Die Zukunft der Ärzteausbildung unter dem Wegfall des Numerus Clausus


Term Paper, 2017
10 Pages, Grade: 2

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Verlauf des Humanmedizinstudiengang
2.1 Möglichkeiten des Humanmedizinstuidiums

3. Verschwinden der Medizinstudenten

4. Medizinstudium light? Ohne Numerus Clausus

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Gesundheitswesen und damit die Gesundheitsversorgung stehen vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, ökonomischer Zwänge, technologischer Erneuerungen, epidemiologischer Veränderungen und des medizinischen Fortschritts vor großen Herausforderungen, in der auch die ärztliche Ausbildung angepasst werden muss. Zukünftig ist es wichtig, nicht einfach nur mehr, sondern vor allem auch neue und andere Ärzte auszubilden. Und die bekommt man nicht durch ein bloßes weiter so wie bisher, sondern nur durch eine radikale Veränderung und Neuausrichtung des bisherigen Medizinstudiums, das in seiner konventionellen Form vielfach verschult und praxisfern ist. (vgl. Medizinische Hochschule Brandenburg). Im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums überprüft der Sachverständigenrat circa alle zwei Jahre die Auslastung und andere Faktoren des Gesundheitswesens.( Pelz / Wernitz (2011), S.77 ) Die Frage lautet gibt es einen Ärztemangel und der Numerus Clausus eine Ursache dafür? Im weiteren Verlauf dieser schriftlichen Arbeit, zeige ich den aktuellen Werdegang des Humanmedizinstudiengang auf und eine Möglichkeit den Ärztemangel anzugehen.

2. Verlauf des Humanmedizinstudiengang

Deutschland besitzt ein klassisches Berechtigungswesen, dessen Eckpfeiler die an das Abitur gekoppelte allgemeine Hochschulreife ist. Auf Grund autonomer Befugnisse hatten die deutschen Universitäten jedoch traditionell die Möglichkeit einer Zugangsbeschränkung im Fall von Kapazitätsengpässen. Bis Ende der 1960er Jahre wurden diese Befugnisse von den Universitäten unterschiedlich gehandhabt, ab diesem Zeitpunkt unterlagen die Fächer mit Zugangsbeschränkung einheitlichen Regelungen, die von Seiten der Kultusministerkonferenz beschlossen wurde (Hödl 2002, S.64). Im Numerus Clausus Urteil von 1972 hat dieses Gericht folgende Balance festgelegt: „Die Teilhaberechte studierfähiger Bürger dürfen nicht willkürlich eingeschränkt werden, sondern nur in jenen Fällen, in denen nachweislich die Studienkapazitäten ausgeschöpft wurden. Das Bundesverfassungsgericht hat es zur Verantwortung des Gesetzgebers erklärt, eine Kapazitätsermittlung nach objektiven, nachvollziehbaren Kriterien vorzunehmen und eine Auswahl der Bewerber nach sachgerechten Kriterien sicherzustellen. Nicht die Universitäten, sondern der Staat ist somit für die Studienzulassung verantwortlich“ (BVerfGE 33, 303 - numerus clausus IBVerfG, 18.07.1972 ).

“Im Mai 2010 wurde die 1973 gegründete Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) aufgelöst und die Stiftung für Hochschulzulassung (SfH) als Nachfolgeinstitution errichtet. Sie handelt bundesweit im Auftrag der Bundesländer und Hochschulen. Wie schon in anderen Bereichen der öffentlichen Verwaltung sollte auch hier mit dem Übergang der ZVS zur SfH von Kameralistik auf Doppik umgestellt werden.“ ( Dr. Bade U., Geschäftsführer der Stiftung für Hochschulzulassung O.J.) Sie hat Ihren Sitz in Dortmund.

2.1 Möglichkeiten des Humanmedizinstuidiums

„Maßgebend für die ärztliche Ausbildung und den Zugang zum ärztlichen Beruf sind die Bundesärzteordnung (BÄO) und die aufgrund dieses Gesetzes erlassene Approbationsordnung (ÄAppO).

Nach geltendem Recht (§1 Abs. 2 ÄAppO) umfasst die ärztliche Ausbildung:

- ein Studium der Medizin von sechs Jahren an einer Universität oder gleichgestellten Hochschule (Universität), wobei das letzte Jahr des Studiums eine zusammenhängende praktische Ausbildung (Praktisches Jahr) von achtundvierzig Wochen umfasst (§ 3 ÄAppO);
- eine Ausbildung in Erster Hilfe (§ 5 ÄAppO);
- einen Krankenpflegedienst von drei Monaten (§ 6 ÄAppO);
- eine Famulatur von vier Monaten (§ 7 ÄAppO) und
- die Ärztliche Prüfung, die in drei Abschnitten abzulegen ist (s. § 1 Abs. 3 ÄAppO):
- Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung nach zwei Jahren
- Zweiter Abschnitt der Ärztlichen Prüfung nach einem Studium der Medizin von drei Jahren nach Bestehen des Ersten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung und
- Dritter Abschnitt der Ärztlichen Prüfung nach dem Praktischen Jahr (PJ).

Das Studium ist aufgeteilt in einen vorklinischen Teil von zwei Jahren und einen klinischen Teil von vier Jahren. Das letzte Jahr des klinischen Studiums entfällt auf eine zusammenhängende praktische Ausbildung in Krankenanstalten (Praktisches Jahr, PJ). Das Studium umfasst theoretische und praktische Ausbildung. Die Approbationsordnung für Ärzte legt nur die Pflichtpraktika und Pflichtkurse sowie für den vorklinischen Teil des Studiums Pflichtseminare fest. Die übrigen Unterrichtsveranstaltungen, insbesondere Vorlesungen, werden von den Hochschulen bestimmt. Die Regelstudienzeit im Sinne des § 10 Abs. 2 des Hochschulrahmengesetzes beträgt einschließlich der Prüfungszeit für den Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung nach § 16 Abs. 1 Satz 2 sechs Jahre und drei Monate.“ ( Bundesärztekammer 2015)

Eine weitere Möglichkeit Humanmedizin zu studieren wäre der Weg über die Bundeswehr. Die Bundeswehr vergibt jedes Jahr 250 Studienplätze zum Medizinstudium. Hier existiert kein Numerus Clausus (NC), leicht ist das Auswahlverfahren dennoch nicht. Die Abiturnote zählt, aber das Auswahlverfahren ist hart, es wird viel von den Bewerbern verlangt. Ein weiterer Punkt, der viele Interessenten wieder abschreckt,, die Verpflichtung von 17 Jahre bei der Bundeswehr. Ein Vorteil ist, dass kaum Kosten auf den Studenten zukommen. Die Bundeswehr zahlt zu den Studienkosten auch noch ein Gehalt (vgl. Dr. Dieckmann J. Thieme 2014).

Eine andere Option ist das Studium im Ausland. In vielen Ländern ist es möglich ein Medizinstudium im Ausland zu absolvieren. Ohne den gesetzten Numerus Clausus (NC). Folgende Länder bieten diese Art des Studiums an: Österreich, Ungarn, Bulgarien, Tschechien, Polen, Niederlande, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, Schweiz. In dieser Variation gibt es auch schwere Auswahlverfahren, auch mit Kosten müssen gerechnet werden und die Landessprache sollte das Sprachniveau C1/2 entsprechen. (vgl. Horndasch, S. 2013 https://www.studis-online.de/Studienfuehrer/medizin-ohne-nc.php).

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Details

Title
Die Zukunft der Ärzteausbildung unter dem Wegfall des Numerus Clausus
College
MSB Medical School Berlin - Hochschule für Gesundheit und Medizin
Grade
2
Author
Year
2017
Pages
10
Catalog Number
V383563
ISBN (eBook)
9783668590854
ISBN (Book)
9783668590861
File size
508 KB
Language
German
Tags
zukunft, ärzteausbildung, wegfall, numerus, clausus
Quote paper
Anett Friedrich (Author), 2017, Die Zukunft der Ärzteausbildung unter dem Wegfall des Numerus Clausus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383563

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