Im Rahmen der Übung "Methoden und Techniken der qualitativen Sozialforschung: Methoden der Interviewführung" wurde ein leitfadengestütztes Interview mit einer Kommilitonin zu dem Thema Studienwahl durchgeführt. In dieser dazugehörigen Hausarbeit wird zunächst die Interviewform des leitfadengestützten Interviews beschrieben, bevor anschließend näher auf das geführte Interview eingegangen wird. Hierbei liegt der Fokus auf der Reflexion der Interviewführung, daher wird zum einen die Gesprächsführung des Interviews, zum anderen aber auch die verwendeten Fragetypen beschrieben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Darstellung der Interviewform „Leitfadengestütztes Interview“
3. Reflexion der Interviewführung
4. Fazit
5. Literatur
6. Anhang
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit setzt sich zum Ziel, die Anwendung und Reflexion eines leitfadengestützten Interviews am Beispiel des Themas Studienwahl zu untersuchen. Im Zentrum steht dabei die methodische Analyse der eigenen Interviewführung, die Qualität der Fragestellungen sowie der Umgang mit dem Leitfaden in der konkreten Gesprächssituation.
- Grundlagen des leitfadengestützten Interviews
- Reflexion der Gesprächsführung und Fragetypen
- Analyse der Interviewsituation und des Settings
- Kritische Auseinandersetzung mit der Anwendung des Leitfadens
Auszug aus dem Buch
3. Reflexion der Interviewführung
In dem vorher erarbeiteten Leitfaden findet sich zunächst die Einstiegsfrage, die „Erzähl mir bitte einmal, warum Du dein Studienfach gewählt hast“ lautet. Während dem Interview wurde diese Frage jedoch spontan in „Und es wäre toll wenn Du mir jetzt hierzu erzählen könntest, was Du eigentlich studierst und warum Du denn dein Studienfachgewählt hast“ (Zeilen 9-11) abgeändert, um überhaupt zu erfahren, welche Fächer die Interviewperson studiert. Hätte ich dieses nicht spontan im Interview geändert, hätte es passieren können, dass die Interviewpartnerin zwar darauf zu sprechen kommt, wie sich ihre Studienwahl gestaltet hat, sie jedoch nicht erwähnt, welchen Studiengang sie überhaupt studiert.
Diese vorgenomme Änderung der Einstiegsfrage führte jedoch wie erhofft dazu, dass die Interviewpartnerin bereits in ihrem ersten Satz erwähnte, welche Fächer sie als Haupt- und Nebenfach studiert (Zeilen 12-13) und auch aus welchen Gründen das Hauptfach gewählt wurde, wurde bereits in der ersten Antwort aufgrund einer Warum-Frage näher erläutert. Auch die zweite von mir gestellte Frage (Zeile 39) ist eine Warum-Frage, um zu erfahren, aus welchen Gründen die Interviewpartnerin angibt, wieder in ihr Heimatland zurück zu müssen. Bei der dritten (Zeilen 56-57) und vierten Frage (Zeile 59) sollte erläutert werden, aus welchen Gründen sich die interviewte Person für die LMU als Universität entschieden hat und ob es noch weitere Universitäten zur Auswahl gegeben hätte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Rahmen der Übung zur qualitativen Sozialforschung und legt den Fokus der Arbeit auf die methodische Reflexion eines geführten Interviews zur Studienwahl.
2. Darstellung der Interviewform „Leitfadengestütztes Interview“: Dieses Kapitel definiert das leitfadengestützte Interview im Spektrum zwischen narrativen und standardisierten Interviews und erläutert dessen Nutzen für gezielte Forschungsinteressen.
3. Reflexion der Interviewführung: Der Hauptteil analysiert detailliert den Gesprächsverlauf, die Anpassung des Leitfadens während des Interviews sowie die Wirkung der gewählten Fragetypen auf die Interviewpartnerin.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Lernergebnisse der Interviewführung zusammen und reflektiert kritisch über Fehler, Erfolge und die erlebte Sicherheit durch den Leitfaden.
5. Literatur: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten wissenschaftlichen Quellen zur qualitativen Sozialforschung auf.
6. Anhang: Der Anhang enthält die Transkriptionslegende sowie den verwendeten Leitfaden für das Interview.
Schlüsselwörter
Qualitative Sozialforschung, Leitfadengestütztes Interview, Interviewführung, Studienwahl, Reflexion, Fragetypen, Transkription, Methodik, Interviewleitfaden, Gesprächsführung, Leitfadenbürokratie, Sozialwissenschaftliche Methode, Interviewanalyse, Interviewerrolle, Qualitative Daten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Durchführung und der methodischen Reflexion eines leitfadengestützten Interviews, das im Rahmen einer universitären Übung zum Thema Studienwahl geführt wurde.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit behandelt die Theorie des leitfadengestützten Interviews, die praktische Anwendung im Gespräch, die Reflexion über die eigene Rolle als Interviewer sowie die Analyse der Gesprächsqualität.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die eigene Interviewkompetenz zu stärken und aufzuzeigen, wie ein Leitfaden in der Praxis angewendet wird, wobei ein besonderer Fokus auf dem bewussten Umgang mit spontanen Fragen und der Leitfadenbürokratie liegt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird die Methode des leitfadengestützten Interviews verwendet, eine qualitative Erhebungsmethode, die eine Mischung aus Strukturvorgabe und narrativer Offenheit ermöglicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil besteht aus einer detaillierten Reflexion des Gesprächsverlaufs, in der die Autorin ihre Fragen, deren spontane Anpassung sowie das Setting der Interviewsituation kritisch beleuchtet.
Wodurch zeichnet sich die Arbeit aus?
Die Arbeit zeichnet sich durch ihre hohe Selbstreflexion aus, in der die Autorin ihre eigenen Fehler, wie suggestiv formulierte Fragen oder das kurzzeitige Festklammern am Leitfaden, offen analysiert.
Wie wurde das Interview mit der Teilnehmerin vorbereitet?
Die Autorin erstellte einen strukturierten Leitfaden in Zusammenarbeit mit einer Kommilitonin, der thematische Blöcke zur Studienwahl, persönlichen Hintergründen und der Zukunft enthielt.
Was waren die größten Herausforderungen bei der Interviewführung?
Die größte Herausforderung bestand darin, einerseits dem Leitfaden treu zu bleiben, um die Forschungsfragen zu beantworten, und andererseits flexibel auf die Antworten der Teilnehmerin einzugehen, ohne in „Leitfadenbürokratie“ zu verfallen.
Wie wirkte sich die Situation auf die Qualität der Antworten aus?
Durch die entspannte Atmosphäre und die Fähigkeit der Autorin, sich während des Gesprächs zurückzunehmen, gelang es der Interviewpartnerin, ausführlich und ehrlich über ihre Beweggründe und ihr Studium zu berichten.
- Arbeit zitieren
- Antje Kalina (Autor:in), 2014, Methoden und Techniken der qualitativen Sozialforschung. Interviewführung eines leitfadengestützten Interviews am Beispiel Studienwahl, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383778