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Handelt es sich bei Catulls Gedicht c.67 um ein Paraklausithyron?

Einblicke in die private Lebenswelt von Menschen

Titel: Handelt es sich bei Catulls Gedicht c.67 um ein Paraklausithyron?

Seminararbeit , 2012 , 20 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anna Kuhlmann (Autor:in)

Latein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Rahmen dieser Hausarbeit wird Catulls Gedicht c. 67 untersucht. Nach einer Übersetzung des gekürzten Gedichts und der Präsentation ausgewählter philologischer Problematiken steht das Gedicht selbst im Fokus der Betrachtungen. Ausgehend von einem kurzen Überblick über das Genre des Paraklausithyrons und seiner Geschichte in der römischen Literatur, wird das Gedicht analysiert und in einem weiteren Schritt mit Properz´ Elegie c. 1,16 verglichen. Abschließend soll der Frage nachgegangen werden, ob es sich beim Gedicht Catulls um ein Paraklausithyron im zuvor definierten Sinn handelt.

Das Paraklausithyron ist ein literarisches Genre, das dem Leser Einblicke in die private Lebenswelt von Menschen gewährt, die ihm ansonsten verwehrt werden.

Ein Beispiel für diese Ambiguität der Türsymbolik stellt Catulls Gedicht c. 67 dar, denn hier wird der unmoralische Lebenswandel einer Frau gerade durch ihre Haustür, der es eigentlich obliegt, die weibliche Sittsamkeit zu schützen, aufgedeckt. In einem Dialog mit einem nicht näher benannten Gesprächspartner enthüllt sie sogar die affärenreiche Vergangenheit der besagten Frau, um die Verantwortung im Bezug auf die Schuldfrage von sich zu weisen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Catull c. 67

2.1 Text (in gekürzter Form)

2.2 Übersetzung

3. Ausgewählte philologische Probleme

3.1 Metrik

3.2 Stilistik

4. Interpretation

4.1 Das Genre des Paraklausithyrons

4.2 Interpretation von c.67

5. Properz c. 1,16

5.1 Text (in gekürzter Form)

5.2 Übersetzung

5.3 Interpretation

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht Catulls Gedicht c. 67 im Kontext des literarischen Genres des Paraklausithyrons. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwieweit Catulls Werk als eine Variation dieser Form verstanden werden kann, wobei die Rolle der personifizierten Haustür als zentrale erzählerische Instanz eine entscheidende Rolle spielt.

  • Analyse der Türsymbolik bei Catull und Properz.
  • Untersuchung des Genres Paraklausithyron in der römischen Literatur.
  • Vergleichende Interpretation von Catulls c. 67 und Properz' Elegie c. 1,16.
  • Philologische Betrachtung der Metrik und Stilistik.
  • Erörterung der Personenkonstellation und der Ambiguität der Tür.

Auszug aus dem Buch

4.1 Das Genre des Paraklausithyrons

Etymologisch gesehen stammt das Wort „Paraklausithyron“ aus dem Griechischen und bezeichnet „die Klage vor der Tür “ als eine literarische Form. Nachdem zunächst einzelne Bestandteile des Paraklausithyrons z.B. in den Epigrammen von Kallimachos (A.P. 5:23) und Meleager (A.P. 5:191) verarbeitet wurden, ist die literarische Bezeichnung des Genres selbst erst bei Plutarch überliefert (Plut. mor. 753a/b). Erst durch den Einfluss der Neuen Komödie gelangte es nach Rom, wo es aufgrund seiner erotischen und sexuell freizügigen Elemente zunächst befremdlich wirkte, doch aufgrund der Beliebtheit der Neuen Komödie bald auch in andere Literaturformen aufgenommen wurde.

In der Zeit der ausgehenden Republik nahmen sich die Neoteriker dieser Literaturform an und vor allem durch Catull, der „als Vorgänger der augusteischen Elegiker“ gilt, veränderte sich das Paraklausithyron sowohl hinsichtlich seiner äußeren Form wie auch hinsichtlich seiner Themengestaltung. Grund dafür war die Möglichkeit, durch diese neuartige literarische Form und ihrer unkonventionellen Themen den „politischen und sozialen Umwälzungen [der] Zeit [sowie der] von der Gattungstradition vorgegebenen [Motivik]“ zu entfliehen. Die Tatsache, dass „etwa seit der Mitte des 2. Jahrhundert v. Chr. ein neuer Frauentyp in die römische Gesellschaft [kam] - die elegante, gebildete, oft sogar wohlhabende Hetäre, die in Rom meistens den sozialen Status der Libertine innehatte und Zugang zu höheren Kreisen [hatte] -“ nahmen die Elegiker zum Anlass, gegen die konservativen Normvorstellungen vieler Römer zu protestieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das literarische Genre des Paraklausithyrons und Erläuterung der Zielsetzung der Arbeit, Catulls Gedicht c. 67 zu untersuchen.

2. Catull c. 67: Präsentation des lateinischen Textes und einer deutschen Übersetzung des Gedichts.

3. Ausgewählte philologische Probleme: Analyse der metrischen Besonderheiten wie Elisionen und Hiat sowie der stilistischen Mittel, insbesondere der Personifikation der Tür.

4. Interpretation: Vertiefte Untersuchung des Genres und Interpretation von Catulls c. 67 unter Berücksichtigung der Personenkonstellation und der Türsymbolik.

5. Properz c. 1,16: Analyse von Properz' Elegie inkl. Text, Übersetzung und Vergleich der dortigen Rollenverteilung zur Personifikation der Tür.

6. Fazit: Abschließender Vergleich beider Gedichte und Beantwortung der Frage, ob sie als Paraklausithyra im engeren Sinne klassifiziert werden können.

Schlüsselwörter

Paraklausithyron, Catull, Properz, Elegie, Türsymbolik, Personifikation, Römische Literatur, Antike, Philologie, Metrik, Stilistik, Ehebruch, Exclusus amator, Liebeselegie, Lateinische Dichtung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Catulls Gedicht c. 67 und vergleicht es mit Properz' Elegie c. 1,16 vor dem Hintergrund des literarischen Genres des Paraklausithyrons.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Türsymbolik, die Rolle der personifizierten Tür, die Darstellung von Ehebruch und Moral in der römischen Gesellschaft sowie die Gattungstradition der Liebeselegie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Catulls Gedicht c. 67 zu analysieren und zu klären, inwiefern es sich um ein Paraklausithyron handelt, und die Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten zu Properz' Werk herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt philologische Analyseansätze, darunter die Untersuchung von Metrik und Stilistik, sowie interpretatorische Vergleiche zwischen Primärtexten und wissenschaftlicher Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst philologische Untersuchungen, eine tiefgehende Interpretation der Gedichte, eine genregeschichtliche Einordnung und den direkten Vergleich der beiden Elegien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Paraklausithyron, Türsymbolik, Liebeselegie und Catulls c. 67 charakterisiert.

Inwiefern unterscheidet sich Catulls Gedicht von dem des Properz?

Während Properz eine klassische Monolog-Form des "exclusus amator" wählt, ist Catulls Gedicht als Dialog zwischen einem Befrager und der personifizierten Tür gestaltet.

Welche Rolle spielt die Personifikation der Tür in beiden Gedichten?

In beiden Fällen dient die Tür als Sprecherin, die den unmoralischen Lebenswandel ihrer Herrin anprangert und dabei sowohl Schmerz als auch ein Gefühl der Schande gegenüber ihrer eigenen Funktion als "Hüterin der Ehe" empfindet.

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Details

Titel
Handelt es sich bei Catulls Gedicht c.67 um ein Paraklausithyron?
Untertitel
Einblicke in die private Lebenswelt von Menschen
Hochschule
Universität Osnabrück
Note
1,3
Autor
Anna Kuhlmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
20
Katalognummer
V383718
ISBN (eBook)
9783668599239
ISBN (Buch)
9783668599246
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Catull Carmina Paraklausithyron Properz Türsymbolik Liebeselegie Römische Literatur Elegie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anna Kuhlmann (Autor:in), 2012, Handelt es sich bei Catulls Gedicht c.67 um ein Paraklausithyron?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383718
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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