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Koloniale Infrastruktur. Die verkehrstechnische Erschließung Deutsch-Ostafrikas am Beispiel der Tanganjika-Eisenbahn 1885-1914

Titel: Koloniale Infrastruktur. Die verkehrstechnische Erschließung Deutsch-Ostafrikas am Beispiel der Tanganjika-Eisenbahn 1885-1914

Hausarbeit , 2012 , 24 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anna Buchroth (Autor:in)

Geschichte - Afrika
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit einem Großprojekt kolonialer Infrastrukturentwicklung: die Erschließung des ehemaligen Schutzgebietes Deutsch-Ostafrika für den Eisenbahnverkehr. Das Augenmerk liegt hierbei auf dem Bau der Tanganjika-Eisenbahn.

Kolonialbahnen in anderen Gebieten Afrikas werden bei der Betrachtung außer Acht gelassen, da diese den Umfang der Arbeit sprengen würden. Der zeitlichen Rahmen wurde so gewählt, dass er die Jahre zwischen 1885, dem Vorliegen erster Pläne zur ostafrikanischen Zentralbahn, bis 1914, dem Erreichen des Tanganjika-Sees durch die Eisenbahn, umfasst. Weitestgehend unberücksichtigt bleibt bei der Betrachtung die Entwicklung nach Ausbruch des ersten Weltkriegs 1914.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gesellschaftliche Ausgangslage vor der Kolonialisierung (18./19. Jhd.)

2.1 Bevölkerung

2.2 Wirtschaft

3. Planungen und Bau der Tanganjika-Bahn

3.1 Zweck

3.2 Planungen und Bau der Tanganjika-Bahn

3.3 Finanzierung

3.4 Geographische Gegebenheiten

3.5 Arbeiterverhältnisse

3.6 Betrieb

9. Zeitgenössische Funktion und Bedeutung der Tanganjika – Eisenbahn: Wirtschaftliche, strategisch-politische, ethische

5. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Großprojekt der kolonialen Infrastrukturentwicklung in Deutsch-Ostafrika, fokussiert auf den Bau und Betrieb der Tanganjika-Eisenbahn im Zeitraum von 1885 bis 1914. Ziel ist es, die wirtschaftlichen, strategisch-politischen und ethischen Beweggründe sowie die Auswirkungen des Bahnbaus auf die Region und die einheimische Bevölkerung unter Berücksichtigung des historischen Kontextes zu beleuchten.

  • Historische Ausgangslage und gesellschaftliche Strukturen in Ostafrika vor der Kolonialisierung.
  • Planungsprozesse, Finanzierungsfragen und technische Herausforderungen beim Bau der Tanganjika-Bahn.
  • Analyse der Arbeitsbedingungen und der sozioökonomischen Auswirkungen auf die einheimische Bevölkerung.
  • Bewertung der zeitgenössischen Bedeutung des Bahnprojekts für die deutsche Kolonialpolitik.

Auszug aus dem Buch

3.5 Arbeiterverhältnisse

Zum Bau der Tanganjika-Bahn wurde eine große Zahl einheimischer Arbeitskräfte herangezogen. Der Baufortschritt eines jeden Streckenabschnitts war u.a. davon abhängig, wie schnell Arbeitskräfte angeworben werden konnten. Besonders bei der Ausführung von Erdarbeiten wurden viele Arbeiter benötigt. Für die eingesetzten einheimischen Arbeitskräfte waren diese Arbeiten jedoch neu und ungewohnt. Bisher waren sie als „Hirten, Viehzüchter und Ackerbauern“ in der Landwirtschaft tätig gewesen. Sie mussten deshalb von qualifiziertem Personal, zumeist weiße Kolonialisten, erst in die Arbeitsvorgänge eingewiesen werden. Die Arbeitsverhältnisse an der Tanganjika-Bahn wiesen hierarchische Strukturen auf. Unter den einfachen Arbeitern fanden sich fast ausschließlich Afrikaner (mit Ausnahme einiger Inder), während die Aufsicht über die Bauarbeiten von Europäern übernommen wurde. Es gab verhältnismäßig mehr Arbeiter als Aufseher. Je nach Arbeitsbedarf gab es durchschnittlich zwischen 11 300 bis 15 680 Arbeiter und 300 bis 400 Aufseher.

Wie wurden die Arbeitskräfte für den Bau an der Eisenbahn rekrutiert? Formen der Lohn- bzw. Erwerbsarbeit waren den afrikanischen Gesellschaften noch fremd. Die hohe Besteuerung der Landbevölkerung sorgte jedoch schon von sich aus dafür, dass sich viele Einheimische dem Eisenbahnbau verdingten. Die Anwerbung von Arbeitern für das Bahnprojekt verlief über Vermittler, die das Bindeglied zwischen der potenziellen Arbeiterschaft und den Herren der Kolonialbahn bildeten. Die Neuangeworbenen verpflichteten sich zunächst vertraglich zu einem sechsmonatigen Arbeitseinsatz an dem Eisenbahnbau. Alle Arbeiter erhielten Lohn und ein sogenannten „Geldposcho“ (Verpflegungsgeld).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema der kolonialen Infrastrukturentwicklung in Deutsch-Ostafrika ein und definiert den zeitlichen sowie inhaltlichen Fokus auf die Tanganjika-Eisenbahn.

2. Gesellschaftliche Ausgangslage vor der Kolonialisierung (18./19. Jhd.): Dieses Kapitel beschreibt die demografischen Schwankungen, die Abhängigkeit von natürlichen Ressourcen sowie die kleinbetriebliche Subsistenzwirtschaft in Ostafrika vor Ankunft der Europäer.

3. Planungen und Bau der Tanganjika-Bahn: Dieser Abschnitt beleuchtet die strategischen Motive, die langwierigen Finanzierungsdebatten, die geographischen Hindernisse sowie die schwierigen Arbeits- und Betriebsbedingungen der Bahn.

9. Zeitgenössische Funktion und Bedeutung der Tanganjika – Eisenbahn: Wirtschaftliche, strategisch-politische, ethische: Hier wird der Nutzen der Eisenbahn als Instrument der Plantagenwirtschaft, militärischen Kontrolle und symbolischen Machtentfaltung im kolonialen Wettbewerb analysiert.

5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit bewertet das Bahnprojekt kritisch als vornehmlich auf deutsche Wirtschaftsinteressen ausgerichtet und diskutiert die langfristigen Folgen für die tansanische Infrastruktur.

Schlüsselwörter

Deutsch-Ostafrika, Tanganjika-Eisenbahn, Kolonialpolitik, Infrastrukturentwicklung, Plantagenwirtschaft, Karawanenhandel, Arbeitsverhältnisse, Bahnbau, Zentralbahn, Transportwesen, Wirtschaftsgeschichte, Schutzgebiet, Eisenbahn, Kolonialismus, Mittellandbahn

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die verkehrstechnische Erschließung des ehemaligen deutschen Schutzgebietes Deutsch-Ostafrika durch den Bau der Tanganjika-Eisenbahn im Zeitraum 1885 bis 1914.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die Planung und Finanzierung, die geographischen Herausforderungen, die Arbeitsbedingungen der einheimischen Bevölkerung sowie die wirtschaftliche und politische Bedeutung des Bahnbaus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Motive für das Kolonialprojekt zu hinterfragen und die Auswirkungen der Eisenbahn auf die koloniale Wirtschaftsstruktur sowie die einheimische Gesellschaft zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, basierend auf zeitgenössischen Quellen wie Berichten von Franz Baltzer und Hans Meyer sowie modernerer geschichtswissenschaftlicher Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?

Der Hauptteil befasst sich mit den konkreten Bauphasen, den Problemen bei der Finanzierung durch das Deutsche Reich, den schwierigen Lebens- und Arbeitsumständen der Arbeiter sowie der Organisation des Bahnbetriebs.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Kolonialpolitik, Infrastruktur, Plantagenwirtschaft, Mittellandbahn und koloniale Ausbeutung geprägt.

Welche Rolle spielte der „Wettlauf“ zum Tanganjika-See?

Der Wettlauf zwischen den Kolonialmächten (Deutschland, Großbritannien, Belgien) war ein entscheidender strategischer Antrieb, der den Bahnbau beschleunigte, um Handelsströme zu sichern und koloniale Kraft zu demonstrieren.

Wie wirkte sich der Bahnbau auf die lokale Bevölkerung aus?

Er führte zu einem tiefgreifenden Wandel der Arbeitswelt von der Subsistenzwirtschaft hin zur Lohnarbeit, war jedoch mit hohen Belastungen, gesundheitlichen Gefahren und einer hohen Sterblichkeitsrate verbunden.

Warum wird die Eisenbahn als „Instrument“ bezeichnet?

Sie diente nicht nur dem Gütertransport, sondern fungierte als Mittel zur militärischen Kontrolle („billiger als Kanonen“), zur schnelleren Gebietserschließung und zur Festigung der kolonialen Herrschaft.

Welches Fazit zieht die Autorin zur wirtschaftlichen Bedeutung?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Bahn primär den Absatz- und Rohstoffinteressen der deutschen Industrie diente und die wirtschaftliche Entwicklung in die Breite des Landes sowie den Aufbau lokaler Industrien verhinderte.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Koloniale Infrastruktur. Die verkehrstechnische Erschließung Deutsch-Ostafrikas am Beispiel der Tanganjika-Eisenbahn 1885-1914
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Note
1,3
Autor
Anna Buchroth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
24
Katalognummer
V383599
ISBN (eBook)
9783668599819
ISBN (Buch)
9783668599826
Sprache
Deutsch
Schlagworte
koloniale infrastruktur erschließung deutsch-ostafrikas beispiel tanganjika-eisenbahn
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anna Buchroth (Autor:in), 2012, Koloniale Infrastruktur. Die verkehrstechnische Erschließung Deutsch-Ostafrikas am Beispiel der Tanganjika-Eisenbahn 1885-1914, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383599
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Leseprobe aus  24  Seiten
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