Die Archäologie und Baugeschichte der Burg Kriebstein im Landkreis Hainichen im Freistaat Sachsen


Hausarbeit, 2015
25 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Topographische Lage und Aufbau der Burganlage

3. Baugeschichte
3.1 Gründung durch die Familie von Beerwalde und erste Bauphase (1384-1465)
3.2 Zweite Bauphase unter Hugold III. von Schleinitz (1465- 1490)
3.3 Weitere Besitzerwechsel und Bautätigkeiten

4. Aufbau und Nutzung in der ersten Bau-Epoche
4.1 Der Wohnturm
4.2 Die Bedeutung der Burg Kriebstein zu ihrer damaligen Zeit

5. Heutige Nutzung

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Anhang

1. Einleitung

Die Burg Kriebstein wird häufig als „Sachsens schönste Ritterburg“ beworben.[1] Die malerische Lage an der Zschopau und die imposante Burganlage machen die Burg zu einem Besuchermagneten. Der Reiz der Burg liegt jedoch nicht allein in ihrem äußerlichen Erscheinungsbild begründet. Die Burg Kriebstein, welche der Epoche der Spätgotik zugeordnet werden kann, kann auf eine wechselvolle 600-jährige Entwicklungsgeschichte zurückblicken, die der näheren Betrachtung lohnt. Sowohl Exterieur als auch Interieur der Burg, die in ihrer Geschichte über 30 Mal den Besitzer gewechselt hat, zeichnet sich aus durch eine Kombination aus Beständigkeit und Weiterentwicklung. Die vorliegende Hausarbeit versucht diese wechselvolle Entwicklungsgeschichte nachzuvollziehen, indem sie ausgehend von den neuen archäologischen Befunden die baugeschichtliche Entwicklung der Burg Kriebstein darstellt und interpretiert. Dabei können aufgrund des begrenzten Umfangs der abgefassten Arbeit nicht alle Gebäudekomplexe gleichermaßen berücksichtigt werden. Da der Wohnturm der massivste und auch älteste Baukörper in der Gesamtanlage ist, erscheint eine Fokussierung auf diesen sinnvoll.

In der älteren Literatur (Gröger 1938, Gurlitt 1903 und Schmidt 1934) wurde noch ein früherer Erbauungszeitpunkt der Burg angenommen. Bei Gröger (1938) heißt es:

Kriebstein. Kapelle und Haushalle des herrlichen geschichtlichen Werkes, welches als Inbegriff sächsischer Burgenschönheit schlechthin gilt, bezeugen ihr Dasein bereits um die Jahre 1220 oder 1230. Das erste, dauernd im Zschpautale seßhafte Deutschtum hat demnach seine schöpferische Hand an den Urgrund der Burg gelegt![2]

Gurlitt (1903) spricht sich für eine Erbauungszeit vor 1382 aus und vertritt die Ansicht, dass sowohl die Kapelle und möglicherweise auch Teile der Halle aus der romanischen Zeit stammen.[3] Auch für Schmidt (1934) gibt es keine Zweifel daran, dass die romanische Burg Kriebstein „ spätestens in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts “ vorhanden war.[4] Dieser frühe Erbauungszeitpunkt wurde in der Forschungsliteratur lange fortgeschrieben. Beeger behauptete 1993 sogar, dass die Burg Kriebstein zu den Burgen des 12. Jahrhunderts gehöre.[5] Durch die neuen archäologischen Untersuchungen konnte der Forschungsstand zu Burg Kriebstein deutlich verbessert werden. So konnte ein derart früher Erbauungszeitpunkt widerlegt werden.

2. Topographische Lage und Aufbau der Burganlage

Die Burg Kriebstein befindet sich in drei Kilometer Entfernung zu der Gemeinde Waldheim im Landkreis Hainichen im Freistaat Sachsen. Sie wurde auf steilem Felsen gebaut und wird von drei Seiten von der Zschopau umflossen (Abbildung 1). In der wissenschaftlichen Forschung wird die Burg deshalb auch der Gruppe der Höhenburgen und innerhalb dieser der Unterkategorie der Bergspornburgen[6] zugeordnet. Bergspornburgen sind Anlagen, die unterhalb einer Bergkuppe errichtet wurden, aber dennoch steil genug sind, um über dem Tal herauszuragen.[7] Charakteristisch für eine Bergspornburg ist, dass sie im Gelände zu mindestens zwei Seiten steil abfällt. Dieses Merkmal erfüllt die Burg Kriebstein, welche sogar zu drei Seiten abfallende Berghänge aufweist. Durch diese topographischen Besonderheiten ist die Burg auch von weitem nicht sichtbar. Zusätzlich ist der Bergsporn durch einen künstlich angelegten Halsgraben vom ansteigenden Umland abgegrenzt.[8] Dieser Graben wurde angelegt, um die Burg auf der Seite zu schützen, auf der kein Schutz durch natürliche Hindernisse gegeben ist. Die topographische Lage der Burg macht deutlich, dass die Standortwahl von Seiten des Bauherrn bewusst erfolgte. Die natürlichen Gegebenheiten, der Fluss und die Bergkuppe, wurden genutzt, um die Burg zu schützen. Potenziellen Angreifer sollte die Erstürmung der Burg aufgrund der natürlichen Hindernisse erschwert werden. Die topographische Lage sowie der künstlich errichtete Halsgraben sind wesentliche Bestandteile des Wehrsystems der Burg.

Von ihrem Aufbau her stellt die Burg Kriebstein eine Verknüpfung einer Turmburg mit einer Ringburg dar.[9] Der Grundriss der Ringburg ist oval. Auf dem höchsten Punkt der Bergkuppe erhebt sich der beeindruckende Wohnturm, der durch seine Höhe die Anlage insgesamt dominiert. Er misst im Umfang 12x22 Meter und erreicht eine Höhe von 45 Metern. Die Dachsilhouette ist geprägt von Erkertürmchen und einem Dachreiter aus dem Spätmittelalter. Um den Wohnturm herum befinden sich das Torhaus, die Ringmauer mit dem Wirtschaftsflügel, der Küchenbau sowie weitere ergänzende Gebäude wie z.B. eine Kapelle.[10] Östlich der Kapelle befinden sich die gotische Halle und das Hintere Schloss, die durch ein übergreifendes Obergeschoss aus dem 17. Jahrhundert miteinander verbunden sind. Den Mittelpunkt der Burg bilden der oben erwähnte Wohnturm sowie der darin anschließende Küchenbau aus der Spätgotik. Die einzelnen Gebäudeteile werden von dem Wirtschaftsflügel halbkreisförmig umfasst, welcher u.a. den Großen Festsaal, die Säulenhalle, die Brunnenstube sowie die nördliche Wehrmauer umfasst. Deutlicher wird der Aufbau der Gesamtanlage mit Blick auf den von Gurlitt entworfenen Grundriss (Abbildung 2).

3. Baugeschichte

3.1 Gründung durch die Familie von Beerwalde und erste Bauphase (1384-1465)

Die Burg Kriebstein wurde Ende des 14. Jahrhunderts von Dietrich von Beerwalde als Wohn- und Herrschaftssitz der Familie von Beerwalde erbaut. Die urkundliche Ersterwähnung lässt sich mithilfe eines Briefes von Ritter Dietrich von Beerwalde auf den 4. Oktober 1384 datieren (Abbildung 5). In dem Brief legt er öffentlich dar, dass er von dem Markgrafen Wilhelm zu Meißen die Erlaubnis bekommen habe, den „Krywensteyn“ (Kriebstein), den er von seinem Vater vererbt bekommen hat, zu bebauen.

Ich, Ditherich von Bernwalde, bekenne vor mich und alle meyne erbin und nachkomen und thun kunt offintlichen mit disern geinwertigen brife: Alz der hochgeborn fuerste, myn liebir gnediger herre, er Wilhelm Marcgrafe czu Missen, mir die gnade gethan hat, alzo daz er mir eleubet hat, den krywensteyn czubuwen, daruffe myn vater geseßin und uf mich geerbet hat, den ich, myne erben und nachkomen von dem selben unßin gnedigen herren czulehene haben, daz ich, alle myne erben und nachkommen sullen und wollen dem obengenanten unßin herren, sinen erben und nachkomen daz vorgenante slos Krywensteyn denne offenen und behulfen syn…[11]

In der Passage „(…) daruffe myn vater geseßin (…) “ wird angedeutet, dass der Vater von Dietrich von Beerwalde bereits auf dem Gelände des Kriebsteins gebaut haben könnte. Dieser Frage nach einem möglichen Vorgängerbau wurde in archäologischen Untersuchungen nachgegangen. Die Nachforschungen zielten gleichzeitig darauf ab, den Erbauungszeitpunkt des Wohnturmes genauer zu bestimmen. Die Untersuchungen fokussierten sich auf den Wohnturm, da aufgrund des Standorts, des Bauzusammenhangs und anhand von Detailfunden nachvollziehbar geschlussfolgert werden konnte, dass dieser der älteste Gebäudekomplex der Gesamtanlage ist.[12] Die archäologischen Arbeiten umfassten Sondierungen im Kellergewölbe, eine Analyse der Stilformen der Fenster sowie dendrochronologische Untersuchungen. Die Analyse der Stilformen der Fenster ergab, dass der Bau in der Mitte des 14. Jahrhunderts entstanden sein könnte. Vor dem Hintergrund von notwendig gewordenen Baumaßnahmen an der Burg ergab sich ab 1981 die Möglichkeit zu archäologischen Sondierungen. Die Forscher erhofften sich dadurch eine genauere Datierung des Baubeginns vornehmen zu können sowie Einblicke in den Bauablauf gewinnen zu können. Im Bereich des Wohnturms wurden bei den Grabungen Keramik Bruchstücke gefunden, diese als datierendes Material dienten. In den untersten Schichten wurde blaue Irdenware gefunden, die zu den ältesten Funden der Burg Kriebstein gehört (Abbildung 3, 1-7).[13] Die gefundenen Gefäße haben allesamt abgeschnittene Böden. Die Ränder der Gefäße konnten den jüngeren Formen der blaugrauen Irdenware zugeordnet werden. Da diese Form der blaugrauen Irdenware erst deutlich später aufkam, kann geschlussfolgert werden, dass die Burg nicht schon deutlich früher, um 1200 herum, entstanden sein kann.[14] Die abgeschnittenen Böden verweisen auf das 14. Jahrhundert, in der es zu einer grundlegenden Veränderung in der Keramiktechnologie gekommen war. Durch das Aufkommen der schneller rotierenden Töpferscheibe veränderte sich auch das Ablösen der Gefäße von der sich drehenden Töpferscheibe. Während vorher die Gefäße von einem auf die Töpferscheibe montierten Modul abgehoben wurden, wurden die Gefäße nun mit einem Draht von der sich drehenden Töpferscheibe abgeschnitten.[15] Gefäße, die auf diese Art und Weise angefertigt wurden, kann man anhand von kreisförmigen Spuren auf dem Gefäßboden erkennen. Die Gefäße, die mithilfe des Drahtes von der Töpferscheibe abgeschnitten wurden, unterscheiden sich dadurch sichtbar von den abgehobenen Gefäßen. Im Raum Dresden und dem Elbegebiet tritt diese abgeschnittene Gefäßform erstmals in der Mitte bzw. Anfang der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts auf. Die abgehobene Gefäßform nimmt parallel dazu sukzessive ab. Laut Schwabenicky kann durch das ausschließliche Auftreten von Gefäßen mit abgeschnittenen Böden gesichert argumentiert werden, dass Kriebstein nicht vor der Mitte des 14. Jahrhunderts entstanden sein kann.[16] Bei Bauarbeiten im Torhaus im Jahre 1975 hat man einen größeren Fund von Ofenkeramik gemacht (Abbildung 3, 8-10). Die Funde konnten als Napfkacheln und Becherkacheln klassifiziert werden. Becherkacheln tauchen bereits im 12. Jahrhundert auf, jedoch waren sie vor allem im 13. und 14. Jahrhundert stark verbreitet. In Mittwaida wurden Becherkacheln ausgegraben, die auf das Ende des 13. bzw. Anfang des 14. Jahrhundert. datiert werden konnten. Die Kriebsteiner Kacheln sind im Gegensatz dazu jünger, Archäologen haben die Kacheln der Burg auf die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts datieren können.[17] Bei der Sondierung wurden im Tonnengewölbe im Erdgeschoss des Wohnturms zwei Sonden mit je einem Meter Breite gelegt. Die Untersuchen ergaben ein relativ einheitliches Profil (Abbildung 4). So befindet sich unter dem heutigen Kopfsteinpflaster als Pflasterbett eine 10-20 Zentimeter starke Schicht aus Flusssand. Unter dem Pflasterbett befindet sich eine Schicht aus abgeschlagenen Steinen, Lehm und Sand. Unterhalb dieser befindet sich wiederum in der Mitte des Wohnturms der unmittelbare Felsen. Reste von einem eventuellen Vorgängerbau wurden nicht gefunden, weshalb davon auszugehen ist, dass der Wohnturm tatsächlich das erste Gebäude an dieser Stelle ist.[18] Einen Durchbruch in der Datierung gelang jedoch erst mithilfe der Dendrochronologie. Mithilfe dieser Methode konnten die in der Decke verbauten originalen Tannenholzbalken vom Untergeschoss bis zum Dach untersucht wurden. Durch das Ergebnis ließ sich das Erbauungsdatum schließlich relativ genau auf die letzten beiden Jahrzehnte des 14. Jahrhunderts datieren.[19] Es zeigt, dass sich Überreste einer etwaigen früheren Bebauung zumindest nicht mehr nachweisen lassen. Damit gilt der Wohnturm zum gegenwärtigen Forschungsstand als Neubau durch Dietrich von Beerwalde.

1407 wurde Dietrich von Beerwalde erneut mit Kriebstein belehnt. Außerdem waren neue Anbauten wie die Kapelle und kleinere Wirtschaftsgebäude errichtet worden. Ein Jahr später (1408) verstarb der Burgherr und seine Witwe Elisabeth erbte Kriebstein als Leibgedinge. Später ging die Herrschaft an ihre gemeinsame Tochter Klara über.

3.2 Zweite Bauphase unter Hugold III. von Schleinitz (1465- 1490)

1465 erwirbt Hugold III. von Schleinitz, Obermarschall von Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht, die Burg. Mit ihm beginnt die zweite, wesentliche Phase in der Baugeschichte von Kriebstein. 1471 beauftragt er Arnold von Westfalen, dem renommierten Erbauer der Albrechtsburg zu Meißen damit, an Kriebstein wesentliche Um- und Erweiterungsbauten vorzunehmen. Unter dem Baumeister erfuhr die Burg eine Neugestaltung durch spätgotisches Formengut. Arnold von Westfalen ließ im Wirtschaftsflügel den „Neuen Tanzsaal“, die Brunnenstube und das Hintere Schloss umbauen sowie das Küchenhaus neu errichten.[20] Die Erweiterungsbauten sind heute noch Bestandteil der Gesamtanlage. Die von Arnold von Westfalen vorgenommenen baulichen Änderungen gelten als Meisterwerk. Er hat den gotischen Charakter der Burg beibehalten und um kunstvolle Fensterformen ergänzt. 1490 verstarb Hugold von Schleinitz und der Besitz der Burg wechselte in verschiedene Hände ohne dass jedoch größere Baumaßnahmen durchgeführt wurden.

3.3 Weitere Besitzerwechsel und Bautätigkeiten

Von 1543-1550 war Georg von Carlowitz Burgherr auf Kriebstein. Unter ihm erfuhr der Besitz seine größte Ausdehnung. Zu seiner Zeit umfasste die Herrschaft Kriebsteins 33 Dörfer sowie die beiden Städte Waldheim und Hertha.[21] 1550 verstarb Georg von Carlowitz. Mit seiner Frau Anna hatte er insgesamt 20 Kinder. Unter den vier verbliebenen Söhnen (von insgesamt 11) wurde der Besitz Kriebstein 1561 aufgeteilt. Von diesem Zeitpunkt an gehörten die beiden Städte Waldheim und Hertha aber nicht mehr zum Gebiet der Burg Kriebstein. Darüber hinaus waren auch die Orte Schweikershain und Ehrenberg inzwischen selbständig geworden.

Im letzten Drittel des 17. Jahrhundert herrschte die Familie von Schönberg über Kriebstein. Sie nahmen erstmalig wieder größere bauliche Veränderungen vor. Unter ihnen wurden weitere Stockwerke auf die Anbauten des Wohnturms sowie auf das Torhaus draufgesetzt und das zwischen den beiden befindliche Treppenhaus erweitert. Der neue Baustil, der u.a. durchgängige Fensterbänder beinhaltete, blieb im Kontext der gotischen Elemente jedoch relativ unauffällig.[22] Kaum erwähnenswert sind die baulichen Veränderungen unter der Herrschaft der Familie von Milkau. Das wohl einzig sichtbare Zeichen sind die Inschriften auf den Wetterfahnen des Dachreiters des Wohnturms sowie des Torhauses. Dort sind noch die Initialen von Moritz Friedrich von Milkau „M.F.v.M. 1736 zu finden.

1825 schließlich kaufte Hans Carl von Arnim die Burg Kriebstein. Die Familie von Arnim war dann durchgängig bis zum Kriegsende 1945 im Besitz der Burg. Sie veranlassten bauliche Veränderungen, die sich an der praktischen Nutzung durch die Familie orientierten. Die Umbauten wurden von Hofbaumeister Carl Moritz Haenel zwischen 1866 und 1868 durchgeführt. Er verwendete dabei vor allem Formen der Neugotik. Später nahm Hans Henning von Arnim, der älteste Sohn von Hans Carl von Arnim, letzte größere Umbauten vor. Obgleich die Planung und Ausführungen der Baumaßnahmen qualitativ hochwertig waren, so sorgten die Abänderungen doch für eine gewisse Unruhe im Gesamtbild der Burganlage.[23] Unter anderem wurde die Raumaufteilung verändert, das Gebäude des Wirtschaftsflügels um zwei Stockwerke reduziert, die nordöstliche Wehrmauer abgetragen und ein Teil der Ringmauer durch Strebepfeiler gestützt und abgesichert.[24] Die größte Veränderung stellte jedoch der Umbau des Küchenhauses dar, bei dem der Fachwerkaufbau durch ein Krüppelwalmdach[25] ersetzt und der Kaminschlot sowie die Herdstelle abgerissen wurden. Im Jahre 1930 öffnete die Familie von Arnim Teil der Burg für die Öffentlichkeit.

Im Jahr 1945 wurde die Familie von Arnim schließlich zwangsenteignet und die Burg wurde in das Volkseigentum des neu gegründeten Staates der DDR überführt. In dieser Zeit wurde die Burg Kriebstein zu Wohnzwecken und von der Forstverwaltung genutzt.[26] Die Familie von Arnim hatte sich zuvor stets für die Instandhaltung der Burganlage eingesetzt und hatte notwendige Restaurierungsmaßnahmen ohne staatliche Zuschüsse durchführen lassen. Nun aber, nach der Zwangsenteignung und Überführung der Burg in Volkseigentum, kam es zu einem zunehmenden Verfall der Burg. 1949 wurde zwar noch ein Museum in der Burg eröffnet, aber die folgenden Jahrzehnte waren von einer offensichtlichen Vernachlässigung der Bauunterhaltung geprägt, in dessen Folge insbesondere die Dächer und das aufgehende Mauerwerk Schaden nahm. Durch das Engagement eines gemeinnützigen Vereins von Freunden der Burg konnte die Bausubstanz zu dieser Zeit jedoch immer noch als befriedigend eingestuft werden.[27] Seit 1993 ist die Burg Kriebstein Eigentum des Freistaates Sachsen und somit Teil des Staatlichen Sächsischen Landesbesitzes, unter dem alle Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen zusammengefasst sind. Der Freistaat ist damit für die Erhaltung der Burg Kriebstein zuständig.

4. Aufbau und Nutzung in der ersten Bau-Epoche

4.1 Der Wohnturm

Im Erscheinungsbild der Burg Kriebstein dominiert der Wohnturm, der das Kernstück der Burganlage bildet. Er stellt das größte und höchste Gebäude innerhalb der ovalen Burganlage dar. Der Wohnturm, wurde in der Absicht eine starke Außenwirkung der Burg zu erzielen, auf dem höchsten Punkt des Bauplatzes errichtet. Der Bau des Wohnturms wurde Ende des 14. Jahrhunderts begonnen und wohl um kurz nach 1400 fertiggestellt.[28] Seine Grundstruktur ist durch die Jahrhunderte hindurch erhalten geblieben. Mit den Methoden der Dendrochronologie konnte eine Baumringdatierung durchgeführt werden, die ergab, dass die die Dachbalken aus verschiedenen Tannenhölzern gebaut wurden, welche alle im Jahre 1398 gefällt worden waren.[29] Der Wohnturm besteht aus sechs Geschossen sowie einem weiteren Dachwerkgeschoss. Dabei variiert die Wohnfläche der einzelnen Dachgeschosse aufgrund der unterschiedlichen Wandstärke erheblich. Während das Kellergeschoss 111 Quadratmeter misst, und die Rittersaalebene 136 Quadratmeter, ist die erste Dachgeschossebene mit 170 Quadratmetern am Größten. Nicht nur die Größe der einzelnen Geschosse, sondern auch ihre Höhe orientiert sich an den Funktionen der Räume. Die größten Räume besitzen das Wohngeschoss sowie die Ebene des Rittersaals. Beide Räumlichkeiten wurden zu Repräsentationszwecken genutzt. Im Raumvolumen wesentlich kleiner und in der Deckenhöhe wesentlich niedriger sind hingegen die Ebene des Kriebsteinzimmers, welches zu Wohnzwecken genutzt wurde, sowie die Lagergeschosse. Nach 1900 wurde das erste Wohnturmgeschoss unter der Bauherrschaft von Hans Henning von Arnim in einen großbürgerlichen Wohnbereich umgestaltet, welcher nun auch das Erdgeschoss der südlichen Vorbauten umfasste. Unter anderem kam es zu einer Neugestaltung des Renaissancesaals, der sich über der Burgkappelle befindet. Zudem wurde ein Zugang in die Gotische Halle geschaffen.[30] Die Burgkapelle, der Sakralbereich der Burganlage, wurde neuausgemalt und dadurch dem neuen Wohnzusammenhang angepasst. Über der Burgkapelle und außerhalb des Wohnturms befand sich die Gotische Halle (Abbildung 6). Die neu gestaltete Halle erfüllte die Funktion eines Gesellschaftszimmers und diente den Burgherren als Empfangs- und Repräsentationsraum. Der als „arnimsches Wohngeschoss“ bezeichnete Wohnbereich bestand aus fünf Sälen, von denen sich drei im Wohnturm befanden (Abbildung 7). Diese drei Räume, ein Arbeitszimmer und zwei dahinter liegende ehemaligen Damensalons, sind miteinander verbunden. Heutzutage werden sie als Gesellschaftsräume und Salons genutzt und sind – der Einrichtung entsprechend – thematisch in ein Rokoko- und ein Biedermeierzimmer sowie einen Damensalon aufgeteilt. Über dem „arnimschen Wohngeschoss“ befindet sich die Rittersaalebene, welche den repräsentativsten Bereich des Wohnturmes darstellt (Abbildung 8). Die Rittersaalebene zeichnet sich durch eine beachtliche Geschosshöhe aus. In der Rittersaalebene befindet sich ein Gemälde, auf dem die „Sage von der treuen Frau von Kriebstein“ dargestellt ist (Abbildung 9).[31] Hinter dem Rittersaal schließt sich der Alte Festsaal an, der erst im Zuge der Umgestaltung der Rittersaalebene nach 1470 geschaffen wurde (vor dieser Zeit bestand die Rittersaalebene nur aus einem einzigen Raum).[32] Obgleich der Alte Festsaal im Laufe der Zeit kleinere bauliche Veränderungen erfuhr, vermag es der Raum nach wie vor, eine Vorstellung vom Wohnkomfort des Spätmittelalters zu vermitteln.[33] Laut Wippert entstand durch den Einbau einer massiven Zwischenwand im Alten Festsaal „ (…) ein durch Wandmalereien geprägter, völlig neuer Raumeindruck, der von dem Bedürfnis zeugt, die Wohnverhältnisse des Mittelalters zu überwinden “.[34] Unter Hugold III. von Schleinitz wurde schließlich die gesamte Burganlage neu strukturiert. Dadurch verlor der Wohnturm seine Wohnfunktion und diente fortan vor allem Empfangs- und Repräsentationszwecken. Die Wohnbereiche aus dem Wohnturm wurden ausgelagert in die angrenzenden Gebäude. Darüber hinaus wurde die Festsaalebene im Wirtschaftsflügel um einen Großen Festsaal erweitert. Die heutige Raumaufteilung, Belichtungssituation und Raumausstattung der Rittersaalebene unterscheidet sich von derjenigen zur Zeit der Erbauung. Über der Rittersaalebene, im vierten Geschoss, befindet sich die Ebene des Kriebsteinzimmers (Abbildung 10). Diese Ebene war die ehemalige Wohnebene, weshalb hier die Raumhöhe auch deutlich niedriger ist, als die der eine Etage tiefer liegenden Repräsentationsbereiche.[35] An den Wänden finden sich noch Überreste eines umfangreichen Rankenwerks. Dies lässt den Rückschluss zu, dass die Wohnetage zur damaligen Zeit farbig ausgeschmückt war. Die Erstausmalung der reich dekorierten Holzbalkendecke und Wände stammt aus der Erbauungszeit.[36] Nach Meinung von Wippert ist die üppige farbige Ausgestaltung der Räume in der Kriebsteinzimmerebene ein „ Anzeichen eines gehobenen Wohnanspruchs “.[37] Die Wandmalereien stellen die Verkündigungsszene nach dem Lukas- Evangelium dar (Abbildung 11). Zu sehen sind der heilige Christopherus und ein Pilger, sowie die Jungfrau Maria mit dem Erzengel Gabriel. Wippert argumentiert, dass sich „ die Wandmalerei (…) stilistisch in die Nachfolge der Kriebsteiner Kapellenausmalung einordnen “ lassen.[38] Vor dem Hintergrund baulicher Untersuchungen erscheint es naheliegend, dass das Kriebsteinzimmer von den Burgherren ursprünglich als privater Andachtsraum genutzt wurde. Diese These wird durch einen Vergleich mit ähnlichen Wohntürmen untermauert, in denen kleinere Hauskapellen in vergleichbarer Weise im Wohnturm untergebracht sind. Die baulichen Befunde lassen ebenfalls den Rückschluss zu, dass es wahrscheinlich eine Treppe gegeben haben muss, welche das Kriebsteinzimmer mit dem darunter liegenden Alten Festsaal verbunden hat.[39] Im Verlauf der Zeit wandelten sich auch die Funktionen des Kriebsteinzimmers. Die Frage wann es zu diesem Funktionswechsel kam und wie dieser aussah, ist in der Forschung bisher ungeklärt. Eindeutig festgestellt werden konnte bisher nur, dass der Raum zuletzt als Rüstkammer genutzt wurde.[40] Das restaurierte Kriebsteinzimmer steht seit 1999 wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung und kann im Rahmen einer Führung besichtigt werden,

4.2 Die Bedeutung der Burg Kriebstein zu ihrer damaligen Zeit

Der Bauherr von Kriebstein, Dietrich von Beerwalde, bekleidete im Laufe der Jahre wichtige Ämter, die ihm auch politischen Einfluss verschafften. Den urkundlichen Erwähnungen zufolge war „Ditherich“ am wettinischen Hof Heimlicher Rat (1381), Marschall (1383) und Hofmeister (erstmalig 1389 erwähnt, zuletzt 1408).[41] Die angesehenen Ämter verbesserten auch die ökonomische Lage von Dietrich von Beerwalde. Und so konnte er die Burg Kriebstein als Wohn- und Herrschaftssitz der Familie von Beerwalde errichten lassen. Darüber hinaus gelang es ihm, seine Besitzungen rund um die Burg zu erweitern. In der ersten urkundlichen Erwähnung gibt Dietrich von Beerwalde bekannt, dass er den von seinem Vater geerbten Kriebstein bebauen und dem Markgrafen Wilhelm öffnen will. Der eigentliche Stammsitz der Familie von Beerwalde befand sich im Dorf Beerwalde, im Landkreis Mittwaida. Zu dem Herrschaftsbereich der Familie gehörte ebenfalls das kleinere Dorf Höfchen. Beerwalde war in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts als Waldhufendorf[42] mit dazugehöriger Pfarrkirche und Rittersitz gegründet worden. In der Zeit der bäuerlichen Kolonisation trieb Dedo von Wettin die Besiedelung der Flächen um Beerwalde von Rochlitz aus voran.[43] Eine Urkunde aus dem Jahre 1182, welche vom Bischof Martin von Meißen für das Kloster Zschillen ausgestellt wurde, lässt den Rückschluss zu, dass der Lokator[44] Bero Dedos Mundschenk war: „ silva, quam Bero in possesione sua…habuit “.[45] In der Forschung wird angenommen, dass die Familie von Beerwalde zu den Burgmannen[46] von Rochlitz gehörte.[47] Zwei Urkunden aus dem ausgehenden 13. Jahrhundert, in welchen Herrmann und Friedrich von Beerwalde Erwähnung finden, belegen, dass es im Hause Beerwalde zu einer Erbteilung gekommen war. Im Verlauf der Erbteilung wurden zunächst zwei kleinere Wehranlagen, die Waal Beerwalde und die Wahl Höfchen, gebaut. Die beiden kleineren Turmhügelburgen der beiden Bauerndörfer Beerwalde und Höfchen wurden später abgelöst und ersetzt durch den Bau einer größeren steinernen Burg, der Burg Kriebstein. Es wird angenommen, dass der Grund für die Ablösung die Vergrößerung der Grundherrschaft war.[48] Im 14. Jahrhundert erfuhr die Herrschafts Kriebstein eine Gebietserweiterung, diese ist jedoch urkundlich nicht überliefert. 1394, also zehn Jahre nach Baubeginn, bestand die Herrschaft Kriebstein aus dem Schloss Kriebstein, dem Vorwerk, den Einkünften in Beerwalde und Tannenberg, der Stadt Waldheim, den Dörfern Ehrenberg und Grünberg sowie Reichenbach, Schönberg, Neuhausen, Gebersbach und Massenei.[49]

5. Heutige Nutzung

Nachdem vorläufigen Abschluss der Instandsetzungs- und Restaurierungsmaßnahmen im Jahre 2004 wurde die Burg wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Burg Kriebstein wird heute als Museums- und Veranstaltungsburg genutzt.[50] Besucher können den monumentalen spätgotischen Wohnturm (mit gut erhaltener originaler Innenausstattung), die Gotische Halle, das Schatzgewölbe, die Burgkapelle (mit vollständig erhaltener Ausmalung aus dem Jahre 1410), die Gotische Stube, die Gesellschaftsräume von der Renaissance bis zur Neugotik, den Rittersaal, den Alten Festsaal, das Jagdzimmer, sowie den Burgbrunnenund Tiefkeller besichtigen. Darüber hinaus werden vor Ort Burgführungen angeboten. Neben der regulären Burgführung gibt es auch eine Sonderführung in die Dachgeschossetagen inklusive dem Kriebsteinzimmer mit den Wandmalereien aus dem frühen 15. Jahrhundert. Für Kinder wird ein museumspädagogisches Programm angeboten. Außerdem kann die Burg für Veranstaltungen und Feste genutzt werden. Für Feierlichkeiten, Tagungen, Trauungen und Hochzeitsfeiern können einzelne Säle gemietet werden. Auf der Burg werden ebenfalls die Burgschänke „zum Hungerturm“ und ein Museumsladen betrieben. Neben der staatlichen Förderung der Burg Kriebstein durch den Freistaat Sachsen setzt sich seit 1991 auch der „Freundeskreis Burg Kriebstein e.V.“ für die Erhaltung, Erforschung und Verbesserung des Zustandes der Burg Kriebstein ein. Der gemeinnützige Verein beteiligt sich aktiv an der Erforschung der Geschichte der Burg Kriebstein und hat sich der Bewahrung des Kulturerbes und der Denkmalpflege verschrieben. Ihr Ziel ist die Erhaltung und Verbesserung des Zustandes der Burg sowie die Pflege und Bewahrung ihres kulturellen Gutes. Der Verein möchte insbesondere die Bereiche Kunst, Kultur und Volksbildung fördern. In zahlreichen freiwilligen Arbeitsstunden haben Mitglieder des Vereins laut eigener Aussage zwischen 1981-89 den Burgbrunnen wieder ausgegraben und 1999 den Kamin im Großen Festsaal neu errichtet.[51] Inzwischen bestehen die Aufgaben der ehrenamtlichen Helfer vor allem in der Pflege der Innen- und Außenanlagen, der Säuberung des Brunnens, der Aufsicht im Museum sowie einer aktiven Mitwirkung an Veranstaltungen wie Ritterspiele oder mittelalterlichem Markttreibens und Konzerte im Festsaal.

[...]


[1] Slogan auf der offiziellen Homepage der Burg Kriebstein.

[2] S. 70 (eigene Hervorhebung).

[3] S. 89f.

[4] S. 197.

[5] S. 82f.; 87.

[6] Die Bergspornburg stellt im deutschsprachigen Raum die häufigste Form der Höhenburg dar.

[7] Vgl. Krahe, S. 18.

[8] Halsgräben waren typisch für Höhenburgen. Der Begriff, welcher ursprünglich nur für den Typ der Spornburg verwendet wurde, wurde über die Jahre auch auf andere Burganlagen ausgeweitet. Bei der Burg Kriebstein liegt jedoch die klassische Form des Halsgrabens vor (vgl. Krahe, S. 24).

[9] Vgl. Wippert, S. 2.

[10] Am Rande soll hier auf die Ausmalung der Kapelle mit Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert hingewiesen werden, die von Kunsthistorikern als überregional bedeutend beurteilt wird.

[11] Urkundliche Ersterwähnung der Burg Kriebstein vom 4. Oktober 1384. Finanzarchivurkunde Nr. 44/65. Das Original befindet sich im Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden.

[12] Vgl. Wippert, S. 4.

[13] Vgl. Schwabenicky, S. 9.

[14] Ebd.

[15] Ebd.

[16] Schwabenicky, S. 10.

[17] Vgl. ebd.

[18] Vgl. Schwabenicky, S. 10.

[19] Vgl. Wippert, S. 5.

[20] Vgl. Wippert, S. 6.

[21] Vgl. Wippert, S. 7.

[22] Vgl. ebd.

[23] Ebd.

[24] Vgl. Wippert, S. 8.

[25] Dachform mit geneigten Dachflächen auf Trauf- und Giebelseite. Die Dachfläche oberhalb der Giebelseite wird als der Walm bezeichnet. Ein Walm, dessen Traufe (Tropfkante am Dach) oberhalb der Traufe des Hauptdaches liegt, wird Krüppelwalm genannt. Aus: Online Lexikon für Architektur, Artikel „Walmdach“.

[26] Vgl., Wippert, S. 8.

[27] Vgl. ebd.

[28] Vgl. Petersen u. Wippert, S. 21.

[29] Vgl. Petersen u. Wippert, S. 22.

[30] Vgl. ebd, S. 24.

[31] Das Gemälde wurde von dem französischen Künstler Nicolas Guibal vor 1767 gemalt. Die Burg Kriebstein als Schauplatz des Ereignisses wurde jedoch erst nachträglich eingefügt.

[32] Vgl. Petersen u. Wippert, S. 31.

[33] Vgl. ebd., S. 32.

[34] Ebd.

[35] Vgl. ebd., S. 34.

[36] Vgl. ebd., S. 35.

[37] Ebd., S. 34.

[38] Ebd., S. 37.

[39] Vgl. Petersen u. Wippert, S. 37.

[40] Vgl. ebd.

[41] Vgl. ebd., S. 12.

[42] Ein Waldhufendorf ist eine Siedlungsform, die im 12. und 13. Jahrhundert zur Zeit des Landesausbaus von deutschen Siedlern u.a. im sächsischen Raum (häufig in Waldrodungsgebieten der ostdeutschen Mittelgebirge) verwendet wurde. Dabei handelt es sich um ein Reihendorf mit regelmäßigem Grundriss. Entlang von Straßen oder Bächen befinden sich einzelne, in Gruppen angeordnete Gehöfte hinter welche sich der Flurbesitz (Hufe) befindet (vgl. Krüger, S. 57)

[43] Vgl. Schwabenicky, S. 6.

[44] Ein Lokator (lat. locator: Verpächter, Grundstücksverteiler) war „(…)im Auftrag eines Landes- oder Grundherrn für die Urbarmachung, Vermessung und Zuteilung von zu erschließendem Land verantwortlich. Darüber hinaus warb er Siedler für diese Zwecke an, stellte für die Übergangszeit (z. B. während der Rodung) den Lebensunterhalt zur Verfügung und besorgte Arbeitsmaterialien und Maschinen“ (Hardt, S. 143-160).

[45] Eichler u. Walther, S. 23. (eigene Übersetzung: „Der Wald, welcher sich in Bero seinem Besitz befindet“). Der Ortsteil Beerwalde wurde bereits im Jahr 1182 erstmals urkundlich erwähnt.

[46] Burgmannen sind ritterliche „Ministerialen und Mitglieder des Adels (…), die von einem Burgherrn mit der sogenannten Burghut beauftragt waren, das heißt, die eine Burg zu bewachen und zu verteidigen hatten. In der Regel saßen mehrere Burgmannen auf einer Burg oder in ihrer Nähe und bildeten die Burgmannschaft. Sie unterstanden dem Burgherrn“ (Böhme, Friedrich u. Schock-Werner, S. 100 ff.).

[47] Vgl. Schwabenicky, S. 6.

[48] Vgl. ebd., S. 8

[49] Ebd.

[50] Vgl. Werbeflyer Burg Kriebstein.

[51] Offizielle Website des Freundeskreis Burg Kriebstein e.V.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Die Archäologie und Baugeschichte der Burg Kriebstein im Landkreis Hainichen im Freistaat Sachsen
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Einführung in die interdisziplinäre Burgengeschichte
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
25
Katalognummer
V383596
ISBN (eBook)
9783668589384
ISBN (Buch)
9783668589391
Dateigröße
1481 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
archäologie, baugeschichte, burg, kriebstein, landkreis, hainichen, freistaat, sachsen
Arbeit zitieren
Anna Buchroth (Autor), 2015, Die Archäologie und Baugeschichte der Burg Kriebstein im Landkreis Hainichen im Freistaat Sachsen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383596

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