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Visuelle und Konkrete Poesie. Von Barock bis Moderne

Titel: Visuelle und Konkrete Poesie. Von Barock bis Moderne

Hausarbeit , 2006 , 26 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Ipek Sirena Krutsch (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit gibt einen Überblick über die verschiedenen Arten der Konkreten und Visuellen Poesie, welche sich auf einige Anschauungsobjekte begrenzt.
Ziel ist es, auf eine knappe und prägnante Weise, zu versuchen eine Art System in das Systemlose zu bringen, indem nicht nur Theorien und Gründe für die Konkrete Poesie gegeben, historische Hintergründe aufgezeigt, einige der verschiedenen Erscheinungsformen dargestellt und graphische Mittel erläutert, sondern auch diese an einigen Beispielen angewendet werden. Das Verständnis für diese Art der Poesie soll gebildet werden, um beim nächsten Mal nicht ganz so hilflos vor einem derartigen Werk zu sitzen oder zu stehen. Mit anderen Worten: Es soll versucht werden, das „Visuelle“ „Konkret“ werden zu lassen.

Die Visuelle und Konkrete Poesie gehört nicht umsonst zu den abstraktesten Feldern der modernen Dichtungen. Schon viele haben sich versucht mit ihr auseinander zu setzen, und viele sind an ihr gescheitert. Die Konfrontation mit einem Werk, welches sich zu dieser Gruppe zählen kann, ist oftmals von Fragen und Missverständnissen geprägt, denn eine eindeutige Lösung verschließt sich oft dem Leser b.z.w. dem Betrachter. Erst durch ein tiefgehendes Auseinandersetzten mit dem Text oder Bild können ―genauso wie bei jeder anderen Form der Dichtung auch― Ansätze eines Verstehens eintreten. Was der Leser b.z.w. Betrachter mitbringen muss, ist auf jeden Fall viel, viel Geduld und Bereitschaft für eine andere Art der Rezeption.
Ist der Betrachter jedoch eine andere Art der Dichtung und Poesie gewöhnt, und ist ihm die Form der Abstrakten Kunst nicht ein Begriff, so scheint ein Verständnis für die Konkrete und Visuelle Poesie völlig außer Reichweite zu sein, denn oftmals erscheinen die Werke der Künstler ―wie der Name schon sagt― derart abstrakt, dass man das versprochene „konkrete“ in dem „visuellen“ nicht sehen und finden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theorie und Hintergründe der Visuellen und Konkreten Poesie

2.1 Sprache als Material

2.2 Geschichtliche Hintergründe

2.2.1 Antike, Mittelalter und Renaissance

2.2.2 Barock

2.2.3 Kritik und Neubeginn

2.2.4 Moderne

3 Formen der Konkreten Poesie

3.1 Figurengedichte

3.2 Konstellationen, Ideogramme und Piktogramme

3.3 Permutationen

4 Werkzeuge der Konkreten Poesie

4.1 Wirkungen der verschieden Schriftarten, Schriftgrößen sowie Position des Textes

4.2 Bedeutung von Leerfeldern

5 Analyse und Versuch einer Interpretation eines Konkreten Gedichtes

Schlußbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, ein Verständnis für die Visuelle und Konkrete Poesie zu entwickeln, indem die theoretischen Hintergründe und die systemlosen Erscheinungsformen dieser Kunstrichtung systematisiert werden. Es wird der Frage nachgegangen, wie Sprache als materielles Werkzeug in diesen Gedichtformen fungiert und wie der Leser durch eine veränderte Wahrnehmung der visuellen Gestaltung den Zugang zu diesen abstrakten Werken finden kann.

  • Historische Entwicklung der Visuellen Poesie von der Antike bis zur Moderne
  • Differenzierung der Formen: Figurengedichte, Konstellationen, Ideogramme, Piktogramme und Permutationen
  • Die Rolle der typographischen Gestaltung und Schriftwahl als semantische Werkzeuge
  • Bedeutung der Leerstelle in der Konkreten Poesie
  • Methodische Annäherung an die Interpretation konkreter Gedichte

Auszug aus dem Buch

2.2 Geschichtliche Hintergründe

Natürlich wurde die Visuelle Poesie und andere graphische Texterstellungen nicht durch die Gründung der „Wiener Gruppe“ erfunden, sondern es finden sich schon in der Antike erste Formen von Figurengedichten (nähere Erläuterung zu „Figurengedichte“ siehe nächstes Kapitel). Das älteste Beispiel für Visuelle und Konkrete Dichtung dürfte wohl der Diskos von Phaistos (um 1600 v. Chr.) sein, auf welchem ein konzentrisches Textlabyrinth, d.h. der Text wird von innen nach außen spiralförmig gelesen, graviert ist. Auch schon auf ägyptischen Denk- und Grabmälern finden sich Texte mit Kreuzworthymnus, so dass der Text in unterschiedliche Richtungen gelesen werden kann und auch verschieden Sinnaussagen enthält, die nur einem Eingeweihten verständlich sind9, daher sind sie vergleichbar mit einer ,heutzutage bekannten, Art Gittergedicht (Gedicht in quadratischer oder rechteckiger Form, bei dem bestimmte Buchstaben der horizontalen Verse, optisch hervorgehoben sind, die einen eigenen Text (Intext) ergeben und in ihrer Anordnung eine Figur bilden10). Ein berühmtes Beispiel dafür ist der Hymnus auf die Göttin Mut (1400-700 v. Chr.). Das Beil von St. Agatha in Kalabrien (600 v. Chr.) wiederum enthält eine figurative Inschrift, welche die Aufgabe einer Weihinschrift erfüllt: Ich bin Hera / auf dem Felde geweiht. / Knyiskos, der Opferschlächter, / weihte mich / als Zehnten / seiner Produktion.11

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, dass Konkrete Poesie oft als abstrakt wahrgenommen wird, und legt das Ziel fest, dieses Feld durch eine systematische Betrachtung für den Betrachter zugänglicher zu machen.

2 Theorie und Hintergründe der Visuellen und Konkreten Poesie: Dieses Kapitel erläutert den Stellenwert von Sprache als Material und gibt einen historischen Überblick von der Antike über den Barock bis hin zur Moderne.

3 Formen der Konkreten Poesie: Es werden verschiedene Gattungen wie Figurengedichte, Konstellationen, Ideogramme, Piktogramme und Permutationen definiert und voneinander abgegrenzt.

4 Werkzeuge der Konkreten Poesie: Die Analyse konzentriert sich auf typographische Mittel, wie Schriftart und -größe, sowie auf die konstitutive Bedeutung von Leerfeldern für die Sinnstiftung.

5 Analyse und Versuch einer Interpretation eines Konkreten Gedichtes: Anhand einer „jetzt-Typocollage“ von Gerhard Rühm wird die theoretische Anwendung der Analyseinstrumente auf ein konkretes Beispiel demonstriert.

Schlußbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz der Grenzüberschreitungen zwischen Literatur und Malerei eine systematische Auseinandersetzung das Verständnis für die Konkrete Poesie schärfen kann.

Schlüsselwörter

Visuelle Poesie, Konkrete Poesie, Figurengedicht, Sprache als Material, Ideogramm, Konstellation, Piktogramm, Permutation, Typographie, Leerstelle, Sprachkritik, Semiotik, Textgestaltung, Kunst, Literaturgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem theoretischen Fundament und den Erscheinungsformen der Visuellen und Konkreten Poesie, um den Zugang zu dieser abstrakten Kunstform zu erleichtern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Neben der historischen Entwicklung stehen die typographische Gestaltung, die Rolle der Sprache als eigenständiges Material und die Funktion des Raumes innerhalb eines Gedichts im Vordergrund.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die oft als "systemlos" wahrgenommene Konkrete Poesie durch die Identifikation von Werkzeugen und Strukturen systematisch erfassbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein systematischer, literaturwissenschaftlicher Ansatz gewählt, der theoretische Grundlagen mit einer praktischen Analyse an ausgewählten Beispielen verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in historische Hintergründe, die Differenzierung verschiedener Poesie-Formen sowie die detaillierte Analyse der Gestaltungsmittel wie Schrift, Leerraum und Permutation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Visuelle und Konkrete Poesie, Figurengedichte, Sprachmaterialität sowie typographische Gestaltung und Leerstellen.

Wie unterscheidet sich die Konkrete Poesie von herkömmlicher Lyrik?

In der Konkreten Poesie wird die Sprache entfunktionalisiert; die optische Form und Anordnung der Wörter werden selbst zum Inhalt, anstatt nur Bedeutung zu transportieren.

Warum spielt die Typographie eine so große Rolle?

Die Wahl der Schriftart, Größe und Positionierung fungiert als semantisches Mittel, das die Wirkung des Textes auf den Betrachter steuert und Stimmung oder Bedeutung beeinflusst.

Welche Bedeutung kommt der Leerstelle zu?

Leerstellen werden in der Konkreten Poesie zu aktiven "Wirkfeldern", da die Abwesenheit von Text den Leser dazu zwingt, den leeren Raum als Teil der Aussage mitzudenken.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Visuelle und Konkrete Poesie. Von Barock bis Moderne
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1,0
Autor
Ipek Sirena Krutsch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
26
Katalognummer
V383209
ISBN (eBook)
9783668610682
ISBN (Buch)
9783668610699
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Poesie Barock Moderne Visuelle Konkrete Piktogramme Ideogramme Leerfelder Sprache als Material
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ipek Sirena Krutsch (Autor:in), 2006, Visuelle und Konkrete Poesie. Von Barock bis Moderne, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383209
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  26  Seiten
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