrnehmung und deren neuronale Grundlagen.
- Untersuchung der emotionalen Reaktivität und aversiver Spannungszustände.
- Darstellung der Emotionsdysregulation als Prozess im Rahmen verschiedener psychologischer Modelle.
- Diskussion therapeutischer Ansätze im Kontext der Emotionsregulation.
Auszug aus dem Buch
Die Emotionswahrnehmung bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung
Aus dem Artikel von Domes, Schulze und Herpertz (2009) geht hervor, dass eine deutlich beeinträchtigte Emotionsregulation bei Betroffenen einer BPS vorliegt, die mit affektiver Instabilität einhergeht. Es wird angenommen, dass ein beeinträchtigtes soziales kognitives Funktionsniveau zur sozialen Störung beiträgt, sodass das Resultat ein verändertes Muster der Wahrnehmung von Emotionen im Gesicht ist.
Den Autoren des Artikels zufolge konnten bei Betroffenen strukturelle und funktionelle Veränderungen im neuronalen Netzwerk nachgewiesen werden, sodass diese als mögliche Ursache für die zugrundeliegende affektive Dysregulation und emotionale Hyperreaktivität angenommen werden. Die Annahme ist, dass die emotionale Hyperreaktivität kognitive Prozesse, welche wiederum der Emotionswahrnehmung im Gesicht zugrundeliegen, stört.
Die Emotionswahrnehmung ist eine für das Individuum relevante Fähigkeit, um sozial mit anderen Individuen interagieren zu können. Somit gilt sie als kognitive Basis der sogenannten Sozialfunktion und hat Auswirkungen auf andere Fähigkeiten des Individuums wie das Empathievermögen, Vertrauensfähigkeit und prosoziales Verhalten. Mögliche Konsequenzen einer fehlerhaften Emotionswahrnehmung sind Emotionsstörungen, inadäquates Sozialverhalten und eine beeinträchtigte Sozialfunktion.
Zusammenfassung der Kapitel
THEORETISCHER HINTERGRUND: Dieses Kapitel definiert die Borderline-Persönlichkeitsstörung, beleuchtet die Schwierigkeiten in der Wahrnehmung von Emotionen sowie die Problematik aversiver Spannungszustände bei Betroffenen.
EMOTIONSDYSREGULATION: Dieser Abschnitt erörtert die Emotionsdysregulation als Kernsymptom der BPS, diskutiert wissenschaftliche Definitionen und analysiert die Interaktion verschiedener Komponenten mittels theoretischer Modelle wie dem Biosozialen Modell.
Schlüsselwörter
Borderline-Persönlichkeitsstörung, BPS, Emotionsregulation, Emotionsdysregulation, Emotionswahrnehmung, emotionale Vulnerabilität, aversive Spannung, Affektive Instabilität, Biosoziales Modell, Emotional cascade model, Impulsivität, Selbstverletzung, neuronale Grundlagen, soziale Kognition.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Analyse der Emotionswahrnehmung und -regulation bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) und deren klinischer Bedeutung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der emotionalen Instabilität, der gestörten Wahrnehmung von Gesichtsausdrücken, der Entstehung aversiver Spannungszustände und den Modellen zur Emotionsdysregulation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen den emotionalen Defiziten bei BPS-Betroffenen und deren Auswirkungen auf das soziale Verhalten und die psychische Stabilität wissenschaftlich aufzuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller wissenschaftlicher Artikel und klinischer Studien zum Thema BPS und Emotionsregulation.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Störung sowie die spezifische Analyse von Emotionsdysregulation, ergänzt durch Modelle wie das Biosoziale Modell und das Emotional cascade model.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Borderline-Persönlichkeitsstörung, Emotionsdysregulation, emotionale Vulnerabilität, aversive Spannung und maladaptive Strategien.
Was versteht man unter emotionaler Vulnerabilität bei der BPS?
Sie beschreibt eine erhöhte Sensitivität gegenüber Umweltreizen, eine gesteigerte emotionale Reaktivität und ein langsameres Abklingen emotionaler Erregung.
Wie erklären die Autoren das Entstehen von aversiver Spannung?
Aversive Spannung wird als extreme, subjektiv wahrgenommene emotionale Anspannung definiert, deren Intensität Betroffene oft durch maladaptive Verhaltensweisen wie Selbstverletzung zu reduzieren versuchen.
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- B. Sc. Alexandra Petschnik (Author), 2017, Emotionswahrnehmung und -regulation bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383092