In meiner Hausarbeit zum Thema "Professionalisierung des Wahlkamp fes" möchte ich aufzeigen, ob es primär um politische Inhalte geht oder ob durch die verschiedenen Möglichkeiten einen Wahlkampf zu bestreiten, die politischen Aussagen und Versprechungen in den Hintergrund treten bzw. getreten sind. Weiterhin wird es um die Frage gehen, ob sich verschiedene Strategien und Techniken in der Wahlkampfführung in Laufe der Zeit verändert haben oder ob es ähnliche oder gar dieselben Ideen bereits vor vielen Jahrzehnten gegeben hat. Das letzte Kapitel "Wahlkampf und Internet" zielt auf eine aktuelle Entwicklung des Mediums Internet und den damit für die Parteien verbundenen Möglichkeiten einer Selbstdarstellung und als Wahlkampfmaßnahme ab.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Personalisierung des Wahlkampfes
Wahlkampfberater und Spin Doktoren
Wahlkampftechniken und Wahlkampfstrategien
Wahlkampf im Internet
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zunehmende Professionalisierung von Wahlkämpfen in der Bundesrepublik Deutschland. Dabei liegt der Fokus auf der Frage, inwieweit politische Inhalte zugunsten von medial inszenierten Strategien und Techniken in den Hintergrund gedrängt werden.
- Personalisierung von Spitzenkandidaten und deren mediale Inszenierung
- Die Rolle von Wahlkampfberatern und sogenannten Spin Doktoren
- Einsatz und Gefahren von Wahlkampfstrategien sowie Negativkampagnen
- Der Einfluss visueller Medien und die Bedeutung von Infotainment
- Der Wandel politischer Kommunikation durch die Nutzung des Internets
Auszug aus dem Buch
Wahlkampf im Internet
Ein neues Medium ist das Internet. Wie wichtig sind das Internet und die damit verbundenen Möglichkeiten (z.B. Email) für den Wahlkampf mittlerweile geworden? Eine Betonung der zunehmenden Bedeutung des Internets lässt sich in Dörner/Vogt entdecken: "...überwiegt in Politik und Wirtschaft die Überzeugung, das Internet könne tatsächlich eine erhebliche qualitative Verbesserung der Möglichkeiten zur politischen Teilhabe bewirken" (Gellner/Strohmeier 2002: 164). Allerdings haben sich die Hoffnungen auf eine Erneuerung der Politik durch das Internet nicht erfüllt, da sich dieses neue Medium eher zu einem normalen Massenmedium entwickelt. Von einer möglichen Revolution der Politik kann demnach daher keine Rede sein (vgl. ebd.: 164f.). Auch Geisler betont die Wichtigkeit des Mediums: "...die Maschen des World Wide Web scheinen so eng geworden zu sein, dass sich die deutschen Volksvertreter ihnen nicht mehr entziehen können" (Geisler 2002: 193). Es ist daher ersichtlich, dass sich die Politiker und Parteien schon jetzt eine Nichtbeachtung des Mediums Internet nicht leisten können, wenn sie erfolgreiche Wahlkämpfe betreiben wollen.
Welchen konkreten Nutzwert bietet nun einer Partei die Präsenz im World Wide Web?
a) Das Internet schafft die Möglichkeit eines direkten Rückkanals mit den Nutzern beispielsweise über Chats, Newsgroups oder Foren. Ein Dialog kann natürlich aber auch per E-Mail erfolgen (vgl. Thimm/Schäfer 2001: 201ff.).
b) Das Internet wird als innovativ und neu wahrgenommen, wodurch sich leicht durch eine ansprechende Internetpräsenz ein positives Image für eine Partei herstellen lässt (vgl. ebd.: 201).
c) Durch eine Internetpräsenz wird den Nutzern eine Auswahlmöglichkeit der Inhalte gegeben. Die Partei verzichtet somit auf einen Teil ihrer Entscheidungsgewalt und schafft so für potentielle WählerInnen mehr Freiheiten, sich die politischen Inhalte zu suchen, die sie gerade im Moment interessieren. (vgl. ebd.: 201).
d) Eine Internetpräsenz erzeugt einen Zusatznutzen zu den bisherigen Wahlkampfmitteln und sollte dementsprechend in das Gesamtkonzept integriert werden (vgl. ebd.: 201).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, ob politische Inhalte in Wahlkämpfen zunehmend durch strategische Vermittlungstechniken verdrängt werden.
Personalisierung des Wahlkampfes: Analyse der medialen Aufwertung von Spitzenkandidaten auf Kosten der inhaltlichen Parteiprogrammatik.
Wahlkampfberater und Spin Doktoren: Erörterung der strategischen Rolle von externen Beratern, die öffentliche Themen gezielt in eine gewünschte Richtung lenken.
Wahlkampftechniken und Wahlkampfstrategien: Untersuchung von Kampagnenzielen, dem Einsatz von Negativkampagnen und der wachsenden Bedeutung visueller Medien sowie Infotainment.
Wahlkampf im Internet: Bewertung des Nutzwerts von Internetpräsenzen und der veränderten Möglichkeiten zur Wählermobilisierung und -information.
Fazit: Resümee über die erfolgreiche Professionalisierung des Wahlkampfes in fast allen medialen Bereichen der Politik.
Schlüsselwörter
Wahlkampf, Professionalisierung, Personalisierung, Spin Doktoren, Wahlkampfstrategien, Negativkampagne, Medienberichterstattung, Spitzenkandidat, Internetpräsenz, Politische Kommunikation, Infotainment, Mobilisierung, Image, Bundestagswahl, Öffentlichkeitsarbeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert den Prozess der zunehmenden Professionalisierung von Wahlkämpfen in der Bundesrepublik Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen die Personalisierung von Kandidaten, die Rolle professioneller Berater, moderne Wahlkampftechniken sowie die Nutzung des Internets durch Parteien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, ob durch moderne Strategien und Techniken politische Inhalte in den Hintergrund gedrängt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Literaturarbeit, die existierende Studien und empirische Daten zur Wahlkampfführung analysiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Personalisierung, Beratung durch Spin Doktoren, verschiedene Wahlkampfstrategien sowie die digitale Kommunikation im Internet.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Professionalisierung, Wahlkampf, Personalisierung, Spin Doktoren und digitale Kommunikation geprägt.
Wie unterscheidet sich die Rolle deutscher Spin Doktoren von amerikanischen?
Laut der Arbeit sind deutsche Spin Doktoren bisher ausnahmslos politisch motiviert und parteigebunden, während amerikanische Modelle oft unabhängiger agieren.
Welchen konkreten Zusatznutzen bietet die Internetpräsenz für Parteien?
Das Internet bietet direkte Rückkanäle zum Wähler, Möglichkeiten zur innovativen Imagepflege und eine effiziente, kostengünstige Informationsverteilung.
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- Andreas Piplies (Author), 2004, Professionalisierung des Wahlkampfes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38423