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Bilingual aufgewachsen. Fluch oder Segen für LaiendolmetscherInnen beim Kommunaldolmetschen?

Titel: Bilingual aufgewachsen. Fluch oder Segen für LaiendolmetscherInnen beim Kommunaldolmetschen?

Bachelorarbeit , 2017 , 70 Seiten , Note: 1

Autor:in: Marion Moll (Autor:in)

Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bilingualität und Translation gehören unweigerlich zusammen. De Groot nennt Bilingualismus richtigerweise als Voraussetzung für jegliche translatorische Handlung, die eine Person durchführt. Thema dieser Bachelorarbeit sind die Auswirkungen des simultanen Frühbilingualismus auf LaiendolmetscherInnen im Kommunalbereich. Durch diese Arbeit soll herausgearbeitet werden, welche Vor- und Nachteile sich durch Zweisprachigkeit ergeben könnten.

Außerdem wird auf eventuelle Stressoren und die damit verbundenen Stressreaktionen sowie mögliche Strategien, wie mit Stress umgegangen wird, eingegangen. Fünf zweisprachig aufgewachsene Menschen, die schon einmal Kommunaldolmetschen praktiziert haben, beziehungsweise es regelmäßig praktizieren, werden hinsichtlich ihrer Eindrücke und Erfahrungen als zweisprachig aufgewachsene DolmetscherInnen befragt. Voraussetzung ist, dass es sich um Laien handelt, die keine Dolmetscherausbildung haben, und dass die Befragten zweisprachig aufgewachsen sind. Um den Rahmen einer Bachelorarbeit nicht zu sprengen, wird der Fokus ausschließlich auf Lautsprachen gelegt, weshalb sich die ermittelten Ergebnisse nur auf LautsprachendolmetscherInnen beziehen.

Die Arbeit kann grob in zwei Teile eingeteilt werden. Der erste theoretische Teil umfasst hierbei die ersten drei Kapitel, der empirische Teil die Folgenden. Im ersten Kapitel soll kurz auf das Kommunaldolmetschen eingegangen werden, wobei eruiert werden soll, in welchen Bereichen dieses stattfindet und welche Arbeitsbedingungen für die DolmetscherInnen herrschen. Des Weiteren soll dargestellt werden, welche Schwierigkeiten bestehen können und welche Anforderungen an die DolmetscherInnen gestellt werden. Der Fokus wird insbesondere auf LaiendolmetscherInnen gelegt.

Auch auf die KundInnen, mit denen es KommunaldolmetscherInnen zu tun haben, soll kurz eingegangen werden. Das zweite Kapitel widmet sich dem Bilingualismus als Aspekt der Mehrsprachigkeit, genauer gesagt dem simultanen Früh-Bilingualismus. Auch auf den von Harris geprägten Begriff der Natural Translators soll Bezug genommen werden. Ebenso werden in diesem Kapitel bereits Vermutungen angestellt, welche möglichen Vor- und Nachteile Zweisprachigkeit in Hinsicht auf das Kommunaldolmetschen mit sich bringen könnte. Stressoren und Stressreaktionen sind Gegenstand des dritten Kapitels, welches das letzte Theoriekapitel darstellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Theoretischer Teil

1. Kommunaldolmetschen

1.1 Settings und Arbeitsbedingungen

1.2 DolmetscherInnen

1.2.1 LaiendolmetscherInnen

1.3 KundInnen

1.4 Emotionale Nähe beim Kommunaldolmetschen

2. Mehrsprachigkeit: Zweisprachigkeit

2.1 Simultaner Früh-Bilingualismus

2.2 Natural Translators/Interpreters

2.3 Mögliche Vorteile von Bilingualismus beim Kommunaldolmetschen

2.4 Mögliche Nachteile von Bilingualismus beim Kommunaldolmetschen

3. Probleme und Stressfaktoren beim Kommunaldolmetschen

3.1 Stressreaktionen

3.2 Strategien zur Stressbewältigung

Empirischer Teil

4. Ziel der Befragung

4.1 Methode

4.2 InterviewparterInnen

4.3 Leitfadeninterviews

4.4 Transkriptionsverfahren

5. Ergebnisse

5.1 Schwierigkeiten der Befragung

5.2 Auswertung der Interviews

5.2.1 Dolmetscher #1

5.2.2 Dolmetscherin #2

5.2.3 Dolmetscher #3

5.2.4 Dolmetscherin #4

5.2.5 Dolmetscherin #5

6. Zusammenfassung der Ergebnisse

6.1 Genereller Eindruck der LaiendolmetscherInnen

6.2 Stress und Probleme

6.2.1 Stressoren und Lösungsansätze

6.3 Parteilichkeit

6.4 Nachteile von Bilingualismus (beim Kommunaldolmetschen)

6.5 Vorteile von Bilingualismus (beim Kommunaldolmetschen)

Abschließende Gedanken

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen des simultanen Früh-Bilingualismus auf die Tätigkeit von LaiendolmetscherInnen im Kommunalbereich. Das primäre Ziel ist es, Vor- und Nachteile sowie auftretende Stressoren bei nicht professionell ausgebildeten, aber zweisprachig aufgewachsenen DolmetscherInnen zu identifizieren, um zu evaluieren, inwieweit Zweisprachigkeit in diesem Kontext als hilfreich oder hinderlich wahrgenommen wird.

  • Kommunaldolmetschen in verschiedenen institutionellen Settings
  • Bilingualismus als Faktor für translatorische Kompetenz
  • Stressfaktoren und Bewältigungsstrategien bei LaiendolmetscherInnen
  • Einfluss der kulturellen Identität und Parteilichkeit auf den Dolmetschprozess
  • Empirische Untersuchung mittels Leitfadeninterviews mit bilingualen Laien

Auszug aus dem Buch

1. Kommunaldolmetschen

Obwohl das Kommunaldolmetschen laut Roberts (1997:7) die älteste Dolmetschart ist, da Dolmetschbedarf schon immer dort bestand, wo Angehörige unterschiedlicher Sprachgruppen aufeinandertreffen, ist es zugleich die am spätesten und am wenigsten erforschte. Des Weiteren ist die Benennung nicht unproblematisch, da vor allem im Englischen mehrere Begriffe synonym dafür verwendet werden, wofür im Deutschen nur ein Begriff existiert. So kann man laut Pöllabauer (2000:182) beispielsweise die englischen Bezeichnungen Liason Interpreting, Dialogue Interpreting, Cultural Interpreting oder Community Interpreting auf Deutsch mit dem Begriff „Kommunaldolmetschen” übersetzen. Meist trifft man allerdings den Terminus Community Interpreting an, der sich in der Literatur mittlerweile durchgesetzt hat (Prunč 2010:259).

Angelehnt an Pöllabauers (2000:186ff.) neun charakteristische Merkmale des Kommunaldolmetschens kann grundsätzlich gesagt werden, dass es sich bei den KundInnen oft um Angehörige ethnischer und sprachlicher Minderheiten handelt, womit die benötigten Sprachen Minderheitensprachen sind. Ebenso herrscht ein Statusgefälle zwischen den KlientInnen, da es meist um Gespräche zwischen MigrantInnen und VertreterInnen einer Behörde geht. Bei diesen di- beziehungsweise trialogisch ablaufenden Gesprächen, in denen es sich durchaus um konfliktreiche oder angespannte Situationen handeln kann, wird in beide Richtungen gedolmetscht. Aufgrund mangelnder Ausbildungsmöglichkeiten werden oft LaiendolmetscherInnen eingesetzt, welche mit unterschiedlichen Erwartungen und Einstellungen ihnen gegenüber konfrontiert werden. Zudem haben diese mit dem niedrigen Prestige ihrer Tätigkeit zu kämpfen. In den nachfolgenden Kapiteln soll näher auf die einzelnen Punkte KundInnen, Settings und mögliche Stressoren für DolmetscherInnen eingegangen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Kommunaldolmetschen: Definition des Begriffs, Darstellung der Merkmale von Kommunaldolmetschsettings und Erläuterung der prekären Arbeitsbedingungen für LaiendolmetscherInnen.

2. Mehrsprachigkeit: Zweisprachigkeit: Theoretische Grundlagen zum simultanen Früh-Bilingualismus und dem Konzept der "Natural Translators" im Kontext der dolmetscherischen Kompetenz.

3. Probleme und Stressfaktoren beim Kommunaldolmetschen: Analyse von Stressauslösern in interkulturellen Gesprächssituationen sowie Kategorisierung von Stressreaktionen und Bewältigungsstrategien.

4. Ziel der Befragung: Definition der Forschungsziele, der explorativen Methode mittels Leitfadeninterviews und der Auswahlkriterien für die befragten LaiendolmetscherInnen.

5. Ergebnisse: Darstellung der Interviewergebnisse, sortiert nach den Aussagen der fünf einzelnen Probanden hinsichtlich ihrer individuellen Erfahrungen.

6. Zusammenfassung der Ergebnisse: Synthese und Vergleich der Befragungsergebnisse unter Berücksichtigung von Stress, Vorteilen, Nachteilen und Parteilichkeit.

Schlüsselwörter

Kommunaldolmetschen, LaiendolmetscherInnen, simultaner Früh-Bilingualismus, Mehrsprachigkeit, Natural Translators, Stressoren, Stressbewältigung, MigrantInnen, Sprachmittlung, Dolmetschsetting, Zweisprachigkeit, Empirische Untersuchung, Interview, Translatorische Kompetenz, Interkulturelle Kommunikation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle von bilingual aufgewachsenen LaiendolmetscherInnen im Kommunalbereich und analysiert, wie diese ihre Zweisprachigkeit bei Dolmetscheinsätzen wahrnehmen und bewerten.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Untersuchung?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Bereiche Kommunaldolmetschen, die Auswirkungen von Bilingualismus auf die Dolmetschleistung sowie auftretende Stressfaktoren und deren Bewältigung bei Laien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob die simultan erworbene Zweisprachigkeit für LaiendolmetscherInnen in kommunalen Settings als vorteilhaft oder belastend empfunden wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde eine explorative qualitative Studie durchgeführt, basierend auf fünf Leitfadeninterviews mit bilingual aufgewachsenen Studierenden, die als LaiendolmetscherInnen aktiv sind.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil (Kommunaldolmetschen, Bilingualismus, Stress) und einen empirischen Teil (Analyse der durchgeführten Interviews).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Kommunaldolmetschen, LaiendolmetscherInnen, Bilingualismus, Mehrsprachigkeit, Stressbewältigung und interkulturelle Kommunikation.

Welche Rolle spielt die "Parteilichkeit" bei den befragten LaiendolmetscherInnen?

Die Befragung ergab, dass sich einige Laien aus persönlichen Gründen oder Mitleid parteiisch fühlten, während andere sich strikt als neutrale Vermittler positionierten.

Was sind die wichtigsten Erkenntnisse zum Thema Stress?

Stress wird individuell wahrgenommen; während einige Probanden unter Druck stehen, sehen andere die Tätigkeit als Routine oder Herausforderung. Als Hauptstressoren wurden unvorhersehbare Anforderungen und mangelnde Vorbereitung identifiziert.

Können sich bilinguale Laien laut den Ergebnissen besser ausdrücken?

Ja, die Mehrheit der Befragten gibt an, dass sie sich durch das zweisprachige Aufwachsen in beiden Sprachen natürlicher und flüssiger ausdrücken können, da sie nicht aktiv über die Sprachstruktur nachdenken müssen.

Ende der Leseprobe aus 70 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Bilingual aufgewachsen. Fluch oder Segen für LaiendolmetscherInnen beim Kommunaldolmetschen?
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz
Note
1
Autor
Marion Moll (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
70
Katalognummer
V383836
ISBN (eBook)
9783668591448
ISBN (Buch)
9783668591455
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bilingual fluch segen laiendolmetscherinnen kommunaldolmetschen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marion Moll (Autor:in), 2017, Bilingual aufgewachsen. Fluch oder Segen für LaiendolmetscherInnen beim Kommunaldolmetschen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383836
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  70  Seiten
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