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Die Stadt Venedig als Verführerin? "Der Tod in Venedig" von Thomas Mann und das Motiv des Scheiterns

Titel: Die Stadt Venedig als Verführerin? "Der Tod in Venedig" von Thomas Mann und das Motiv des Scheiterns

Seminararbeit , 2009 , 18 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anna Kuhlmann (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Venedig ist die Stadt der Liebenden, die Stadt der Träume, doch für Gustav von Aschenbach bedeutet sie den Tod. In Thomas Manns Novelle "Der Tod in Venedig" bildet Venedig für Aschenbach den Ort der Heimsuchungen, der Ort, an dem alle so lang unterdrückten Sehnsüchte, Wünsche und Leidenschaften hervorbrechen. Für ihn ist Venedig aber auch der Ort des Scheiterns, denn dort wird ihm bewusst, dass er seinem heroisch geführten Kampf gegen die dionysischen Mächte und Sehnsüchte des Lebens erlegen ist.

In der vorliegenden Hausarbeit sollen vor allem Venedig und die sie umgebende Atmosphäre im Zentrum der Betrachtung stehen. Es soll untersucht werden, wie Venedig Gustav von Aschenbach, einen einst so maßvollen, gesitteten Mann, in seinen Bann zieht und ihn mithilfe seiner Verführungskünste zum Scheitern verurteilt. Da Venedig bereits im Titel der Novelle als zentraler Schauplatz angekündigt wird und auch einen großen Stellenwert innerhalb des ganzen Geschehens einnimmt, möchte ich im Folgenden untersuchen, ob die Stadt selbst als Verführerin agiert und was genau sie zu einer Verführerin macht.

Aus diesem Grund werden zunächst Inhalt und Entstehungshintergrund der Novelle kurz umrissen, wobei auch Thomas Manns eigenes Verhältnis zu Italien eine wichtige Rolle einnimmt. Anschließend soll im Hauptteil das Motiv der Heimsuchung der Leidenschaft in ein ruhiges, gesittetes Leben thematisiert und analysiert werden, ob Venedig selbst Auslöser dieses Umsturzes ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Inhaltsangabe

3. Entstehungshintergrund

4. Hauptteil

4.1 Gustav von Aschenbach – ein Mann mit Prinzipien

4.2 Der zweideutige Zauber Venedigs

4.3 Aschenbach in den Fängen Venedigs

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Thomas Manns Novelle „Der Tod in Venedig“ mit dem Fokus auf die Rolle der Stadt Venedig als Verführerin. Es soll analysiert werden, wie die Atmosphäre der Stadt den Protagonisten Gustav von Aschenbach – einen vormals disziplinierten und maßvollen Dichter – in seinen Bann zieht, seine Prinzipien untergräbt und ihn letztlich in eine fatale Obsession und den Untergang führt.

  • Charakterisierung von Gustav von Aschenbach als disziplinierter Dichter
  • Die symbolische und verführerische Wirkung Venedigs
  • Der Konflikt zwischen Apollinischem (Ordnung) und Dionysischem (Chaos)
  • Die Entwicklung von Aschenbachs verbotener Leidenschaft für Tadzio
  • Die Rolle von Krankheit und Tod als strukturelle Elemente der Erzählung

Auszug aus dem Buch

4.1 Gustav von Aschenbach – ein Mann mit Prinzipien

Gustav von Aschenbach ist der zentrale Charakter der Novelle, der sich auf eine Reise nach Venedig begibt, unwissend, dass diese Fahrt zugleich seinen Tod bedeutet. Um einen ersten Eindruck von seinem Charakter zu gewinnen, ist vor allem das zweite Kapitel der Novelle sehr aufschlussreich, denn hier findet sich ein kurzes Abriss seines Lebens, sowie Informationen über seine Herkunft und seine Prioritäten.

Gustav von Aschenbach ist „als Sohn eines höheren Justizbeamten geboren“ (II. S.442) und entstammt einer Generation von Offizieren, Richtern und Verwaltungsfunktionären, die allesamt ein „straffes, anständig karges Leben geführt hatten“ (II., S.442). Durch die Vermählung mit einer südländischen Frau, Aschenbachs Mutter, ist „rascheres, sinnlicheres Blut“ (II., S.442) in die Familie gekommen. Gerade diese Verbindung von „dienstlich nüchterner Gewissenhaftigkeit [und] dunkleren, feurigeren Impulsen“ (II., S.442) machten aus Aschenbach einen Schriftsteller, der sein Handwerk zu verstehen scheint, denn schon früh lernte er, sich in der Öffentlichkeit vorteilhaft zu präsentieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Sehnsucht nach dem Süden ein und skizziert die Fragestellung, inwiefern Venedig als Verführerin für den Protagonisten Aschenbach fungiert.

2. Inhaltsangabe: Dieses Kapitel gibt eine detaillierte chronologische Zusammenfassung der Novelle, von Aschenbachs Abreise aus München über die Begegnung mit Tadzio bis zu seinem Tod durch die Cholera.

3. Entstehungshintergrund: Hier werden die biografischen Hintergründe von Thomas Manns Italienreise sowie die Einflüsse durch Persönlichkeiten wie Richard Wagner und Gustav Mahler erläutert.

4. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert in drei Schritten Aschenbachs Charakter, die verhängnisvolle Wirkung des Venedig-Aufenthalts und die schleichende Zerstörung seiner moralischen Prinzipien.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass die Novelle einen Sieg des Dionysischen über das Apollinische bzw. des Chaos über die bürgerliche Ordnung darstellt.

Schlüsselwörter

Thomas Mann, Der Tod in Venedig, Gustav von Aschenbach, Tadzio, Venedig, Verführung, Apollinisch, Dionysisch, Obsession, Cholera, Literaturanalyse, Sehnsucht, Untergang, Entbürgerlichung, Künstlertum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Novelle „Der Tod in Venedig“ von Thomas Mann und analysiert die Rolle Venedigs als Verführerin, die Aschenbachs bürgerliche Ordnung und Selbstdisziplin zerstört.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Verfall der bürgerlichen Moral, die homoerotische Obsession des Künstlers, das Motiv der Verführung durch eine Stadt und der Kampf zwischen Vernunft und Leidenschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, ob und wie Venedig aktiv als Verführerin agiert und welche Faktoren Aschenbach dazu bewegen, sein bisheriges Leben hinter sich zu lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textanalytische Untersuchung, gestützt durch Literaturrecherche und die Interpretation von Motiven und Symbolen innerhalb des Primärwerkes.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Aschenbachs Charakter, die ersten Eindrücke von Venedig und die sukzessive Preisgabe seiner Prinzipien unter dem Einfluss der Stadt analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören: Thomas Mann, Tod in Venedig, Verführung, Apollinisch, Dionysisch, Obsession und Entbürgerlichung.

Warum spielt das Wetter in der Analyse eine Rolle?

Das Wetter fungiert in der Novelle als symbolischer Spiegel für Aschenbachs inneren Zustand und kündigt das herannahende Unheil sowie die aufbrechende Leidenschaft an.

Welche Bedeutung hat der Granatapfel im Text?

Der Granatapfel wird als antikes Todessymbol gedeutet, das Aschenbachs Untergang durch die verbotene Liebe zum Knaben Tadzio unterstreicht.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Stadt Venedig als Verführerin? "Der Tod in Venedig" von Thomas Mann und das Motiv des Scheiterns
Hochschule
Universität Osnabrück  (Germanistik)
Veranstaltung
Thomas Mann
Note
2,0
Autor
Anna Kuhlmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V383468
ISBN (eBook)
9783668588639
ISBN (Buch)
9783668588646
Sprache
Deutsch
Schlagworte
stadt venedig verführerin thomas mann motiv scheiterns
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anna Kuhlmann (Autor:in), 2009, Die Stadt Venedig als Verführerin? "Der Tod in Venedig" von Thomas Mann und das Motiv des Scheiterns, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383468
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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