In der Hausarbeit wird die politische Partizipation in Deutschland dargelegt. Die zugrundeliegende Fragestellung lautet: „Warum kommt es zu dem Trend der sinkenden Wahlbeteiligung in Deutschland und wie kann man dem entgegenwirken?“.
Um diese Fragestellung zu beantworten, wird als erstes der Begriff „politische Partizipation“ im Zusammenhang mit „Demokratie“ genauer erläutert, dem folgend geht es um die Frage, warum und wieso seit einigen Jahrzehnten ein Rückgang der Wahlbeteiligung erkennbar ist und wie man diesem Trend entgegenwirken kann. Dazu werden Studien herangezogen, die dieses Phänomen empirisch darstellen. Hierbei wird auch ein Einblick in das Phänomen, dass dies besonders bei jungen Menschen zu beobachten ist, dargestellt.
Abschließend werden Maßnahmen/Empfehlungen vorgestellt, die dem Trend der sinkenden Wahlbeteiligung entgegenwirken können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen
2.1. Begriff der politischen Partizipation
2.2. Partizipation und Demokratie
2.3. Verfassungsrechtliche Rahmenbedingungen
3. Entwicklung der Wahlbeteiligung in Deutschland
4. Analyse der Nichtwähler
4.1. KAS-Studie: Gruppierungen der Nichtwähler
4.2. FES-Studie: Politische Einstellung über 15 Jahre
4.3. Wahlbeteiligung bei Jugendlichen
5. Maßnahmen zur Erhöhung der Wahlbereitschaft
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen des Trends zur sinkenden Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen in Deutschland und evaluiert mögliche Strategien, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und die demokratische Teilhabe zu stärken.
- Analyse des Begriffs der politischen Partizipation und seiner demokratischen Bedeutung.
- Untersuchung statistischer Daten zur Wahlbeteiligung von 1949 bis 2013.
- Erforschung der Motive von Nichtwählern anhand empirischer Studien (KAS & FES).
- Bewertung politischer Maßnahmen wie Wahlpflicht, E-Voting und Jugendförderung.
Auszug aus dem Buch
Die unterschiedlichen Debatten zur Partizipation
Die unterschiedlichen Debatten, in denen jeweils der Begriff Partizipation auftaucht, sind untereinander nur schwer Gleichgestellt zu betrachten. Sie unterscheiden sich darin, dass sie sich widersprechen oder auf sehr unterschiedlichen Ebenen geführt werden. Schmidt bezeichnet den Begriff wie folgt: „Ursprünglich sind mit Partizipation ausschließlich Verfahren, Strategien und Handlungen bezeichnet, durch die Bürgerinnen und Bürger Einfluss auf politische Entscheidungen und Macht nehmen. Partizipatorische Demokratietheorien begreifen Partizipation dabei nicht bloß als Mittel zum Zweck, sondern auch als einen Wert an sich. Diese Denktradition sieht Partizipation weniger als Voraussetzung rationaler und legitimer Herrschaft, sondern hebt Partizipation als Modus politischer und sozialer Integration hervor.“
Volker Beck beschreibt dies in seinem Buch „Partizipation“ unter dem Aspekt des Individuums innerhalb des Staates folgendermaßen: „In dem nicht nur historisch, technisch, kultisch und ökonomisch hoch verdichteten Lebenszusammenhang der griechischen polis treten Individuen hervor, die bereit sind, ihrem Gemeinwesen alles zu geben, wenn das Gemeinwesen bereit ist, sie in ihrer Stellung als Individuum zu achten. Wenn das Individuum wissen kann, dass es in seinen Handlungen von den gleichen Prämissen ausgehen kann, von denen auch die politischen Instanzen getragen sind, kann die polis mit dem Einsatz des Bürgers rechnen. Der Staat muss sich aber auf dieselben Einsichten stützen, von denen sich auch der Einzelne leiten lässt. Die Verbindlichkeit, zu der sich das Individuum durch seine Vernunft verpflichtet, muss in den Gesetzen des Staates zum Ausdruck kommen. Nur im Bewusstsein einer Individuum und Staat umfassenden Einsicht kann der Einzelne sich bereit finden, ein politikos zu werden, also ein Staatsmann, der auch Bürger ist, und ein Bürger, der auch Staatsmann werden kann.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, der Bedeutung des Begriffs Partizipation sowie der Zielsetzung der Arbeit bezüglich der sinkenden Wahlbeteiligung.
2. Theoretischer Rahmen: Erläuterung der theoretischen Grundlagen von Partizipation, deren Rolle als demokratisches Element und die Einbettung in das deutsche Grundgesetz.
3. Entwicklung der Wahlbeteiligung in Deutschland: Statistische Betrachtung der Bundestagswahlergebnisse von 1949 bis 2013 unter besonderer Berücksichtigung der rückläufigen Tendenzen.
4. Analyse der Nichtwähler: Auswertung empirischer Studien zur Motivation von Nichtwählern sowie der spezifischen Partizipationsproblematik bei Jugendlichen.
5. Maßnahmen zur Erhöhung der Wahlbereitschaft: Diskussion von Lösungsansätzen wie politischer Bildungsarbeit, E-Voting und der Einführung einer Wahlpflicht.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ursachen und Lösungswege sowie eine Prognose für zukünftige Wahlereignisse.
Schlüsselwörter
Politische Partizipation, Wahlbeteiligung, Bundestagswahl, Demokratie, Nichtwähler, Grundgesetz, Wahlpflicht, E-Voting, Politische Bildung, Politikverdrossenheit, Volkssouveränität, Wahlrecht, Integration, Jugendbeteiligung, Bürgerbeteiligung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung der politischen Partizipation in Deutschland und analysiert insbesondere das Phänomen der sinkenden Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die rechtlichen Grundlagen der Demokratie, die statistische Aufarbeitung von Wählerdaten sowie die empirische Analyse von Nichtwahl-Motiven.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Gründe für den Rückgang der Wahlbeteiligung zu identifizieren und mögliche politische sowie gesellschaftliche Maßnahmen zu bewerten, um diesen Trend umzukehren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Es werden qualitative und quantitative Studien verschiedener politischer Stiftungen (KAS, FES) sowie statistische Daten des Bundeswahlleiters ausgewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, eine statistische Analyse des Wahlverhaltens und die Diskussion von Lösungsansätzen wie E-Voting oder Wahlpflicht.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Partizipation, Wahlbeteiligung, Nichtwähler, Demokratieverständnis und politische Integration.
Warum ist das Thema der Nichtwähler laut den Studien so komplex?
Die Studien verdeutlichen, dass Nichtwähler keine homogene Gruppe bilden, sondern durch heterogene Motivbündel – von Unzufriedenheit bis zu Desinteresse – geprägt sind.
Welche Rolle spielen Jugendliche bei der politischen Partizipation?
Jugendlichen wird oft Politikverdrossenheit unterstellt, doch die Arbeit zeigt, dass informelle Partizipationsformen an Bedeutung gewinnen und Schulen wichtige Orte zur Interessenförderung sind.
Warum wird E-Voting im Kontext der Partizipation diskutiert?
E-Voting wird als Maßnahme zur Erhöhung der Wahlbeteiligung durch technischen Komfort diskutiert, wobei jedoch verfassungsrechtliche Bedenken bezüglich der Öffentlichkeit der Wahl bestehen.
Welches Fazit zieht der Autor zur Wahlpflicht?
Die Wahlpflicht wird als ein Mittel zur Steigerung der demokratischen Legitimation angeführt, steht aber im Spannungsfeld zur persönlichen Wahlfreiheit des Bürgers.
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- Anonym (Autor:in), 2017, Politische Partizipation in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383195