Orchesterbesetzung im gesamten Stück
- Erste und zweite Violinen, Bratschen, Violoncelli, Kontrabässe
- 2 große Flöten (im II. Akt auch eine Piccoloflöte), 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Bassetthörner, 2 Fagotte,2 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen
- 1 Glockenspiel (Celesta), 1 Paar Pauken
Die Musik der „Zauberflöte“ hat, insbesondere durch die Wahl und Bedeutung der Instrumente, mehr symbolische Kraft, als man bei Mozart gewohnt ist. Er verwendet in der Oper die unterschiedlichsten orchestralen Zusammensetzungen. Mozart stellt jede Figur ganz individuell dar, indem er jede mit einer musikalischen Sprache ausstattet und den einzelnen Lebens- und Personenkreisen unterschiedliche Stilarten zuordnet. Für die kalte und unberechenbare Königin der Nacht schrieb er Koloraturen im Stil der Opera seria, die die alte Ordnung repräsentieren. Die musikalischen Äußerungen der Priester erinnern an feierliche Hymnen, was durch das reich besetzte Orchester verstärkt zum Ausdruck gebracht wird. Bei der Figur des Papageno knüpft Mozart, mit einem vereinfachten Orchester, an die volkstümliche Tonsprache an, welche den Hörern vertraut ist. Alle diese Elemente geben, durch die bestimmte Tonartenwahl und durch die Wiederkehr bestimmter melodischer, harmonischer und rhythmischer Wendungen der unterschiedlichen Orchester, jeder „Zauberflötenfigur“ ihr unverwechselbares Gesicht. Dies hat zur Folge, dass die Charakteristik der Gestalten hauptsächlich durch die Musik und weniger durch die Formulierung der Sprache verdeutlicht wird.
Bei der oben aufgeführten Orchesterbesetzung ist festzustellen, dass es sich nicht um eine typische klassische Orchesterbesetzung handelt. Mozart ersetzt die Hörner durch drei Posaunen. Zusätzlich verwendet er Bassetthörner, (Altklarinetten in F oder Es) wodurch eine eigene Klangfarbe entstanden ist. Der eigentümliche Klang des Bassetthorns, der dunkler, zarter und mischfähiger als der der Klarinette ist, wurde leider nur von wenigen Komponisten eingesetzt. Im Orchester verwendete es Mozart gerne für religiöse Inhalte: in der Zauberflöte wird es mit Sarastro und seinen Priestern in Verbindung gebracht.
Auch die Verbindung der Holzblasinstrumente und Posaunen präsentiert die geistige, aber nicht argumentative Ebene des Sarastro, Symbolträger der Freimaurerei, die von Liebe dominiert wird. Diese Ebene wird außerdem durch die Verwendung von Liegetönen verstärkt, welche aus kirchenmusikalischen Gesetzen stammen.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1 Orchesterbesetzung im gesamten Stück
2 Ouvertüre allgemein
3 Die Zauberflöten-Ouvertüre
3.1 Entstehungsgeschichte
3.2 Aufbau und Analyse
4 Priestermarsch der Zauberflöte
4.1 Entstehungsgeschichte
4.2 Aufbau und Analyse
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht die instrumentale Gestaltung und die Orchesterbesetzung der Ouvertüre sowie des Priestermarsches in Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“. Ziel ist es, die symbolische Bedeutung der Instrumentierung und deren Funktion für die Charakterisierung der musikalischen Welten und Personen innerhalb des Werkes aufzuzeigen.
- Symbolische Instrumentierung und orchestrale Farbgebung
- Musikalische Charakterisierung der Opernfiguren
- Formale Analyse der Ouvertüre und des Priestermarsches
- Einfluss der Kompositionsreihenfolge auf den Charakter der Ouvertüre
- Harmonische und rhythmische Strukturanalysen
Auszug aus dem Buch
Die Zauberflöten-Ouvertüre
Die Ouvertüre wurde zugleich mit dem Priestermarsch als letztes Stück der Oper von W.A. Mozart komponiert. Erst zwei Tage vor der Uraufführung am 28. September 1791, wurden beide Teile fertig gestellt. Derzeitig war es üblich, die Sinfonia am Ende der gesamten Komposition zu schreiben, da sie den angeblich unwichtigsten Bestandteil der Oper darstellte. Mozart scheint diese Entstehungschronologie allerdings aus einem anderen Grund aufgegriffen zu haben. Durch diese Kompositionsreihenfolge hatte Mozart die Gelegenheit, die Ouvertüre als eine Art Index zu komponieren. „Die Summe zieht man am Schluß [sic]“, schreibt Stefan Kunze in seinem Buch „Mozarts Opern“ über den Entstehungszeitpunkt der Ouvertüre.
Mozart wendet sich in der Zauberflöte der einsätzigen, aus der italienischen Ouvertüre abgeleiteten Form, zu. Dennoch sind rudimentäre Elemente der französischen Ouvertürenform enthalten. Die „Zauberflöten-Ouvertüre“ ist allerdings nicht, wie viele Ouvertüren der italienischen Opern, austauschbar. Die Ursache für diese bedeutende Wandlung ist Mozarts Verständnis für Ouvertüren. Er sieht die Aufgabe einer Ouvertüre nicht darin, die Handlung im Voraus zu erzählen, sondern den Weg und die Atmosphäre für die Oper zu schaffen. Dadurch gelingt es Mozart, dass die Ouvertüre dem eigentlichen Stück bezüglich der Handlung nichts vorweg nimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
Orchesterbesetzung im gesamten Stück: Es wird dargelegt, dass Mozart eine unkonventionelle, symbolträchtige Besetzung wählt, um die unterschiedlichen Welten der Oper wie die der Priester oder des Papageno musikalisch zu charakterisieren.
Ouvertüre allgemein: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss über die Entwicklung der Gattung Ouvertüre vom 17. Jahrhundert bis zur Klassik und ordnet Mozarts Werk in diese Tradition ein.
Die Zauberflöten-Ouvertüre: Hier werden die Entstehungsgeschichte sowie der formale Aufbau und die harmonische Analyse des Werkes detailliert behandelt.
Priestermarsch der Zauberflöte: Das Kapitel analysiert die spezifische Entstehung, die Besetzung und die formale Struktur dieses instrumentalen Glanzstücks des zweiten Aktes.
Schlüsselwörter
Wolfgang Amadeus Mozart, Die Zauberflöte, Ouvertüre, Priestermarsch, Orchesterbesetzung, Instrumentalsätze, Symbolik, Sonatenhauptsatzform, Bassetthorn, Musikwissenschaft, musikalische Analyse, Musiktheater, Opern-Sinfonia.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der musikwissenschaftlichen Untersuchung der Orchesterbesetzung und der instrumentalen Sätze in der Ouvertüre und dem Priestermarsch von Mozarts Oper „Die Zauberflöte“.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der symbolischen Wahl der Instrumente, der formalen Analyse dieser Musikstücke sowie deren Einbettung in den dramaturgischen Kontext der Oper.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Mozart durch die Wahl der Orchesterfarben und die spezifische instrumentale Gestaltung den Charakter der Figuren und die Atmosphäre der Oper unterstreicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine formale Werkanalyse sowie den Rückgriff auf musikwissenschaftliche Fachliteratur, um die strukturellen Besonderheiten der untersuchten Stücke herauszuarbeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Einführung zur Ouvertürenform, eine detaillierte Analyse der Zauberflöten-Ouvertüre (inklusive ihrer Entstehungsgeschichte) und eine entsprechende Untersuchung des Priestermarsches.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mozarts Zauberflöte, Orchesterbesetzung, musikalische Symbolik, formale Werkanalyse und instrumentale Charakterisierung.
Warum spielt das Bassetthorn eine so wichtige Rolle?
Mozart verwendet das Bassetthorn aufgrund seines dunklen und weichen Klangs spezifisch für religiöse Inhalte und zur Charakterisierung der geistigen Ebene Sarastros.
Welche Bedeutung haben die drei Akkorde zu Beginn der Ouvertüre?
Sie dienen als symbolischer Index für die gesamte Oper, erzeugen Erhabenheit und repräsentieren durch ihre zeitenthobene Fermaten-Struktur die feierliche Welt der Priester.
Inwiefern unterscheidet sich der Priestermarsch von der Ouvertüre?
Während die Ouvertüre eine komplexe Sonatenform darstellt, ist der Priestermarsch eine dreiteilige Liedform, die die feierliche Stimmung der Priester bei ihrem Einzug mit Palmzweigen illustriert.
- Quote paper
- Ulrike Becker (Author), 2005, Orchester und Instrumentalsätze der Ouvertüre und des Priestermarscher in Mozarts Zauberflöte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38327