Entwurf für einen Unterrichtsbesuch im Fach Latein zu Caesars "De bello Gallico VI, 14"


Unterrichtsentwurf, 2011
11 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Voraussetzungen der Unterrichtsstunde
1.1 Die Lerngruppe
1.2 Didaktische Analyse und Lernziele der Stunde

2 Methodische Analyse der Stunde

3 Geplanter Unterrichtsverlauf

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Voraussetzungen der Unterrichtsstunde

1.1 Die Lerngruppe

Die Klasse 9a besteht insgesamt aus 13 Schülerinnen und 12 Schülern,[1] die Latein als zweite Fremdsprache seit der 6. Klasse lernen. Insgesamt zeichnen sich die Schüler durch ein gutes Leistungsniveau aus und nehmen motiviert und aufmerksam am Unterrichtsgeschehen teil. Im Bezug auf die Sprach- und Textkompetenz lassen sich zwar Unterschiede innerhalb der Klasse feststellen, jedoch kompensieren die Schüler ihre Schwächen einerseits durch Grammatik-kenntnisse, andererseits durch ihr Übersetzungsgeschick und inhaltliche Erörterungen. Bei der Planung von Unterrichtsstunden wird daher versucht, stets eine Kombination beider Kompetenz-bereiche zu erreichen, um die Schülerinteraktion zu fördern.

Die Klasse hat die Lehrbuchphase bereits nach dem ersten Quartal des 9. Schuljahrs beendet und beschäftigt sich seitdem mit der Lektüre von Cäsar. Die zu planende Doppelstunde befindet sich etwa am Ende dieser Unterrichtseinheit und soll den Schülern die Möglichkeit bieten, einen Einblick in die beschriebene Kultur der Druiden zu erhalten. Aufgrund der langen Beschäftigung mit Cäsars Werk sind die Schüler bereits mit den autorspezifischen Merkmalen im Bezug auf Syntax und Stilistik vertraut. Durch selbstständige Arbeitsweise in Gruppen- bzw. Partnerarbeit wurde der Fokus bereits in den vorherigen Unterrichtsstunden auf die Textkompetenz gelegt.

1.2 Didaktische Analyse und Lernziele der Stunde

Im Zentrum dieser Unterrichtsreihe steht das Kennenlernen der druidischen Kultur aus der Perspektive Cäsars, so dass in der vorliegenden Doppelstunde der Schwerpunkt der Kompetenzorientierung gemäß des KC Latein insbesondere auf der Textkompetenz[2] liegt. Da sich die Schüler schon seit längerer Zeit mit der Methodik lateinischer Originallektüre beschäftigt und die syntaktische Analyse bereits seit Klasse 6 als Hilfsmittel zur Übersetzung lateinsicher Texte kennengelernt haben, ist es für sie möglich, den zu übersetzenden Text selbstständig zu analysieren[3], graphische Analysetechniken[4] zu verwenden und ihre Ergebnisse in einem anschließenden Unterrichtsgespräch vorzustellen und zu diskutieren[5]. Während des Übersetzungs-prozesses ist laut KC die Berücksichtigung von autorenspezifischen Merkmalen[6] gefordert. Im Bezug auf die Interpretation sind die Schüler aufgefordert, nach einer selbstständigen Gliederung des Textausschnitts seine zentralen Aspekte zu benennen[7] sowie seine Stilistik zu analysieren[8]. In einer abschließenden Gruppenarbeitsphase soll der Inhalt des Textausschnitts in Form einer kreativen Aufgabe[9] reflektiert werden.

Der vorliegende Text stammt aus einem längeren Abschnitt Cäsars über die Gallier. Eine inhaltliche Auseinandersetzung scheint an dieser Stelle deshalb sinnvoll, da der Text verschiedene Bereiche des kulturellen Lebens der Druiden thematisiert. Bereits in den vorherigen Stunden haben die Schüler die Zweiklassengesellschaft der Gallier kennengelernt, an deren Spitze die Druiden stehen. Es wurden anhand eines Steckbriefs bereits wichtige Eigenschaften der Druiden gesammelt, die durch den vorliegenden Text, der die Stellung der Druiden und ihre Erziehungsmethoden behandelt, ergänzt werden sollen. Durch die Beschäftigung mit den Erziehungsmethoden dieses Kulturkreises sollen die Schüler anhand einer kreativen Aufgabe dazu anregt werden, Vergleiche zur eigenen Erziehung anzustellen und Vor- und Nachteile zu benennen. Insgesamt ist die Thematisierung des Gallierexkurses Cäsars deshalb wichtig und interessant, da die geschilderten Eigenschaften der Gallier in einer darauffolgenden Unterrichtseinheit mit denen der Germanen verglichen werden sollen. Eine Kenntnis beider Kulturkreise und die Art der Schilderung soll für die Schüler die Grundlage dafür bilden, sich in einer abschließenden Diskussion mit der eigenen Kultur reflektierend auseinanderzusetzen.

Der Text stellt in Bezug auf die Grammatik kaum sprachliche Probleme für die Schüler dar, da sie sich aufgrund der Länge der Auseinandersetzung mit Cäsar bereits mit der autorenspezifischen Stilistik vertraut gemacht haben. Lediglich im Bezug auf Vokabelbedeutungen könnten sich durch die inhaltliche Ähnlichkeit der Bedeutung von „vacationem“ und „immunitatem“ Schwierigkeiten ergeben, so dass die Schüler aufgefordert sind, an dieser Stelle einen etwas freieren, passenden Ausdruck zu finden. Inhaltlich weist der Text mit 52 Wörtern einen angemessenen Umfang auf, der im Rahmen einer Doppelstunde genügend Zeit für eine Diskussion über Übersetzungsalternativen und eine kreative Gruppenarbeitsphase bietet. Stilistisch finden sich die bekannten autoren-spezifischen Stilmittel des Hyperbatons, Parallelismus und der Alliteration.

Insgesamt ergeben sich für die vorliegende Doppelstunde also folgende Lernziele:

- Die Schüler sollen den Text selbstständig erschließen und angemessen übersetzen.
- Die Schüler sollen anhand des Textes die Informationen zu den Druiden und ihren kulturellen Besonderheiten erfassen und in den bereitgestellten Steckbrief einordnen.
- Die Schüler sollen die von ihnen erarbeiteten Merkmale des Textes gestaltend umsetzen.
- Die Schüler sollen innerhalb der Gruppe selbstständig einen Bewerbungstext verfassen.
- Die Schüler sollen anhand der Informationen des Textes kulturelle Differenzen und Gemeinsamkeiten erkennen und kritisch hinterfragen.

2 Methodische Analyse der Stunde

Um den Anschluss zur vorherigen Stunde herzustellen, wird zu Beginn der zu planenden Doppelstunde der Ausschnitt eines Bilds[10] in Form einer Overhead-Folie aufgelegt. Nach einer Beschreibung des Bildes sollen die Schüler einen Zusammenhang zu den in der letzten Stunde erarbeiteten Merkmalen der Druiden herstellen und die Ergebnisse des Steckbriefs[11] nochmals zusammentragen. Im Anschluss daran wird der in dieser Stunde zu bearbeitende Text ausgeteilt und durch die Lehrkraft vorgelesen. Anschließend sind die Schüler dazu angehalten, die syntaktische Analyse des vorliegenden Textes selbstständig durchzuführen. In einer daran anschließenden gemeinsamen Diskussion wird dieser verglichen, diskutiert und ggf. korrigiert. Die Lehrkraft tritt in diesem Abschnitt des Unterrichts weitgehend in den Hintergrund und fragt lediglich bei Problemen nochmals gezielt nach. Die anschließende schriftliche Übersetzung des Textes erfolgt in Partnerarbeit, so dass sich die Schüler gegenseitig bei Problemen helfen können und nur bei schwerwiegenden Problemen auf die Hilfe der Lehrperson zurückgegriffen werden muss. Auch der folgende Vergleich der Übersetzungen erfolgt in Form einer Diskussion, innerhalb der die Schüler weitgehend selbstständig agieren, sich auf Fehler hinweisen und ggf. verbessern sollen. Vor dem Einstieg in die inhaltliche Bearbeitung des Textes wird ein weiteres Bild[12] zur Illustration auf des Overhead-Projektor gelegt und soll von den Schülern mit dem von ihnen übersetzen Textausschnitt verglichen werden.

Im Anschluss wird der begonnene Steckbrief aus der letzten Unterrichtsstunde ebenfalls auf einer Overhead-Folie von den Schülern in Form eines Unterrichtsgesprächs um die durch den Text vermittelten Informationen ergänzt. Dies dient zum einen dazu, einen detaillierten Einblick in die Kultur der Druiden zu vermitteln, zum anderen soll dies die anschließende Gruppenarbeitsphase erleichtern. Diese bildet den Schluss der Doppelstunde und stellt die Schüler vor die Aufgabe, eine fiktive Bewerbung um einen Lehrplatz als Druiden zu schreiben. Auf diese Weise soll nicht nur die inhaltliche Erarbeitung des Textes aufgelockert werden, sondern auch den Schülern die Möglichkeit geboten werden, innerhalb der Gruppe einen Einblick in die kulturellen Differenzen zwischen der Kultur der Druiden und ihrer zu erhalten. Diese Differenzen sollen nach der Vorstellung der Gruppenarbeitsergebnisse in der nächsten Stunde thematisiert und von den Schülern kritisch hinterfragt werden. Sollte zum Ende der Doppelstunde noch genügend Zeit sein, wird mit der Vorstellung der Ergebnisse begonnen.

3 Geplanter Unterrichtsverlauf

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anhang

Textausschnitt

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Im Folgenden wird der Begriff „Schüler“ geschlechtsunabhängig verwendet.

[2] KC S.23…erschließen anspruchsvolle Originaltexte, übersetzen sie adäquat ins Deutsche und interpretieren sie.

[3] KC S.24…arbeiten die Grob- und Feinstruktur eines Textes anhand von Bei- und Unterordnungssignalen heraus.

[4] KC S.24…verwenden graphische Analysetechniken zur Darstellung komplexer Satzgefüge.

[5] KC S.25…stellen einen von ihnen analysierten Text vor und erläutern ihre Analyse fachsprachlich korrekt.

[6] KC S.25…berücksichtigen textsorten- und autorenspezifische Merkmale bei der Übersetzung.

[7] KC S.27…gliedern den Text unter Benennung der zentralen Aspekte selbstständig.

[8] KC S.27…benennen stilistische Gestaltungsmittel.

[9] KC S.28…setzen den Inhalt des übersetzten Textes gestaltend um.

[10] siehe Anhang Bild 1

[11] siehe Anhang Steckbrief a

[12] siehe Anhang Bild 2

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Entwurf für einen Unterrichtsbesuch im Fach Latein zu Caesars "De bello Gallico VI, 14"
Hochschule
Universität Osnabrück
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
11
Katalognummer
V383624
ISBN (eBook)
9783668589896
ISBN (Buch)
9783668589902
Dateigröße
986 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Caesar, De bello Gallico, Gallierexkurs, Buch 6, Didaktik, Lernziele, Driuden
Arbeit zitieren
Anna Kuhlmann (Autor), 2011, Entwurf für einen Unterrichtsbesuch im Fach Latein zu Caesars "De bello Gallico VI, 14", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383624

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