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Homophobie im Herrenfußball. Begriffsbestimmungen, Bedingungen und Gegenmaßnahmen

Titel: Homophobie im Herrenfußball. Begriffsbestimmungen, Bedingungen und Gegenmaßnahmen

Hausarbeit , 2017 , 16 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Lisa Donath (Autor:in)

Sport - Sportsoziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Homosexualität und der in unserer Gesellschaft damit einhergehenden Homophobie im Sport, explizit im Herrenfußball. Als äußerst aktueller Diskurs im heutigen Spitzensport zeigt sich ein drängender Bedarf diese Thematik zu erklären und als Negativphänomen gleichgestellt mit Rassismus und Sexismus anzugehen und zu bekämpfen.
Bis vor wenigen Jahren waren Homosexualität und andere sexuelle Orientierungen ein absolutes Tabu-Thema. Nur wenige Sportler auf professioneller Ebene bekannten sich öffentlich zu ihrer sexuellen Einstellung und versuchten diese geheim zu halten. In den letzten Jahren hingegen bekannten sich stetig mehr Spitzensportler zu ihrer Sexualität in der Öffentlichkeit. Bei vielen ließ sich jedoch feststellen, dass sie diesen Schritt erst zu ihrem Karriereende wagten (vgl. Pronger 2000).
Im weiblichen Profifußball ist es mittlerweile Gang und Gebe sich zu seiner sexuellen Einstellung zu outen, sodass Sportlerinnen wie unter anderem Nadine Angerer als Vorbilder und Aushängeschilder im Spitzensport agieren. Im Herrenfußball fehlen derartige, aktive Sportler. 2014 bekannte sich als erster deutscher Profifußballer Thomas Hitzlsperger zum Ende seiner aktiven Karriere schwul zu sein. Sein Interview mit der Onlinezeitschrift „Die Zeit“ zeigte deutlich, dass Hitzlsperger sich während seiner aktiven Spielerzeit nicht vorstellen konnte diesen Schritt zu gehen, aus Angst vor Angriffen und Diskriminierungen seitens der Fans aber auch aus Angst vor Benachteiligungen durch den Verband, Sponsoren und seinem Verein (vgl. Zeit.de 2012 & Zeit.de 2014).
Es wird deutlich, dass auf Spitzensportlern ein hoher Druck, den Erwartungen der Gesellschaft gerecht zu werden, ruht. Dieser Angst, vor Benachteiligungen und Angriffen aufgrund der eigenen sexuellen Orientierung, liegt das Phänomen der Homophobie zugrunde. Warum diese Form der Diskriminierung jedoch im Herrenfußball verbreiteter ist als im Frauenfußball möchte ich im Folgenden klären.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsbestimmungen und Konzepte

2.1 Heteronormativität und Homophobie

2.2 Aktuelle Tendenzen in Deutschland

3 Bedingungen im Herrenfußball

3.1 Identitätsentwicklung im Mannschaftssport

3.2 Sport als Bühne

3.3 Zusammenfassung

4 Vorgehen gegen Homophobie

4.1 Politische Situation

4.2 Maßnahmen im Fußball

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Homophobie im Sport mit explizitem Fokus auf den Herrenfußball. Ziel der Untersuchung ist es, die Ursachen für die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung zu analysieren, die spezifischen Bedingungen im Herrenfußball als männlich dominierte Domäne zu durchleuchten und Ansätze für ein toleranteres Umfeld aufzuzeigen.

  • Grundlagen der Heteronormativität und deren Einfluss auf die Wahrnehmung von Homosexualität
  • Aktuelle gesellschaftliche Tendenzen und die Prävalenz von Homophobie in Deutschland
  • Die Rolle des Herrenfußballs bei der Konstruktion männlicher Identität
  • Sport als Bühne für die Zurschaustellung heterosexueller Männlichkeitsnormen
  • Politische Rahmenbedingungen und konkrete Maßnahmen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zur Bekämpfung von Diskriminierung

Auszug aus dem Buch

3.1 Identitätsentwicklung im Mannschaftssport

Die Identitätsentwicklung, die vornehmlich im Kindes- und Jugendalter kulminiert, findet vor allem in der institutionellen und familiären Sozialisation statt. Die Bezugsgruppe der Gleichaltrigen ist in dieser Entwicklungsphase von großer Bedeutung für die eigene Entfaltung. Diese oft gleichgeschlechtlichen Bezugsgruppen finden sich nicht nur im Kontext Schule, sondern vor allem auch in Sportvereinen wieder. Fußballclubs zählen heutzutage zu den „typischen“ Männer- und Jungendomänen, in denen „körperliche Stärke und ‚traditionell’ anmutende Inszenierung von Männlichkeit in besonderer Weise stattfinden und anerkannt sind“ (Hertling 2011, S. 83). Ebenso vertreten sind Tugenden wie Schnelligkeit, Kraft und Durchsetzungsvermögen, oft ergänzt und bestärkt durch Gewalttätigkeiten, die die hierarchische Konstruktion von Männlichkeit in ihrer reinsten Form ermöglichen. Bestandteil dieser Konstruktion ist im Rahmen der gleichgeschlechtlichen Bezugsgruppe auch die Abwertung männlicher Homosexualität, die vor allem in Bereichen der Anwendung der Hierarchie der heterosexuellen Männlichkeit hervortritt. „Dies sind vor allem diejenigen Sportvereine und Interessengruppen, die männlich dominiert sind und auf Betätigung und Inhalte ausgerichtet sind, die der tradierten ‚traditionellen’ Männlichkeit und damit geltenden Männlichkeitsstereotypen entsprechen“ (Hertling 2011, S. 84).

Insgesamt lässt sich der Sport als Männerdomäne beschreiben. Durch die Ausführung und Darstellung männlicher Orientierungen, Werte und Normen wird die männliche Dominanz zur Schau gestellt (vgl. Liesenhoff 1983, S. 96, zitiert nach Palzkill 1990, S. 5). Fußball bietet im Rahmen der sportlichen Betätigung eine ganz besondere Identifizierungsmöglichkeit. Unter einigen aktiven Spielern, aber auch Fans, bei denen Fußball eine Art „Kampf“ darstellt, entspricht der Sport dem modernen Gesellschaftscharakter und verfestigt diesen. Der Fußball erfüllt religiöse Bedürfnisse und läuft nach den Strukturen der Arbeitswelt ab.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Homophobie im Spitzensport ein und beleuchtet die Problematik der mangelnden Sichtbarkeit schwuler Profifußballer im Vergleich zum Frauenfußball.

2 Begriffsbestimmungen und Konzepte: Dieses Kapitel definiert Homophobie als Resultat einer heteronormativen Gesellschaftsordnung und analysiert die Verankerung dieser Ängste in der männlichen Identitätskonstruktion.

3 Bedingungen im Herrenfußball: Es wird dargelegt, wie die Strukturen des Fußballs als klassische Männerdomäne die Aufrechterhaltung heterosexueller Männlichkeitsideale und damit verbundene Abgrenzungsprozesse begünstigen.

4 Vorgehen gegen Homophobie: Das Kapitel beleuchtet sowohl die politische Ebene in Deutschland als auch konkrete Gegenmaßnahmen des DFB, wie Satzungsänderungen und die Förderung von queeren Fanclubs.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, gesellschaftliche Normen durch Aufklärung bereits im Kindesalter aufzubrechen, um Diskriminierung nachhaltig zu überwinden.

Schlüsselwörter

Homophobie, Herrenfußball, Heteronormativität, Männlichkeitskonstruktion, Diskriminierung, Spitzensport, Identitätsentwicklung, Toleranz, DFB, Coming-Out, Geschlechterrollen, Sozialisation, Vorurteile, Diversität, Sportsoziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Phänomen der Homophobie innerhalb der deutschen Gesellschaft mit einem speziellen Fokus auf die strukturellen Gegebenheiten im professionellen Herrenfußball.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Heteronormativität, die psychologische Identitätsbildung im Sport, die Inszenierung von Männlichkeit sowie politische und sportverbandliche Interventionsstrategien.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu ergründen, warum Homophobie im Herrenfußball als besonders drängendes Problem wahrgenommen wird und welche Mechanismen zu einer besseren Toleranz und Gleichstellung führen können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse soziologischer und sportwissenschaftlicher Studien, um das Zusammenwirken von gesellschaftlichen Rollenbildern und sportlichem Umfeld zu erklären.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung der Homophobie und eine detaillierte Untersuchung des Fußballumfelds, wobei insbesondere Identitätsentwicklung und die Funktion des Sports als Bühne für Männlichkeitsideale analysiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Homophobie, Heteronormativität, Männlichkeitskonstruktion, DFB-Präventionsarbeit und sportsoziologische Identitätsbildung definiert.

Warum spielt die Identitätsentwicklung eine so große Rolle im Fußball?

Da Fußball als traditionelle Männerdomäne fungiert, dient er vielen Jungen und Männern als zentraler Ort zur Bestätigung und Demonstration ihrer Männlichkeit, was häufig durch eine explizite Abwertung als weiblich oder schwul gelesener Attribute geschieht.

Welche konkreten Schritte unternimmt der DFB gegen Homophobie?

Der DFB setzt Maßnahmen wie Satzungsänderungen gegen Diskriminierung, die Sensibilisierung der Vereine, die Förderung queerer Fanclubs und die Unterstützung bei Coming-Out-Prozessen von Spielern um.

Gibt es einen Unterschied zwischen der Wahrnehmung im Frauen- und Herrenfußball?

Ja, laut der Arbeit ist ein Outing im Frauenfußball gesellschaftlich bereits etablierter und alltäglicher, während im Herrenfußball aufgrund der rigideren, traditionell geprägten Männlichkeitsideale eine deutlich höhere Hemmschwelle besteht.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit hinsichtlich der gesellschaftlichen Entwicklung?

Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass bloße Maßnahmen im Sport nicht ausreichen; vielmehr muss ein gesamtgesellschaftlicher Wandel stattfinden, um tief verankerte heteronormative Strukturen und Rollenbilder langfristig aufzubrechen.

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Details

Titel
Homophobie im Herrenfußball. Begriffsbestimmungen, Bedingungen und Gegenmaßnahmen
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Institut für Sportwissenschaften)
Veranstaltung
Sport und Geschlecht
Note
1,3
Autor
Lisa Donath (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V383213
ISBN (eBook)
9783668586802
ISBN (Buch)
9783668586819
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Homophobie Herrenfußball Diskriminierung Mannschaftssport Geschlecht Homosexualität Heteronormativität Identitätsentwicklung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lisa Donath (Autor:in), 2017, Homophobie im Herrenfußball. Begriffsbestimmungen, Bedingungen und Gegenmaßnahmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383213
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Leseprobe aus  16  Seiten
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