Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Geography / Earth Science - Economic Geography

Innovationstheoretische Ansätze in der Wirtschaftsgeographie - Konzepte und Bewertung nationaler und regionaler Innovationssysteme

Title: Innovationstheoretische Ansätze in der Wirtschaftsgeographie - Konzepte und Bewertung nationaler und regionaler Innovationssysteme

Seminar Paper , 2001 , 36 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Joerg Musiolik (Author)

Geography / Earth Science - Economic Geography
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Das Auftreten von Innovationen rückte in den letzten beiden Jahrzehnten immer mehr in den Focus der wissenschaftlichen Analyse in der Wirtschaftsgeographie. Im Mittelpunkt dieser Broschüre steht die Frage nach dem Entstehen und nach den Rahmenbedingungen von Innovationen. In ersten wirtschaftwissenschaftlichen Modellen entstehen Innovationen noch zufällig. Sie sind Nebenprodukte des Wirtschaftens bis A. Schumpeter die Rolle von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen (FuE.) als gerichteten Entwicklungsprozess erkennt. Innovationen müssen aber nicht zwingend in diesen Abteilungen ihren Ursprung finden. Sie können an allen Punkten einer Produktionskette entstehen. Mit dieser Annahme vollzieht sich der Übergang von einem linearen zu einem interaktiven Innovationsmodell. Erneuerungen entstehen damit durch die Rückkopplung verschiedener Prozesse und Akteure. Das Konzept vom Nationalen Innovationssystem (NIS) erweitert in einem nächsten Schritt diesen interaktiven Ansatz. Neben technologischen und ökonomischen Komponenten werden auch sozioökonomische Einflussfaktoren relevant. Gesellschaftliche Rahmenbedingungen (Werte, Normen), Institutionen (Forschungs- und Bildungseinrichtungen, das Finanzsystem) üben direkt oder indirekt Einfluss auf das Innovationsgeschehen aus. Es lassen sich länderspezifische Innovationssysteme unterscheiden und zwischen den Polen Korporatismus – Liberalismus verorten. Je nach Typus unterstützen die gesellschaftlichen und institutionellen Rahmenbedingungen eines Landes eine bestimmte Art von Innovationen. Deutschland in den 80er Jahren steht für die erfolgreiche Umsetzung von inkrementalen Innovationen. Die USA ist seit Jahren das führende Land bei radikalen Erneuerungen.

Das Konzept des Regionalen Innovationssystems überträgt den umfassenden Ansatz eines NIS auf die Ebene von Regionen. Unternehmen und Institutionen einer Region oder eines Wirtschaftssektors sind auf sehr unterschiedliche Weise vernetzt. Insbesondere die räumliche Nähe der Akteure wird bei komplexen Innovationen und der Kommunikation von personengebundenem Wissen besonders wichtig. In regionalen Netzwerken kann unterschiedliches Know-how und verschiedene Kompetenzen in einem kollektiven Lernprozess kreativ miteinander kombiniert werden. Der Erfolg von Unternehmen ist damit zu einem großen Anteil von den institutionellen und kommunikativen Bedingungen des lokalen Milieus abhängig, welches wiederum in den überregionalen und nationalen Kontext eingebettet ist.

Excerpt


Gliederung

1. Die neue Form der Wissensproduktion

2. Innovationsmodelle

2.1. Das Lineare Innovationsmodell

2.2. Das interaktive Innovationsmodell

3. Das Konzept des Nationalen Innovationssystems

3.1. Diskussion der wissenschaftlichen Ansätze

3.2. Grundlegende Annahmen des Konzeptes

3.3. Akteure eines Nationalen Innovationssystems

3.4. Faktoren für die Ausgestaltung eines Nationalen Innovationssystems

3.5. Das Nationale Innovationssystem in Deutschland

3.6. Das Nationale Innovationssystem in der USA

3.7. Bewertung des Konzeptes

4. Das Konzept des Regionalen Innovationssystems

4.1. Der Ursprung des Konzeptes

4.2. Akteure in einem Regionalen Innovationssystem

4.3. Was macht eine Region innovativer?

4.4. Bewertung des Konzeptes

5. Ausblick: Die Zukunft des Innovationsstandortes Deutschland

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktischen Auswirkungen von Innovationssystemen auf nationaler und regionaler Ebene. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie unterschiedliche institutionelle Rahmenbedingungen und Vernetzungsstrukturen die Innovationsfähigkeit von Volkswirtschaften und Regionen beeinflussen.

  • Evolution und Wandel von Innovationsmodellen (linear vs. interaktiv)
  • Strukturelle Analyse Nationaler Innovationssysteme (NIS)
  • Vergleich der Innovationssysteme in Deutschland und den USA
  • Bedeutung räumlicher Nähe und lokaler Milieus in Regionalen Innovationssystemen (RIS)
  • Bewertung der Leistungsfähigkeit und Grenzen von Innovationssystemkonzepten
  • Zukunftsperspektiven für den Innovationsstandort Deutschland

Auszug aus dem Buch

3.3. Akteure eines Nationalen Innovationssystems

Innovationen entstehen im Zusammenspiel von wirtschaftlichen, staatlichen und gesellschaftlichen Akteuren. Zwischen den einzelnen Gruppen werden Wissen und Kompetenzen ausgetauscht. Ein Innovationssystem besteht aus einem Netzwerk von Akteuren aus dem öffentlich-rechtlichen und privaten Sektor. Aufgrund der Komplexität der heutigen Innovationsentwicklung arbeiten in diesen Netzwerken Universitäten und Forschungseinrichtungen, Banken und staatliche Organe sowie private Unternehmen und unternehmensnahe Dienstleistungen zusammen.

Zu den öffentlich-rechtlichen Akteuren gehören neben den Universitäten und den (quasi-) öffentlichen Forschungseinrichtungen (z.B. Max Planck Institute) auch Technologietransfer-Institutionen (z.B. Institute der Fraunhofer Gesellschaft). Die öffentlichen Forschungseinrichtungen stellen Innovationssystemen neues Wissen und neue Technologien aus der Grundlagenforschung zur Verfügung. Gleichzeitig bilden Universitäten das notwendige Fachpersonal aus. Die Transferstellen beschleunigen den Diffusionsprozess von neuem Wissen und neuen Technologien. Als Sensoren nehmen sie neue Entwicklungen wahr und gegeben sie an Unternehmen weiter und stellen einen effizienteren Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft her.

Eine Schlüsselstellung in diesem System nimmt der Staat bzw. die Regierung ein. Er ist in den modernen Industrienationen nicht darauf beschränkt die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen festzulegen, sondern greift durch seine Bildungs-, Technologie- und Innovationspolitik direkt in den gesamtwirtschaftlichen Innovationsprozess ein. Richard Nelson stellt in seinem Buch „National Innovation Systems“ (1993) fest, dass in vielen Staaten militärstrategische Ziele für die Ausprägung eines NIS wichtig waren. So schreibt er (1993:508): „the study of Japan shows clearly that the present industrial structure was largely put in place during an era when national security concerns were strong. This structure, now oriented to civilian products, is one of the reasons for Japan’s high R&D intensity.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die neue Form der Wissensproduktion: Erläutert die steigende Bedeutung von Wissen als Produktionsfaktor und den Wandel hin zu einer flexiblen, vernetzten Wissensproduktion.

2. Innovationsmodelle: Unterscheidet zwischen dem traditionellen, linearen Modell und dem modernen, interaktiven Modell, das Rückkopplungen zwischen verschiedenen Akteuren betont.

3. Das Konzept des Nationalen Innovationssystems: Analysiert den systemischen Ansatz, bei dem soziale, ökonomische und technologische Rahmenbedingungen die Innovationskraft einer Nation bestimmen.

4. Das Konzept des Regionalen Innovationssystems: Überträgt das NIS-Konzept auf die regionale Ebene und hebt die Bedeutung räumlicher Nähe für Lernprozesse und Wissensaustausch hervor.

5. Ausblick: Die Zukunft des Innovationsstandortes Deutschland: Diskutiert die strukturelle Krise des deutschen Innovationsmodells und die Notwendigkeit, Netzwerke für radikale Innovationen zu stärken.

Schlüsselwörter

Innovation, Innovationssystem, Wirtschaftsgeographie, Wissenstransfer, Nationale Innovationssysteme, Regionale Innovationssysteme, Forschung und Entwicklung, Pfadabhängigkeit, Wissensproduktion, interaktive Lernprozesse, institutionelle Rahmenbedingungen, industrielle Netzwerke, Standortvorteile.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie Innovationen entstehen und welche Rahmenbedingungen deren Erfolg beeinflussen, wobei der Fokus auf dem systemischen Ansatz in der Wirtschaftsgeographie liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Evolution von Innovationsmodellen, der Vergleich nationaler Systeme (NIS) sowie die Bedeutung regionaler Netzwerke (RIS) für die Innovationsfähigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Konzepte Nationaler und Regionaler Innovationssysteme zu bewerten und zu untersuchen, wie diese die Innovationsstrategien von Ländern beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie den Vergleich länderspezifischer Fallbeispiele, insbesondere von Deutschland und den USA, um die Funktionsweise von Innovationssystemen zu erläutern.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die detaillierte Diskussion der Innovationsmodelle, die Akteure in NIS und RIS sowie die Analyse der strukturellen Faktoren für die Ausgestaltung dieser Systeme.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Innovation, Innovationssystem, Wissensproduktion, institutionelle Rahmenbedingungen und räumliche Nähe sind zentrale Begriffe der Arbeit.

Warum ist laut der Arbeit für Deutschland ein Systemwechsel schwierig?

Aufgrund starker institutioneller Pfadabhängigkeiten und einer traditionellen Ausrichtung auf inkrementale Innovationen in bestehenden Kernindustrien fällt der Übergang zu radikalen Innovationen schwer.

Welche Rolle spielt die räumliche Nähe in regionalen Systemen?

Räumliche Nähe ist entscheidend, um den Austausch von personengebundenem, schwer kodifizierbarem Wissen (tacit knowledge) durch Face-to-Face-Kontakte in einem lokalen Milieu zu ermöglichen.

Excerpt out of 36 pages  - scroll top

Details

Title
Innovationstheoretische Ansätze in der Wirtschaftsgeographie - Konzepte und Bewertung nationaler und regionaler Innovationssysteme
College
University of Marburg  (Geographie Marburg)
Course
Neue Ansätze und Ergebnisse der Wirtschaftsgeographie
Grade
1,3
Author
Joerg Musiolik (Author)
Publication Year
2001
Pages
36
Catalog Number
V38388
ISBN (eBook)
9783638374668
ISBN (Book)
9783638687416
Language
German
Tags
Innovationstheoretische Ansätze Wirtschaftsgeographie Konzepte Bewertung Innovationssysteme Neue Ansätze Ergebnisse Wirtschaftsgeographie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Joerg Musiolik (Author), 2001, Innovationstheoretische Ansätze in der Wirtschaftsgeographie - Konzepte und Bewertung nationaler und regionaler Innovationssysteme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38388
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  36  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint