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Kritische Auseinandersetzung mit dem Ergon-Argument von Aristoteles

Title: Kritische Auseinandersetzung mit dem Ergon-Argument von Aristoteles

Term Paper , 2017 , 20 Pages

Autor:in: Amelie Probst (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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In dieser Arbeit werde ich zunächst das Ergon-Argument erläutern und mich anschließend kritisch damit auseinandersetzen. Aus Aristoteles Ausführungen über das Ergon-Argument lässt sich eine These über das Glück ableiten: Ein Mensch kann nur durch die vernunftgeleitete Betätigung der Seele im Sinne der Gutheit glücklich werden.

Da ich Aristoteles These nicht voll und ganz zustimme, argumentiere ich für die These, dass neben vernunftgeleiteten Tätigkeiten der Seele viele weitere Faktoren eine Rolle spielen, um glücklich zu werden und auch Menschen, die nicht in der Lage sind, sich ihrer Vernunft zu bedienen, glücklich werden können. Da ich Aristoteles Auffassung vom Glück nicht gänzlich widerlegen will, sondern sie hauptsächlich als für zu eng gefasst halte, werde ich im ersten Teil meiner Argumentation begründen, welche Aspekte des Ergon-Argumentes ich für wahr halte.

Anschließend werde ich Kritik am Ergon-Argument äußern, und dabei insbesondere auf Aristoteles Argumentationsstil und die Gültigkeit für Kinder und Personen mit geistiger Behinderung eingehen. Anschließend werde ich erläutern, inwiefern dass der Antike entstammende Argument, vor allem in Bezug auf Kinder und Menschen mit geistiger Behinderung, auf die heutige Zeit übertragbar ist. Abschließend vergleiche ich meine Ergebnisse mit dem aktuellen Stand der Glücksforschung und zeige so auf, welche weiteren Faktoren für ein glückliches Leben eine Rolle spielen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bedeutung des Wortes „Glück“

3. Das Glück nach Aristoteles

3.1 Das Glück als das beste Gut

3.2 Das Ergon-Argument

4. Kritische Auseinandersetzung mit dem Ergon Argument

4.1 Was spricht für das Ergon-Argument?

4.2 Was spricht gegen das Ergon-Argument?

5. Das Ergon-Argument in der heutigen Zeit

5.1 Ist das Ergon-Argument auf die Gegenwart übertragbar?

5.2 Vergleiche mit dem aktuellen Stand der Glücksforschung

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das „Ergon-Argument“ des Aristoteles im Hinblick auf seine heutige Relevanz und Überzeugungskraft. Dabei steht die Forschungsfrage im Zentrum, ob das auf Vernunft basierende Glücksverständnis des Aristoteles heute noch als allgemeingültig gelten kann, insbesondere in Bezug auf Personengruppen wie Kinder oder Menschen mit geistiger Behinderung, und wie sich diese antiken Annahmen zum aktuellen Stand der modernen Glücksforschung verhalten.

  • Analyse und Erläuterung des aristotelischen Ergon-Argumentes
  • Kritische Reflexion des aristotelischen Glücksbegriffs und Argumentationsstils
  • Überprüfung der Übertragbarkeit antiker Thesen auf die heutige Gesellschaft
  • Diskussion der Glücksfähigkeit von Kindern und Menschen mit geistiger Behinderung
  • Kontrastierung von Aristoteles’ Aussagen mit Erkenntnissen der modernen positiven Psychologie

Auszug aus dem Buch

4.2 Was spricht für das Ergon-Argument?

In einigen Punkten kann der Argumentation von Aristoteles zugestimmt werden. Aristoteles erläutert im Zusammenhang mit der Definition des höchsten Gutes, dass menschliches Tun immer ein bestimmtes Ziel verfolgt. Diesen Punkt seiner Argumentation kann durch zahlreiche Beispiele belegt werden: Wir gehen arbeiten, weil wir Geld verdienen wollen. Wir gehen joggen, weil wir fit werden wollen. Wir putzen unsere Wohnung, weil wir uns im Dreck unwohl fühlen. Diese Ziele sind nicht immer gut oder vernünftig, aber die Tatsache, dass wir immer ein Ziel haben, lässt sich nicht widerlegen. Auch ein Bankräuber handelt mit einem bestimmten Ziel, wenn auch nicht im Sinne der Gutheit.

Ferner erläutert Aristoteles, dass wir das Glück immer nur um seiner selbst willen wählen, während wir viele andere Ziele neben dem eigentlichen Ziel immer auch mit dem Ziel wählen, glücklich zu werden. Auch in diesem Punkt kann Aristoteles zugestimmt werden. Wir gehen joggen, um fit zu werden und eine bessere Figur zu bekommen. Neben diesem Ziel erhoffen wir uns, durch ein besseres Aussehen mehr Anerkennung zu bekommen und so glücklich zu werden. Wir gehen arbeiten, um Geld zu verdienen. Neben dem Ziel, genug Geld zu haben, haben wir das Ziel, durch ausreichend Geld ein sorgenloses Leben zu führen, uns schöne Dinge kaufen zu können und somit glücklich zu werden. Das heißt, wir Menschen streben in allen unseren Handlungen auch nach dem Glück. Niemand handelt mit dem Ziel unglücklich zu werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Definition des Glücks ein, skizziert Aristoteles' Ergon-Argument und formuliert die kritische Gegenposition zur Vernunftgebundenheit des Glücks.

2. Bedeutung des Wortes „Glück“: Dieses Kapitel unterscheidet zwischen dem griechischen Begriff „Eutychia“ für Zufallsglück und „Eudaimonia“ für ein vollkommenes, erfülltes Leben.

3. Das Glück nach Aristoteles: Hier werden das Glück als „bestes Gut“ und das funktionale Ergon-Argument als Wegweiser für ein gelingendes Leben dargelegt.

4. Kritische Auseinandersetzung mit dem Ergon Argument: Das Kapitel bietet eine differenzierte Analyse von Argumenten, die Aristoteles' Thesen stützen, sowie eine umfangreiche methodische und inhaltliche Kritik an seinen Schlussfolgerungen.

5. Das Ergon-Argument in der heutigen Zeit: Der Autor hinterfragt die Übertragbarkeit des antiken Arguments auf moderne gesellschaftliche Kontexte, besonders unter Einbeziehung von Kindern und Menschen mit Behinderung sowie aktueller Glücksforschung.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Aristoteles zwar wertvolle Ansätze zur Zielgerichtetheit menschlichen Handelns liefert, seine strenge Definition jedoch den modernen Anforderungen an Inklusion und psychologischer Differenzierung nicht standhält.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Nikomachische Ethik, Ergon-Argument, Eudaimonia, Glücksforschung, Vernunft, Tugendethik, positive Psychologie, Resilienz, Menschen mit Behinderung, Lebensgestaltung, Zielstrebigkeit, Seins-Sollens-Fehlschluss, Wohlbefinden, Zufriedenheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das antike Ergon-Argument von Aristoteles aus der Nikomachischen Ethik und prüft dessen philosophische Stichhaltigkeit sowie seine Gültigkeit im Kontext der heutigen Zeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit befasst sich mit der Definition des Glücks, der Rolle der Vernunft, der Kritik an logischen Fehlschlüssen und der Inklusivität des antiken Glücksbegriffs gegenüber marginalisierten Gruppen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Aristoteles' Auffassung vom Glück als rein vernunftgeleitete Tätigkeit zu eng gefasst ist, und diese durch aktuelle Erkenntnisse der Psychologie zu ergänzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textanalytische sowie philosophische Vorgehensweise, indem sie Aristoteles' Thesen kritisch hinterfragt, logische Schwachstellen aufdeckt und mit modernen empirischen Forschungsständen vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Interpretation der aristotelischen Lehre, eine kritische Auseinandersetzung mit deren Schwachstellen sowie eine moderne Überprüfung unter Berücksichtigung von Resilienzforschung und Inklusionsaspekten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Eudaimonia, Ergon, Vernunft, Kritische Ethik, Glücksforschung, Inklusion, logische Fehlschlüsse und Lebensglück.

Warum wird Aristoteles' Vergleich mit Handwerkern als problematisch angesehen?

Die Arbeit kritisiert, dass Aristoteles unzulässig von der spezifischen Funktion eines Berufsstandes (z.B. Schuster) auf eine allgemeine „Funktion des Menschen“ schließt, was einen logischen Fehlschluss darstellt.

Inwiefern spielt die Unterscheidung zwischen Glück und Zufriedenheit eine Rolle?

Die Autorin hebt hervor, dass Kinder oder Menschen mit geistiger Behinderung, auch wenn sie nicht im aristotelischen Sinne vernunftgeleitet handeln können, dennoch ein hohes Maß an Zufriedenheit und ein glückliches Leben empfinden können.

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Details

Title
Kritische Auseinandersetzung mit dem Ergon-Argument von Aristoteles
College
Karlsruhe Institute of Technology (KIT)
Author
Amelie Probst (Author)
Publication Year
2017
Pages
20
Catalog Number
V384328
ISBN (eBook)
9783668622784
ISBN (Book)
9783668622791
Language
German
Tags
Aristoteles Ergon-Argument Glück Glücksforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Amelie Probst (Author), 2017, Kritische Auseinandersetzung mit dem Ergon-Argument von Aristoteles, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/384328
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