In unserer Gesellschaft kam es durch die tiefgreifende Veränderung des Charakters der Arbeit und der Produktionsorganisation zu einer grundlegenden Umgestaltung der Arbeit, im Sinne einer Individualisierung im Arbeitsprozess. Dennoch ist dies nicht eine Erscheinung der letzten Jahre, sondern das Ergebnis eines längerfristigen Transformationsprozesses, welcher weiterhin fortschreitet. In dieser Hausarbeit sollen die historischen Hintergründe und deren Folgen für die heutige Krise am Arbeitsmarkt näher beleuchtet werden. Weitreichende Einschnitte diesbezüglich finden ihren Ursprung in der Phase der Industrialisierung. Es wird dargestellt, dass die erste deutsche Nachkriegswirtschaftskrise aufgrund verschiedener Ursachen, eine Reihe von Problemen am Arbeitsmarkt in Kraft setzte. Steigende Arbeitslosenzahlen schienen ein »Ende der Arbeitsgesellschaft« zu prognostizieren. Reformen zur Beseitigung dieser Krise schafften kurzzeitige Entspannungen am Arbeitsmarkt, waren dennoch nicht zukunftsweisend. Zudem ist erkenntlich, dass die sich entwickelnde Globalisierung und der wachsende internationale Druck auf die Wirtschaft, die Situation am Arbeitsmarkt zusätzlich verschärfte. Dies erfordert ohne Frage grundlegende Veränderungen in allen Bereichen der Arbeit. In der Bundesrepublik konnte sich im Allgemeinen das Normalarbeitsverhältnis durchsetzen. Mittels der zunehmenden Globalisierung, kann ein Wegbruch der unbefristeten zeitlichen Arbeitsverträge verzeichnet werden. Deshalb erscheint die Situation am deutschen Arbeitsmarkt im internationalen Vergleich besonders beklagenswert. Durch die Wiedervereinigung beispielsweise, kam es zu einem Zusammenbruch der ostdeutschen Wirtschaft. Was eine Explosion der Arbeitslosigkeit zur Folge hatte. Es soll dargestellt werden, dass trotz der starken Expansion in der Dienstleitungsbranche und der Entstehung von neuen Beschäftigungsformen, eine Entspannung am Arbeitsmarkt nicht prognostiziert werden kann. Es bedarf an Reformen in der Wirtschaft und Politik. Wirtschaftliche Impulse könnten im Bereich des Lean Employments gesucht werden, wo versucht wird Unternehmensstrukturen zu flexibilisieren. Politische Zielsetzungen gehen beispielsweise in dieser Hausarbeit in Richtung einer grundlegenden Neugestaltung des Arbeitsförderungsgesetzes oder auch zukunftsweisender Beschäftigungsformen (der Bürgerarbeit).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Veränderung des Arbeitsmarktes
2.1 Die Veränderungen des Arbeitsmarktes als historischer Prozess
2.2 Die erste deutsche Arbeitsmarktkrise der 70-er Jahre und deren Folgen
2.3 Das Heutige Erscheinungsbild des Arbeitsmarktes steht in engem Zusammenhang mit der Globalisierung
3. Die Folgen der Veränderungen am Arbeitsmarkt
3.1 Die Erosion von Normalarbeitsverhältnissen und Vollbeschäftigung
3.1 Deutschland in der Arbeitsmarktkrise
3.3 Arbeitslosigkeit als Folge der drastischen Veränderungen am Arbeitsmarkt
4. Zukunftsperspektiven und mögliche Lösungsansätze
4.1 Die Dienstleistungsbranche als zukunftsweisende Perspektive am Arbeitsmarkt
4.2 Neue Beschäftigungsformen
4.3 Lean Employment
4.4 Bürgerarbeit und Grundeinkommen
5. Fazit
6. Literatur
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Hintergründe und die aktuellen Transformationsprozesse des deutschen Arbeitsmarktes, um die Ursachen für die anhaltende Arbeitsmarktkrise zu identifizieren und mögliche zukunftsorientierte Lösungsansätze zu bewerten.
- Historische Entwicklung der Arbeitsgesellschaft und der Arbeitsmarktkrisen
- Einfluss der Globalisierung auf den nationalen Arbeitsmarkt
- Erosion des Normalarbeitsverhältnisses und neue Beschäftigungsformen
- Analyse von Reformansätzen wie Lean Employment und Bürgerarbeit
- Vergleich der deutschen Situation mit internationalen Entwicklungstrends
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Veränderungen des Arbeitsmarktes als historischer Prozess
Die grundlegende Veränderung der Struktur und des Wesens von Arbeit setzte zu Beginn der Neuzeit ein. „Die Neuzeit hat im siebzehnten Jahrhundert damit begonnen, theoretisch die Arbeit zu verherrlichen, und sie hat zu Beginn unseres Jahrhunderts damit geendet, die Gesellschaft im ganzen in eine Arbeitsgesellschaft zu verwandeln“, sodass folgende Definition festgelegt werden konnte: „Arbeit ist zentrale gesellschaftliche Normalität, welche soziale Integration sicherstellt.“
Die gesamtwirtschaftliche –arbeitsteilige, produktivitätsfördernde Organisation der Arbeit wurde im 19. Jahrhundert als Wachstumsfaktor betrachtet. Basierend auf dieser Gegebenheit und dem zunehmenden Niveau in der Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse u.a. erhielt die Gesellschaft den Namen „Industriegesellschaft.“ Diese Festlegung des Begriffes hingegen, erfuhr im Laufe der geschichtlichen Entwicklung zahlreiche Modifikationen.
Ab dem 20. Jahrhundert, wurde mehr Wert auf die soziale Absicherung des Arbeiters gelegt. Arbeit konnte nicht nur durch die Unterstützung der Wirtschaftsgesellschaft den Wohlstand vergrößern, wie es im 19. vorherrschend war, sie wurde zudem sozialstaatlich unterstützt. Höhere Löhne, zunehmende freie Zeit (Urlaub, Abschaffung der Samstagsarbeitszeit, kürzere Wochenarbeitszeiten- 40-Stunden Woche) sollten das Bild der Arbeit im 20. Jahrhundert deutlich prägen und ihnen möglicherweise die entscheidenden Aspekte für die heutige Krise am Arbeitsmarkt liefern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hinführung zum Thema der Arbeit, Erläuterung der Zielsetzung und Kontextualisierung der Arbeitsmarktkrise im historischen Verlauf.
2. Die Veränderung des Arbeitsmarktes: Analyse der historischen Entwicklung der Arbeitsgesellschaft sowie der spezifischen Einflüsse der 70er-Jahre-Krise und der Globalisierung.
3. Die Folgen der Veränderungen am Arbeitsmarkt: Untersuchung der Erosion des Normalarbeitsverhältnisses, der spezifischen Krise in Deutschland und der Auswirkungen auf die Arbeitslosenzahlen.
4. Zukunftsperspektiven und mögliche Lösungsansätze: Diskussion neuer Beschäftigungsformen, des Dienstleistungssektors, des Lean Employments sowie der Konzepte von Bürgerarbeit und Grundeinkommen.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der notwendigen Reformschritte, Notwendigkeit staatlicher Interventionen und Ausblick auf zukünftige arbeitsmarktpolitische Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Arbeitsmarkt, Globalisierung, Arbeitslosigkeit, Normalarbeitsverhältnis, Vollbeschäftigung, Dienstleistungssektor, Bürgerarbeit, Grundeinkommen, Lean Employment, Arbeitsmarktpolitik, Strukturwandel, Wirtschaftsgesellschaft, Industriegesellschaft, Arbeitsförderungsgesetz, Standortwettbewerb.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die tiefgreifenden Veränderungsprozesse, die den Arbeitsmarkt seit der Industrialisierung bis in die Gegenwart geprägt haben, und untersucht deren Ursachen für die aktuelle Krise.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Kernbereichen zählen die historische Entwicklung der Arbeitsgesellschaft, die Auswirkungen der Globalisierung, die Erosion traditioneller Arbeitsverhältnisse sowie mögliche künftige Beschäftigungsmodelle.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Ursprung der heutigen Arbeitsmarktprobleme aufzuzeigen und zu diskutieren, inwiefern Reformen in Politik und Wirtschaft zu einer nachhaltigen Besserung der Beschäftigungssituation beitragen könnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Aufarbeitung historischer sowie ökonomischer Zusammenhänge, um komplexe Transformationsprozesse nachzuvollziehen.
Was wird im inhaltlichen Hauptteil der Hausarbeit thematisiert?
Der Hauptteil behandelt den Wandel vom Normalarbeitsverhältnis zur flexiblen Arbeit, die Auswirkungen globaler Wirtschaftsprozesse auf nationale Standorte und die Bewertung neuer Ansätze wie Bürgerarbeit.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Globalisierung, Arbeitsmarktkrise, Strukturwandel, Normalarbeitsverhältnis und der Übergang zur Dienstleistungsgesellschaft.
Warum ist das klassische Normalarbeitsverhältnis heute in der Krise?
Aufgrund zunehmender Flexibilitätsanforderungen durch den Standortwettbewerb und globale Marktverflechtungen geraten unbefristete Vollzeitverträge unter Druck, da Unternehmen nach kostengünstigeren und anpassungsfähigeren Lösungen suchen.
Welche Rolle spielt die Bürgerarbeit als Lösungsansatz?
Die Bürgerarbeit wird als ein zukunftsweisendes Konzept diskutiert, das soziale und ökologische Tätigkeitsfelder erschließen soll, wobei die Autorin jedoch auf die noch ungelösten Finanzierungsfragen hinweist.
Welches Beispiel wird für eine erfolgreiche Reform angeführt?
Die Autorin verweist auf die Niederlande, wo durch eine enge Abstimmung zwischen Regierung, Wirtschaft und Gewerkschaften eine Neustrukturierung des Arbeitsmarktes erfolgreich umgesetzt wurde.
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- Stephanie Muser (Author), 2002, Die Veränderungsprozesse am Arbeitsmarkt und deren Krisen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38339