Die Hausarbeit versucht, durch eine vergleichende Länderanalyse die Effektivität der aktuellen Entwicklungshilfe näher zu beleuchten. Hierzu werden, nach einem kurzen Abriss über die Geschichte der Entwicklungshilfe, die Länder Äthiopien und Brasilien miteinander verglichen. Die Indikatoren der Millenniums Entwicklungsziele werden als Analyseraster genutzt, um die Entwicklungen besser prüfen zu können. In einem weiteren Schritt werden Gründe für die ähnlichen, oder auch divergierenden Entwicklungen in den Ländern untersucht und anschließend in Beziehung zu den Millenniums Entwicklungszielen gesetzt.
Die Beseitigung von Hunger und Armut gehören zu den größten Aufgaben unserer heutigen globalisierten Welt. Wie groß die Differenzen zwischen Armut und Reichtum in dieser Welt sind, belegt ein Bericht von Oxfam aus dem Jahre 2016. Demnach besitzen die 62 reichsten Menschen so viel Vermögen wie gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Es ist also nicht verwunderlich, dass der Ruf nach besseren Lebensbedingungen und Chancengleichheit laut wird. Deshalb leisten viele Länder jährlich finanzielle Hilfen. Man hofft auf diesem Wege die Lebensbedingungen der Armen und ihre wirtschaftliche Situation zu verbessern.
Um die Probleme dieser Menschen dauerhaft lösen zu können ist es, unter anderem, wichtig, die finanziellen Hilfen an die Bedürfnisse der Menschen anzupassen. Um diesem Anspruch an Nachhaltigkeit und Effektivität gerecht zu werden formulierten die Vereinten Nationen im Jahre 2000 die Millenniums- Entwicklungsziele, welche im Jahre 2015 erreicht werden sollten.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Entwicklungspolitischer Diskurs: Geschichte der Entwicklungshilfe
2 Millenniums Entwicklungsziele
3 Entwicklung in Äthiopien
3.1 extreme Armut und Hunger bekämpfen
3.2 allgemeine Grundschulbildung verwirklichen
3.3 Gleichstellung der Geschlechter fördern und die Rolle von Frauen stärken
3.4 Kindersterblichkeit senken
3.5 Gesundheit von Müttern verbessern
3.6 HIV/ Aids, Malaria und andere schwere Krankheiten bekämpfen
3.7 ökologische Nachhaltigkeit sichern
4 Entwicklung in Brasilien
4.1 extreme Armut und Hunger bekämpfen
4.2 allgemeine Grundschulbildung verwirklichen
4.3 Gleichstellung der Geschlechter fördern und die Rolle von Frauen stärken
4.4 Kindersterblichkeit senken
4.5 Gesundheit von Müttern verbessern
4.6 HIV/ Aids, Malaria und andere schwere Krankheiten bekämpfen
4.7 ökologische Nachhaltigkeit sichern
5 Ländervergleich: Ist die Entwicklungshilfe noch zeitgemäß?
6 Gründe für die Entwicklung in Brasilien
6.1 Wirtschaftspolitik
6.2 Good Governance Brazil?!
7 Bedeutung für die Entwicklungspolitik in Äthiopien
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Effektivität aktueller Entwicklungshilfe durch eine vergleichende Analyse der Länder Äthiopien und Brasilien. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob die derzeitige Entwicklungspolitik, gemessen an den Millenniums-Entwicklungszielen, angesichts der unterschiedlichen Erfolge der beiden Länder noch zeitgemäß ist.
- Historische Entwicklung des entwicklungspolitischen Diskurses
- Vergleichende Analyse anhand der Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs)
- Untersuchung von institutionellen Rahmenbedingungen und Wirtschaftspolitik
- Rolle von "Good Governance" bei der Armutsbekämpfung
- Kritische Reflexion der "Hilfe zur Selbsthilfe"
Auszug aus dem Buch
1 Entwicklungspolitischer Diskurs: Geschichte der Entwicklungshilfe
Die Idee mit Hilfe von Kapital und Know- How eine von außen gesteuerte Entwicklung herbeizuführen bildet das Fundament jeglicher Entwicklungsbemühungen. Besonders der Faktor Kapital wird immer wieder als Indikator für die Entwicklung eines Landes herangezogen. Die Gelder der Geberländer werden genutzt, „um die wachstumshemmende Kapitallücke im Innland zu schließen“. Keynes Theorie besagt, dass durch die zusätzlichen finanziellen Hilfen der Geberländer, die Nachfrage nach Produktionsmitteln befriedigt- und ein Wachstum der Wirtschaft zu erreicht werden kann.
Dieses Konzept der Hilfe sollte sich mit der positiven wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg bestätigen. Der Marshall- Plan sah vor mit Hilfe von Kapital, wirtschaftliche und technologische Unterstützung zu leisten. Diese Ressourcen wurden unter anderem genutzt, um Güter zu kaufen und die Industrie wieder aufzubauen. Aus ideologischer Perspektive versuchten die USA mit Hilfe ihrer finanziellen Unterstützung Deutschland für sich zu gewinnen und den Einfluss des Kommunismus zu schwächen. Ein ähnliches Vorgehen lässt sich auch beim Umgang mit ehemaligen Kolonien erkennen, denen die Industriestaaten ökonomische Unterstützung zusicherten.
Die Entwicklungspolitik der Nachkriegszeit kann also „als ein Instrument der Sicherheitspolitik während des Kalten Krieges betrachtet werden, die nicht primär auf das Wohlergehen der Menschen in den Entwicklungsländern bedacht war.“
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Problematik von Armut und Hunger sowie Erläuterung der Zielsetzung der vergleichenden Länderanalyse.
1 Entwicklungspolitischer Diskurs: Geschichte der Entwicklungshilfe: Überblick über die historische Entwicklung der Entwicklungshilfe, von der Nachkriegszeit bis hin zu neoliberalen Ansätzen.
2 Millenniums Entwicklungsziele: Erläuterung der im Jahr 2000 formulierten globalen Entwicklungsziele zur Verbesserung der Lebensbedingungen weltweit.
3 Entwicklung in Äthiopien: Detaillierte Analyse der Fortschritte Äthiopiens hinsichtlich der einzelnen Millenniums-Entwicklungsziele.
4 Entwicklung in Brasilien: Analyse der Erfolge und Herausforderungen Brasiliens bei der Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele.
5 Ländervergleich: Ist die Entwicklungshilfe noch zeitgemäß?: Gegenüberstellung der Entwicklungsergebnisse von Äthiopien und Brasilien in Relation zu den erhaltenen Finanzmitteln.
6 Gründe für die Entwicklung in Brasilien: Untersuchung der wirtschaftspolitischen Maßnahmen und des Einflusses von "Good Governance" in Brasilien.
7 Bedeutung für die Entwicklungspolitik in Äthiopien: Ableitung von Erkenntnissen für zukünftige Entwicklungsstrategien und Bedeutung institutioneller Rahmenbedingungen.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit finanzieller Entwicklungshilfe und Plädoyer für länderspezifische Strategien.
Schlüsselwörter
Entwicklungshilfe, Äthiopien, Brasilien, Millenniums-Entwicklungsziele, Armutsbekämpfung, Wirtschaftspolitik, Good Governance, Kapital, Kapitalhilfe, Entwicklungsökonomie, Institutionelle Rahmenbedingungen, Subsidiaritätsprinzip, Neoliberalismus, Wirtschaftswachstum, Soziale Programme.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit hinterfragt die Effektivität der aktuellen Entwicklungshilfe und untersucht, warum diese bei ähnlicher Zielsetzung in verschiedenen Ländern wie Brasilien und Äthiopien so unterschiedliche Ergebnisse hervorbringt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Geschichte der Entwicklungshilfe, die Millenniums-Entwicklungsziele, wirtschaftspolitische Reformen, Korruptionsbekämpfung und die Bedeutung von Regierungsführung (Good Governance).
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die aktuelle Entwicklungspolitik noch zeitgemäß ist, insbesondere angesichts des beobachteten Widerspruchs zwischen hohen Finanzhilfen und tatsächlichem Entwicklungserfolg.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine vergleichende Länderanalyse durchgeführt, wobei die Indikatoren der Millenniums-Entwicklungsziele als strukturiertes Analyseraster dienen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Status-quo-Analyse von Äthiopien und Brasilien, einen direkten Vergleich der Hilfe-Effizienz sowie eine Untersuchung der internen Gründe für die ökonomische Entwicklung Brasiliens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Entwicklungshilfe, Armutsbekämpfung, Millenniums-Entwicklungsziele, Good Governance und wirtschaftliche Freiheit.
Wie unterscheidet sich die Entwicklung Brasiliens von der Äthiopiens?
Brasilien konnte trotz geringerer finanzieller Zuwendungen von außen eine deutlich höhere Erfolgsquote bei der Erfüllung der Millenniums-Entwicklungsziele erzielen als Äthiopien.
Welche Rolle spielen interne Faktoren wie "Good Governance"?
Die Arbeit stellt fest, dass neben finanzieller Unterstützung vor allem institutionelle Stabilität, Rechtsstaatlichkeit und eine marktorientierte Reformpolitik entscheidende Motoren für nachhaltige Entwicklung sind.
Was bedeutet das "Subsidiaritätsprinzip" im Kontext der Arbeit?
Es dient als Leitsatz für eine "Hilfe zur Selbsthilfe", bei der externe Unterstützung lediglich ergänzend wirken und die Eigenverantwortung der betroffenen Menschen nicht durch dauerhafte Abhängigkeit ersetzen sollte.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Entwicklungshilfe?
Das reine finanzielle Volumen ist kein Garant für Erfolg; stattdessen müssen Entwicklungsstrategien präzise auf die spezifischen institutionellen, kulturellen und politischen Rahmenbedingungen der jeweiligen Länder zugeschnitten sein.
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- Anonym (Author), 2016, Effektivität von Entwicklungshilfen. Eine vergleichende Analyse von Äthiopien und Brasilien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/384285