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Zwei Briefe über die Schlacht am Weißen Berg 1620. Quelleninterpretation

Titel: Zwei Briefe über die Schlacht am Weißen Berg 1620. Quelleninterpretation

Hausarbeit , 2006 , 11 Seiten

Autor:in: Astrid Klahm (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Schlacht am Weißen Berg am 8. November 1620 stellte das Ende des Böhmischen Aufstandes dar, war zugleich aber auch der Nährboden für neue Konflikte und die Ausbreitung des Krieges im Deutschen Reich.
Welcher Anlass lag der Schlacht am Weißen Berg zu Grunde? In Böhmen war Erzherzog Ferdinand von Steiermark nicht als böhmischer Mitkönig neben Kaiser Matthias, der eigentliche Inhaber der Königswürde, anerkannt worden, obwohl er am 17. Juni 1617 in Frankfurt/Main offiziell gewählt worden war. Die Böhmen wollten einen protestantischen König, keinen Habsburger, der zudem der katholischen Konfession an hing. Die Folge war, dass es zum Aufstand kam, weil die protestantische Bevölkerung, die die Mehrheit in Böhmen bildete, um ihre Religionsfreiheit bangte. In Böhmen suchte man deshalb nach Verbündeten im Kampf gegen die Habsburger und bot dem die Königswürde an, der sie beschützte. Die Wahl fiel am 26. August 1619 auf den Kurfürsten Friedrich von der Pfalz, der sich gegen den Kurfürsten Johann Georg von Sachsen durchsetzen konnte. Friedrich nahm die Königswahl am 28. September 1619 an und reiste nach Prag. Sein Gegenspieler Ferdinand wurde am 28. August 1619 zum Kaiser gewählt. Um den Anspruch Ferdinands als König von Böhmen im Land selbst durchzusetzen, berief er am 30. April 1620 eine Versammlung nach Mühlhausen ein. Dort wurde festgestellt, dass Friedrich den Reichsfrieden gebrochen hatte, weil er die böhmische Krone annahm. Demzufolge war Ferdinand ermächtigt einen Krieg gegen Friedrich und die Aufständischen in Böhmen zu führen. Weil er aber über ein zu schwaches Heer verfügte, bot sich Herzog Maximilian von Bayern an, die kaiserlichen Truppen mit dem Heer der katholischen Liga und seinen Berufssoldaten zu unterstützen. Maximilian hatte die Möglichkeit ein Heer zu finanzieren. Die Kassen des Kaisers hätten die finanzielle Last eines umfangreichen Feldzuges nicht tragen können. Maximilian war zudem ein einflussreicher Fürst unter den katholischen Herrschern in Deutschland und der Führer der Liga. Mit seinem Angebot brachte der Herzog den Kaiser in seine Abhängigkeit. Zwar waren die kaiserlichen Kassen leer, doch musste Maximilian für seine Kriegsdienste entlohnt werden. Weil dies nicht finanziell zu regeln war, wurde ihm die Oberpfalz als Lehen versprochen und die Kurwürde der Pfalz für Bayern in Aussicht gestellt, wenn er siegreich sein sollte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Geschichtlicher Hintergrund

2 Die vorliegenden Quellen

a) Der Brief von Herzog Maximilian von Bayern

b) Der Brief von Kurfürst Friedrich von der Pfalz

c) Die Absichten der Briefschreiber

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert zwei historische Briefe von Herzog Maximilian von Bayern und Kurfürst Friedrich von der Pfalz, um die Ereignisse rund um die Schlacht am Weißen Berg 1620 aus gegensätzlichen Perspektiven zu beleuchten und die zugrunde liegenden politischen Absichten sowie die machtpolitischen Interessen der Akteure zu ergründen.

  • Historischer Kontext des böhmischen Aufstandes und der Schlacht am Weißen Berg
  • Vergleichende Analyse der Korrespondenz von Maximilian von Bayern und Friedrich von der Pfalz
  • Untersuchung von Machtansprüchen, Konkurrenzdenken und persönlicher Ruhmsucht der beteiligten Herrscher
  • Die Rolle von dynastischen Interessen und religiösen Bindungen im Dreißigjährigen Krieg

Auszug aus dem Buch

Der Brief von Herzog Maximilian von Bayern

„Den 22. Octobris sind wir von Lidiz, nächst Pilsen gelegen, aufgebrochen und mit unserem ganzen Volk auf Senomati, 6 Meilen von Prag gelegen, marschiert, da wir den 26. Octobris angekommen und befunden, daß fast zu gleicher Zeit der Feind mit seiner ganzen Macht jenseits der Stadt sich gelagert. Indem er sich aber mit ungefähr 2 000 Reitern avanciert, haben wir (dann der Graf von Bucquoi mit dem kaiserlichen Volk noch nicht angelangt gewesen) etliche unser Cornett Reiter mit ihnen scharmuzieren lassen, also daß der Feind ziemlich in Unordnung gebracht und, da nicht eben die Nacht eingefallen, wohl etwas Fruchtbarliches ausgerichtet wäre worden.

Den I. dies haben wir dem Feind einen starken Posto nächst unserm Feldlager von Volschin mit Gewalt angenommen und die darin gelegenen Knechte erlegt.

Den 3. hat sich die Stadt Laun in Ihre Kaiserlichen Majestät Gehorsam ergeben.

Darauf wir den 4. von Volschin aufgebrochen und unsern Weg nach Prag genommen, sind unterwegs etliche Proviantwagen begegnet, deren wir bis in die 25 aufgefangen. Sobald der Feind unsern Aufbruch gemerkt, hat er gleichfalls mit seiner Armada angefangen zu marschieren, in Meinung, uns den Weg nah Prag abzuschneiden, und sind beide unsere Feldlager so nahe aufeinander gestoßen, daß, da nicht abermal die Nacht eingefallen und der Conte Bucquoi etwas zeitlicher marschiert, wir mit ihnen zu treffen, gute Gelegenheit gehabt hätten.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Geschichtlicher Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die Ursachen des böhmischen Aufstandes, die Rolle des Religionskonflikts sowie die politischen Ambitionen von Friedrich von der Pfalz und Herzog Maximilian von Bayern im Vorfeld der Schlacht.

2 Die vorliegenden Quellen: Hier werden die Briefe der beiden Akteure detailliert interpretiert, wobei die spezifischen rhetorischen Absichten, die Rechtfertigungsstrategien und die jeweilige Wahrnehmung der Kriegssituation im Zentrum stehen.

Schlüsselwörter

Dreißigjähriger Krieg, Schlacht am Weißen Berg, Maximilian von Bayern, Friedrich von der Pfalz, Quelleninterpretation, Böhmischer Aufstand, Katholische Liga, Protestantische Union, Machtpolitik, Dynastie, Kurwürde, Böhmen, Prag, Johann Georg von Sachsen, Graf von Bucquoi

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht zwei zeitgenössische Briefe über die Schlacht am Weißen Berg 1620, um die unterschiedlichen Perspektiven und politischen Motive von Herzog Maximilian von Bayern und Kurfürst Friedrich von der Pfalz darzustellen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der geschichtliche Ablauf des böhmischen Aufstandes, die Bedeutung von dynastischem Machtstreben im Dreißigjährigen Krieg sowie die kritische Auseinandersetzung mit der Korrespondenz führender Akteure.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Eigeninteressen und die Rhetorik der Briefschreiber freizulegen und aufzuzeigen, wie sie ihren Sieg bzw. ihre Niederlage gegenüber Verbündeten darstellten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenkritische Interpretation angewandt, die den Inhalt der Briefe mit historischem Kontext abgleicht, um subjektive Verzerrungen und strategische Absichten der Autoren zu identifizieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden der geschichtliche Hintergrund, die Briefe im Wortlaut sowie eine detaillierte Analyse der Beweggründe und der unterschiedlichen militärischen und politischen Positionen der Akteure behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Dreißigjähriger Krieg, Schlacht am Weißen Berg, Machtpolitik, Dynastie und Quellenkritik beschreiben.

Wie unterscheidet sich Maximilians Darstellung von der Friedrichs?

Maximilian nutzt den Brief, um seinen militärischen Ruhm und Erfolg hervorzuheben und Konkurrenzansprüche geltend zu machen, während Friedrich seine Niederlage rechtfertigt und versucht, weitere Unterstützung von der Union zu gewinnen.

Welche Rolle spielten die "vornehmsten Räte" bei Friedrichs Flucht?

Friedrich schiebt die Entscheidung zur Flucht aus Prag auf seine Räte, um sein eigenes Ansehen zu schützen und sich als jemanden darzustellen, der den Widerstand eigentlich fortsetzen wollte.

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Details

Titel
Zwei Briefe über die Schlacht am Weißen Berg 1620. Quelleninterpretation
Hochschule
Technische Universität Berlin  (Institut für Geschichte und Kunstgeschichte)
Autor
Astrid Klahm (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
11
Katalognummer
V383177
ISBN (eBook)
9783668586017
ISBN (Buch)
9783668586024
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dreißigjähriger Krieg Schlacht am Weißen Berg Friedrich von der Pfalz Maximilian von Bayern Quelleninterpretation Böhmischer Aufstand
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Astrid Klahm (Autor:in), 2006, Zwei Briefe über die Schlacht am Weißen Berg 1620. Quelleninterpretation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383177
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  11  Seiten
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