Diese Arbeit diskutiert auf Grundlagen der Familienwissenschaft und der Werte- und Einstellungsforschung, wie weit ein Wertewandel im Bezug auf die Ehe stattgefunden hat. Es werden hier Fragen der Ehestabilität und der Scheidungsauswirkung behandelt. Neben den theoretischen Rahmenbedingungen wird auch auf den derzeitigen Stand der Forschung eingegangen. Der Einfluss der Kinder und andere Trennungsdeterminanten, wie z.B. die Zeitverwendung der Arbeitsteilung innerhalb der Familie, werden bearbeitet und dargestellt. Scheitert eine Ehe, ist dies mit ökonomischen und emotionalen Folgen verbunden. Auf beide Aspekte wird eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Wertebegriff in der Soziologie
2.1 Theorien des Wertewandels
3. Stand der Forschung zu Ehestabilität und Scheidungsauswirkungen
3.1 Theoretischer Rahmen und Trennungsdeterminanten
4. Wertewandel in der Einstellung zur Ehe
5. Folgen einer Scheidung
6. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wertewandel in Bezug auf die Institution Ehe vor dem Hintergrund soziologischer Theorien. Das primäre Ziel ist es, die Ehestabilität und die Auswirkungen von Scheidungen zu analysieren und dabei die Bedeutung persönlicher Wertorientierungen für das familiäre Zusammenleben zu beleuchten.
- Soziologische Grundlagen des Wertebegriffs und Wertewandels
- Einflussfaktoren auf die Ehestabilität und Trennungsdeterminanten
- Veränderung des gesellschaftlichen Leitbilds der Ehe
- Ökonomische und emotionale Folgen einer Scheidung
- Intergenerationale Aspekte des Scheidungsrisikos
Auszug aus dem Buch
3.1 Theoretischer Rahmen und Trennungsdeterminanten
Im folgenden Abschnitt wird auf einige Theorien und die, damit verbundenen Trennungsdeterminanten näher eingegangen, so geht man zum Beispiel davon aus, dass die Ehestabilität durch Kinder beeinflusst wird. Man könnte Kinder auch als entscheidenden Faktor einer Familiengründung sehen und somit zählen sie als Kapital einer Ehe. Zunächst einmal sollte man die Entwicklung der Familie und der verschiedenen Familientypen betrachten, denn die Familie, wie wir sie heute kennen, war nicht immer so. Erst ab dem 19. Jahrhundert kristallisierte sich der heute bekannte Familientyp heraus. Aber nicht nur die Familie vollzog einen Wandel, auch der Ehebegriff hat sich im Laufe der Zeit verändert. Breitenbach spricht hier von der Ehe als „Organ der Gesellschaft“, was bedeutet, dass sie daher den Regulierungen und Sanktionen des Staates unterworfen ist (Breitenbach:2013). Dies wiederum bedeutet ja, dass die Heirat nicht mehr privat ist, sondern zu einer öffentlichen Sachen wurde. Einerseits gewinnt die Ehe an institutioneller Festigkeit, andererseits den Charakter eines Vertrages annimmt. Laut Breitenbach steigt die Rollenspezialisierung der Eltern durch die Geburt eines Kindes und dies wiederum verstärkt die gegenseitige Abhängigkeit der Partner. Daraus lässt sich ableiten, dass mit zunehmender Übernahme der erwarteten rollenspezifischen Arbeitsteilung, während in einer Familie Kinder aufwachsen, die Ehesolidarität steigt und das Scheidungsrisiko sinkt (Breitenbach:2013).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Scheidungshäufigkeit ein und erläutert den Wandel vom Verschuldungs- zum Zerrüttungsprinzip in Deutschland.
2. Der Wertebegriff in der Soziologie: Hier werden soziologische Definitionen von Werten erörtert und die Theorien zum Wertewandel, etwa von Inglehart oder Noelle-Neumann, kritisch vorgestellt.
3. Stand der Forschung zu Ehestabilität und Scheidungsauswirkungen: Dieses Kapitel diskutiert handlungstheoretische Ansätze zur Ehestabilität und die Bedeutung sozialer sowie personeller Ressourcen.
4. Wertewandel in der Einstellung zur Ehe: Es wird analysiert, wie sich das Leitbild der Ehe in westlichen Gesellschaften gewandelt hat und warum die Ehe an exklusivem Bedeutungscharakter verloren hat.
5. Folgen einer Scheidung: Dieser Abschnitt beleuchtet die emotionalen und ökonomischen Konsequenzen einer Trennung, insbesondere im Hinblick auf die Situation von Kindern und Alleinerziehenden.
6. Schlussbemerkung: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Ehe krisenanfälliger geworden ist, da individuelle Bedürfnisse zunehmend in den Vordergrund rücken und traditionelle Familienmodelle sich wandeln.
Schlüsselwörter
Wertewandel, Ehestabilität, Scheidung, Soziologie, Familie, Heiratsneigung, Rollenverteilung, Zerrüttungsprinzip, Lebensformen, Sozialisation, Ehequalität, Individualisierung, Wertepluralismus, Trennungsdeterminanten, Arbeitsmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den soziologischen Wandel der Einstellung zur Ehe und die Faktoren, die die Stabilität oder das Scheitern von Ehen beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören der soziologische Wertebegriff, Theorien zum Wertewandel, die Determinanten der Ehestabilität sowie die Folgen von Scheidungen für die Individuen und die Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Theorien der Ehe und Scheidungsauswirkungen mit der Werte- und Einstellungsforschung zu verknüpfen, um den Wandel der Institution Ehe besser zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und einer Literaturrecherche zu soziologischen Fachpublikationen und empirischen Studien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition soziologischer Werte, die Darstellung der Ehestabilitätsforschung, eine Analyse des Wertewandels in Bezug auf die Ehe und eine Untersuchung der Folgen von Scheidungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Wertewandel, Ehestabilität, Scheidung, Individualisierung und Familiensoziologie charakterisiert.
Welchen Einfluss haben Kinder auf die Ehestabilität laut Text?
Kinder können als „Kapital“ der Ehe wirken, wobei Ehen mit Kindern zwar stabiler erscheinen, Kinder jedoch oft eher als Folge einer stabilen Ehe denn als deren alleinige Ursache betrachtet werden.
Wie verändert die Erwerbstätigkeit der Frau die Ehe nach Ansicht des Autors?
Die Erwerbstätigkeit kann einerseits ökonomische Vorteile bringen, andererseits kann sie die Spezialisierungsgewinne verringern, was laut einigen Theorien die Ehestabilität beeinflussen kann.
- Arbeit zitieren
- Gina-Marie Müller (Autor:in), 2017, Der Wertewandel in der Einstellung zur Ehe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/384352