Diese Hausarbeit wird sich mit der sozialen Marktwirtschaft beschäftigen, wobei erörtert werden muss, ob sie an den Zielen vorbeiläuft, welche im Stabilitätsgesetz festgelegt wurden, und wie ihre Zukunft aussehen könnte. Deshalb möchte ich kurz die soziale Marktwirtschaft inhaltlich und historisch im zweiten Kapitel skizzieren, weil dies für den jetzigen Stand wichtig ist, denn die soziale Marktwirtschaft galt lange Zeit als die „Vorzeige-Wirtschaftsordnung“ und erlangte Weltruhm, der sich jedoch mehr und mehr ins Gegenteil verändert. Außerdem werde ich in diesem Kapitel die Rahmenbedingungen vom Grundgesetz erwähnen.
Im dritten Kapitel werde ich die Akteure der Wirtschaftspolitik und die Ziele der Wirtschaftspolitik darstellen. Dabei erwähne ich jedoch nur kurz die (inter)nationalen Akteure und werde stärker auf das Stabilitätsgesetz von 1967 mit dessen Zielkonflikten eingehen, welche sich durch das magische Viereck ergeben. Das vierte Kapitel wird sich insgesamt um die Zukunft der sozialen Marktwirtschaft drehen, wobei ich im ersten Abschnitt die Folgen der Wiedervereinigung erläutere, bevor ich im zweiten Abschnitt Reformideen, wie zum Beispiel die Agenda 2010, präsentiere.
Am Schluss werde ich zusammenfassend sagen, welche Wege vorhanden sind, um eine soziale Marktwirtschaft wieder handlungsfähig zu machen, ohne die „Humanität“ zu verlieren, und auch wie meine Einschätzung zu den zukünftigen politischen Prozessen ist.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Soziale Marktwirtschaft – Geschichte einer Wirtschaftsordnung und deren Rahmenbedingungen im Grundgesetz
III. Akteure der Wirtschaftspolitik und die Ziele der Wirtschaftspolitik
IV. Zukunft der sozialen Marktwirtschaft – an einer Kreuzung der Entscheidung!
a) Welche Folgen hatte die deutsche Wiedervereinigung?
b) Reformideen – auch durch die Agenda 2010
V. Zusammenfassung und Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht den aktuellen Zustand der sozialen Marktwirtschaft in Deutschland und analysiert kritisch, ob diese den im Stabilitätsgesetz festgelegten Zielen noch gerecht wird. Dabei wird erörtert, wie die Wirtschaftsordnung angesichts von Herausforderungen wie der deutschen Wiedervereinigung, dem demographischen Wandel und einer hohen Staatsverschuldung handlungsfähig bleiben kann, ohne ihren humanitären Kern zu verlieren.
- Historische Entwicklung und verfassungsrechtliche Rahmenbedingungen
- Akteure der Wirtschaftspolitik und das Stabilitätsgesetz
- Herausforderungen durch die deutsche Wiedervereinigung
- Notwendigkeit und Grenzen von Reformen (Agenda 2010)
- Strategien zur Haushaltskonsolidierung und zum Erhalt der Humanität
Auszug aus dem Buch
II. Soziale Marktwirtschaft – Geschichte einer Wirtschaftsordnung und deren Rahmenbedingungen im Grundgesetz
Nachdem Deutschland den zweiten Weltkrieg verloren hatte, war es zu weiten Teilen zerstört, aber auch die vier Oberziele der Besatzungsmächte – Entmilitarisierung, Entnazifizierung, Demokratisierung und Dezentralisierung – sollten nichts Gutes verheißen (Schmid: 2006: 157 f). Jedoch spitzte sich 1947 der Versorgungsengpass soweit zu, dass dies als Gefahr des herannahenden Kommunismus gesehen wurde, weshalb Deutschland nun mit dem Marshall-Plan aufgebaut werden sollte. Daraus erwuchs wiederum nun die Idee des Ordoliberalismus, also die Idee der Freiburger Schule nach einer neoliberalen Wirtschaftsordnung, welche sich verbreiten und etablieren konnte (Schmid: 2006: 158 f). Wichtige Namen sind dabei Walter Eucken, Alfred Müller-Armack, der den Begriff der sozialen Marktwirtschaft geprägt hat, und Ludwig Erhard, der als erster deutscher Bundeswirtschaftsminister diese Wirtschaftsordnung unter viel Gegendruck seitens der Opposition, aber auch seitens der eigenen Reihen, etablieren und installieren konnte (Schmid: 2006: 160 ff).
Natürlich hätte es auch eine andere Wirtschaftsordnung geben können, denn das Grundgesetz ist bei der Vorgabe der Wirtschaftsordnung sehr ungenau formuliert, und dennoch schließt es eine Zentralverwaltungswirtschaft aus. In den Artikeln sind folgende „Rahmenbedingungen“ vorgegeben: Der Mensch hat das Recht und die Freiheit seine eigene Persönlichkeit zu entfalten (Art. 2 und 11), aber auch seine eigene Meinung zu äußern (Art. 5). Darüber hinaus gibt es die Koalitionsfreiheit (Art. 9) und die Freiheit seinen eigenen Beruf auszusuchen und auszuüben (Art. 12). Ein entscheidender Artikel ist Artikel 14 im Grundgesetz, denn hier steht drin, dass jeder das Recht auf Privateigentum hat – hier wird die Zentralverwaltungswirtschaft ausgeschlossen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Hausarbeit erörtert, ob die soziale Marktwirtschaft ihre ursprünglichen Ziele noch erreicht und wie eine zukunftsfähige Ausrichtung aussehen könnte.
II. Soziale Marktwirtschaft – Geschichte einer Wirtschaftsordnung und deren Rahmenbedingungen im Grundgesetz: Das Kapitel skizziert die Entstehung der sozialen Marktwirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg und analysiert die ordnungspolitischen Vorgaben des Grundgesetzes.
III. Akteure der Wirtschaftspolitik und die Ziele der Wirtschaftspolitik: Hier werden die wichtigsten wirtschaftspolitischen Akteure benannt und die Zielkonflikte innerhalb des Stabilitätsgesetzes von 1967 analysiert.
IV. Zukunft der sozialen Marktwirtschaft – an einer Kreuzung der Entscheidung!: Dieses Kapitel untersucht die Belastungen durch die Wiedervereinigung sowie notwendige Reformschritte wie die Agenda 2010 zur Sicherung der Handlungsfähigkeit.
V. Zusammenfassung und Resümee: Der abschließende Teil fasst die Herausforderungen zusammen und fordert ein Umdenken der Politik zugunsten des Staatswohls und unter Wahrung des Grundwertes der Humanität.
Schlüsselwörter
Soziale Marktwirtschaft, Grundgesetz, Stabilitätsgesetz, Wirtschaftspolitik, Agenda 2010, Wiedervereinigung, Sozialstaat, Haushaltskonsolidierung, Humanität, Ordnungspolitik, Wirtschaftsordnung, Wohlfahrtsstaat, Arbeitslosigkeit, Subventionen, Schuldenstand
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der sozialen Marktwirtschaft in Deutschland, ihrer historischen Entstehung und ihrer aktuellen Leistungsfähigkeit unter Berücksichtigung politischer und ökonomischer Zielkonflikte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die ordnungspolitischen Grundlagen, die Ziele staatlicher Wirtschaftspolitik, die Folgen der Wiedervereinigung sowie die Notwendigkeit von Reformen zur Sicherung des Sozialstaates.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es zu erörtern, ob die soziale Marktwirtschaft an ihren ursprünglichen Zielen vorbeiläuft und wie sie handlungsfähig bleiben kann, ohne ihren humanitären Kern zu verlieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der aktuelle wirtschaftspolitische Entwicklungen mit historischen Hintergründen und den Rahmenbedingungen des Grundgesetzes in Beziehung gesetzt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Akteure und Ziele, eine Analyse der wirtschaftspolitischen Herausforderungen (insb. Wiedervereinigung) sowie die Präsentation von Reformideen zur Haushaltskonsolidierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Soziale Marktwirtschaft, Stabilitätsgesetz, Agenda 2010, Sozialstaat, Haushaltskonsolidierung und Humanität.
Welche Rolle spielt die "Humanität" in der Argumentation des Autors?
Der Autor betont, dass die Humanität den wichtigsten Grundwert der sozialen Marktwirtschaft darstellt und bei allen Reformen und notwendigen Einsparungen bewahrt werden muss.
Wie bewertet der Autor die Folgen der deutschen Wiedervereinigung?
Die Wiedervereinigung wird als erhebliche finanzielle Belastung identifiziert, die durch hohe Sozialausgaben, Sanierungskosten in den neuen Bundesländern und Rentenangleichungen den Sozialstaat unter Druck gesetzt hat.
- Arbeit zitieren
- Dominic Dehmel (Autor:in), 2009, Vergangenheit und Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft. Wieso die Soziale Marktwirtschaft weltberühmt wurde und an welchen Zielen und Gründen sie scheitern könnte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383224