Die Masterthesis gliedert sich neben der Einleitung in zwei Hauptkapitel. Im ersten Teil werden theoretische Grundlagen diskutiert, um das Verständnis für die spätere empirische Analyse zu schaffen. Da der Datensatz ausschließlich aus Beobachtungen zu Venture Capital finanzierten Unternehmen besteht, die im Laufe des Venture Capital Zyklus in einen Patentrechtstreit verwickelt wurden, werden zunächst die Besonderheiten der US High-Tech-Industrie als Beispiel für eine Netzwerkindustrie, die Funktionsweise eines Patentsystems und die Besonderheiten eines Venture Capital Zyklus verdeutlicht. In Kapitel 3 folgt eine spieltheoretische Betrachtung der strategischen Motive für Patentrechtstreite aus Sicht des Patenthalters und schließt die theoretische Sichtweise ab. Im zweiten Teil der Arbeit werden die aus der Theorie abgeleiteten Hypothesen anhand eines einzigartigen Datensatzes, welcher umfangreiche Informationen zum Startup, dem Patenrechtstreit, der Finanzierungshistorie und den Gegenparteien liefert, empirisch in Kapitel 4 überprüft. Abschließend werden in Kapitel 5 die Ergebnisse zusammengefasst und ein Ausblick über mögliche Erweiterungen gegeben.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Besonderheiten der High-Tech Branche in den USA
- Netzwerkindustrie
- Patente als strategisches Mittel
- Venture Capital Zyklus
- Strategien und Motive für Patentrechtstreite
- Raising Rivals Cost
- Duopol mit Netzwerkeffekt
- Duopol mit Netzwerk- und Wettbewerbseffekt
- Polypol mit Netzwerk- und Wettbewerbseffekt - Sammelklage
- Polypol mit Netzwerk- und Wettbewerbseffekt - Einzelklage
- Predation
- Pure Money Making
- Empirische Datenanalyse
- Datenerhebung
- Deskriptive Statistik
- Korrelationen
- Hypothesentest 1 & 2
- Regressionsergebnis
- Auswertung
- Hypothesentest 3
- Regressionsergebnis
- Auswertung
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Masterthesis befasst sich mit den unterschiedlichen strategischen Motiven und der Wirkungsweise von Patentrechtstreiten auf die Performance von Venture Capital finanzierten Startups. Der Fokus liegt dabei auf der High-Tech Branche in den USA. Die Arbeit untersucht, welche Auswirkungen Patentrechtstreite auf die Finanzierungsvolumen, den Erfolg des Exits und die allgemeine Performance von Startups haben können.
- Die Rolle von Patenten als strategisches Mittel in Netzwerkindustrien
- Die verschiedenen Motive von Patentrechtstreiten, insbesondere Raising Rivals Cost und Predation
- Der Einfluss der Wettbewerbsintensität und der Marktkonzentration auf die Performance von Startups
- Die Besonderheiten von Patentrechtstreiten mit Beteiligung von Non-Practicing Entities (NPEs)
- Die empirische Überprüfung der theoretischen Hypothesen mit einem Datensatz aus der Venture Capital Industrie
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit gliedert sich in zwei Hauptkapitel. Im ersten Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der High-Tech Branche in den USA dargestellt. Das Kapitel behandelt die Eigenschaften von Netzwerkindustrien, die Funktionsweise von Patentsystemen und die Besonderheiten des Venture Capital Zyklus. Im zweiten Kapitel werden die strategischen Motive für Patentrechtstreite aus spieltheoretischer Perspektive analysiert. Das Kapitel behandelt die Strategien Raising Rivals Cost, Predation und Pure Money Making.
Das dritte Kapitel widmet sich der empirischen Datenanalyse. Der verwendete Datensatz umfasst 286 Beobachtungen zu US-Technologie Startups. Die Datenanalyse untersucht die Performance von Startups in Abhängigkeit von der Wettbewerbsintensität, der Anzahl der Infringer und der Beteiligung von NPEs. Die empirische Analyse zeigt, dass Startups, die in direkten Produktwettbewerb mit dem Patenthalter stehen, durchschnittlich weniger Finanzierungsvolumen erhalten. Die Marktkonzentration hat einen statistisch positiv korrelierten Zusammenhang mit einem erfolgreichen Exit. Der Einfluss von NPEs auf den Erfolg von Startups konnte jedoch nicht eindeutig festgestellt werden.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit zentralen Themen der Wirtschaftswissenschaften, insbesondere Industrieökonomie und Finanzwirtschaft. Zu den wichtigsten Schlüsselbegriffen gehören: Patentrechtstreite, Venture Capital, Netzwerkindustrien, Raising Rivals Cost, Predation, Marktkonzentration, Non-Practicing Entities (NPEs), IPO, Akquisition, Performance von Startups.
Häufig gestellte Fragen
Warum nutzen Unternehmen Patente als strategisches Mittel?
In Netzwerkindustrien dienen Patente nicht nur dem Schutz von Erfindungen, sondern auch dazu, Wettbewerber zu behindern oder Lizenzgebühren zu generieren.
Was versteht man unter der Strategie „Raising Rivals' Cost“?
Dies ist ein strategisches Motiv für Patentrechtsstreite, bei dem die Kosten für Konkurrenten so weit erhöht werden, dass deren Wettbewerbsfähigkeit sinkt.
Wie beeinflussen Patentrechtsstreite den Venture Capital Zyklus?
Rechtsstreite können das Finanzierungsvolumen für Startups verringern, da Investoren das Risiko scheuen. Sie beeinflussen zudem die Performance und den Erfolg eines Exits (IPO oder Akquisition).
Was sind Non-Practicing Entities (NPEs)?
NPEs sind Unternehmen, die Patente halten, aber keine eigenen Produkte herstellen. Sie nutzen Patente primär zur Durchsetzung von Rechtsansprüchen („Pure Money Making“).
Welchen Einfluss hat die Marktkonzentration auf den Erfolg von Startups?
Die empirische Analyse der Arbeit zeigt einen statistisch positiven Zusammenhang zwischen Marktkonzentration und einem erfolgreichen Exit für Startups.
Wie wirken sich Klagen direkt auf das Startup-Wachstum aus?
Startups, die in direktem Produktwettbewerb mit einem Patenthalter stehen und verklagt werden, erhalten laut der Studie durchschnittlich weniger Finanzierungsvolumen.
- Arbeit zitieren
- Martin Geissler (Autor:in), 2014, Strategische Gründe für Patentrechtsstreite und Auswirkungen auf den Venture Capital Zyklus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383737