Orchester und Instrumentalsätze der Ouvertüre und des Priestermarscher in Mozarts Zauberflöte


Seminararbeit, 2005
21 Seiten, Note: 1,8

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1 Orchesterbesetzung im gesamten Stück

2 Ouvertüre allgemein

3 Die Zauberflöten-Ouvertüre
3.1 Entstehungsgeschichte
3.2 Aufbau und Analyse

4 Priestermarsch der Zauberflöte
4.1 Entstehungsgeschichte
4.2 Aufbau und Analyse

5 Quellenverzeichnis

6 Eidesstattliche Erklärung

Vorwort

Seit seiner Premiere am 30. September 1791 in Wien genießt Wolfgang Amadeus Mozarts Oper die „Zauberflöte“ ungebrochenen Zuspruch und zählt zu den meistaufgeführten Werken des europäischen Musiktheaters.

Alle Erfahrungen, die Mozart bisher an der Opera buffa, Oper seria, dem deutschen Singspiel und dem volkstümlichen Lied sammeln konnte, fanden in der „Zauberflöte“ ihren Anklang.

Keine andere Oper Mozarts zeigt eine solche Vielfalt von Stilarten wie „Die Zauberflöte“. Keine verbindet so gegensätzliche Szenen und weist eine solch unterschiedliche musikalische Behandlung der Personen.

Ziel meiner Facharbeit wird sein, Ouvertüre und den Priestermarsch hinsichtlich des Orchesters und der Instrumentalsätze zu untersuchen.

Meine wichtigsten Quellen hierbei waren die Werke „Mozarts Opern“ von Stephan Kunze und „Die Sprache der Musik in Mozarts Zauberflöte“ von Christoph Peter.

1 Orchesterbesetzung im gesamten Stück

- Erste und zweite Violinen, Bratschen, Violoncelli, Kontrabässe
- 2 große Flöten (im II. Akt auch eine Piccoloflöte), 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Bassetthörner, 2 Fagotte,2 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen
- 1 Glockenspiel (Celesta), 1 Paar Pauken[1]

Die Musik der „Zauberflöte“ hat, insbesondere durch die Wahl und Bedeutung der Instrumente, mehr symbolische Kraft, als man bei Mozart gewohnt ist. Er verwendet in der Oper die unterschiedlichsten orchestralen Zusammensetzungen. Mozart stellt jede Figur ganz individuell dar, indem er jede mit einer musikalischen Sprache ausstattet und den einzelnen Lebens- und Personenkreisen unterschiedliche Stilarten zuordnet. Für die kalte und unberechenbare Königin der Nacht schrieb er Koloraturen im Stil der Opera seria, die die alte Ordnung repräsentieren. Die musikalischen Äußerungen der Priester erinnern an feierliche Hymnen, was durch das reich besetzte Orchester verstärkt zum Ausdruck gebracht wird. Bei der Figur des Papageno knüpft Mozart, mit einem vereinfachten Orchester, an die volkstümliche Tonsprache an, welche den Hörern vertraut ist. Alle diese Elemente geben, durch die bestimmte Tonartenwahl und durch die Wiederkehr bestimmter melodischer, harmonischer und rhythmischer Wendungen der unterschiedlichen Orchester, jeder „Zauberflötenfigur“ ihr unverwechselbares Gesicht. Dies hat zur Folge, dass die Charakteristik der Gestalten hauptsächlich durch die Musik und weniger durch die Formulierung der Sprache verdeutlicht wird.

Bei der oben aufgeführten Orchesterbesetzung ist festzustellen, dass es sich nicht um eine typische klassische Orchesterbesetzung handelt. Mozart ersetzt die Hörner durch drei Posaunen. Zusätzlich verwendet er Bassetthörner, (Altklarinetten in F oder Es) wodurch eine eigene Klangfarbe entstanden ist. Der eigentümliche Klang des Bassetthorns, der dunkler, zarter und mischfähiger als der der Klarinette ist, wurde leider nur von wenigen Komponisten eingesetzt. Im Orchester verwendete es Mozart gerne für religiöse Inhalte: in der Zauberflöte wird es mit Sarastro und seinen Priestern in Verbindung gebracht.

Auch die Verbindung der Holzblasinstrumente und Posaunen präsentiert die geistige, aber nicht argumentative Ebene des Sarastro, Symbolträger der Freimaurerei, die von Liebe dominiert wird. Diese Ebene wird außerdem durch die Verwendung von Liegetönen verstärkt, welche aus kirchenmusikalischen Gesetzen stammen. Sie haben die Aufgabe, den Nachhallcharakter der Orgel wiederzugeben. Auch die Zauberflöte des Papageno und das Glockenspiel erfüllen ihren Zweck, Gefahren zu bannen.[2]

2 Ouvertüre allgemein

Eine Ouvertüre ist ein rein instrumentales Eröffnungsstück u.a. einer Oper, eines Oratoriums, eines Schauspiels oder einer Suite. Das Wort Ouvertüre stammt aus dem Französischen und heißt „Eröffnung“. Durch sie soll das Publikum eingestimmt und seine Aufmerksamkeit zum Geschehen auf der Bühne hingelenkt werden.

Bis zum 17. Jahrhundert hatten solche Vorspiele keinen Anspruch auf Selbstständigkeit und es gab keine festen Formen. Im 17. Jahrhundert entwickelten sich außer der allgemeinen Sinfonia (Opernvorspiele), die so genannten Kanzonen-Ouvertüren der Venezianischen Oper. Sie war Vorbild für die französische Ouvertüre, welche im 17. Jahrhundert der bekannteste Overtürentyp des Barock wurde. Sie trat erstmals bei Lully 1658 im Alcidiane-Ballett in Paris auf und ist dreiteilig.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ein gegensätzlicher Ouvertürentyp entwickelte sich zur gleichen Zeit in Neapel. Die ebenfalls dreigliedrige Sinfonia wurde vor allem durch A. Scarlatti verbreitet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die neapolitanische Ouvertüre wurde auch schon vereinzelt von dem Drama losgelöst und in Akademien konzertmäßig musiziert.

[...]


[1] s. Cornelissen, T. / Stoverock, D., Die Oper. Schriftenreihe über musikalische

Bühnenwerke. Die Zauberflöte von W.A. Mozart. 1963, S. 45

[2] s. Die Zauberflöte, URL: http://www.theater-nordhausen.de/img/programm-

zauberfloete.pdf, S. 13

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Orchester und Instrumentalsätze der Ouvertüre und des Priestermarscher in Mozarts Zauberflöte
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltung
Mozarts Zauberflöte
Note
1,8
Autor
Jahr
2005
Seiten
21
Katalognummer
V38327
ISBN (eBook)
9783638374194
Dateigröße
685 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Orchester, Instrumentalsätze, Ouvertüre, Priestermarscher, Mozarts, Zauberflöte
Arbeit zitieren
Ulrike Becker (Autor), 2005, Orchester und Instrumentalsätze der Ouvertüre und des Priestermarscher in Mozarts Zauberflöte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38327

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