Der Mont Saint-Michel besitzt viele Namen, welche er im Laufe der Jahrhunderte durch zahlreiche Ereignisse erhalten hat. Er ist ein bewundernswertes Phänomen mit einer herrlichen Seelandschaft und einem Tidenhub von bis zu 15 Meter, welcher den Rekord in Frankreich hält. Des Weiteren ist der Mont Saint-Michel ein mystisches architektonisches Juwel, das sich im endlosen Bau widerspiegelt. Diese „uneinnehmbare Festung ist nicht allein ein Ort des Gebets und der Wallfahrt, sondern auch eine durch gewaltige Ringmauern geschützte Zitadelle, die dank der täglichen zweimal auflaufenden Flut uneinnehmbar ist.“ Wegen seiner fantastischen Lage in der Bucht und seiner einzigartigen Geschichte ist er der am dritthäufigsten besuchte Ort Frankreichs nach dem Eifelturm und dem Schloss Versailles. Diese grandiose Sehenswürdigkeit bezaubert Touristen aus aller Welt. Victor Hugo sagte einst über dieses beeindruckende Ensemble: „Der Mont Saint-Michel ist für Frankreich das, was die Pyramiden für Ägypten sind.“ Doch der Mont Saint-Michel musste immer um seinen Erhalt kämpfen. Zahlreiche Kriege mit Angriffen und Hinterhalten, Blitzeinschläge und andere Katastrophen brachten die Abtei immer wieder zum Einstürzen. Jedes Mal wurden Teile wiederaufgebaut, vergrößert oder neu errichtet. Dadurch wurde es eines der umfangreichsten, schwierigsten und kostspieligsten Bauprojekte vom gesamten Mittelalter bis zur heutigen Zeit. Aus diesen Gründen ist der Mont Saint-Michel ein „überwältigendes Zeugnis der mittelalterlichen Kultur“, ein treues Abbild dessen Epoche und das sogar in Krisenzeiten.
Um den Kampf des Erhalts dieses besonderen Denkmals soll es in der folgenden Arbeit gehen. Ich werde auf die Lage, die Naturgegebenheiten mit der drohenden Versandung und der – zum Glück – gefundenen Lösung, auf die Geschichte und die Architektur eingehen. Dazu werde ich das Dorf, welches schon immer im Hintergrund der Burg steht und den Tourismus näher beleuchten. Am Ende meiner Arbeit werde ich ein Fazit ziehen inwieweit das UNESCO Weltkulturerbe gesichert ist.
1 Einleitung
2 Lage
3 Die Bucht mit ihrer Natur und Umwelt
3.1 Flora und Fauna
3.2 Gezeiten
3.3 Vom Damm zur Brücke
4 Stadt oder Dorf
5 Geschichte
5.1 Vorwort
5.2 Anfänge
5.3 Wechsel zwischen Blütezeiten und Untergänge
5.4 Gefängnis und Kampf um Anerkennung
5.5 20. und 21. Jahrhundert
6 Architektur
6.1 Notre Dame sous Terre
6.2 Abteikirche
6.3 « La Merveille »
6.3.1 Refektorium
6.3.2 Kreuzgang
6.3.3 Rittersaal
6.3.4 Gästesaal
6.3.5 Vorratskeller und Almosensaal
7 Tourismus
8 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den historischen und architektonischen Erhalt des Mont-Saint-Michel als UNESCO-Weltkulturerbe unter Berücksichtigung seiner ökologischen Herausforderungen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie die Bewahrung des Inselcharakters trotz menschlicher Eingriffe und Massentourismus nachhaltig gesichert werden kann.
- Historische Entwicklung des Mont-Saint-Michel vom Kloster zur Festung und zum Gefängnis.
- Geografische Besonderheiten der Bucht und die Problematik der Versandung.
- Technisches Großprojekt zur Wiederherstellung des maritimes Charakters durch den Brückenbau.
- Architektonische Analyse der Klosterbauten sowie deren funktionale Nutzung im Wandel der Zeit.
- Auswirkungen des Massentourismus auf den Erhalt des Weltkulturerbes.
Auszug aus dem Buch
3.3 Vom Damm zur Brücke
Durch die Verbreitung der Salzweiden kam es immer mehr zur Versandung. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass der Zufluss des Meeres mehr Kraft besitzt als der Rücklauf. Dies bedeutet, dass die Flut mehr anschwemmt als die Ebbe zurück nehmen kann (vgl. Simonnet 1989: 10).
In den Jahren 1856 bis 1863 wurde der Fluss Couesnon kanalisiert (vgl. Quétel 2005: 160). Dazu kam, dass der Dammbau im Jahr 1874 genehmigt wurde. Trotz dem Entgegenwirken der staatlichen Behörden für den Schutz von Kunstwerken wurde 1877 eine Staudammstraße mit einer Länge von 800 Meter erbaut, welche die Eindeichung und das Anlegen von Poldern noch mehr beschleunigte und erst 1935 vervollständigt wurde (vgl. Decaëns 1981: 7). Eine Vereinigung der Freunde des Mont-Saint-Michel hatte schon 25 Jahre lang dafür gekämpft, dass der Fels weiterhin eine Insel bleibt (vgl. Simonnet 1989: 10). Mithilfe der Gefangenen, die die Schwerstarbeit leisteten, wurde der Bau innerhalb eines Jahr fertiggestellt. Zu den Gefangenen werde ich im Kapitel 5 Geschichte weitere Informationen geben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Bedeutung und die Bedrohung des Mont-Saint-Michel als UNESCO-Weltkulturerbe sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2 Lage: Beschreibung der geografischen Verortung des Mont-Saint-Michel und der historischen Zuordnung zu Normandie oder Bretagne.
3 Die Bucht mit ihrer Natur und Umwelt: Analyse der ökologischen Besonderheiten der Bucht, insbesondere Flora, Fauna, Gezeitenphänomene und das Bauprojekt zur Behebung der Versandung.
4 Stadt oder Dorf: Beleuchtung der zivilen Siedlungsgeschichte am Fuße des Klosters, inklusive der sozialen Strukturen und wirtschaftlichen Spezialitäten.
5 Geschichte: Umfassende chronologische Darstellung der Entwicklung des Berges von der Gründung im Jahr 708 bis zum 21. Jahrhundert.
6 Architektur: Detaillierte Betrachtung der baulichen Besonderheiten des Klosterkomplexes und dessen Ebenenstruktur.
7 Tourismus: Untersuchung der Entwicklung vom Pilgerort zum internationalen Touristenmagneten und der damit verbundenen Besucherzahlen.
8 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Schutzmaßnahmen für das UNESCO-Weltkulturerbe und der zukünftigen Sicherung des Inselstatus.
Schlüsselwörter
Mont-Saint-Michel, UNESCO-Weltkulturerbe, Gezeiten, Versandung, Klosterbau, Architektur, Geschichte, Mittelalter, Tourismus, Inselcharakter, Denkmalschutz, Normandie, Bautechnik, Restaurierung, Pilgerfahrt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Erhalt des Mont-Saint-Michel als historisches Denkmal und UNESCO-Weltkulturerbe unter besonderer Berücksichtigung der ökologischen Herausforderungen durch Versandung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte des Klosterbergs, die architektonische Struktur, die Gezeitenphänomene sowie die touristische Bedeutung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu beleuchten, wie der Kampf um den Erhalt des Mont-Saint-Michel als Insel durch menschliche Eingriffe und moderne Technik geführt wurde und heute gesichert wird.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse historischer sowie aktueller Quellen zur Baugeschichte und Umwelt des Ortes.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die geologischen Gegebenheiten der Bucht, die historische Chronologie der Abtei, die architektonische Gestaltung und das Problem des Massentourismus detailliert erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mont-Saint-Michel, Weltkulturerbe, Gezeiten, Architektur, Restaurierung, Geschichte und Versandung.
Warum war der Bau einer Brücke für den Erhalt notwendig?
Der frühere Straßendamm verhinderte den natürlichen Wasserfluss und führte zur zunehmenden Versandung, wodurch der Mont-Saint-Michel drohte, seine Eigenschaft als Insel dauerhaft zu verlieren.
Was macht das architektonische Ensemble „La Merveille“ besonders?
„La Merveille“ wird als technisches Wunder bezeichnet, da es im 13. Jahrhundert dreistöckig und sehr kompakt direkt an den Felsen gebaut wurde.
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- Christin Curth (Author), 2016, Der ständige Kampf um den Erhalt des Mont Saint-Michel und die Hintergründe und Geschichte des Denkmals, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383647