Mit dem Thema und der Fragestellung „Der Syrienkonflikt aus der Perspektive des politischen Realismus. Kann der Realismus die Verhaltensweisen der involvierten Akteure erklären?“ werden unterschiedliche Themengebiete abgedeckt. Ziel ist es dabei, eine Teildisziplin der internationalen Beziehungen auf aktuelle Themen bzw. Konflikte anzuwenden. Bei dieser Teildisziplin handelt es sich um den Politischen Realismus. Mittelpunkt des Politischen Realismus ist der Machtbegriff. Eben dieser Begriff, verbunden mit der Theorie als Ganzes, wird dann auf den Syrienkonflikt bezogen.
Ziel ist es festzustellen, ob die Theorie opportun auf die Realität anwendbar ist und ob in diesem Fall sogar Prognosen für zukünftige Handlungsmuster getroffen werden können. Um die Theorie zu vergleichen, wird der Fokus auf die Akteure des Syrienkonflikts gesetzte und nicht auf den Konflikt an sich. Schematisch heißt das, dass zunächst der aktuelle Stand des Konflikts inklusive einer kurzen historischen Einordnung gefasst wird. Daraufhin werden in größerem Umfang die einzelnen Interessen der agierenden Nationen dargestellt. Dies lässt dann den Übergang zur Theorie des Politischen Realismus zu, der unter verschiedenen Aspekten und Autoren beleuchtet wird. Insbesondere die von Hans J. Morgenthau gefassten Werke sind dabei immanent.
Abschließend erfolgt der Transfer der Theorie auf die vorher dargestellten Akteure im Syrienkonflikt. Es wird verglichen, welche Annahmen des Politischen Realismus tatsächlich auf die Handlungsmuster der Akteure passen und ob dies das Vorgehen erklärt. Falls festzustellen ist, dass die Theorie in großen Teilen Handlungen der in Syrien handelnden Akteure erklärt, ist es möglich, vergangene Entscheidungen einzuordnen und zukünftige Entscheidungen zumindest in kleinem Umfang zu prognostizieren. Außerdem ist zu erwähnen, dass in den verschiedenen Kapiteln auf verschiedene Ressourcen zurückgegriffen wird. Aufgrund der Aktualität des Syrienkonflikts besteht noch wenig Fachliteratur, die beispielsweise Politische Theorien auf aktuelle Geschehnisse des Syrienkonflikts transferiert.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Stand des Syrienkonflikts seit dem Arabischen Frühling
III. Akteure und Motive im Syrienkonflikt
Das Assad-Regime / Syrien
Russland
Iran
Türkei
Irak
Die USA und der Westen
Saudi-Arabien und Katar
Weitere nationale und innere Akteure
IV. Theorie des Politischen Realismus
Thukydides
Niccolò Machiavelli
Thomas Hobbes
V. Politischer Realismus nach Hans J. Morgenthau
Schlusswort zu Morgenthau
VI. Anwendung des Politischen Realismus auf die Akteure des Syrienkonflikts
VII. Fazit
Zielsetzung & Themen der Publikation
Die vorliegende Arbeit untersucht den Syrienkonflikt aus der theoretischen Perspektive des Politischen Realismus, um zu ergründen, ob diese Denkschule die komplexen Verhaltensweisen und Handlungsmuster der involvierten Akteure erklären und gegebenenfalls Prognosen für zukünftige Entwicklungen liefern kann.
- Anwendung des Machtbegriffs auf den Syrienkonflikt
- Analyse der Interessen nationaler und internationaler Akteure
- Darstellung der Kerntheorien von Thukydides, Machiavelli und Hobbes
- Untersuchung der Theorie von Hans J. Morgenthau im Kontext des Konflikts
- Überprüfung der Kausalität zwischen realistischer Theorie und politischer Praxis
Auszug aus dem Buch
Thomas Hobbes
Thomas Hobbes lebte von 1588 bis 1679 und war als politischer Philosoph ein Verfechter der Monarchie im englischen Bürgerkrieg. Seine Theorien beziehen sich vor allem auf sein Menschenbild. Hobbes selbst sieht den Menschen gefangen in einer Anarchischen Umwelt. Dabei ist der Mensch ständig von Unsicherheit geprägt und versucht als Teil des Selbsterhaltungstriebes der Gewalt anderer zuvorzukommen. Außerdem betrachtet Hobbes den Menschen als Teil eines gesellschaftlichen Gefüges und klassifiziert die Ursachen für menschliche Konflikte unter den drei Punkten Konkurrenz, Misstrauen und Ruhmsucht. Sein Menschenbild lässt sich somit als egoistisch und selbsterhaltend einordnen. Um diesen Naturzustand zu überwinden konstruiert Hobbes einen Staat als Leviathan, wodurch die Menschen ihre politischen Rechte abgeben, um sich vor der eigenen Schlechtigkeit zu schützen und Sicherheit zu garantieren. Das Problem dabei ist jedoch, dass es laut Hobbes keinen übergeordneten Leviathan geben kann, der die Staaten reguliert. Dadurch ergibt sich zwischen den Staaten ein fortlaufender Zustand der Anarchie, der nicht überwunden werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Vorstellung der Fragestellung zur Anwendbarkeit des Politischen Realismus auf den Syrienkonflikt sowie Erläuterung des methodischen Vorgehens.
II. Stand des Syrienkonflikts seit dem Arabischen Frühling: Historischer Überblick über die Entwicklung des Konflikts, beginnend bei der Machtergreifung der Familie Assad bis hin zu den aktuellen Bürgerkriegsereignissen.
III. Akteure und Motive im Syrienkonflikt: Detaillierte Darstellung der Interessen und Handlungslogiken der beteiligten Staaten und inneren Akteure.
IV. Theorie des Politischen Realismus: Einführung in die ideengeschichtlichen Grundlagen durch die Vordenker Thukydides, Machiavelli und Hobbes.
V. Politischer Realismus nach Hans J. Morgenthau: Zentrale theoretische Einordnung durch Morgenthau und Vorstellung seiner sechs Grundsätze des Realismus.
VI. Anwendung des Politischen Realismus auf die Akteure des Syrienkonflikts: Synthese von Theorie und Praxis durch die Übertragung der realistischen Machtbegriffe auf das konkrete Konfliktgeschehen.
VII. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Erklärungsleistung der Theorie für den Syrienkonflikt sowie Ausblick auf weiterführenden Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Syrienkonflikt, Politischer Realismus, Hans J. Morgenthau, Machtbegriff, Internationale Beziehungen, Machtpolitik, Interessen, Anarchie, Bürgerkrieg, Geopolitik, Akteure, Handlungsmuster, Staatsinteresse, Bündnispolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, inwiefern die klassische Theorie des Politischen Realismus geeignet ist, um das Verhalten und die Motive der im Syrienkonflikt beteiligten Akteure zu interpretieren und zu erklären.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Der Fokus liegt auf der Verknüpfung von machtpolitischen Theorien, der Darstellung nationaler Interessen im Nahen Osten und der Analyse der Dynamiken innerhalb des syrischen Bürgerkriegs.
Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Überprüfung, ob der Politische Realismus opportun auf die komplexe Realität des Syrienkonflikts anwendbar ist, um vergangene Entscheidungen einzuordnen und Prognosen zu wagen.
Welche wissenschaftliche Methode wird hier angewendet?
Es wird eine deskriptive und analytische Vorgehensweise gewählt, bei der Primärliteratur klassischer Denker mit Sekundärquellen und aktuellen Ereignisberichten zusammengeführt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Akteure mit ihren spezifischen Motiven, die theoretische Fundierung durch klassische Realisten wie Morgenthau sowie die abschließende praktische Anwendung dieser Theorie auf das Konfliktgeschehen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Politischer Realismus, Syrienkonflikt, Machtstreben, nationale Interessen, Anarchie und internationale Beziehungen.
Warum spielt die Person Hans J. Morgenthau eine so große Rolle für die Arbeit?
Morgenthau gilt als zentraler Theoretiker des Politischen Realismus, dessen systematisierte Grundsätze die methodische Basis bilden, um staatliches Handeln als reines Machtstreben zu deuten.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor in Bezug auf die Anwendbarkeit der Theorie?
Der Autor kommt zum Ergebnis, dass die Theorie zwar viele Handlungsweisen erklären kann, jedoch durch die Vernachlässigung von innenpolitischen und wirtschaftlichen Faktoren nur einen Teilaspekt der komplexen Realität abbildet.
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- Peter Schuch (Author), 2017, Der Syrienkonflikt aus der Perspektive des Politischen Realismus. Kann der Realismus die Verhaltensweisen der involvierten Akteure erklären?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383121