Diese Arbeit soll sich der Klarstellung widmen, welche Fundamente Aristoteles für einen guten Staat definierte, welche Maximen seiner Ansicht nach über der Politik zu stehen haben und inwieweit besonders die Eudaimonia den Praxischarakter seiner Philosophie und die Konzentration auf das Individuum untermauert.
Aristoteles hat in seiner „Nikomachischen Ethik“ Fundamente des individuellen Lebens gelegt, die er in seiner „Politik“ im Lebensraum der Polis weiter ausleuchtet, weswegen neben der „Politik“ auch die „Ethik“ einen starken Einfluss auf diese Arbeit hat
Der Staat ist für Aristoteles eine Vereinigung von Individuen, die nach einem ordnenden Überbau verlangen, da nur dieser Überbau ein Garant für Gerechtigkeit, ein Garant für die Erlangung des Glücks ist. Auch hier bildet der Mensch den Fixpunkt der aristotelischen Betrachtungen, weswegen jedes Kapitel dieser Arbeit von der Bezugnahme geprägt ist, das politische Abstraktum auf das individuelle Begehren und Ziel herunterzubrechen: das Streben nach Glück.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Staat
- Polis
- Staatsformenlehre
- Demokratiekritik
- Mesotes
- Glück - Ethik, Erziehung, Eudaimonia
- Fazit
- Literatur
- Primärliteratur
- Sekundärliteratur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die aristotelische Philosophie und ihre Relevanz für heutige politische und gesellschaftliche Fragen. Sie beleuchtet die von Aristoteles definierten Fundamente eines guten Staates und die Maximen, die seiner Ansicht nach über der Politik stehen sollten. Besondere Aufmerksamkeit wird der Eudaimonia, der Glückseligkeit, und ihrer Bedeutung für den Praxischarakter der aristotelischen Philosophie und die Konzentration auf das Individuum gewidmet.
- Die Rolle des Staates in der Gesellschaft und seine Beziehung zum Individuum
- Die Bedeutung von Gerechtigkeit und Glück als Ziele des Staates
- Die aristotelische Staatsformenlehre und die Suche nach der besten Verfassung
- Die Rolle der Eudaimonia und ihre Bedeutung für das individuelle Glück und die Politik
- Die Aktualität der aristotelischen Gedanken für die heutige Zeit
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung stellt die These auf, dass Aristoteles' Philosophie trotz ihrer historischen Einbettung auch für heutige Herausforderungen relevant ist und die Rolle des Staates in der Beziehung zum Individuum neu beleuchtet werden sollte.
- Staat - Polis: Dieses Kapitel beschreibt die politische Struktur Athens zur Zeit des Aristoteles, die Polis, und die begrenzte Beteiligung von Frauen, Kindern, Fremden und Sklaven am politischen Leben. Es wird hervorgehoben, dass die frühen Demokratien trotz ihrer Fortschritte „hochgradig defekte Demokratien“ waren, die von Ausgrenzung und Menschenrechtsverletzungen geprägt waren.
- Staat - Staatsformenlehre: Aristoteles befasst sich mit der Staatsformenlehre und untersucht empirisch verschiedene Herrschaftsformen, um die beste Verfassung zu ermitteln, die die Glücksgarantie manifestiert. Dabei betrachtet er die Frage, ob die Affinität des Menschen zur Gemeinschaftsbildung eine Schwäche des Einzelnen oder eine konstitutionelle Neigung des Sozialwesens darstellt.
Schlüsselwörter
Schlüsselwörter der Arbeit sind: Aristoteles, Staat, Polis, Staatsformenlehre, Demokratie, Glück, Eudaimonia, Gerechtigkeit, Politik, Individuum, Ethik, zoon politicon.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Zweck des Staates laut Aristoteles?
Der Zweck des Staates (Polis) ist die Erlangung der Eudaimonia (Glückseligkeit) für seine Bürger durch Gerechtigkeit und ein geordnetes Zusammenleben.
Was bedeutet "Eudaimonia"?
Eudaimonia wird oft als Glückseligkeit übersetzt und beschreibt ein gelungenes, tugendhaftes Leben, das das höchste Ziel menschlichen Strebens darstellt.
Warum kritisierte Aristoteles die Demokratie seiner Zeit?
Er sah sie als „defekte Demokratie“, da sie große Teile der Bevölkerung (Frauen, Sklaven, Fremde) ausschloss und oft zur Herrschaft des Eigennutzes neigte.
Was besagt das "Mesotes"-Prinzip?
Die Mesotes-Lehre besagt, dass Tugend in der Mitte zwischen zwei Extremen liegt (z.B. Tapferkeit zwischen Feigheit und Tollkühnheit).
Was meint Aristoteles mit dem "zoon politicon"?
Er definiert den Menschen als ein soziales und politisches Wesen, das von Natur aus dazu neigt, Gemeinschaften wie den Staat zu bilden.
- Quote paper
- Niels Menzel (Author), 2015, Elemente des Politikauftrags bei Aristoteles. Der Zweck des Staates ist das Glück, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383389