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Fand bei den Ostgoten eine Ethnogenese statt?

Eine Untersuchung anhand bestimmter Kriterien

Titel: Fand bei den Ostgoten eine Ethnogenese statt?

Hausarbeit , 2016 , 13 Seiten , Note: 8,00

Autor:in: Patrick Frambach (Autor:in)

Weltgeschichte - Altertum
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Als ,,Ethnogenese“ bezeichnet die Fachwissenschaft die ,,Volkwerdung“ eines Stammes oder einer einzelnen Gruppe. Um die Frage zu beantworten, ob bei den Ostgoten eine Ethnogenese stattfand, müssen verschiedene Kriterien erfüllt sein. Diese lassen sich in mehrere Punkte gliedern: Die Entstehung ziviler und militärischer Verwaltungsstrukturen sowie einem daraus folgenden Rechtsystems. Die Inanspruchnahme eines Gebiet durch Stammesgruppen sowie die Entstehung eines Herrschaftsgebildes mit einem König im Zentrum stellen ebenso wichtige Kriterien dar. Abschließend spielt in der Ethnogenese die Entstehung einer eigenen Kultur eine bedeutende Rolle. Die kulturellen Schwerpunkte lassen sich hierbei in Sprache, Religion und Sitten unterteilen. In der vorliegenden Hausarbeit widme ich mich dem Zeitraum bis zur Zeit Theoderichs.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fragestellung und Forschungsstand

3. Zeitliche und räumliche Einordnung

4. Die Ausbreitung der Ostgoten bis zum Ostgotenzug nach Italien

4.2. Die Ostgoten auf dem Balkan (473 – 488)

4.3. Der Ostgotenzug nach Italien und die Kämpfe in Italien(488 – 493)

5. Herausbildung ziviler und militärischer Verwaltungsstrukturen und die Entstehung eines Rechtssystems

5.1. Die Stellung des Militärs

5.2. Die Aufnahme römischer Strukturen und die Bildung einer „eigenen“ Administration

6. Sprache, Glaube und Doppelkultur

6.1. Die Sprache der Goten und Römer

6.2. Herausbildung eines eigenen Glaubens und die Entstehung einer Doppelkultur

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand definierter Kriterien – wie Verwaltungsstrukturen, Rechtssystem, Herrschaftsausübung und kulturelle Eigenheiten – ob im Fall der Ostgoten von einer historischen Ethnogenese gesprochen werden kann. Ziel ist es, durch eine Analyse der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung unter Theoderich zu beurteilen, inwieweit sich die Ostgoten als eigenständiges Volk etabliert haben.

  • Prozesse der Ethnogenese bei den Ostgoten
  • Militärische und zivile Verwaltungsstrukturen im Ostgotenreich
  • Theoderich der Große und die Konsolidierung der Herrschaft
  • Kulturelle Identität: Sprache, Schrift und Religion
  • Verhältnis zwischen gotischer Tradition und römischer Administration

Auszug aus dem Buch

4.3. Der Ostgotenzug nach Italien und die Kämpfe in Italien(488 – 493)

Das ostgotische Reich in Italien lässt sich aufgrund mangelnder und unkorrekter Quellen nur sehr schwer eingrenzen. Die politische Lage ist ebenfalls nicht ganz klar. Auf der einen Seite stand die Bezeichnung des Barbarenvolkes mit einem an erster Stelle stehenden Barbarenkönig, der durch Eroberung das eingenommene Italien sowie die angrenzenden Länder für sich behauptet hatte. Durch die Unabhängigkeit zum Oströmischen Reich konnte es jeder Zeit zum Krieg kommen. Auf der anderen Seite kann die Eingliederung und Anerkennung Italiens als Teil des Reiches und das Gotenvolk somit als Teil des Imperiums gesehen werden. Erwähnt werden muss, dass der König und die Ostgoten im Gegensatz zu den anderen „Barbari“ anerkannt waren. Theoderich wurde vom Kaiser nach Italien gesandt, um Odovakar zu besiegen und das Territorium für den Kaiser zurück zu erobern, was allerdings von seiner Gefolgschaft anders gesehen wurde. Sie riefen Theoderich zum „König“ der Italier aus. Das Abkommen zwischen Zenon und Theoderich sah dies aber nicht vor, wodurch ihm die Römer seine Rechte am Land streitig machten und ihn nicht anerkannten, da er sich nicht an die Abmachung gehalten hatte. Nach der Schlacht gegen Odovakar sandte Theoderich die Obersten des Senats nach Byzanz, um die „vestis regia“, das königliche Gewand, zu verlangen. Es handelte sich dabei um das Purpur aus Byzanz, womit Theoderich seine Macht und seine Autorität in Italien demonstrieren wollte. Die Goten erhoben ihn zum König über Italien, ohne die Bestätigung aus Byzanz erhalten zu haben. Dies schadete dem Verhältnis zwischen Kaiser und Theoderich, welches sich erst 498 entspannte und schließlich in der Anerkennung durch den Kaiser mündete.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert den Begriff der Ethnogenese und legt die Kriterien fest, anhand derer die Geschichte der Ostgoten in dieser Arbeit untersucht wird.

2. Fragestellung und Forschungsstand: Erläutert die Schwierigkeit einer einheitlichen Definition von Ethnogenese im aktuellen, teilweise umstrittenen Forschungsdiskurs.

3. Zeitliche und räumliche Einordnung: Beschreibt die Ursprünge der Gotenstämme und deren Wanderungsbewegungen von Skandinavien bis zum Schwarzen Meer.

4. Die Ausbreitung der Ostgoten bis zum Ostgotenzug nach Italien: Analysiert die politische Konsolidierung unter Theoderich Strabo und Theoderich dem Großen sowie den Weg nach Italien.

5. Herausbildung ziviler und militärischer Verwaltungsstrukturen und die Entstehung eines Rechtssystems: Untersucht die Übernahme römischer Verwaltungsprinzipien und die Schlüsselrolle des Militärs im Ostgotenreich.

6. Sprache, Glaube und Doppelkultur: Analysiert sprachliche Wurzeln, die religiöse Eigenständigkeit und das Phänomen der kulturellen Assimilation zwischen Goten und Römern.

7. Fazit: Kommt zu dem Ergebnis, dass wesentliche Kriterien einer Ethnogenese im Ostgotenreich unter Theoderich als erfüllt angesehen werden können.

Schlüsselwörter

Ethnogenese, Ostgoten, Theoderich der Große, Spätantike, Völkerwanderung, Gotenreich, Verwaltungsstrukturen, Rechtssystem, Doppelkultur, Christianisierung, Militärverwaltung, Wulfila, Runen, Identitätsbildung, Migration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht, ob bei den Ostgoten eine sogenannte Ethnogenese stattfand, also die Entstehung eines eigenständigen Volkes mit spezifischen Strukturen.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Die Arbeit deckt Themen wie die politische Führung durch Könige, die Organisation ziviler und militärischer Verwaltungen, das Rechtssystem sowie kulturelle Aspekte wie Sprache und Religion ab.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Kernfrage lautet: Kann im Falle der Ostgoten – basierend auf der Erfüllung definierter Kriterien – von einer Ethnogenese gesprochen werden?

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine historische Analyse, bei der auf Grundlage einer selbst gewählten Definition von Ethnogenese historische Fakten und Quellen ausgewertet werden.

Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil befasst sich mit dem historischen Werdegang, der Etablierung des Königtums in Italien und der Art und Weise, wie die Ostgoten bestehende römische Strukturen für ihre Zwecke nutzten.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlüsselbegriffe sind Ethnogenese, Ostgoten, Theoderich, Verwaltung, Rechtssystem und kulturelle Doppelkultur.

Wie unterschied sich die Machtausübung Theoderichs von der vorheriger germanischer Anführer?

Theoderich setzte auf eine Integration in römische Verwaltungsstrukturen anstatt diese zu zerstören, wobei er das Militär und das Königtum zentralisierte.

Welche Bedeutung kommt der Runenschrift und der Sprache für die Identität der Goten zu?

Sprache und Schrift (Runen) dienten den Goten als wesentliche Identitätsmerkmale, die auch nach der Christianisierung und der Anpassung an römische Standards über lange Zeit bestehen blieben.

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Details

Titel
Fand bei den Ostgoten eine Ethnogenese statt?
Untertitel
Eine Untersuchung anhand bestimmter Kriterien
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Geschichte und Kulturwissenschaften)
Note
8,00
Autor
Patrick Frambach (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
13
Katalognummer
V383262
ISBN (eBook)
9783668589810
ISBN (Buch)
9783668589827
Sprache
Deutsch
Schlagworte
fand ostgoten ethnogenese eine untersuchung kriterien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Patrick Frambach (Autor:in), 2016, Fand bei den Ostgoten eine Ethnogenese statt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383262
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Leseprobe aus  13  Seiten
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