Das Ziel dieses Essays ist darauf ausgerichtet, zu untersuchen, um was für ein Phänomen es sich bei dem Begriff der Erziehung handelt.
Um Transparenz über den Begriff zu schaffen, wird untersucht, ob eine objektive Begriffsbestimmung des Terminus Erziehung möglich ist, und analysiert, wovon die Bildung der Begriffsbestimmung abhängig ist. Dazu werden zwei Ansichtsweisen über den Begriff der Erziehung von zwei Erziehungswissenschaftlern herangezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel des vorliegenden Essays ist die Untersuchung des Begriffs der Erziehung hinsichtlich seiner definitorischen Präzision und der Möglichkeit einer objektiven Begriffsbestimmung. Dabei wird analysiert, inwieweit unterschiedliche erziehungswissenschaftliche Perspektiven das Verständnis des Phänomens beeinflussen und ob eine allgemeingültige Definition überhaupt realisierbar ist.
- Die Problematik der mangelnden Präzision des Erziehungsbegriffs.
- Analyse unterschiedlicher theoretischer Ansätze (u.a. Schäfer und Prange).
- Kritische Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen und pädagogischer Steuerung.
- Diskussion über die Subjektivität und Interpretationsabhängigkeit von Erziehungsdefinitionen.
- Einordnung des Erziehungsbegriffs in den Kontext der Erziehungswissenschaft.
Auszug aus dem Buch
2. Hauptteil
Wie bereits in der Einleitung erwähnt, soll im Folgenden versucht werden zu verifizieren, dass eine objektive Begriffsbestimmung zur Erziehung formuliert werden kann. An dieser Stelle möchte ich meine eigene Position konstatieren. Aus meiner Sicht ist eine objektive Begriffsbestimmung nicht möglich. Der Begriff der Erziehung ist kein simpler Gegenstand, zu dem ohne Weiteres auf direktem Weg eine Definition formuliert werden kann. Meiner Meinung nach erweist sich der Begriff als interpretationsabhängig, wofür erziehungswissenschaftliche Definitionen sehr wichtig sind, da sie als Interpretationsmaterial dienen und zum Vorverständnis gebraucht werden. Abhängig vom individuellen Vorverständnis und von der Definition fällt dann die eigene Ansicht der Definition der Erziehung unterschiedlich aus.
Schäfer vertritt die Meinung, dass kein Konsens dahin gehend besteht, was der Begriff Erziehung beschreibt. Seiner Ansicht nach fällt die Definition individuell aus. Zwar besteht seiner Ansicht nach ein allgemeines Vorverständnis über die Erziehung, das jedoch Problematiken in seiner Definition aufweist. Er fasst das allgemeine Vorverständnis der Erziehung dahin gehend zusammen, dass kompetente Menschen noch nicht kompetente Menschen dabei unterstützen, das von ihnen für sie richtig Gehaltene zu eruieren (vgl. Schäfer 2005: 7). Bei diesem Vorverständnis treten in Bezug auf die Erstellung einer allgemeingültigen Definition einige Problematiken auf. Bei einer allgemeinen Begriffsbestimmung besteht die Problematik der Rechtfertigung des Machtverhältnisses zwischen dem „kompetenten Mensch“ und dem „noch nicht kompetenten Mensch“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die hohe Relevanz des Erziehungsbegriffs und problematisiert dessen mangelnde Präzision, die zu multipelen und umstrittenen Vorstellungen führt.
2. Hauptteil: Dieser Teil analysiert kritisch die Möglichkeiten einer objektiven Begriffsbestimmung durch die Einbeziehung verschiedener wissenschaftlicher Positionen und deckt dabei inhärente Problematiken auf.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Widerlegung der ursprünglichen These zusammen und konstatiert, dass Erziehungsdefinitionen zwangsläufig subjektiv und interpretationsabhängig sind.
Schlüsselwörter
Erziehung, Erziehungswissenschaft, Begriffsbestimmung, Pädagogik, pädagogische Differenz, subjektives Vorverständnis, Interpretationsabhängigkeit, Erziehungshandlungen, Bildungsverständnis, Theoriebildung, pädagogische Steuerung, Machtverhältnis, Zeigen, Normativität, pädagogische Wirksamkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konstitutionsproblematik des Begriffs der Erziehung und untersucht, ob eine objektive Definition dieses zentralen erziehungswissenschaftlichen Terminus möglich ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Themenfelder umfassen die Definitionsschwierigkeiten von Erziehung, das Verhältnis von Erziehern zu Zöglingen sowie die philosophische Auseinandersetzung mit pädagogischen Grundoperationen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, zu ergründen, ob eine objektive Begriffsbestimmung von Erziehung fixiert werden kann und wovon die Bildung einer solchen Definition abhängt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse und einen Vergleich verschiedener erziehungswissenschaftlicher Positionen, insbesondere von Schäfer und Prange, um die These der objektiven Definierbarkeit zu prüfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Ansätze von Schäfer zur Problematik von Machtverhältnissen und von Prange zur „pädagogischen Differenz“ sowie zum „Zeigen“ als Grundoperation des Erziehens kritisch diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Schlüsselbegriffe sind Erziehungswissenschaft, Subjektivität, Interpretationsabhängigkeit, pädagogische Differenz und die Konstitutionsproblematik des Begriffs.
Wie bewertet der Autor die Rolle des „Zeigens“ bei Prange?
Der Autor greift Pranges Konzept des „Zeigens“ als Grundoperation auf, hinterfragt jedoch dessen absolute Gültigkeit für die gesamte Disziplin, da Erziehung nur einen Teilbereich neben Bildung und Sozialisation darstellt.
Welche drei Problematiken identifiziert Schäfer für eine allgemeine Definition?
Schäfer nennt die Rechtfertigung von Machtverhältnissen, die Problematik der Steuerung eines anderen Individuums durch pädagogische Absichten und die mangelnde Überprüfbarkeit der pädagogischen Wirksamkeit.
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- Gülcin Günes (Author), 2017, Der Begriff der Erziehung. Eine Untersuchung hinsichtlich der Möglichkeit einer objektiven Definition, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383625